Pfingstsonntagspausenpost…

Silivri, 9:08, Tag 589

Heute Nacht gab es viele Träume, aber der Zugang dazu ist schon wieder weg. Jetzt, wenn ich mich hier erinnern möchte.

Der Spätflieger ist super anstrengend. Also nicht der Flieger selbst, sondern die Tatsache, dass die Passkontrollen gegen 23 Uhr am Atatürk Flughafen einfach nur stark überfüllt sind. Tausende Menschen, die gerade sehr lange gessen haben, schlängeln sich in langen Schlangen entland, warten. Selbst mein Fast Track ist rappelvoll. In der Schlange habe ich den türkischen Chef einer Berlin Frisörkette kennen gelernt, ich kannte einer seiner Laden in der Bergmannstrasse sogar. Er lebt auch zwischen den Welten. Dadurch hatten hatten wir sofort einen Draht.

Niemand weiss, was aus solchen Verbindungen wird. Oft verläuft das ja im Sande. Man schreibt die Mail nicht, die die Verbindung vertiefen würde. Oder der Anruf geht auf die Mailbox und man ruft nicht zurück. Es ist oft so, wie mit dem Wein und dem Tee und dem Gebäck im Urlaub, das dort so köstlich schmeckt. Nach Hause mit genommen, wundert man sich, was man daran so toll gefunden hat. Aber was auch passiert, dass man gerade beim Reisen solche Gelegenheiten vermehrt bekommt. Gespräche, Kontakte, Eindrücke von fremden Leben. Man sucht automatisch das Verbindende, die Gemeinsamkeiten.

Ich lasse hier grade wieder meinen Gedanken freien Lauf und erzähle keine Geschichte. Ein Post wie früher? Ich glaube ja. Denn ich sollte eigentlich eine Pause machen. Also schreib ich jetzt mal nichts um, sondern erhol mich ein wenig. Ist ja schliesslich Sonntag!

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Wünsch Euch auch einen erholsamen Tag!

 

Ein gelungener Start ins lange Wochenende…

Berlin, 9:08, Tag 589

Heute Nacht hat jemand meine Schuhe mit Säure auflösen wollen. Ich habe eine kleine Plastikflasche gefunden, unter einem Türspalt zurückgeschoben, dabei drauf gedrückt. Jetzt haben die Dielen ein Loch. Ich wachte vom Wecker auf und fotografierten einen Sonnenaufgang hinter Wolken.

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Mann, hab ich viel gelernt gestern. Es ging morgens los und hörte bis Mitternacht nicht auf. Ich komm gar nicht hinterher, mit der Verarbeitung, dem Aufschreiben, dem Verifizieren der vielen Ideen. Der Tag war so proppevoll, dass ich heute morgen meine Routine in Ruhe gelassen habe und mich nach dem Aufstehen einfach noch mal hingelegt hab. Das tat gut. Ausgeschlafen meditiert es sich leichter.

I want to be alive to all the life that is in me now, to know each moment to the uttermost…

Sagt Kahlil Gibran drüben bei Facebook! Und ja, das war nah dran am Äussersten und geht noch weiter, für die Nachbereitung sprudelt mein Kopf über, so dass mein Herz hüpft vor Anspannung und Vorfreude.

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Doch wie krieg ich die PS auf die Strasse… kennt Ihr das, wenn man weiss, was man tun sollte und nicht die Kraft, Motivation oder den Mut findet?

Dann zurück zu meinem Atem zu finden. Dann zurück zu mir zu finden. Dann mich selbst einfach erst mal toll finden. Das, was ich schaffe, ok zu finden. Das, was passiert ist, anzunehmen. Und nicht daran zu hängen, was passiert hätte sein können. Was wäre, wenn ich eine Maschine, perfekt und vollkommen wäre. Selbstbewusstsein ist tricky! Selbstbewusstsein sieht Blindheit so verdammt ähnlich. Und doch ist es das Gegenteil.

Das Konzert war toll! Ich war so aufgeregt, als ob ich hätte spielen müssen. Die Musik hat mich gegen Ende voll gepackt, vor allem César Franck.

Die beiden Schwestern Aiki und Asa Mori sind grossartige Künstlerinnen, die für Gando auf ihre Gage verzichtet haben, so dass wirklich jeder Cent der 1.536,19€ Spenden dem Projekt zugute kommt. Bestimmt 100 Unterstützer haben zu uns gefunden. Das ist ein schöner Erfolg für alle Beteiligten!

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Und heute ist Reisetag. Und deshalb wünsche ich Euch jetzt einen tollen Start in das lange Pfingstwochenende…

 

Habt keine Angst…

Berlin, 6:10, Tag 588

Heute Nacht habe ich mich mit Aleyna in einem Haus voller Menschen versteckt. Sie war ernsthaft bei der Sache. Ich wusste nicht, ob sie Angst spürt oder nur aufmerksam ist. Johanns riesige Dachlandschaftsterasse über den Dächern einer unbekannten Großstadt hat uns gerettet. Er hatte Besuch. Wir zogen uns für die Begrüßung in eine Ecke der Terasse zurück. Ich hatte Höhenangst, das Geländer nur zwei Stangen und so niedrig, dass ich an den Rand robben musste. Unten sah ich Menschen, die sich auf einem Stück Rasen in der Mitte einer Allee mit 20l Kanistern halbvoll Wasser bewarfen. Es war ein grosses Spiel. Ich wunderte mich über ihre Kraft. Ich wollte fotografieren, mir eine Kamera besorgen. Es gäbe einen Laden unter uns. Es war nur ein Rossmann, der nur für mich in das Haus eingebaut wurde und nachher gleich wieder verschwunden sein wird. Es blieb nur ein grosser leerer Raum übrig, mit kahlen neonbeleuchteten Wänden. Ich wachte auf…

Der Unruhegeist ist gerade sehr stark in mir. So stark, dass ich versucht bin, mich krank zu fühlen und zum Arzt zu gehen. Mein Geist springt noch schneller als sonst von Thema zu Thema, von Gefühl zu Gefühl. Es ist so, also ob ein Turbo angesprungen ist, der mich noch sensibler für alles um mich herum macht, als ich eh schon bin.

Als ob gleich alles aus einander fliegt und seine wahre Natur offenbart: ist vielleicht doch nur alles nur eine Simulation. Aliens spielen ihr Civ 23 – Universe Edition. Der Spielstand nach 13,73 Mrd Jahren: unentschieden, sich immer noch ausdehnend.

Ein lieber Freund lobte mich für die Entwicklung meines Schreibstiles hier. Nun fühle ich mich gehemmt. Wie? Ich habe mich entwickelt, was wie warum, wieso? Gut oder schlecht? Was, wenn es wieder weg geht?

Gestern habe ich das schönste Grab auf der ganzen Welt entdeckt. Es ist hier gleich um die Ecke und ich habe es gestern zum ersten Mal gesehen. Obwohl dort der naheliegendste Geldauatomat ist. Jetzt weiss ich auch, warum. Er ist nur deshalb dort, damit ich diese Stelle entdecken konnte.

Gestern war es endlich soweit. Man sieht das Grab vom Fussweg aus. Man braucht nur durch den Zaun zu schauen. Der Moment der Entdeckung war tausend mal schöner und intensiver, als es sich hier auf dem Bild wiedergeben lässt. Und niemand ausser mir, nahm davon Notiz.

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Dabei verstehe ich das Friedhofsphänomen eigentlich gar nicht so richtig. Ich habe keine Zugang dazu, das religöse Verbrämen des Todes stört mich am meisten. Dieses spekulieren über ein Leben danach, ein Bewusstsein danach, die Drohung der Hölle, die Verheissungen des Paradieses. Echt? Ihr meint das wirklich so, wie ihr das sagt? Wow!

Ein Platz der Erinnerung an seine Lieben zu haben, die Errinerung in einen Stein zu meisseln. Vielleicht solch einen Platz dafür zu schaffen. Und dann die Verbindung von allem mit allem zu spüren. Ja, das ist es. Für mich.

Ich laufe beschwingt nach Hause, nur fünf Minuten. Ich sehe den Menschen in die Augen. Ich sehe, manche wundern sich über meinen Blick. Ich lächle sie innerlich einfach an, dann haben sie keine Angst vor mir, dem Unbekannten.

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Wünsch Euch einen ganz leichten, luftigen Freitag…

 

 

Über die Dynamisierung des eigenen Verhaltens…

Berlin, 6:10, Tag 586

Heute bin ich mitten im Traum aufgewacht. In der letzten Szene quetschte ich mich grade zwischen eine Glastür und einen Tresen, um zu einem Herrn x vorgelassen zu werden. Im Rücken drückte die Glastür, am Bauch drückte der Tresen und nun bitte einmal das Wir-Lieben-Pförtner-Programm abspulen. Der Wecker haute mich aus dieser Szene und liess mich alles davor instant vergessen.

Jetzt habe ich hier schon fast zwanzig Minuten mit verschiedensten Dingen verdaddelt, also Mails gelesen, ein paar Tickets kommentiert, ein paar Benutzer in einer neuen Umgebung eingerichtet. Aber beim Meditieren vorhin, wollte ich doch über die Dynamisierung des eigenen Verhaltens schreiben.

Eigentlich hat jeder Mensch, den ich so treffe und mit dem ich mich näher unterhalte, irgend ein Problem oder einen Traum. Also irgend ein Ding, was stört oder wenn es gelöst oder da wäre, das Leben verschönern würde. Man braucht gar nicht lange, um bei einer Unterhaltung darauf zu stossen. Ich nenn das jetzt mal Entwicklungsfelder.

Ich hatte hier letzte Woche über die Motivatoren geschrieben, die uns antreiben: also Lust/Schmerz, Hoffnung/Angst und Anerkennung/Ablehnung. Damit komme ich schon sehr weit. Es gibt dabei aber immer noch so etwas wie: Ego, Identität oder auch Besitz und Fähigkeiten.

Manche Menschen identifizieren sich zum Beispiel über ihr Bankkonto: wenn sie viel drauf haben, halten sie sich für wichtig, erfolgreich und besser als andere. Nimmt man ihnen Geld weg oder ist man vermeintlich dafür verantwortlich, dass sie nicht so viel Geld bekommen, wie sie meinen zu verdienen, fühlen Sie sich angegriffen und erzeugen Konflikte.

Manche Menschen identifizieren sich zum Beispiel über ihren Job: wenn sie als Steuerberater, Entwickler oder Chef gebraucht werden, dann halten sie sich für wichtig, erfolgreich und besser als andere. Kritisiert man sie in ihren Job, oder gibt ihnen auch nur Feedback, dann fühlen sie sich persönlich angegriffen und verteidigen ihre Entscheidungen vehement. Meist versuchen sie mir dann zu beweisen, dass ich ja keine Ahnung von ihrer jeweiligen Profession hätte, ich wäre ja kein Steuerberater, Entwickler oder Chef in ihrer Firma deshalb kann ich das nicht ver- oder beurteilen und schon gar nicht kritisieren.

Mansche Menschen identifizieren sich zum Beispiel über ihre Hobbies, andere über ihre Familie, andere über ihr Frau oder Mann sein. Manche identifizieren sich nur mit ihren Erfolgen in der Vergangenheit und vergessen das jetzt. Andere leben nur für die Zukunft und leiden unter dem Jetzt.

Hah! Ich nenn das mal Besitz/Verlust Motivation , als viertes Paar. Ich zum Beispiel, bin eigentlich ein klassischer Weg-Von-Mensch, ich renne weg von Schmerz, Angst, Ablehnung und Verlust. Wenn ich davon nicht bedroht werde, bin ich normalerweise nicht motiviert, faul, mache nichts. Ich habe dann ein Verhalten entwickelt, das ich auch Selbstsabotage nenne, mit dem ich mir ein entsprechendes “schlechtes” Umfeld erzeuge, einfach um motiviert zu bleiben.

Aber wie ist das denn jetzt mit der Dynamisierung des Verhaltens? Ach ja klar, darum ging es hier ja. Also, all die Konzepte, die ich eben beschrieben habe, zeigen ja leider keinen Weg zu einem glücklicheren und schöneren, erfüllterem Leben. Sie erzeugen im besten Fall eine Erkenntnis oder Einsicht in bislang unbewusste Prozesse.

Der Schlüssel zur Veränderung von wiederholt unangenehmen Erfahrungen, Misserfolgen oder Fehlern liegt ausschliesslich in der Dynamisierung des eigenen Verhaltens, in der Flexibilisierung unserer eigenen Muster und Gewohnheiten. Wenn wir merken, dass wir Angst, Ärger, Schmerz, Leid erfahren … dann reagieren wir sehr oft sehr eindimensional, berechenbar.

Vielleicht noch ein Beispiel: Angstvertrieb. Es wird oft Werbung erstellt, um bei uns Ängste auszulösen, meist vor einer beliebigen Bedrohung: Jobverlust, Haus brennt ab, Krankheit, Unfall. Und zufällig hat der Werbetreibende, der die Angst bei uns erzeugt, ein Gegenmittel, vielleicht gar Versicherungen parat.

Nur gehen diese Ursachen der Ängste -also die Gefahren- ja mit Abschluss einer Versicherung nicht weg, sondern sie bleiben bestehen. Auch wenn man alle Versicherungen hat und alle mit dem RundumSorglosPacket und dem Europa Schutzbrief für alle Eventualitäten zusammen. Das Haus ist nicht besser gesichert, man ist nicht besser im Job, man wird nicht nicht krank, man verhindert durch eine Versicherung nicht einen einzigen Unfall, man mildert nur die Folgen ab.

So ähnlich ist es mit all unseren Ängsten, Ärger, Schmerz und Leid und genauso natürlich mit all unseren Träumen, Wünschen, Zielen und Idealen. Auch dabei reagieren wir sehr oft berechenbar, wir sind wie im Autopilot. Wir vergleichen uns vielleicht oder suchen noch nach Abkürzungen. Aber meist begründen wir uns nur, warum das Leben so ist, wie es ist und dass man mal müsste, könnte, sollte.

Aber wie ist das denn jetzt mit der Dynamisierung des Verhaltens? Stimmt, darum ging es hier. Stellt Euch mal vor, wir würden nun anfangen, unsere üblichen Reaktionen auf unsere Ängste zu flexibilisieren. Vielleicht merken wir dann, dass unsere Angst genau so ein flüchtiges Gefühl ist, wie unser Glück. Wir können unsere Ängste oder die Suche nach Glück unser Leben bestimmen und kontrollieren lassen oder wir entscheiden uns anders. Wir können uns die Ursachen und die Wirkungen dieser Gefühle mal genauer anzuschauen. Allein dadurch gewinnen wir eine enorme Zahl an Möglichkeiten, unser eigenes Leben selbst zu gestalten.

Die Buddhisten nennen das Loslassen. Wir können unsere Ängste loslassen, wir können das wirklich tun. Wir können unseren Traum vom Lottogewinn loslassen, ja wir können das!

Eine Warnung: Diejenigen, die bisher unsere Knöpfe gedrückt haben und von unseren immer gleichen Reaktionen ihren Lebensunterhalt bestritten haben, die können richtig sauer auf uns werden, wenn das plötzlich nicht mehr funktioniert.

Wir können uns aus Angst vor Krebs die Brüste amputieren lassen oder alle Versicherungen kündigen. Es ist immer nur unsere eigene Entscheidung, es ist unser eigenes Leben. Nur wir haben es selbst in der Hand!

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Wünsch Euch einen klareren Tag!

Darüber, wie das mit der Extra Meile gemeint ist…

Berlin, 6:18, Tag 585

Heute Nacht wollte ich mir meine Träume merken. Und nun habe ich keine Erinnerung mehr daran, nicht mal ein Gefühl von Traum ist noch da.

Gestern bekam ich einen neuen Monitor fürs Büro unten, damit ich dort nicht immer nur am Laptop sitzen muss. Und ich habe ein Macbook Air, den mit einem MagSafe 2 Anschluss. Die alten Netzteile passen hier nicht mehr.

photo 1 Als ich den Monitor auspackte, bemerkte ich den alten Anschluss fürs Laptop und war -gelinde gesagt- enttäuscht. Der Adapter kostet 10€ und ich ärgerte mich kurz, dass ich vergessen hatte ihn zu bestellen. Und dann ärgerte ich mich kurz, dass Apple keine Hinweis gibt, dass man den extra bestellen muss. Dann ärgerte ich mich kurz, dass Apple überhaupt den Standard für seine Netzteile verändert hat. Und dann schaute ich mir das Handbuch des Monitors an. Zum ersten Mal in meinem Leben. Und dann die Garantieerklärung. Auch das eine Premiere.

Hinter der Garantieerklärung, dort wo bei anderen Monitoren immer die Treiber CD liegt, genau dort lag eine kleine Pappe mit einem MagSafe Adapter. Die haben an mich gedacht? Und packen den Adapter einfach dazu? Egal ob ich ein neues oder altes Laptop habe? Nicht schlecht!

Dann bin ich nach Feierabend noch mal los geradelt. Es war kurz vor 7. Ich wollte Grünen Tee in Schöneberg kaufen, dort kenne ich einen Tee Laden, war schon ein paar mal dort. Ich mag den Laden irgendwie. Etwas ahnte in mir, dass ich mich beeilen musste. 1 Minute nach 7 kam ich dort an. Schloss mein Fahrrad in Ruhe an, öffnete die Tür, bin rein.

Dort stand eine Frau mit Kinderwagen am Tresen und schaute mich interessiert an. Ich bin kurz in den Raum mit dem Teereagal, vergewisserte mich, dass mein Tee noch an der richtigen Stelle lag und wartete auf den Verkäufer. Nach einer Minute kam auch jemand und schaute mich interessiert an.

Auf mein: Guten Abend, sie haben doch noch geöffnet, oder? kam ein bedauerliches “Nein, leider, seit (kurzer Blick auf die Uhr) einer Minute haben wir geschlossen.”. Damit schaute er mich erwartungsfroh an, neben ihm die Frau mit dem Kinderwagen schaute mich ebenfalls an. Ich fühlte mich kurz wie ein Einbrecher, zumindest war klar, dass ich störte. Nach einer Millisekunde des Nachdenkens, habe ich “Na dann, schönen Feierabend” gesagt und bin zurück auf die Strasse an mein Fahrrad.

Dabei ärgerte ich mich kurz, dass ich so knapp zu spät gekommen bin. Dann ärgerte ich mich kurz, dass ich zu spät los bin. Dann ärgerte ich mich kurz, dass ich diesen Umweg für Ingress gemacht habe, sonst hätte ich es geschafft. Und dann ärgerte ich mich über den Typen, der mich nicht mal fragt, was ich will. Und dann ärgerte ich mich über den stationären Handel im Allgemeinen.

Nach ein paar kräftigen Tritten, blieb nur noch ein leichtes Bedauern übrig. Schade, der letzte Grund, meinen Tee in diesem Laden zu kaufen, ist soeben verschwunden. Was hätte es ihn gekostet, mich zu fragen, was ich denn haben möchte? Was hätte es ihn gekostet, erst nach mir die Tür abzuschliessen? Eine Ausnahme zu machen, ist doch nur eine kleine Mühe.

Die Amis nennen so etwas: die Extra Meile gehen. Und das ist, was Apple hier vormacht. Diese kleine Geste des Mitdenkens und der Grosszügigkeit, einem überteuerten Monitor einen Pfennigartikel beilegen und mich damit positiv zu überraschen. Irgendwie herauszuragen und zu zeigen, dass man etwas besonderes ist, dass man sich Gedanken gemacht hat, dass man achtsam und aufmerksam ist.

Wie man sich fühlt, bei jemandem zu kaufen, der die Extra Meile nicht gehen möchte, das hat mir gestern der Teeladen gezeigt.

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Wünsch Euch einen tollen Dienstag!

 

Über meine grossartige Fähigkeit, mich selbst perfekt zu veräppeln…

Berlin, 6:35, Tag 584

Heute Nacht hab ich wieder so toll geträumt, dass ich mir morgen wieder -ganz bestimmt- Notizen mache. Der Himmel ist klar und wolkenlos heute morgen. Es ist etwas kälter als in den vergangenen Tagen. Ja stimmt: 4° zeigt mir das iPhone.

Vorhin bei der Morgenmeditation kam das Thema Selbstsabotage hoch. Eigentlich ein Thema, wie gemacht für Montage. Eigentlich ein schweres, eher depressives Thema, bei dem eine eigentlich ganz praktische Selbstreflexion, schnell in Jammerei kippen kann. Eigentlich ein Thema, bei dem man das ursächliche Energiedefizit schon beim Lesen spüren kann. Eigentlich hat man dann gar keine Lust mehr, weiter zu lesen.

Sabotage ist die dunkle Seite der Reflexion. Man erkennt seine Muster. Ich bin zum Beispiel der Überzeugung, dass ich vor allem nach Abschieden erst mal allein sein muss. Ich stell das Telefon dann lautlos, ignoriere sogar den Muttertag und daddel vor mich hin. Am liebsten habe ich dann Buch, Zeitschrift, Fernseher und Laptop in Benutzung, abwechselnd immer zwei gleichzeitig. Den Titel Selbstsabotage bekommt solch ein Verhalten von mir deshalb, weil es wohl grade passt. Weil ich mich grad nicht so super finde und das deshalb so nenne. Andere machen sich da sicher keinen Kopp drum und sagen einfach: ich brauchte mal ein wenig Ruhe, ich hatte einen super erholsamen Sonntag, endlich mal wieder in Ruhe: lesen, fernsehen, daddeln.

Es ist wohl wieder die Intention, die den alles entscheidenden Unterschied macht. Reflektion deckt die unbewussten, verborgenen Motive auf. Holt sie aus der dunklen Tiefe an die helle Oberfläche, an der wir ihrer erst gewahr werden. Mir gefällt mindesten in der Hälfte der Fälle meine Intention nicht. Ich spüre, dass sie eher negativ ist, dass es ein Ausweichen, ein Nicht Hinschauen, ein Erkennen-aber-noch-nicht-Handeln dahinter steckt. Aber Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Das Erkennen solcher Muster ermöglicht Entwicklung, Veränderung.

Eine einfache Lösung aus solchen Gedanken, eine Hilfe bei solchen Entscheidungen, ein Ausweg aus diesen Wertungen ist bei mir immer wieder eine winzige Entscheidungshilfe: verdiene ich es nicht besser? Das habe ich mal bei Yes or No von Spencer Johnson gelesen und fiel mir grade wieder ein. Allein die Erinnerung daran verhindert meine schlimmsten, früheren Selbstsabotageprogramme seit Jahren erfolgreich. Es ist wie beim Arzt, der sagt: es gibt gar keine gesunden Menschen, sondern nur nicht ausreichend diagnostizierte.

Es gibt eine andere Komponente: ich mache oft Zusagen zu Verabredungen ohne mir wirklich Gedanken zu machen, einfach weil es so ist. Wenn die Verabredung dann näher kommt, merke ich, dass ich keine Kraft, Energie, Lust auf den Termin habe. Und neben dem Saboteur gibt es noch so etwas wie den Revoluzzer in mir. Der benutzt oft die Verabredung mit anderen mir oft nahe stehenden Menschen dazu, gerade in diesem Moment die Weltrevolution auszurufen: ab heute wird alles anders, ich hab grad gar keine Zeit, denn ich selbst bin viel zu wichtig:

Denn ich muss doch unbedingt noch dies oder jenes machen, ganz dringend. Weil dann, wenn ich das gemacht habe, dann wird alles anders und besser werden. Ich muss endlich auch mal an mich denken und nicht immer nur für andere da sein! Also, nur noch dieses eine letzte Mal noch faulenzen, das habe ich mir doch verdient. Nur noch in letztes Mal noch nichts tun, die letzte Woche war doch wirklich anstrengend. Wann soll ich denn sonst das Buch fertig lesen? Und bestimmt versteht das jeder, der mich nur ein wenig kennt. Am Montag bin ich dann wieder fit und nur für Euch da!

Wobei ich grade bemerke, dass der Revoluzzer eher ein Anarchist ist, also jemand der gerne mal Regeln bricht, um sich zu vergewissern, dass die Beziehungen das doch wohl aushält. Und wenn nicht, dann kann es ja mit der Freundschaft nicht ganz so weit her gewesen sein. Aber seit mir diese Abläufe, Mechanismen klarer und bewusster werden, verlieren sie ihre Kraft und Macht über mich. Ich lächele dann manchmal über meine grossartige Fähigkeit, mich selbst perfekt zu veräppeln. Und dann starte ich eine positive Routine, eine von der ich weiss, dass sie positive Wirkung hat.

Zum Beispiel, atme ich dann einfach mal ganz bewusst tief ein und aus. Oder ich mach einen kleinen Spaziergang, bei dem ich meine Schritte zähle und sonst nichts. Oder ich räume auf, sortiere mich, meine Zettel, meine Todos, meine Mails, meine Fotos, also mich. Ich fang tatsächlich an, mich aufzuräumen, abzustauben, eine Inventur zu machen. und dann passiert etwas ganz wunderbares:

Die negative Stimmung, die Idee von Selbstsabotage verschwindet und selbst der Revoluzzer scheint zufrieden mit den täglichen kleinen Wundern, die um mich und mit mir passieren.

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Wünsch Euch einen wundervollen, achtsamen Start in die neue Woche…

Wie kriegt man eine Kirche voll?

Berlin, 7:06, Tag 583

Heute Nacht habe ich doch so schön geträumt. Und nur das weiss ich noch ganz genau. Wieder ist der Traum dem morgendlichen Vergessen anheim gefallen, als ob beim booten ein paar Speicherbänke überschrieben werden, um Platz zu schaffen für die Eindrücke des Tages.

Und wieder ein ruhiger, schöner Morgen, hier mein Sonnenaufgang genau um 5:20. Ich liebe diese frühe Zeit. Heute fliegen meine Mädels zurück. Es ist auch dadurch ein besonderer Tag. Wieder Abschied. Wieder bekommen grade die kleinen Gesten eine besondere Bedeutung. Wenn wir meinen, etwas im Überfluss zu haben, werden wir so oft unachtsam und schon nach kurzer Zeit setzen wir es voraus, wollen und können nicht mehr ohne.

Nächsten Freitag findet ein Benefizkonzert für Gando hier in der Auenkirche in Wilmersdorf statt. Ich glaube, es werden nicht viele kommen. Es fehlt etwas. Ich vermisse den Sog der Anstrengung, der Begeisterung, des gemeinsamen Erlebens. Manchmal stellt sich diese Gefühl von alleine ein, ganz natürlich.

Wir haben alles richtig gemacht, der Anlass auf dem Friedensforum im November, dann einen Flyer erstellt, einen Einleger, wichtige Verbündete gefunden, Pressemitteilungen verschickt, im Kirchenmagazin einen Eintrag, unseren Rotary Club aktiviert, alle Berliner Clubs informiert, sogar das Facebook Event habe ich promotet und knapp 7.000 Menschen haben das gesehen, behauptet Facebook zumindest.

Na vielleicht, ja hoffentlich täusche ich mich und die Kirche wird voll und wir bekommen einen schönen Batzen an Spenden zusammen für die weiterführende Schule in Gando in Burkina Faso. Es wird schon klappen. Die Unruhe, die Ungewissheit ist bestimmt normal und muss einfach sein. Ich bin bloss wieder zu kritisch mit uns, vor allem mit mir selbst. Aber ich sehe jede nicht geschriebene Mail, jeden nicht getätigten Anruf, jede verpasste Gelegenheit. Wenn man etwas mit ganzem Herzen, aus vollster Überzeugung macht, etwas, was unbedingt sein muss, stattfinden muss, dann entsteht der Sog, den ich heute so leicht vermisse.

Warum mache ich mir diese Gedanken eigentlich? Vermutlich will ich verstehen, wie man solche Veranstaltungen am besten organisiert und vermarktet. Macht man es über die Betroffenheitsnummer, zeigt Bilder der armen oder glücklichen Kinder? Oder über die Musik und betont, was für ein aussergewöhnliches, seltenes Erlebnis es ist, diese Musik in genau der Umgebung zu erleben? Oder macht man es über die Organisatoren und Veranstalter und verlässt sich darauf, dass sich deren Netzwerk aktivieren lässt? Vermutlich ist es ja eh eine Mischung aus allen drei Themen.

Nun bin ich extrem gespannt, was aus diesem Konzert nächsten Freitag werden wird. Ich hoffe natürlich, dass wir hier den Grundstein einer neuen Veranstaltungsreihe gelegt haben, dass die Kirche und unser Klingelbeutel voll wird… und wer von Euch Lust hat und in Berlin ist und nächsten Freitag bei toller Musik und dem guten Gehfühl zu helfen verbringen möchte, der sei herzlich eingeladen!

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Aber jetzt wünsch ich Euch erst mal einen grandiosen Sonntag!

Heute will ich nicht über @Ingress schreiben…

Berlin, 7:03, Tag 582

Heute Nach habe ich nicht geträumt. Jedenfalls ist keine Erinnerung daran übrig. Das ist selten geworden.

Da in den letzten 20 Minuten kein wirkliches Thema hoch kam und ich nicht darüber schreiben möchte, dass Sascha Lobo auch Ingress spielt, wie er am Montag auf der re:publica berichtet hat. Natürlich hab ich dann gestern bei einer Fahrt durch die Stadt an der Eastside Gallery eine kleine Farm von ihm entdeckt, die ich spontan zerlegen musste.

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Berlin ist für Ingress Spieler fast zu leicht, es gibt so viele Portale, dass man die Qual der Wahl des Engagements hat. Allein gestern habe ich 100k Punkte sammeln können, was einem sechstel des Level Aufstiegs von 600k von Level7 auf 1.2m zum Level8 entspricht. Aber ich wollt ja gar nicht darüber schreiben, welches Spiel ich grad wirklich sehr mag und mich viel bewege, mein Bauch schmilzt und ich richtig Farbe im Gesicht und den Armen hab…

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Wünsch Euch ein grossartiges Wochenende!

 

Was hast Du für Hobbies?

Berlin, 7:21, Tag 581

Heute Nacht hab ich so schön geträumt und es leider beim zeitigen Aufstehen vergessen. Ohne Notizen kann ich noch so fest vornehmen, es nicht zu vergessen. Da haste keine Chance.

Gestern wurde ich gefragt, was ich denn für Hobbies hätte.

Jetzt erinnert mich die Frage an die paar Bewerbungen, die ich geschrieben und die vielen, die ich gelesen habe. Dort stand bei mir: Lesen, Reisen, Fotografieren, Zen, Autos oder so was in der Art. Aber ich gestern die erste Nachfrage bekam, bemerkte ich, dass ich mich mit diesen Etiketten überhaupt nicht wohl fühle. Ich hätte fast gesagt: ich habe keine Hobbies, so wie Du es vielleicht meinst. Statt dessen sagte ich irgendwas von Autos und wir hatten eine kurze Männerunterhaltung darüber, welche Autos wir toll finden. Denn…

Lesen? Klar, lese ich viel und gern. Ich mag gute Bücher, habe noch viele Bücher, mein Kindle, das viele Lesen hier im Netz, aber mein Hobby?

Reisen? Klar, reise ich viel und gern. Ich mag fremde Städte, fremde Länder und Kulturen. Kriege ab und zu Fernweh und habe auch Respekt und Unsicherheit in fremden Umgebungen. Ich liebe es, durch diese Unsicherheit aus meiner Komfortzone zu rutschen. Aber wirklich mitreden kann ich nicht, war ja noch nicht mal in Asien oder Südamerika und schon gar keine Weltreise gemacht.

Fotografieren? Klar, fotografiere ich viel und gern. Das ist vielleicht das einzige Hobby, das ich so nennen würde. Seit ich 14 bin erinnere ich mich daran, eine Kamera zu haben und das Machen von Fotos toll zu finden. Aber so ernst nehme ich das nun auch nicht mehr. Mein Hobby, nein! Das hat Grenzen, ich gehe ja nicht komplett darin auf, auch wenn ich seit Jahren jeden Tag bestimmt über 10 Fotos mache.

Zen? Klar, meditiere ich viel und gern. Das ist aber irgendwie kein Hobby. Ich schreib ja auch nicht, dass ich dein Warmduscher bin oder ein Esser, obwohl ich beides täglich mit grosser Freude mache und geniesse. Und Zen im Dojo oder Kloster? Kann ich nicht mitreden, habe ich noch nicht mitgemacht und das eine mal, dass ich in einem Zen Zentrum war, eher abschreckend, denn einladend.

Autos? Klar, fahre ich viel und gern. Auch das ist irgendwie kein Hobby, obwohl wir ja gestern dabei hängen geblieben sind. Obwohl ich da nicht mitreden kann, weil ich seit 13 Jahren das gleiche tolle Auto fahre und das nicht dem Cliché Hobby enstpricht. Ich sollte x Autos in der Garage haben und ständig daran rumschrauben, zumindest würde ich das denken, wenn mir jemand erzählt, dass Autos sein Hobby seien. Dabei fahre ich wirklich sehr gerne, fast leidenschaftlich Auto. Dazu spiele ich ja auch gerne viele Autorennspiele. Bin ja sogar lizensierter Busfahrer, habe einen LKW Führerschein. Aber Auto als Hobby? So, Autorennsport in echt? Kann ich nicht mitreden, war erst bei einem Rennen dabei vor 20 Jahren.

Also ist mir gestern wohl eher das Etikett Hobby, und was es in unserer Gesellschaft bedeutet, aufgestossen. Dass mir solch ein Small Talk, je mehr ich reflektiere, je mehr ich aufwache, um so schwerer fällt. Zu sehr bin ich es gewohnt, solche losen, oberflächlichen Gespräche über -zum Beispiel- meine Hobbies oder das Wetter oder Fussball oder die Finanzkrise oder über Apple vs Android oder oder oder zu führen. Das, was ständig an Geblubber durch die sogenannten Medien zu uns kommt, ist meist genau solch ein loses, oberflächliches Gequatsche über irgendwas. Dabei ist völlig egal, was besprochen wird. Das Ritual an sich ist wichtig. Es erzeugt Beziehungspunkte, schafft vielleicht eine gemeinsame Basis, des Einschätzen und Vertrauen könnens. Aber ich glaube, dazu gibt noch viele andere Wege…

Das nächste Mal werd ich sagen, dass ich keine Hobbies habe!

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Wünsch Euch einen tollen Mon… ähm Freitag!

Meine Eindrücke von einem Nachmittag re:publica 2013

Berlin, 7:35, Tag 580

Heute Nacht habe ich meine Träume vergessen. Schön waren sie, das weiss ich noch, der Rest ist reine Spekulation.

Gestern habe ich es doch tatsächlich noch zur re:publica geschafft. Nachdem ich schon Sascha Lobo und auch Kathrin Passig verpasst habe, so wollte ich wenigstens Felix Schwenzel und Cory Doctorow sehen. Es hat sich gelohnt!

Felix hat zwar in der Zeit jetzt den Spitznamen Klassenclown abbekommen, aber das macht mir seine Art zu Denken und Vorzutragen fast noch sympathischer. Zumal in dem Text der Zeit imho etwas Neid durchklingt.

Nachdem er einige viele Referenzen an einen etwas verunglückten Vortrag von Sascha einbaute, habe ich mir gestern Abend diesen auch noch angeschaut, ach der Arme! Auch hier, zwei seiner Zukunftsthesen mag ich nach wie vor: Augumented Reality, das ich lieber Location Aware Apps nenne und Quantified Self, für das ich keinen besseren Namen habe, sehe ich auch als die nächsten grossen Massentrends. Ingress spiele ich seit fast zwei Monaten genau so leidenschaftlich, wie ich seit fast zwei Jahren versuche, so viele meiner Bewegungsdaten wie möglich aufzuzeichnen.

Zurück zu Felix, dem die Angstmacher ebenso gehörig auf die Nerven gehen wie mir. Und genau so geht mir grade das undifferenzierte Eindreschen auf die Drosselkom auf die Nerven. Seine Argumentation und seinen trockenen Humor habe ich auf der letzten re:publica das erste Mal live erlebt. Und ich mag das wirklich sehr, aber schaut selbst, was ich meine:

Und dann kam Cory Doctorow, dessen Buch Backup ich irgendwann mal vor Jahren von Ali empfohlen bekommen habe, noch bevor er durch seinen Blog BoingBoing später wieder in mein Blickfeld geriet. Seinen Aktivismus mag ich auch! Es war etwas schwierig, der Argumentation zu folgen. Seine Beispiele gegen DRM aber waren absolut grossartig und einleuchtend. Ich sehe es allerdings so wie Felix, dass zu viel Pathos da nicht helfen wird, einfach weil es mir nicht liegt und ich genau diesen Pathos an den Befürwortern von DRM Systemen/Leistungsschutzrecht/etc. nicht mag.

Er hat auch eine klare Meinung zu den Telekoms dieser Welt, die von uns/der Allgemeinheit bezahlt, noch als Staatskonzerne das Kupfer in der Erde verbuddelt haben, jetzt aber nur noch im Interesse ihrer Shareholder agieren. Vielleicht ist das ein Argument, welches Frau Merkel überzeugt, sich die Kontrolle zurück zu holen und sich nicht in Bälde von den Telekoms vor sich her treiben zu lassen, wie sie sich seit 2008 von den Banken treiben lässt.

Mich hat Cory jedenfalls einfach überzeugt, auch wenn er folienlos abgelesen hat und es damit allein der Vortragsstil etwas Mühe vom Publikum verlangte. Auch hier schaut selbst:

Ich bin dann nach zwei Runden übers Gelände einfach wieder abgehauen. Ich wusste von einigen Bekannten, die auch da waren, hatte aber einfach keine Lust auf Smalltalk. Die üblichen deutschen Bloggerpromis sassen natürlich prominent ins Gespräch vertieft überall rum. Andere liessen sich interviewen oder fotografieren, selbst Kathrin Göhring-Eckhart liess sich das mal alles zeigen und wollte ein Foto mit Sascha Lobo.

Hier noch zwei fotografische Eindrücke. Einmal Cory auf der Hauptbühne.

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Und dann ein Blick ins Publikum der Hauptbühne, da sieht man, dass das schon eine Riesenveranstaltung geworden ist.

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Und mit meinem Sonnenaufgangsschnappschuss verabschiede ich mich in den Feiertag!

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Geniesst den Sonnenschein!

 

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