Frohe Weihnachten mit oder ohne Internet…

Meine Ansprüche an mich und mein Schreiben verhinderten in den letzten Wochen, dass ich hier einfach mal ab und zu einen kleinen Beitrag schrieb.

In den letzten Tagen hier in Istanbul, verwehten diese Erwartungen. Ich poste wieder mehr auf Instagram, auch die Bilder, die mir nicht gefallen oder eine Wiederholung sind.

Ich habe den Urlaub vom Bloggen extrem genossen, habe mich frei und unbeschwert gefühlt. Es tat gut, einen achtsamen Morgen zu verbringen, ohne den Anspruch zu haben, einen Beitrag verfassen zu wollen.

Meine Träume notiere ich noch für mich. Meine Fundstücke, die Artikel, die mich beeindrucken, teile ich in all den anderen Tools. Aber ich habe mir einfach nicht die Mühe gemacht, hier Zusammenfassungen oder ähnliches zu schreiben. Ich hab auch nicht aufgeräumt, oder woanders längere Artikel geschrieben. Das tut gut.

Meine Arbeit hat einen Riesenschub bekommen, in der Zeit in der ich hier nicht mehr geschrieben habe. Ein paar längst überfällige Entscheidungen, ein paar längst offensichtliche Erkenntnisse, viel mehr Spass und Liebe und Klarheit habe ich empfunden.

Vielleicht ist das der Auftakt für ein anderes Schreiben hier in 2014? Ich weiss es nicht. Der Auslöser, das hier zu schreiben war die letzte Applewerbung, die ich eben bei Felix und Kottke fand.

Es geht auch hier um Erwartungen, um unsere Wertungen, wenn wir uns Menschen beim bloggen, fotografieren, beim liken und tweeten beobachten. Ich hab hier gelesen und weiss, uns wird oft erzählt, dass wir das Zeug mal wegpacken sollen, damit wir unser “wirkliches” Leben nicht verpassen. Das ist Quatsch! Ich verbinde mich mit dem Ort und dem Moment viel intensiver, wenn ich ihn festhalten, reflektiere und darüber ins öffentliche Netz schreibe.

Wieder fühle ich Dankbarkeit darüber, dass ich die Möglichkeit habe, aber auch Dankbarkeit, dass ich andere Menschen am Bildschirm am anderen Ende der Leitung spüren kann. Versteht mich bitte nicht falsch… aber wichtiger, versteht Euch nicht falsch. Und nun geniesst die kommenden Feiertage einfach, mit oder ohne Internet!

Epilog: Was mach ich nun mit meinen Monstern?

Nun ist schon eine Woche des Urlaubs, der Pause und der Freiheit vergangen. Sieben Morgen des aktiv etwas nicht Tun.  Sieben Tage, an denen ich den leichten Zwang, den die Zahlen in meinem Tagebuch hier ausübten, lachend vermisste. Ich fühle die verfügbare Kraft, ich spüre das Potential der frühen Stunde. Und ich atme das Gewicht der Freiheit, ich sitze auf der Qual der Entscheidung, Ich strecke mich in Unruhe und Ungewissheit. Im fehlenden Rahmen dehne ich mich aus.

Zee spricht hier zu seinen Freunden über seine Tricks im Umgang mit seinen Monstern. Sein erstes Monster ist das flaue Gefühl im Magen, die schleichende Unruhe, die die Kehle hoch kriecht. Wenn er sich unruhig fühlt, stellt er sich das Monster vor und sein Trick ist dann, ihm den Rücken zu streicheln, dann streckt es sich aus und rutscht aus der Kehle wieder dorthin zurück, wo es herkam.

Sein zweites Monster – Crazy Q – ist die Illusion, dass es eine (unerreichbare) Lösung aller Probleme gibt, die verlockende Abkürzung zum Glück, wenn man nur jetzt etwas komplett anders machen würde. Das süsseste aller kleinen Monster, mit der niedlichsten, säuselnden Stimme überhaupt. Es sitzt auf der Schulter und flüstert einem ständig zu und richtet so grossen Schaden an. Sein Trick ist hier, sich das süsse Ding vorzustellen und dann eine Glasglocke drüber zu stülpen, nur so zeigt sich die Wahrheit.

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Für sein drittes Monster hat er keinen Trick und fragt uns, seine Freunde, was wir gegen die Schlange tun, die sich manchmal um seinen Kopf windet und ihm einreden, einflössen möchte, dass alles was er ist und getan hat, einfach Shit und Verschwendung sei. Für dieses grundsätzliche Infrage Stellen von allem, fällt ihm kein Trick ein.

Ich hab hier lange gegen meine Monster angeschrieben, wollte sie so ans Licht zerren, ausser Gefecht setzen. Ich habe sie  zugedeckt mit Geschichten, Fundstücken und Projekten. Habe sie analysiert und auseinander genommen, sie seziert im Lichte auch Eurer Aufmerksamkeit und der Öffentlichkeit im Netz. Fast alle meine Tricks habt ihr gesehen in den 777 Tagen.

Und doch habe auch ich immer versucht, die Schlange vor mir und Euch zu verstecken. Dabei geht um den unfassbaren Grund meines Seins, den tieferen Sinn meines Lebens. Die Schlange ist für mich das Symbol der Suche nach der Antwort auf das Warum.

Ich werde jetzt noch eine Woche Urlaub machen. Mich wieder zwingen, nicht hier zu schreiben, auf das Abflauen des Dranges warten. Dabei werde ich die Leere geniessen. Die Unruhe in meiner Kehle spüren und ihr den Rücken streicheln. Den Einflüsterungen von Crazy Q zuhören und die Illusion unter Glas erkennen. Vielleicht wird so die Schlange um meinen Kopf zum Schal um meinen Hals…

Abschied! Mit dem 777. ist hier erst mal Schluss…

Berlin, 6:13, Tag 777

So, ihr lieben Leser! Nun kommt’s: dieser 777. Post hier wird der letzte in dieser Serie an öffentlichen Schreibmeditationen sein. Das habe ich gestern Abend im Bett nach dem Einschlafen und wieder Aufwachen beschlossen. Es fühlt sich nicht mehr richtig an. Ich muss meine eigenen Regeln brechen, will meine Routinen weiter entwickeln, mich weiter entwickeln.

Zwei Jahre, ein Monat und sieben Tage meines Lebens lange habe ich es geschafft, jeden Tag hier etwas zu schreiben und bin nicht wenig stolz darauf. Ihr könnt die Entwicklung, meine Entwicklung, zumindest die, an der ich Euch teilhaben lassen wollte, hier nachlesen. Wie ich vom Aussen, immer weiter und weiter nach innen schrieb. So viele Gespräche, so viele Rückmeldungen, ja sogar neue Freundschaften habe ich nur dadurch gewinnen können, für alles bin ich dankbar, unglaublich dankbar! Ich hätte nie gedacht, dass ich das alles überhaupt schaffe, als es los ging.

Ich werde weiter schreiben, ich kann nicht anders. Nur nicht mehr in diesem Format, nur nicht mehr durchnummeriert, nur nicht mehr mit meinen (oft echt verrückten) Träumen einleitend.

Von einigen persönlichen Rückmeldungen und den Stats weiss ich, dass hier viele immer nur still und heimlich mit lesen, ohne jemals zu kommentieren. Falls also nun jemand von Euch traurig ist, kann sich und mir einen grossen Gefallen tun:

Tragt Euch bitte hier auf meiner neuen Mailingliste ein. An diese werde ich neue Beiträge schicken, die ich hier oder woanders veröffentlichen werde.

Ohmann, ich hab keine Ahnung, ob das jetzt richtig ist, was ich hier mache und Euch hier schreibe. Es fühlt sich gut an und gleichzeitig habe ich Angst vor der Veränderung. Ich hab Angst davor, etwas zu verlieren, etwas grosses und wichtiges kaputt zu machen, wenn ich die Reihe hier unterbreche. Ich spüre diese Angst in meinem Bauch und in meinen Augen.

Aber ich möchte einfach nur frei sein, mich entwickeln, innerlich frei und mich von innen heraus entwickeln. Auf diesem Weg muss ich Neues probieren und mich meinen Ängsten und meiner Trauer stellen.

Weil ich fühle, dass hinter der Trauer das Neue wartet, sage ich nun Ciao und noch mal ganz herzlich Danke für all Eure bisherige Aufmerksamkeit!

Wir sehen uns!

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PS: wer nicht will, dass ich hier aufhöre? Schreibt mir ne Mail oder drückt hier unten Like… ;-)

Mutmaßungen über Jakob und Louisa…

Berlin, 7:17, Tag 776

Heute Nacht habe ich ein zimmergrosses Dampfbügeleisen zusammen gebaut. Ich stand im Tank und sollte diverse Röhren miteinander verbinden. Es klappt nicht, alles war total wackelig. Bald sollte der Dampf angestellt werden, ich geriet in Zeitnot. Und wachte mitten in der Nacht schwer atmend auf.

Im zweiten Traum erzählte mir  Collien Fernandez an einem Tiefgarageneingang etwas über Integration von Ausländern, meine Frau las den Bericht darüber hier und wurde eifersüchtig. Dann fuhr ich mit einem Bus, der Fahrer war mein Schulfreund aus der Oberschule, ganz langsam und vorsichtig die Rolltreppen der Tiefgarage hinunter. Wir sind nirgendwo angestossen, obwohl nur Zentimeter zwischen Wand und Bus verblieben. Auf dem zweiten Absatz stand ein Auto stand im Weg. Der Fahrer sprintete mit dem Schlüssel in der Hand die Treppe hoch, um uns Platz zu machen…. ich wachte ausgeschlafen und voller Tatendrang auf.

Gestern morgen hat mich ein Artikel sehr beeindruckt, in dem es um eine gefälschte Liebe geht. Seit dem denke ich darüber nach, wie das alles funktioniert. Also wie Betrug, vor allem Selbstbetrug, eigentlich wirklich funktioniert.

Warum sind wir manchmal empfänglich für so etwas? Ist es auf der einen Seite wirklich nur unsere Gier, unsere Suche nach Abkürzungen unsere Sehnsucht nach Glück. Was ist es auf der anderen Seite? Hoffnung, Optimismus, unrealistische Erwartungen, Überschätzung.

Alle paar Jahre begegnen mir solche Geschichten selbst oder in direktem Bekanntenkreis. Jedes mal entstand grosses Leid, zerbrachen Freundschaften, folgte eisiges Schweigen, Ignoranz, Kampf, Verlust, Trauer, Wut, Enttäuschung, Verzweiflung.

Was läuft schief, wenn die an solchen Geschichten beteiligten Menschen in solche Scheinwelten abdriften und auf die schiefe Behn geraten, aus der sie aus eigener Kraft oft nicht wieder raus kommen?

Wieder denke ich an die drei Hauptursachen von Leid: Ablehnung, Verlangen und Ignoranz.

Genau das sind doch die drei Spiegel im Aufzug auch meines Lebens. Der letzte, die Ignoranz, führt dazu, dass wir nur an uns denken, dass wir denken, wir entkommen den Auswirkungen unseres Handelns. Wir kommen davon. Wir brauchen vielleicht doch nicht zu bezahlen, wenn wir nur clever genug sind, wenn wir nur hart genug arbeiten, wenn wir uns noch mehr anstrengen.

Eine Kombination aus allen drei Ursachen sehe ich auch bei Louisa aus Maltes Geschichte, aber genauso auch bei Jakob.

Ablehnen was ist! Wollen was nicht ist! Ignorieren der Konsequenzen des eigenen Tuns!

Nächster Stop, Tiefgarage. Mitten im Unglück, Drama, Gewalt. Und das alles für kurze Momente des Glücks, der Hoffnung, des schönen Scheins, nur zu geniessen mit fest geschlossenen Augen, stark hoffend, dass schon alles gut werden wird, dass uns jemand retten wird.

Ach, ich weiss doch auch nicht!

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Wünsche Euch sehr nachdenklich, einen erholsamen Sonntag!

Mein Leben im Fahrstuhl…

Berlin, 8:20, Tag 775

Heute Nacht stand ich in der Wueste im Stau. Die Szene erinnert mich nun an mein gestriges Stop&Go auf dem T-Damm, nur dass ich eben in einer weiten, hellen, heissen Wüste in der Autoschlange stand. Die Autos vor mir verschwanden so plötzlich, wie gestern auch, als ich nur “ganz kurz” eine SMS schreiben wollte. Dann fuhr ich los und die Strasse wich einem Stoppelfeld, über das ich erfolgreich hoppelte. Ich kam in einem Haus voller alter türkischer Männer an, die mich zum Tee einluden. Ich wachte weit vor dem Wecker unruhig auf und setzte mich nach der Dusche erst mal 40min auf mein Kissen…

Die erste Woche, seit einem Monat wieder im Büro war super genial. Wir haben zusammen so viel geschafft, ich fühle mich so klar und frei wie lange nicht, beim etwas bauen, schaffen, handwerken, ja etwas zu tinkern, wie ich das gerne nenne, seit ich mit meiner Tochter wochenlang Tinkerbell gesehen habe.

Wenn things aren’t + adding up in you life, start – subtracting. #quote ~Anon

Das Leben scheint mir eine Achterbahnfahrt, ein ständer Wechsel, Veränderung. Ich sitze in einem Pendel, das hin und her schwingt. Nein, ich bin in einem Fahrstuhl, dessen Automatik mich immer zwischen Keller und Dachgeschoss hin und her schweben lässt, mit kurzen, scheinbar zufälligen Stops zum Durchatmen in allen möglichen Etagen. Und gleicht gehts wieder weiter!

Drinnen sind an drei Seiten Spiegel, die wie täuschend echte Fenster aussehen. Sie spiegeln nicht nur mein Äusseres, sondern auch meine Gedanken, meine Wünsche und Träume. Ab und zu geht die Tür der vierten Seite auf und lässt mich einen Blick auf die Wirklichkeit erhaschen.

Doch dann macht es *pling* und die Tür schliesst sich wieder.

Ob es nach unten oder oben geht, merke ich nicht. Ein kurzer Ruck und ich spüre nur Bewegung. Die Mechanik und wichtiger noch, die Bremsen sind genau dafür gebaut, dass wir nicht spüren, wie schnell und in welche Richtung sich der Käfig eigentlich bewegt.

Doch in der letzten Woche habe ich auf der Dachterasse tanzen können. Die Woche davor hatte ich mich im Keller verirrt. Die Wochen davor waren irgendwo dazwischen. Wie sehr ich mir wünsche, dass mein Leben nur aus einem Tanz auf der Dachterasse besteht -der Wechsel nur aus Sonnenauf- und Sonnenuntergängen- ich kann nicht anders, ich muss wieder einsteigen und weiter fahren, weiter suchen!

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Wünsch Euch einen tollen Tag auf Eurer Fahrt…

Disclaimer: Die Schindler AG in Ebikon ist mein Kunde. Dieser Post hat nichts mit meinen Projekten dort oder Schindler Aufzügen allgemein zu tun und drückt nur meine ganz private Meinung aus. ;-)

Ist eine Chefsekretärin Feuerlöscher und Kindermädchen? Ich sag: Nein!

Berlin, 7:01, Tag 774

Heute Nacht habe ich eine wunderbare Bruchlandung in einem Learjet hingelegt. Wir flogen durch die Wolken und suchten einen Landeplatz. Entdeckten eine leere Strasse, versuchten es. Wir schafften die Landung, der Jet zerbrach. Alle Passagiere wohlauf, das ganze Flugzeug zerstreut in einem Raum. Ich fing an aufzuräumen und unseren Müll weg zu schaffen. Bald fingen die anderen an, mit zu machen. Ich wachte weit vor dem Wecker mit Schnupfen in der Nase auf…

Jetzt habe ich schon angefangen zu arbeiten, statt erst mal hier Schreibzumeditieren. Vorhin während ich auf meinem Kissen sass, hatte ich nämlich eine Idee, die mich so motivierte, dass ich sie sofort umsetzen wollte. Es ging darum, wie ich effektiver und effizienter Arbeiten kann, in dem ich besser, also transparenter delegiere. Aber auch darum, wie das Rollenverständnis, die Aufgabenbeschreibung und Ziele meiner Assistenz (so heissen Chefsekretärinnen heute) sind.

Das Thema Executive Assistent oder auch Virtual Assistant bzw. Team Assistent beschäftigt mich schon seit vielen, vielen Jahren, ohne dass ich das bisher wirklich zufrieden stellend für mich klären konnte, was ich wie wirklich möchte oder brauche. Ich dachte bei Thema oft, dass ich zu sehr Kontrollfreak und Chaot war und bin, als dass ich mich konsequent und konsistent mal um das Thema kümmern könnte. Das führte oft zu Stress und damit natürlich zu Reibungsverlusten bei mir und im Team.

Eigentlich habe ich lange Zeit nur einen Feuerlöscher gebraucht. Ich habe oft meine Aufgaben so lange vor mir hergeschoben, bis es zumindest brenzlig roch, um dann Hilfe rufend meine Assistenz oder die Kollegen, die ich grad im Büro erwischte, zu bitten, sich zu kümmern und den Brand zu löschen. Meist per Anruf vom Flughafen oder aus dem Taxi. Also an den Naht- und Übergangsstellen, in denen einem siedend heiss einfällt, was man Wichtiges vergessen hat. Wenn alles lief, habe ich meine Assistenz sehr oft allein gelassen, vernachlässigt, ihr nicht die notwendige Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet.

Neben der Funktion des Feuerlöschers habe ich auch oft ein Kindermädchen gebraucht. Auf ein paar Aufgaben habe ich einfach keine Lust, meine Ablage, echte Briefe schreiben, meine Buchhaltung, meine Reisekostenabrechnungen. So leiste und genoss ich den Luxus und den Service eines Kindermädchens für mich. So dass ich zB Belege einfach nur an jemanden abkippen kann, der dann für mich sortiert, einträgt, vorbereitet. Soweit so schlecht! Denn eigentlich fühlte ich mich dabei immer unwohl, weil ich mich nicht für faul halte, vielleicht auch weil ich nicht abhängig und unselbständig sein möchte.

Vorhin sass ich also auf meinen Kissen und dachte so bei mir, dass meine Assistenz, wenn ich die Rolle richtig begreife, mich doch einfach nur zu einem besseren Chef machen soll. Das ist doch eigentlich die einzige Aufgabe. Ich möchte eine vorbildliche Führungskraft, ein effizienter und effektiver Manager, ein verantwortungsvoller Eigentümer meiner Firma sein und dabei immer besser werden, mich immer weiter entwickeln, und dabei Schritt halten, den Takt spüren bei der Entwicklung meiner Kunden, Kollegen und der gemeinsamen Projekte.

Sicher geht es oft auch nur darum, die anliegenden Arbeiten zu erledigen, zu planen, und unsere selbst gesteckten Ziele zu erreichen, die Regeln und Gesetze einzuhalten, den Laden am Laufen zu halten. Aber die eigentliche Aufgabe einer Assistentin ist es, mir dabei zu helfen, die Organisation, diesen lebenden Organismus mtc, dazu selbst in die Lage zu versetzen. Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe. Es geht darum, mir in meiner Funktion zu helfen, die dafür notwendigen Koordinations-, Kommunikations-, Verwaltungs- und Denkaufgaben besser erledigen zu können. Und es geht eben genau nicht darum, sie für mich an meiner statt zu erledigen!

Ob ihr es glaubt oder nicht, dieses Selbstverständnis hatte ich so deutlich noch nicht in mir gespürt. Dadurch waren meine Signale, meine Gespräche mit meinen Assistenten oft widersprüchlich und inkonsistent.

Ich verlangte von ihnen oft, der bessere Projektleiter, Buchhalter, Organisator, Researcher, Entwickler, Supporter, ja sogar der bessere Chef zu sein. Und war manchmal verzweifelt und auch enttäuscht, weil das logisch- und natürlicherweise so nicht geht, so nicht sein kann. Dafür, dass sie es trotzdem immer wieder versucht haben, bin ich meinen bisherigen Assistenten unglaublich dankbar. Sie haben unter schwierigsten Bedingungen einen super Job gemacht.

Nun verspüre ich aber richtig Lust, das Thema auf die nächste Ebene zu heben. Ich hoffe, dass dieser Zustand nun anhält, dass meine Aufmerksamkeit nicht wieder abdriftet, dass ich auch bei diesem Thema begreife, dass ich allein Nichts bin auf dieser Welt. Auch möchte ich nie wieder (vor lauter manchmal vielleicht auch notwendiger Egomanie und Egozentrik) vergessen, was ich für ein Riesenglück hatte und immer noch habe, mit so unglaublich wohlwollenden, und extrem talentierten Menschen zusammen arbeiten zu können. Ich danke Euch! Aber vor allem möchte ich nie wieder vergessen, dass meine Assistenten keine Feuerlöscher für meine Dramen, keine Kindermädchen und keine Abkürzungen zum Erfolg sind.

Was für ein schöner, heller Morgen! Was für ein Start in den Tag! Ohhhh!

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Durch den anhaltenden Regen draussen, bekomme ich richtig Lust auf den Tag im Büro. Ich wünsch Euch nun einfach einen produktiven Freitag, habt Spass!

 

Sich locker machen…

Berlin, 7:22, Tag 773

Heute Nacht habe ich mich halb auf mein iPad gesetzt. Ich sollte fort gebeamt werden. Auf dem Display lief ein Countdown in weissen Zahlen auf einem roten Hintergrund. Das konnte ich schräg unter mir gut erkennen. Kurz vor der 0 hüpfte ich runter, denn ich kannte das Ziel doch nicht. So blieb ich in der Wüste mit den vielen Sandfiguren und einem halben, begehbaren Krokodil. Als ich aufwachte, tropfte Regen auf die Fenster…

Ich blieb noch etwas liegen und schwamm durch den Strom der Neuigkeiten in meinem Telefon. Erfreut fand ich ein neues Video von Ze Frank über eine Technik, mit der er Konzepte für seine Videos findet. Vor allem, wenn er nicht weiter kommt. Er beschreibt das an einem einfachen Beispiel. Hier schreibe ich mir seine Technik kurz auf, um sie mir so besser merken zu können.

1. Spezifische Beobachtungen
Man schreibt eine Liste all der Dinge auf, die einem zu einem Thema x einfallen und dann wirft man sie weg. Dann konzentriert man sich auf die nicht ganz so offensichtlichen Details. Die Kleinigkeiten, die einem nicht sofort auffallen neben den offensichtlichen, eben weggeworfenen Beobachtungen. Das erinnert mich grade an das Spiel Tabu, bei dem man die offensichtlichen Beschreibungen für Dinge zur Erklärung selbiger eben nicht benutzen darf.

2. Spezifische Erfahrungen
Nach den Beobachtungen geht es darum, wie man sich dabei fühlt. Was denkt man, wenn man sich selbst zu hört? Wir interessieren uns so lange für neue Dinge, bis wir sie erkennen oder zu kennen glauben. Der Fokus auf diese Kleinigkeiten, die Details, erzeugt einen Art Interesse oder Verbundenheit. Vielleicht auch Spannung, weil wir ständig vergleichen, ob wir diese nicht so offensichtlichen Beobachtungen und Erfahrungen auch schon mal gemacht haben.

3. Skalieren
Dann macht er die verschiedenen Dinge, um die es geht, ganz gross oder ganz klein. Er dreht an den Mengen. Das ist für mich das unterhaltsame Element. Übertreibungen, also vielleicht ungewohnte Mengen von Dingen, die uns täglich umgeben, können lustig sein. Genau das kenne ich wiederum von meinem Umgang mit meinen Ängsten. Ich zeichne in Gedanken ein Video der für mich bedrohlichen Situation auf und lasse dann alles, wie in einem Stummfilm ganz schnell rückwärts noch einmal ablaufen. Also in meinem Kopf. Und meist fange ich dann an, über mich selbst zu lachen. Und die Angst ist natürlich verschwunden, obwohl es sich doch um die gleiche Situation handelt, die ich erinnere.

4. Überraschung
Hierbei dreht sich alles um Rhythmus. Da ich es ja in dieser Woche mit Musik habe, passt das wieder mal. Man versucht, einen Takt zu erkennen in dem, was um einen herum passiert. Den Takt beim Sprechen, beim gehen. Wie lange dauert etwas, wie oft wird es wiederholt. Und dann bricht man diesen Rhythmus ganz bewusst. Ja! Und genau das das erzeugt natürlich: Überraschung!

Ich habe sofort überlegt, ob ich das auch auf Geschriebenes anwenden kann, auf meine Blogposts hier? Da ich die aber intuitiv, ohne vorherige Konzeption oder Planung, rein aus dem Moment und Bauch heraus schreibe, scheint das nicht zu gehen. Aber was wäre, wenn ich diese Technik so gut drauf hätte, so dass ich sie unbewusst anwenden könnte? Hmm.

Sicher eignet sich die Technik gut für alle Arten von Artikeln, Vorträgen oder Reden. Ich bewundere Frank gerade, wie er über nur vier Punkte 10min lang fesselnd reden kann. Mir fällt mein gestriger All Hands Zwischenruf ein, für den ich auch nur ein paar Punkte vorbereitet hatte. Da hab ich das auch versucht. Wobei ich noch meinen Fokus, meine Konzentration verbessern kann, dabei meine ich nicht mehr Aufregung, sondern mehr meine Zielorientierung.

Falls ihr nun doch neugierig sei, erspar ich Euch die Suche nach dem Link dort oben und bette das Video einfach hier ein:

Was denkt ihr? Ist diese Technik vielseitig einsetzbar oder eignet sich das nur für Frank oder nur für kurze Videos?

Der Sonnenaufgang heute unterscheidet sich kaum vom gestrigen. Also hier ein Bild vom gestrigen Sonnenuntergang in Mitte.

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Nun wünsche ich Euch einen lockeren Start in den neuen Tag.

Über das Wachstum in unserem Unternehmen…

Berlin, 6:57, Tag 772

Heute Nacht habe ich so geträumt, dass ich das hier zensieren möchte. Nur so viel, der Traum hat meinem Ego und Selbstbewusstsein sehr geschmeichelt. Trotzdem bin ich mit einer leichten Erkältung aufgewacht. Uff!

Gleich ist unser All Hands, das letzte in unseren Räumen im 1. Stock hier im Weissen Schloss von Kreuzberg.

Denn, *leiseansteigenderTrommelwirbel* wir haben ab Dezember noch das Erdgeschoss hier dazu gemietet *Grossertusch*. So dass wir nun endlich, endlich mal wieder so richtig Platz zum Musizieren, Spielen, Üben, Dirigieren, zum Jazzen und Jammen und ordentliche Konzerte haben werden.

Das nächste All Hands wird’s also unten im Aquarium geben, so nenne ich den grossen 200qm mit Glas überdachten Hinterhof, der das Highlight der Räume ist. Das ist alles so grossartig und spannend, dass ich vor Vorfreude, Gestaltungskraft und Ungeduld fast platze.

Eben hatte ich mich zur Meditation hingesetzt und die Gliederung meines Zwischenrufes im All Hands floss aus den Tiefen meines Unterbewussten nur so durch meine Gedanken: patxi, instrumente, free jazz, erdgeschoss, anti stress workshop/gruppe u individuell, gemeinsames lied, takt, melodie, text? projekt codename ‘eywa’.

Dazu gibt es nur zwei Slides, einmal der Grundriss von unten und einmal den Termin vom Antistress Workshop, eine säkulare Form den “Meditation in der Arbeitswelt” Workshop, den ich vor ein paar Jahren mal geleitetet hatte, wieder einzuführen.

Die Erweiterung ist für uns eine grosse Veränderung, die die Tektonik in unserer Firma sicher beeinflussen wird. Und sie bedeutet natürlich auch das Ende der Ära als kleine Beratungsbude. Wir sind jetzt über 80 Mitarbeiter, die Risiken und Chancen steigen mit der Größe. Die Komplexität dabei nicht genau so ansteigen zu lassen, ist meine größte Herausforderung.

Gestern Abend habe ich mit meinem Mentee aus dem Programm „Universum Wirtschaft. Impulse für Lehrer von morgen.“  (klingt schlimm, ich weiss, ist aber ganz einfach;) zusammen gesessen und wir haben über Unternehmergeist, Startups, Gründung von Firmen gesprochen.

Dabei sind mir spontan drei Grundsätze eingefallen, die ich im Rückblick als eventuelle Kernpunkte oder Lektionen von uns erkannt habe:

1. Cash ist King.
Das heisst einfach, dass wir immer im positiven Cashflow arbeiten. Also, es muss einfach jeden Monat immer mehr Geld rein kommen, als ausgegeben wird. Eine ganz einfache, aber in dieser verrückten Welt, umso schwerer einzuhaltende Regel. Wir haben bisher allen Versuchungen widerstanden, unser Wachstum durch Finanzierungen zu beschleunigen.

2. Der Chef ist der Verkäufer.
Jedes mal, wenn ich von dieser Regel abgewichen bin, habe ich das teuer und mit vielen Konflikten verbunden bezahlt. Letztens habe ich bei James Altucher gelesen, dass er das für Firmen bis zu 100 Mitarbeitern auch so sieht. Erst danach kann sich eine Organisation, ein eigenes Sales Team leisten. Er ist genau wie wir, im Dienstleistungs- und nicht im Produzierenden oder Handelnden Bereichen unterwegs.

3. Kein Zocken.
Es gibt keine Abkürzung zum Erfolg. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber wenn man hinter die von Medien aufgeblasenen Erfolgsgeschichten schauen kann, merkt man oft, dass langfristiger Erfolg eigentlich immer, immer, immer nur verdient und erarbeitet aber niemals erzockt wurde. Unternehmer sind trotz allen Mutes, Engagements und Glücks in den Gründungstagen ihrer Firmen grundsätzlich sehr Risikoscheu. Sie müssen es sein, sonst leben sie nicht lange.

So, nun aber, ab ins Büro, los gehts! Wünsch Euch einen tollen Mittwoch!

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Formel 1 in Zypern…

Berlin, 6:31, Tag 771

Heute Nacht bin ich auf Zypern über die Grenze gelaufen, habe mich an einen spiegelglatten See gesetzt und die Reste eines Formel 1 Rennens hier betrachtet. In dem spigelglatten See gab es Inseln, auf denen Urlaub gemacht wurde. An dieses starke Bild erinnere ich mich, das habe ich schon einmal geträumt. Zuvor habe ich einen ehemaligen Kollegen auf dem Rücken am Morgen aus einer Kneipe getragen, bin gestolpert, er hat sich den Fuss verstaucht und gejammert… bin müde, nach langem Schlaf, vom Wecker geweckt worden.

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Wünsche einen schönen, schlanken Tag!

Welches Lied wollen wir spielen?

Berlin, 6:13, Tag 770

Heute Nacht hab ich von einem Goldhändler geträumt, von dem ich zwei seiner besten Mitarbeiter abgeworben habe. Ich beobachtete mich bei den Verhandlungen, die ich in engen Strassen und grauen Wohnungen statt fanden. Unsicher, ob die beiden fachfremden Kollegen sich einarbeiten könnten und es funktionieren würde, wachte ich ausgeschlafen kurz vor dem Wecker auf…

Es gibt viele Gedanken, viel Bewegung, schneller Wechsel von Sonne, Wolken, Regen. Seit einigen Tagen sieht es in meinem Kopf so aus:

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Vorhin habe ich angefangen, meine Musik zu spielen. Ich suchte mir ein Instrument, schaute mir kurz den Zustand an und will gleich anfangen. Bei den ersten Tönen merke ich aber, dass etwas nicht stimmt. Mein Fokus liegt nicht auf der Melodie und dem Rhythmus, sondern nur allein beim Instrument. Oft denke ich dann, mit einer neuen Gitarre spielt es sich bestimmt von ganz allein und dann fange ich an, nach neuen Gitarren zu suchen.

Ich vergesse dabei vielleicht, dass ich nicht allein, sondern in einer Band spiele. Auch spielen wir ohne Dirigent und ohne Noten, so etwa wie Free Jazz. Es gibt aber in meinem Konzerthaus auch mehr als eine Free Jazz Bands in der ich mit spiele und die alle irgend versuchen, den Flow, den Groove zu finden. Zusammen klingt das nicht sehr gut, nah dran an Chaos.

Wenn ich mich konzentriere, kann ich ein paar phantastische Solisten erkennen, ein paar Melodien sind unglaublich schön, ab und zu setzt sich ein Rhythmus durch und alles spielt kurz im selben Takt, dann zerfällt es wieder.

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Vereinfachung, Entschlackung, Konzentration, Fokus scheint nun dran zu sein. Also doch erst Fokus auf das Lied und nicht das Instrument? Takt und Melodie reichen doch bestimmt. Oder sind vielleicht doch die Instrumente entscheidend Bestimmt beides zusammen?

Doch irgendwie glaube ich, es fängt doch alles mit der Frage an: Welches Lied wollen wir heute zusammen spielen?

 

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