Move First, Think Later…

Berlin, 8:19, Tag 587

Heute Nacht habe ich wohl etwas wenig geschlafen. Ich bin müde aufgewacht. Habe mich ganz kurz beim Duschen an meinen Traum erinnern wollen, es aber nicht getan.

Nach einem Tag voller schöner, intensiver Gespräche bin ich abends noch zwei Stunden durch die Stadt gelaufen. Hab nach Details und nach Berührung gesucht und immer dann Fotos gemacht, wenn ich eines entdeckt hatte oder ich berührt wurde.

Zuerst ein Versuch, die Yorkbrücken zu fotografieren, weil das eigentlich nicht geht. Ich laufe und fahre da seit Jahren, fast Jahrzehnten drunter durch und gestern habe ich zum ersten Mal das Malerschild des letzten Anstrichs vor 72 Jahren entdeckt. Der 2. Deckanstrich erfolgte mit der Farbe: 463579, der Maler war Joh. Müller aus Wittenau und es hat vom 15. September bis zum 15. November 1941 genau drei Monate gedauert.

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Dann weiter über den Kreuzberg zum alten Tempelhofer Flughafen. Ein paar Rollos fielen mir auf…

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Und ein schöner alter Berliner Hauseingang, das wohl auch seit 72 Jahren nicht mehr verputzt worden ist.

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Das nächste war ein Elektroschach Laden, der seit 31 Jahren hier existiert. Irgendwie süss, schon der Name: Elektroschach. Das erinnert mich immer an EDV. Elektronische Datenverarbeitung. Aber wenn es ein Schachfan schafft, von seiner Leidenschaft zu leben, toll! Es gibt sogar einen Webshop, und der sieht auch aus wie der Laden hier, und das passt dann doch irgendwie.

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Und die ausgestellten Bücher und Pokale und alle Versionen von Fritz in Originalverpackung, grossartig!

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Dann etwas trauriges, hier hat es ein neuer Blumenladen nicht geschafft. Die Eröffnung ein gutes halbes Jahr her. Viel Text im Schaufenster, was sie alles können. Ein Werbers Alptraum.

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Daneben der Anwalt hinter strafzettel.de, ne Spielhalle, ne Pizzeria und ne Taxischule. Klassisch Berliner Kiez vor der Gentrifizierung. Aber dann war ich auch schon am Tempelhofer Flughafen. Dort habe ich ein wenig Ingress gespielt. Die Sonne ging unter, der Himmel war toll.

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Und dann war die Sonne weg und der Pförtner vom Polizeipräsidenten rauchte eine Zigarette vorm Eingang. Ich machte trotzdem ein Foto, das ist extreme Hochstatus Kommunikation, des Werbers Sextraum. Stellt Euch mal vor: ihr klebt über der Eingangstür Eurer Wohnung in güldenen Lettern Euren Namen? Ist schon sehr herrschaftlich, erinnert an Obrigkeitsdenken, Gehorsam, Gewaltmonopol. Polizei muss wohl so sein…

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Obwohl die Nacht kurz war, zum Abschluss diesen Pausenpostes ein Bild vom Sonnenaufgang heute morgen…

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Wünsch Euch einen achtsamen Donnerstag!

 

Vier Bilder meines Morgens…

Istanbul, 7:38, Tag 511

Schon wieder ein Vortrag heute Nacht, ich sollte um 9 anfangen, hatte meine Slides noch nicht fertig, arbeitete aber hektisch an einer Grafik, ich liess mich ablenken, quatschte rum, es wurde halb 11 und ich war immer noch nicht dran und wachte auf…

So, es ist schon wieder passiert. Jetzt ist es hier um 2 und ich hab immer noch nicht getagebuchmeditiert. Dafür wieder viel gedacht, gelesen, gemacht und geschrieben. Und ein paar wenige Bilder habe ich auch noch gemacht. Sitze mal wieder im TheHouseCafe hier in Ortaköy, ganz nett, heute etwas lauter. Hier wird zusätzlich auch grad umgebaut.

Heute fang ich wirklich kein neues Thema mehr an, sondern wünsch Euch einfach nur einen grandiosen Tag voller Ehrlichkeit und Mut!

Der Sonnenaufgang in Gayrettepe hinter Wolken...

Der Sonnenaufgang in Gayrettepe hinter Wolken…

Begrüßung durch den Bosphorus...

Begrüßung durch den Bosphorus…

TheHouseCafe ist einfach ein schöner Platz...

TheHouseCafe ist einfach ein schöner Platz…

...zum Kaffee trinken und arbeiten!

…zum Kaffee trinken und arbeiten!

Wo bist Du glücklich?

Istanbul, 7:27, Tag 318

Heute Nacht wieder lange, aber angenehm geträumt. Eine Polizeikontrolle ist mir noch in Erinnerung geblieben, erst ein Blitzgerät, dann noch mehr Blitzgeräte, wie in einer Galerie am Strassenrand auf beiden Seiten. Wir sehen Polizeischüler angestrengt auf die Geräte starren, wir sind 10km zu schnell, es blitzt nichts, wir landen trotzdem in einer Kontrolle. Der Polizeischüler untersucht mit einem Spiegel unser Auto an den unmöglichsten Stellen, es ist präpariert für ihn, er findet das lose Stückchen Blech, klopft vorsichtig dagegen, es löst sich. Aufgabe fast bestanden, dann verrutscht das Stück Blech auf dem Lack beim Herausholen, alle halten den Atem an. Ist er jetzt durchgefallen? Der Prüfer ist gnädig: Bestanden. Ich wache auf…

Gestern fragte mich Åsmund, der mich grade hier in Istanbul besucht, ob ich hier glücklich sei? Dem ersten Impuls folgend, sagte ich: ja, natürlich ja, ich bin hier zu Hause, meine zweite Heimat. Aber ich fühlte mich komisch bei der Antwort, etwas stimmte nicht. Denn natürlich bin ich hier nicht immer glücklich, es gibt solche und solche Momente.

Dann merkte ich 10min später, dass mein Glücksempfinden nicht von dem Ort an dem ich mich befinde abhängig ist. Ich war an den schönsten, exotischsten, luxeriösesten Orten, und unglücklich. Ich war an den einfachsten, dreckigsten, lautesten Orten, und glücklich. Und natürlich umgekehrt. Mein Glücksempfinden hängt sehr viel mehr von anderen Umständen ab. Am meisten noch von den Menschen, die mich umgeben, von der Aufgabe, an der ich grade sitze, von der Qualität der Interaktion, der Verbindung mit meiner Umgebung.

Instagram hilft mir ja seit knapp zwei Jahren dabei, mich mit den Orten zu verbinden, an denen ich mich gerade befinde. Ich versuche, täglich ein Foto nach dem Aufstehen zu machen. Zur Erinnerung und auch, um mich von der Schönheit des jeweiligen Orten zum glücklich sein inspirieren zu lassen.

Gestern Nacht nun, passend zu meiner Unterhaltung hat Instagram die Version 3.0.0 weltweit gelauncht.

Das Hauptfeature der neuen Vesion, neben vielen Detailverbesserungen, ist eine sehr schöne Kartenansicht aller Fotos, die man mit Instagram geschossen oder hochgeladen hat. Das funktioniert natürlich nur, wenn man dem Telefon erlaubt hat, die Positionsdaten der Fotos mit ab zu speichern.

Hier ein paar Screenshoots, der zweite mit der Warnung vorm Anschalten der Kartenfunktion, damit sich auch jeder hoffentlich wirklich bewusst wird, was er dort tut, wenn er die Positionsdaten seiner Fotos auch auf einer Karte anzeigen lassen möchte.

 

Viele kümmern sich ja gar nicht darum, welche Daten mit den einzelnen Fotos ins Netz hochgeladen werden. Ich bekomme zum Beispiel sehr häufig in den Kommentaren Fragen  nach dem Ort des aufgenommenen Fotos. Dabei sind fast alle meiner öffentlichen Fotos auch mit Positionsdaten versehen und mit ein, zwei extra Klicks kann man sehen, wo es aufgenommen worden ist.

Dies wird nun mit der Version 3 extrem vereinfacht, denn neben einer Mosaik und Normalansicht, ist nun noch die dritte Kartenansicht auf den Profilen der Instagram Nutzer dazu gekommen.

 

Und nachdem ich mich gestern hier  ja eher der dunklen Seite gewidmet hatte, ist es doch schön zu sehen, wo ich in den letzten beiden Jahren alles glücklich war!

An jedem dieser Ort, an denen ich in den letzten beiden Jahren meine 975 Instagram Fotos gemacht habe, gab es glückliche Momente. Aber natürlich auch die anderen, die nicht so glücklichen, die unglücklichen und verzweifelten!

Denn immer mehr versuche ich, Glück in mir selbst zu finden, unabhängig vom Verhalten oder der Beschaffenheit meines Umfeldes. Der ganz grosse Trick dabei ist aber, dass man nicht versucht, glücklich zu sein. Dass man einfach nicht nach Glück sucht. Denn wenn man absolut, brutal ehrlich zu sich ist, und genau hinschaut, dann merkt man, dass immer alle Bedingungen fürs glücklich sein schon vorhanden sind…

Mehr Eindrücke aus Lyon während und nach der #www2012

Hier ein paar Bilder von gestern Vor- und Nachmittag. Hier auf der Konferenz mag ich nicht viele Bilder machen, aber bei einer Vizepräsidentin der Europäischen Kommission (Neelie Kroes) in Handschellen konnte ich nicht widerstehen. Dann bin ich zeitig los hier, zwischen Regengüssen durch die Stadt zum Hotel. Hier die Bilder, ausnahmsweise fast unkommentiert, als Galerie zum Durchklicken.

Ach ja, nach dem Chor in der alten Kirche am ersten Tag, und dem Porsche vorgestern, hatte ich auch gestern wieder eine unerwartete Begegnung, diesmal mit Hardcore Breakdancern direkt an der Lyoner Oper, die eine Wahnsins Show abgeliefert haben an einem Donnerstag Nachmittag.

Mein Sonntag in Istanbul: Plane Spotting, Sapphire…

Gestern waren wir in Florya, Aleyna zu einem Kindergeburtstag einer Vorschulfreundin bringen.

Florya ist der Stadtteil, in dessen Mitte der Attatürk Flughafen liegt. Beim Suchen nach der Partylocation sind wir an einer Shopping Mall direkt am Zaun des Flughafens vorbeigekommen. Dort wollte ich wieder zurück, als Aleyna happy beim Geburtstag war und Seda happy beim Shoppen war. Denn damit war ich happy beim Spotten. ;-)

Die kleinen Airbus interessierten mich eher nicht, die heben auch viel früher ab auf der Startbahn. Die grossen Flugzeuge, waren am Spot erst ganz kurz in der Luft…

Die Terasse der Shopping Mall war gestern Treffpunkt der türkischen Aircraft Spotter Szene. Erst bin ich am Zaun lang gelaufen, hab mir aber schon gedacht, dass ich das nicht übertreiben sollte. Die Jungs klärten mich später auf, dass das unter Strafe steht, da in der Türkei alle Flughäfen militärisch gesichert werden und direktes Fotografieren verboten ist. Wir haben sofort angefangen zu fachsimpeln und ich wurde zu den Highlights der nächsten Monate eingeladen und hatte einen Link zum Forum.

Aber abends dann fand mich Yigit sogar von allein auf Facebook und in Twitter, dabei hatte ich nur meinen Vornamen gesagt und erzählt, dass ich die Bilder gleich auf Instagram poste. Naja, ich war auf Foursuqare eingecheckt, und es gab genau diese Terrasse sogar als eigene Location, die Flyinn Spotting Location. Das finde ich so grossartig, an diesem Web! Es ist sooo leicht und einfach, Gleichgesinnte zu treffen und in Kontakt zu kommen.

Ich hätte früher niemals einen der Jungs wieder angerufen, auch wenn die halbe Stunde toll gewesen war, und das gemeinsame Fotografieren mit einem Visitenkartenaustausch geendet hätte. Aber so, etwas unverbindlicher, nicht so aufdringlich wie ein Anruf oder eine Mail, kann ich über Twitter oder ihr Forum oder bei Photobucket einfach verfolgen, was sie machen und immer, wenn ich Lust habe, kann ich mal wieder mit zu einem der Spots fahren. Klasse!

Später zurück, wollte ich noch das Auto tanken und auch Öl nachfüllen. Danach war eine Probefahrt durch das sonntagabendlich, etwas ruhigere Istanbul angebracht. Gaanz zufällig führte die mich in die Nähe des Sapphire Towers, des aktuell höchsten Hochhauses von Istanbul.

Ich konnte nicht widerstehen und bin schnell hoch, ein paar Fotos machen. Ich war ja in diesem Jahr noch nicht oben. Leider war die ganz oberste Terasse mit glasfreier Sicht wieder geschlossen. So gibt es auf den Fotos ein Reflektionen, die da nicht hingehören und mein Kopf nicht komplett abdecken konnte.

Hier ein Blick in Richtung Golden Horn, vorne links der riesige Friedhof von Zincirlikuyu. Die ersten Hochhäuser auf der rechten Seite sind die beide gerade eröffneten Trump Towers.

Die andere Seite lag noch in der Sonne, hier die zweite Brücke, die Boğaziçi Köprüsü. An dem türkischen Wort für Brücke merkt man mal wieder, dass sie es hier mit den Umlauten echt übertreiben, gleich drei davon in einem Wort! Am coolsten ist ja, das Türken nicht super sagen, sondern süper. Auch nicht Bus, nein – ihr könnt es Euch denken -sondern: Büs. Ist echt wahr! Viele Worte sind aus dem Deutschen entlehnt. Aber dabei werden (fast) alle Vokale zu Umlauten gemacht, sieht wohl einfach schicker aus mit Pünktchen drüber.

So, und mit einem Sonnenuntergang und einem Sonnenaufgangsbild verabschiede ich mich langsam in die neue Woche. Das hier drüber ist übrigens wieder einer der beiden Trump Tower, von unserem Wohnzimmerfenster aus gesehen.

Und passend zum gestrigen Spotter Tag, auch heute morgen ein anfliegender Airbus.

Nun aber, wünsche breit lächelnd allen einen ganz tollen Start in die neue Woche!

Die Spuren von Instagram…

Istanbul, 7:40, Tag 190

Geträumt erst von einem Ausflug nach Polen, den ich nicht unternahm, weil die Zeit zu knapp war, nur ein Nachmittag, das ist zu wenig. Dann in den Kongress, erst ein Vorzimmer, eine Weinprobe, kein Gefäss zum Ausspucken und ich will doch nicht schon früh Trinken. Es sind die Weine zum Businesslunch, die man sich so aussucht. Es stehen bestimmt vier Flügel in dem Zimmer, eine Tür geht zu einer Empore, ich kann den riesigen Saal durch die Fenster sehen, es scheint sich zu füllen. Ich trete raus, bin wohl Teil einer Reisegruppe, versuche zu fotografieren. Die anderen Gruppenteilnehmer blamieren mich, klimpern auf dem nächsten rumstehenden Flügel rum, sie bekommen den Rauswurf angedroht. Ich stehe am Rand neben einem sehr alten Mann in edlem Zwirn, der mich mit unverständlichem englischem Dialekt ausfragt. Ich entschuldige mich, dass ich so völlig unvorbereitet bei dieser einmaligen Gelegenheit der Teilnahme an dieser Sitzung des Kongresses bin. Er lächelt, vorwurfsvoll, ich wache auf…

Gestern Abend ist die Übernahme von Instagram durch Facebook bekannt gegeben worden.

Bei Robert Scoble hab ich das zuerst gesehen, auf dem iPhone, der 15 Minuten nach deren Erscheinen die Statusmeldung von Mark Zuckerberg kommentierte mit einem “Wow”. Dann ging es Schlag auf Schlag, irgendwie waren alle geschockt und sehr überrascht. Vor allem auch über den Kaufpreis von einer Milliarde Dollar.

Hier die Meldung von Kevin, dem CEO zu der Übernahme.

Über die Hälfte der paar Zeilen von Kevin beschäftigen sich mit der Beruhigung der Nutzer, dass alles so bleiben wird, wie es ist.

The Instagram app will still be the same one you know and love. You’ll still have all the same people you follow and that follow you.You’ll still be able to share to other social networks. And you’ll still have all the other features that make the app so fun and unique. –Kevin Systrom, April, 9th, 2012

Auch Mark Zuckerberg beton das in seinem Statement:

That’s why we’re committed to building and growing Instagram independently. Millions of people around the world love the Instagram app and the brand associated with it, and our goal is to help spread this app and brand to even more people. –Mark Zuckerberg, April, 9th, 2012

Aber das wird es natürlich nicht! Es wird sehr spannend und interessant, zu sehen, was genau sich verändern wird.

Ich erwarte, dass der Anfängergeist aus der Anwendung sehr schnell verschwinden wird. Jetzt haben sie es geschafft und der Welt eine Milliarde Mal bewiesen, dass sie es können. Und dies wird Auswirkungen haben, dies wird Spuren hinterlassen.

Zum Schluss ein toller Hintergrund Artikel von Techcrunch, der die Geschichte und die Faszination der Anwendung ganz gut beschreibt. Und von Robert Scoble hier ein grossartiges Interview mit Kevin aus November 2010. Absolut hörenswert!

Every successful social product starts with a very specific group of people. (…) And we’ve really tried to focussing on people, who are very passionate about sharing images of their lives. –Kevin Systrom, Nov, 2010

Ich war von Beginn ein Fan von Instagram und werde immer ein Fan von Instagram sein, so wie es heute ist! Denn es geht mir um genau diese Art von sozialen Anwendungen, in denen ich eine Zukunft sehe. Und dabei ist es mir egal, von wem sie gebaut werden oder wem sie gehören… wenn Instagram dieses Momentum, diesen Anfängergeist nach der Übernahme verlieren sollte, dann wird es eine andere Anwendung geben, die das Unmögliche wieder versuchen wird.

Instagram verbessert Facebook Integration

Instagram hat an der Facebook Integration geschraubt und überträgt ab heute die Bilder, wenn man den Haken in der Anwendung setzt, in voller Größe in ein eigenes Album! Man kann die so geteilten eigenen Bilder oder die seiner Freunde dann Liken, Kommentieren und auch Sharen. Yesss!

Hinter dem Bild der Link zum Blogpost auf Tumblr.

Ich habe dafür bisher den Service instafb.com benutzt, der mit genau das ermöglicht hat.

Heute morgen habe ich das abgeschaltet! Herzlichen Dank an den Entwickler, der das gebaut hat!

Fühle mich bestätigt, dass man nicht All-In gehen sollte, wenn man einen Service auf einer Lücke in einem anderen Service aufbaut, die leicht geschlossen werden kann. Aber ich bewundere erneut diese neue Art von Software, die offene Schnittstellen hat, mit denen man es anderen ermöglicht, Lücken im eigenen Service zu schliessen, bis man selbst dazu in der Lage ist!

#instahibit first concepts…

We are able to print 100 instagr.am pictures from different users, thanks to @deparom the company I’m working for.

We will print digital inkjet in a 30 x 30 cm square format, we still investigate the best store to do the prints.

We will put the prints in black wooden 40 x 40 cm frames from Max Aab – Bilderrahmen aus Holz.

Each picture gets a sticker with the @instagram user name and the date of publishing picture in instagr.am .

The exhibition vernissage will be at 2nd of March 2011 after 8pm the official closing hour of the Cafe Espressolounge. We will hang the pictures in the evening/at night of 1st of March to 2nd of March.  The exhibition will be there for at least 8 weeks!

We are more than happy, to announce that @jun3 is the first instagram user, who is donating couple of her pictures to be part of the #instahibit. Thank you a lot, @jun3 we truly appreciate your support!

If anybody wants to buy one of the pictures? We are planning to sell them after the #instahibit is finished, but we decided to donate every single cent to support the charity projects of the Rotary Club Berlin-International.

To get an idea, here are sketches of a possible hanging concept and a picture of the actual exhibition, in which one wall has square pictures too, somehow similar to what we will have.

Belediye Başkanı heisst Bürgermeister…

Vorgestern hab ich mich endlich getraut, den Bürgermeister von Zeytinli zu fotografieren… eines dieser Dinge die ich tun muss, ohne wirklich erklären zu können warum.

Zeytinli ist ein türkisches Olivendorf, mit Strandsiedlung und kleinem Landkreis drumherum. 15.000 Einwohnern tummeln sich in der Provinz Edremit. Dazu hat es einen Nationalpark in den Bergen,  ein jährliches Rock Fest und ein Storchennest auf der Moschee.

Zeytin heisst “Olive”, Zeytinli heisst “Mit Oliven” und ist voll zutreffend – in und um dem Dorf dreht sich alles um Oliven, der ganze Landstrich um Edremit ist voller Olivenbäume, die Region ist in der Türkei bekannt für seine tollen Oliven und Olivenöle…

Hasan Arslan, seit letztem Jahr Bürgermeister hier, lies mich in diesem Jahr in sein Rathaus und ich konnte dort alles fotografieren… meine kleine erste Auswahl findet sich auf meinem Flickr.

Hier im Post aber mein Favorit, Hasan in *ickschwöre* wirklich zufällig gleicher Pose wie Atatürk über ihm…

Hasan hat meine vorurteilsbehafteten Erwartungen voll übertroffen: statt einer kopftuchtragenden älteren Tee- und einer kopftuchlosen jüngeren Vorzimmerdame – wie sonst eher üblich im mittleren und gehobenen Management in der Türkei – gabs nur einen schwerhörigen Teaboy, der ein ganz ausgezeichneter, aufmerksamer Gastgeber war und ebenfalls Hasan heisst. Herzlichen Dank an die beiden Hasans für die aufregende Stunden im Rathaus von und in Zeytinli!

Letztes Jahr hab ich bereits Bilder vom durch Hasan regierten Dorf und seinen Bewohnern gemacht.

Spass beim Wasserrohrbruch…

Brotgetriebener Anlasser mit Ellenbogenzündung…

Neidobjekt auf der Dorfstrasse…

Örtliche Tankstelle und Storchenmoschee…

Ich komme wieder… ;-)

Ein Schneider in Istanbul…

Hab schon letztes Jahr Photos gemacht von dem Schneider hier ums Eck in Gayrettepe, Istanbul. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass diese Art von Dienstleistung nicht mehr lange geben wird hier… vielleicht bin ich aber auch zu pessimistisch.

Gayrettepe ist ein zentraler Stadtbezirk von Istanbul auf der europäischen Seite direkt nördlich von Besiktas, bzw. der 1. Bosphorusbrücke. Hier leben meine Schwiegereltern schon seit Ewigkeiten, meine Frau ist hier aufgewachsen und wir haben hier eine kleine Wohnung. In der Nähe, also im Umkreis von 10 min Laufweite gibt es (mind.) drei Schneiderläden, bei denen wir schon waren und Sachen zum Ändern hingebracht haben. Es ist unglaublich günstig: Hosenbeine kürzen kostet rund 7 TL also etwa 3,50 €. Es gibt hier natürlich noch jede Menge Schuster, Schlüsseldienste, Blumenläden, Frisöre, Obststände und Kioske, die eigentlich auch alle eigene Fotostrecken wert wären.

Aber im letzten Sommer fiel mir Saids Laden besonders auf: die alten Nähmaschinen, das abgewetzte…, das unordentliche…, das verfallene… und dann die Schere, die leuchtenden Garnrollen, der Ärmelhalter! Said hat, während ich die Photos gemacht habe, eine Hose gekürzt. Das ganze hat höchstens 10 min gedauert. Schweigend, konzentriert hat er gearbeitet und hat mich völlig ignoriert. Ich glaub, er fand das sehr merkwürdig, dass ich alles fotgrafiert hab, war aber zu höflich um irgendwas zu sagen.

Mir fehlt das in meiner Heimat – im Bergmannkiez in Berlin, wobei… vermutlich gibts dort auch noch die Änderungsschneiderei, aber aus irgendwelchen Gründen komme ich nicht auf die Idee, dort Sachen ändern zu lassen. Ich glaub, ich fürchte den gernervten “Huch, ein Kunde hier bei mir im Laden…” Blick und das “In zwei Tagen könn’ses abholen…” sind Vorurteile, egal – so denk ich nunmal!

Und ich glaube, dass hier mit den alten Männer  auch diese Läden verschwinden werden… es wird niemanden geben, der dort lernen wird – Schneider ist doch kein Beruf, den ein heute 16jähriger Türke in Istanbul erlernen wird, oder? Es wird wohl kein Beruf sein, mit dem man ein Auto, eine Wohnung, das Leben hier bezahlen können wird… und auch deshalb musste ich diese Photos jetzt endlich machen.

Die Photos sind korrekt geogetaggt… schaut Euch das mal selbst an, wenn ihr Istanbul oder uns besucht. Nun wünsch ich aber erst mal: Viel Spass beim Anschauen!

Said at his shop…

Said stitching…

Brother & Juki, Saids Japanese Stitching Machines.

Die Schere, Lineale und Stoffmarker…

Der Ärmelbügler…

PS: den Rest der Bilder gibts hier in diesem Flickr Set.

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