Meine Rede zum Sommerfest

Noch Berlin, 8:55, Tag 616

Heute Nacht, oje, ich erinner’ mich nicht mehr! Eine kurze Nacht, wegen unserem 6. mtc Sommerfest: was für eine Sause, sehr schön, sehr entspannt, viele liebe Menschen kamen zusammen, um zu feiern.

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Hier nun, nach 2012 und 2011 auch in diesem Jahr, meine Grundsatzrede gedruckt für Euch:

Herzlich Willkommen liebe Gäste, liebe Freunde, liebe Kollegen, Kunden und Partner, meine lieben Eltern.

Mein Name ist Arne und im Namen von meinem Partner Gunnar und mir, möchte ich euch ganz herzlich zu unserem 6. Sommerfest begrüßen.

Manchmal macht Technologie auch Probleme: ich hatte vorhin das Problem, dass unsere Drucker schon abgebaut waren und ich meine Rede nicht mehr ausdrucken konnte. Aber zum Glück hab ich dieses iPad, diese neue Technologie löst dieses Problem und ich muss nicht mit dem Laptop hier stehen.

Am Montag hatten wir hier 6 Studenten aus Deutschland, Australien, Indien und den USA zu Besuch.

Ich hab uns und mich vorgestellt, präsentiert und erklärt, **was** wir machen und **wie** wir arbeiten.

Angefangen mit der Rationsberechnung in der LPG von Daddy 88, über das Wechselgeschäft in der Sparkasse 92 über Lotus Notes in der Softwareentwicklung 97. Von Planet One, über Tacson und Taskoutsourcing zur Web Agentur, von PatProd über DEPAROM zu Open Patent Data.

Dann kamen ihre Fragen:

1. Warum offene Plattform, offene Daten? Kann da nicht alles vom Wettbewerb kopiert werden?

2. Welche Werkzeuge, Tools, Sprachen benutzen wir? Bekanntes, bewährtes oder auch ganz neue Sachen?

3. Was kommt morgen? Was machen, bauen wir im nächsten Jahr?

Ich hab erklärt, **was** wir machen, **wie** wir es machen, was sich geändert hat, was unsere Ziele sind und wie modern wir heute schon arbeiten.

Aber irgend jemand macht das, was wir machen, immer schon.

Und immer gibt es neue Tools und Technologien, die noch mehr als die Alten können, die wieder besser sind.

Und seien wir ehrlich, niemand kann wirklich wissen, was morgen kommt.

Ich hab gemerkt, dass wir uns im **was** und **wie** nicht wirklich gross unterscheiden: Deutsche, Australier, Inder oder Amis und wir.

Was uns unterscheidet, ist etwas anderes. Was mich antreibt, ist etwas anderes.

Mir ist dabei wieder sehr klar geworden, was das ist:
Ich suche immer nach einem Problem um mich herum, dass ich mit Informationstechnologie, die ich woanders gesehen habe, lösen kann. Ich suche danach, wie ich mit neuen Technologien etwas Bestehendes verbessern kann, wie ich es einfacher machen kann.

Die Technologien und die Werkzeuge ändern und entwickeln sich über die Jahre, aber dass man sie nutzen kann, um Probleme zu lösen, das bleibt gleich.

Aber mit welchem Ziel lösen wir die Probleme?

Auf die Antwort zu dieser Frage hat mich Gunnar ebenfalls am letzten Montag in unserer Teamleitersitzung gebracht.

Ich dachte bisher immer, dass faule Entwickler die besten Entwickler sind. Sie bemühen sich um fehlerarmen Code, weil sie zu faul sind, da später wieder ran zu müssen.

Aber dabei geht es ja wieder nur um das **was** und das **wie**. Denn, das was faule Entwickler von guten Entwicklern unterscheidet, ist etwas anderes.

Gunnar sagte so nebenbei, als er von einer Verhandlung in Merseburg berichtete, dass er bei der Weiterentwicklung und bei der Wartung von Software immer darauf achtet, den Wert der Software zu erhöhen. Und mir wurde klar, als ich ihn das sagen hörte: genau diese Einstellung unterscheidet ihn und uns von anderen.

Wir können mit IT Probleme lösen, und die Welt, die uns konkret umgibt, so zum Besseren verändern.

Und wir können mit allem, was wir Tun oder Programmieren, den Wert dieser Problemlösung, der Software steigern, bei uns selbst und bei unseren Kunden.

Und deshalb steht das Moving in MTC für Freiheit: für genau diese Veränderung, für Bewegung, für den Wandel und Risiko und Mut.

Deshalb steht das Targets in MTC für Entwickung: für Sinn, Zweck, für unsere Ziele und die Zukunft.

Und deshalb steht das Consulting in MTC für Miteinander: für Beziehung, für Helfen, Beraten, gemeinsam als Team.

Denn nicht im **Was** und **Wie** unterscheiden wir uns von anderen, sondern nur: **Warum** man etwas macht. Das **Warum** erzeugt den alles entscheidenden Unterschied!

Warum gibt es uns? Um Probleme zu lösen und Werte zu schaffen! Das bedeutet Moving Targets Consulting!

So, nun geht es aber heute Abend nicht weiter ums **Warum**, sondern jetzt geht’s nur noch darum, einen schönen Sommerabend zusammen zu haben und zu feiern.

Und das ist heute nur möglich, weil wir ein so tolles Team haben: Danke vor allem bei Udo, der heute hier alles super organisiert hat, aber auch beim Backoffice, bei Ira und vor allem Sabrina, die alles ausgewählt und bestellt und so stark unterstützt haben.

Danke bei denen, die heute für uns Arbeiten müssen: beim Team von Monopol, die uns so grossartig kulinarisch und mit bestem Service verwöhnen.

Und danke auch bei allen die heute und am Montag wieder mit helfen und die ich jetzt nicht aufgezählt habe!

Vielen Dank, viel Spass bei der Party und:

**das Buffet eröffnet!**

Vier Bilder meines Morgens…

Istanbul, 7:38, Tag 511

Schon wieder ein Vortrag heute Nacht, ich sollte um 9 anfangen, hatte meine Slides noch nicht fertig, arbeitete aber hektisch an einer Grafik, ich liess mich ablenken, quatschte rum, es wurde halb 11 und ich war immer noch nicht dran und wachte auf…

So, es ist schon wieder passiert. Jetzt ist es hier um 2 und ich hab immer noch nicht getagebuchmeditiert. Dafür wieder viel gedacht, gelesen, gemacht und geschrieben. Und ein paar wenige Bilder habe ich auch noch gemacht. Sitze mal wieder im TheHouseCafe hier in Ortaköy, ganz nett, heute etwas lauter. Hier wird zusätzlich auch grad umgebaut.

Heute fang ich wirklich kein neues Thema mehr an, sondern wünsch Euch einfach nur einen grandiosen Tag voller Ehrlichkeit und Mut!

Der Sonnenaufgang in Gayrettepe hinter Wolken...

Der Sonnenaufgang in Gayrettepe hinter Wolken…

Begrüßung durch den Bosphorus...

Begrüßung durch den Bosphorus…

TheHouseCafe ist einfach ein schöner Platz...

TheHouseCafe ist einfach ein schöner Platz…

...zum Kaffee trinken und arbeiten!

…zum Kaffee trinken und arbeiten!

Nun bin ich ein TEDx Speaker… yeah!

Berlin, 8:40, 501

Nach dem gestrigen Tag bin nach Hause, ins Bett und habe von einer Flucht in drei roten Autos geträumt, wir sind durch Nürnberg gefahren und über einem Platz durch einem riesigen, befahrbaren Keksstempel. Später auf der Landstrasse schau ich auf die Uhr und kriege einen Schock. Es ist schon um 11 und ich habe, ohne Bescheid zu geben, unser Daily Scrum um 10 verpasst. Mit dem schlechtem Gewissen bin ich aufgewacht und hab doch gleich gelächelt über mich…

Der fünfhundertste Tag meiner Tagebuchchallenge war ein ganz besonderer Höhepunkt, der ganze Tag ein einziger Rausch, ein Flow, ein Fliegen und Vibrieren. Schön wars! Sehr inspirierend, wie bei allen TED(x) Talks, die ich bisher gesehen habe.

Herr Krueger at TEDxESCP (Photo Credit: Anthony Owen)

Herr Krueger at TEDxESCP (Photo Credit: Anthony Owen)

 

Hab mich gestern Morgen kurz mal gefühlt, wie bei beim Recall von Deutschland sucht den Superstar mit dem Endziel eines ‘echten’ TEDtalks als Finale (also das ohne x). Es kam die Aufregung, die Anspannung und später am Nachmittag dann die Tunnelfahrt mit meinem Auftritt am Ende des Tunnels ca halb 6.

Ich hab von den anderen TEDtalks nicht ganz so viel mit bekommen, eben weil ich der drittletzte und somit nicht ganz so mitgehen, nicht ganz so empathisch wie sonst sein konnte. Ausgenommen, die Talks meiner beiden Bekannten, Anthony und Brittany, mit denen ich aber mehr mit gezittert habe vor Aufregung, als dass ich ihren Worten gross folgen konnte.

 

Aber, wie war es denn nun genau? Hier mein Bericht:

Vorher natürlich sehr aufgeregt, ich hatte ja nur meine Slides im Zen style, also ohne Bilder, ohne Farben, jeweils nur ein bis drei Worte drauf und wollte frei dazu sprechen.

In mehreren Iterationen hatte ich in der letzten Woche erst eine Predigt geschrieben und dann aber daraus ausführliche Stichworte, teilweise vollständige Sätze gemacht und mehrfach einer kleine Gruppe Freunden für Feedback gezeigt.

Das hatte ich dann immer mal abends im Bett geübt, laut vorgelesen, zweimal auch vorm Spiegel vorgetragen und jeweils mit dem iPhone aufgezeichnet und immer wieder verändert, verfeinert. Mein besonderer Dank gilt dabei Antje und Tim, die mir mit Ihrem ausführlichen Feedback wirklich sehr geholfen haben und natürlich an Tony fürs geniale Coaching und genau so an alle anderen für die aufmunternden, motivieren Mails und SMSe.

Gestern morgen habe ich ein letztes Mal laut vorgelesen und bin natürlich verzweifelt, weil es so gar nicht rund lief, wie vermutlich jede Generalprobe. Dann habe ich mich hingesetzt, kurz bevor ich los bin, und habe die ausführlichen Sätze auf einige wenige Stichworte je Slide gekürzt. Das wollte ich eigentlich noch auf Karteikarten übertragen oder im iPhone als Fallback auf der Bühne dabei haben.

Die wenigen Stichworte habe ich mit den ganzen Tag immer wieder ganz ruhig durchgelesen, um sie auswendig zu lernen. Bin dazu mehrfach durch die langen Flure des ESCP Campus gelaufen und hab mir ruhige Ecken gesucht. Die TEDtalks sind nur max 15 min, so dass ich über den Tag verteilt bestimmt fünf oder sechs weitere Durchläufe geübt habe.

Dazwischen habe ich auch immer wieder kurz meditiert, also ganz bewusst mehrere Minuten lang meine Atemzüge gezählt, um meinen Kopf zu leeren und meinen Gedankenstrom anzuhalten. Darauf hoffend, dass er nach dem Leeren nicht leer bleiben würde und kräftiger wieder anspringen würde, was ja auch meist so passiert.

In der letzten Pause dann, 20 min vor dem Start der letzten, meiner Session habe ich bemerkt, dass es die Möglichkeit gab, meine kurzen Stichworte neben die Uhrzeit auf den Speakermonitor eingeblendet zu bekommen. So konnte ich auf mein iPhone in der Hand verzichten, das wäre eh nicht gegangen, da ich ein  Handmikro in der linken und die Fernbedienung für die Slides in der rechten Hand halten musste.

Als das alles geschafft war, habe ich mich auf den hot seat -den heissen Stuhl- des nächsten Sprechers gesetzt und versucht, mich irgendwie zu konzentrieren und die Spannung auszuhalten und aufrecht zu erhalten. Dann wurde ich anmoderiert und bin hoch und hab einfach abgeliefert.

Ich erinnere mich nur noch an wenige Fetzen von der Bühne.

Dann hab ich meinen Beifall bekommen. Tony hatte mir gesagt: wenn Du fertig bist, bleib stehen und halte den Beifall aus, nicht flüchten. Das hab ich gemacht und der Beifall wurde mehr, ein paar sind sogar aufgestanden. Das war unglaublich toll…

Dann bin ich runter geschwebt, hab mich wieder hingesetzt und hab es nachklingen, ausschwingen lassen in mir. Das schwang alles noch bis um 9. Einige sprachen mich an fühlten sich mit mir verbunden, obwohl wir uns nicht kannten.

Ich habe auch bemerkt, wie andere mir ausgewichen sind, weil ich ja über Offenheit, auch dem Scheitern gegenüber gesprochen habe und das einfach ein mit Scham besetztes Thema ist, über das eben nicht oft und nicht gerne öffentlich gesprochen wird.

Gestern ist gestern! Und heute schneit es…

Berlin, 8:17, Tag 423

Heute Nacht habe davon geträumt, dass ein Freund wollte von mir, dass ich ihm einen Nebenjob genehmige, der das Ende unserer Zusammenarbeit bedeutet hätte. Ich wollte ‘kündigen’, um es zu verhindern. Es gab keine Klärung. Wenig später berichtete Thomas, wie er ruhig geworden sei: Du musst heraus finden, was dein Ziel ist. Dann fahre ich wieder mal einen Berg hoch. Mit meinen Mädels in einem Taxi, der Fahrer auf der Beifahrerseite, uns stoppt ein Riesenkraterloch mit ganz schmalem Rand, über den wir nicht kommen. Die Mädels lehnen sich schnell nach links, damit der Wagen nicht das Gleichgewicht verliert und den Hang runter rutscht. Der Fahrer und ich machen die Türen auf und tragen den Wagen am Dach haltend über einen und dann noch zwei weitere Krater bis nach oben. Ich schaue zurück und bemerke, dass der Wagen am Dach in einer Schiene eingehakt war, so dass wir ihn nicht getragen sondern nur gezogen haben… und wache auf.

Gestern morgen hatte ich zu Beginn meines Vortrages einen etwa 10minütigen Blackout vor etwa 40 Managern die in zwei Halbkreisen vor mir sassen. Ich hatte alles vergessen, was ich gelernt hatte, mein Kopf war voll mit allen Einleitungen von all meinen Vorträgen. Alles überlagerte sich und ich hab mich heillos in meinen Gedanken, Analogien und Geschichten verstrickt. Vermutlich habe ich bloss einen etwas konfusen Eindruck gemacht, aber innen tobte ein Sturm. Und irgendwann gab ich auf! Und dann fing mein Vortrag erst wirklich an.

Ich glaub, der war dann ganz gut, vermutlich sogar richtig gut, vielleicht mein Bester bisher, was die Klarheit und Eindringlichkeit der Argumente anging. Als ich raus bin, hab mich wie in Trance im Auto umgezogen und statt im Zug bin ich im Auto zurück nach Berlin, ich konnte und wollte keine Menschen sehen müssen, so beschämt war ich von mir und meinem offensichtlichen Versagen. Will mich hier aber gar nicht lange in diesem komischen Gefühl der Scham über den Blackout aufhalten.

Meine Lessons Learned:

1. Bei Übermotivation lieber weniger machen und nicht mehr.

2. Doppelvorträge am Abend und nächsten Morgen sind eigentlich ein zusammenhängender Vortrag, bei dem man zwischendurch kurz schlafen kann.

3. Bei Vorträgen, die halb 9 beginnen, eher halb als um 6 aufstehen, das bringt Ruhe, zumal eine Stunde mit dem Hinweg (eigentlich nur 20min, dann doch 40) und Aufbau (eigentlich 5 min, dann doch 20) drauf ging und das einfach Fokus kostet.

Es gäbe noch über zwei Themen mehr zu schreiben: mein Nicht Sehen Wollen des Stress der Anderen, wenn ich mich selbst in grossen Stress bringe und natürlich denke, dass mein Stress viel wichtiger ist. Und über die Eröffnung des Rotary Global Peace Forums mit über 1.500 Teilnehmer aus 45 Ländern hier in Berlin, bei denen unser Rotary Club den Marktplatz organisiert hat und dort heute Nachtmittag um 5 der Architekt, Stanford Professor, Aktivist und unser Nachbar Diébédo Francis Kéré seine Arbeit vorstellen wird.

Mit ein paar Bildern von gestern, verabschiede ich mich und renn rüber zur Konferenz…

Landstrasse im Spotlight...

Landstrasse im Spotlight…

Ein Hohenloher Dorf in der Vormittagssonne.

Ein Hohenloher Dorf in der Vormittagssonne.

Ganz tolles Licht über der Avus... etwa 15:00 Uhr gestern nachmittag.

Ganr tolles Licht über der Avus… etwa 15:00 Uhr gestern nachmittag.

Eröffnungszeremonie des Rotary Global Peace Forums in Berlin gestern Abend...

Eröffnungszeremonie des Rotary Global Peace Forums in Berlin gestern Abend…

Erster Schnee im Bergmannkiez mit riesengrossen Flocken...

Erster Schnee im Bergmannkiez mit riesengrossen Flocken…

…und wünsch Euch einen wunderbaren Start in den Dezember!

Willkommen in Stuttgart…

Stuttgart, 7:56, Tag 267 (noch 97 Tage)

Geträumt vom Gespräch mit einem Kunden. Sie bezahlen in Zukunft die Steuern für uns und wollen uns deshalb komplett übernehmen. Er ist falsch freundlich, wie immer. Das Argument stimmt sicher nicht, da ist was im Busch… Ich unterhalte mich mit anderen und fühle mich immer unwohler. An einem Ballon am Seil hängend gleite ich aus der Szene. Durch Gedanken zu steuernd, gleite ich zusammen mit G. dahin, über ein Feld, knapp an Pappelbäumen vorbei landen wir. Ein Parkhaus, der Eingang verschüttet, zugemüllt und das Treppenhaus so niedrig, dass ich es auf allen vieren krabbelnd frei räume. Auf halber Treppe kommt von unten ein gehetztes Reh und schaut mich aus grossen Augen an und stürzt sich todesmutig an mir vorbei ins Freie, es folgen ein Hirsch und ein Rehbock. Eine Geschäftsfrau erscheint die meine Fische füttern möchte und mich um Futter bittet. Ich schicke sie ins Dorf. Nach 10min Fussweg dort gibt es Poğaça (eine türkisches Brötchen). Ihr ist es zu weit und ich wache zu früh auf und fotografier den Sonnenaufgang vom Hotelzimmer aus…

Heute halte ich hier auf dem Tag der gewerblichen Schutzrechte den Schlussvortrag gegen halb 5. Ich bin nicht so aufgeregt, wie in Ilmenau und mache mir schon Sorgen, dass deshalb nachher die Anspannung fehlt. Klassische Selbstsabotage. Auch fühle ich mich schlecht vorbereitet, was wohl auch Quatsch ist, weil ich wohl keinen Vortrag in meinem Leben öfter gehalten, stärker variiert und weiterentwickelt habe, also mich nie intensiver mit den paar Slides auseinander gesetzt habe, wie mit diesen.

Den Fokus zu entwickeln, scheint schwierig heute. Das Programm richtet sich an ein reines Fachpublikum: Besichigungsverfügungen, White-Spot-Analysen, Änderungen im US-Patentrecht, Herausforderungen einer Patentabteilung, Verzahnung von F&E und Patentmanagement, optimaler Produktschutz, International schützen, national anmelden  und dann ich mit Was haben Soziale Netzwerke mit Patenten zu tun? Und meiner Standardantwort: noch nix, aber das wird sich ändern und genau deshalb stehe ich hier!

Wer hier ab und zu mitliest, der weiss, ich baue gerne individuelle Einleitungen zu meinen Vorträgen, die ich dann nicht halte, weil ich spontan doch was ganz anderes erzähle.

Diesmal habe ich für die Einleitung, seit Jahren mal wieder, zwei Tageszeitungen in die Hand genommen, die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten. Vielleicht weil ich heute ein konservatives, regionales Publikum erwarte. Wenn überhaupt jemand anders noch von der Konferenz twittert, bin ich überrascht!

Na, jedenfalls habe ich heute Morgen ganz schön viel mit irgendwie Bezug zu sozialen Netzen und digitalem Wandel gefunden:

Rette die Kassette! Günter Schlienz gründet ein Label für die guten alten Kassetten, aber “Die Vermarktung läuft über das Internet: Blogs und Labels haben die Funktion wie früher ein Plattenladen”. Stuttgarter Nachrichten, Stuttgart Flair, S. 24

Wer E-Mails sät, wird E-Mails erneten. Anitra Eggler verrät Regeln gegen das Sinnlos-Surfen, die Meeting-Malaria und die Präsentations-Pest und macht damit per Vortrag Werbung für ihr Buch. Stuttgarter Nachrichten, Stuttgart und Region, S. 18

Sandberg neben Zuckerberg. Ist nur ne kurze Meldung, aber mit einem riesigem fast halbseitigem Bild der schicken 42jährigen Marketingchefin von Facebook, die jetzt auch im Verwaltungsrat des Börsenneulings und mit knapp 1 Mrd Mitgliedern grössten sozialen Netzwerkes der Welt sitzen wird. Stuttgarter Nachrichten, Wirtschaft, S. 11

E-Akten ersetzen bald das Papier! Die Bundesagentur für Arbeit schafft ihre Papierakten ab. Ab 3. September soll es in Baden-Würtemberg soweit sein, dann sind 22,2 Millionen Kundenakten gescannt und digitalisiert. Täglich kommen in der BA 400k Dokumente hinzu. Stuttgarter Zeitung, Landespolitik, S. 5

Flirten oder Fernsehen? Neue Leute lernt man nicht mehr zufällig kennen. Mobile oder Online-Dienste bringen Fremde für gemeinsame Aktivitäten zusammen. In Deutschland machen Millionen mit. Stuttgarter Zeitung, Aus Aller Welt, S. 10.

Microsoft übernimmt soziales Netzwerk. Der Softwareriese kauft “Yammer” für 1,2 Mrd Dollar, Stuttgarter Zeitung, Wirtschaft S. 14

Das geballte Wissen der Stadt. Rund 128000 Medieneinheiten enthält die Rathausbibliothek, die 2009 bereits geschlossen werden sollte und knapp von den Gemeinderäten gerettet wurde. Nähere Infos: http://www.stuttgart.de/rathausbibliothek, Stuttgarter Zeitung, Stuttgart, S. 24

Zum Computerspiel und zurück. Über die Durchdringung moderner Medien, Teenager entwickeln aus Computerspielen Filme, der Archivar wird zum Animateur, Grenzen zwischen den Medien heben sich auf. All das wurde in einem zweitägigen Symposium der Merz-Akademie behandelt. Stuttgarter Zeitung, Medien, S. 34

 

Wenn auf der Konferenz so gar nichts gesagt werden sollte, was sich für eine Einleitung eignet, dann werd ich wohl die Zeitungsartikel hochhalten und so etwas sagen wie: Auch wenn sie nicht bei Facebook, Xing, LinkedIn, Twitter sind, das Thema findet sie auch so und ich erklär ihnen warum, sagen.

OK, jetzt registriere ich mich mal und verabschiede mich von Euch mit einem nun doch langsam aufgeregten Lächeln…

PS: eine Werbung in Form des Ortsschildes für diese Facebookseite hängt draussen am Schillersaal, dem Konferenzgebäude heute,  nicht schlecht, oder? ;-)

Meine Rede zum Sommerfest…

Berlin, 7:20, Tag 262

Hier meine gestrige Rede zu unserem 5. mtc Sommerfest. Eine Inspiration kam diesmal von Gunter Dueck, dessen Reden ich begeistert verfolge aber dessen Bücher ich nicht lese. Herzlichen Dank auch an ihn dafür!

meine rede zum 5. mtc-Sommerfest

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herzlich willkommen! ich begrüsse meine eltern, alle mtc kollegen, unseren dj aus wien, die incos aus gorzow, die bundesdruckerei und jouve.

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nur bayer schickt keinen, angeblich aus compliance gründen, dafür feiern wir auf ihren parties.

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herzliche grüße auch an alle anderen, die es nicht möglich machen konnten, zu kommen!

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ich nerve ab und zu meine freunde vor veranstaltungen und reden wie diesen und frage sie nach tips.

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sie sagen dann meist so etwas wie: es ist doch egal, was ich sage oder sage einfach kurz allen danke, das reicht doch.

oder berichte doch über ein paar highlights, wie taskoutsourcing oder die ausschreibung patprod oder über unsere forschungsprojekte aus dem letzten jahr

oder wiederhole doch einfach die rede vom letzten jahr, das merkt eh keiner.

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also mach ich, wie in letzter zeit sehr oft, mal was ganz anderes und neues für mich und halte eine grundsatzrede für mein team und ihr alle könnt dabei zuhören.

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heute morgen habe ich von einem ex-ibm’er gehört: die informationstechnologie industrialisiert die vermittlung/intermediäre. ich sag euch jetzt, was ich dabei gedacht habe.

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banken, da kommen wir her, vermitteln zwischen anlegern und kreditnehmern, versicherungen verbinden risikoträger mit kunden, apotheken verbinden pharmafirmen mit patienten, handel generell verbindet produzenten mit konsumenten.

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aber das internet, auf basis von informationstechnolgie, mit der wir uns richtig gut auskennen, verbindet alles miteinander. und zwar, ohne die alten vermittler zu fragen oder wirklich zu brauchen.

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und auch auf uns selbst trifft das zu.

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das internet wird dabei oft nur für sich selbst benutzt – also ala, dann machen wir jetzt auch einen webshop, online banking, eine datenbank, einen blog, eine facebookpage, einen twitteraccount.

dabei wird das internet nicht für die kunden benutzt, sondern es wird “nur” bestehendes vereinfacht, automatisiert, commodifiziert, gecrowdsourced, ausgenutzt, kostengesenkt, optimiert…

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und genau davon leben wir heute.

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denn genau das machen wir: wir vereinfachen, wir automatisieren, wir industrialisieren… und das können wir verdammt gut.

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unsere kunden machen diese projekte sehr oft nicht, weil sie lust drauf haben oder wenigestens spass dran hätten, sondern weil sie angst um ihr armes geschäft haben, angst um ihre karrieren, um ihren bonus, um ihren status.

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und genau so etwas regt mich unwahrscheinlich auf und gleichzeit auch -an!

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unsere heutigen kunden (wir selbst eingeschlossen) nutzen das internet nur, um uns selbst zu industrialisieren, manchmal bis zur aufgabe der eigenen identität.

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auf das wirklich neue, haben sie (noch) keine lust.

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sie wollen sich nicht kannibalisieren, sie wolles retten und bewahren: die musikbranche die cd, die filmbranche die dvd, verlage, druckerein die zeitung und das buch, aber auch banken und versicherungen ihre beratung, pharmafirmen ihr wissen um heilung und natürlich auch wir unser produkt deparom und -profil!

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alle denken, wir, die patentämter, die patentabteilungen, auch pharmafirmen, dass schon nichts passieren wird, dass es schon nicht so schlimm wird, dass sich vielleicht der hype um cloud, crowd, um soziale netzerke und social business sich bald wieder legen wird. bis zur rente wird es schon reichen. hoffentlich.

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und während wir auf der einen seite noch distanz zur konkurrenz, zu anderen software- und beratungsfirmen suchen, werden wir auf der anderen seite überholt von agilen netzwerken von freiberuflern und kleinen teams, die sich nicht mal mehr berater oder entwickler oder firma nennen möchten, weil es ihnen zu oldfashioned ist.

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sie sind all-in the cloud, publizieren ihren code in github, lassen die anwendungen auf heroku laufen.

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haben mail, durch facebook und reddit ersetzt. wenn sie nach berlin kommen, melden sie sich nicht mal mehr bei immoscout an, sondern buchen urlaubsunterkünfte bei freunden, bei airbnb oder couchsurfing. statt den immoteil der zeitung anzumarkern oder ins reisebüro oder bei deren lustlosen internet versuchen wie reise.de zu gehen, kriegen sie eine push notifiation aufs handy, wenn eine neue wohnung eingestellt worden ist.

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sie machen selber, statt vermitteln zu lassen.

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sie diskutieren ihre probleme in ihren blogs oder auf reddit, erzählen ihre geschichten auf twitter und vor allem, sie machen nur projekte, auf die sie lust haben, lassen sich flattern, schreiben ihre rechnungen über wepay, oder paypal und verkaufen die links auf frei im netz liegende dateien über gumroad oder machen alles zusammen oder ganz anders.

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das sind tatsachen, die zu sehen, mir richtig spass machen, das zu erkennen mich mit freude, mit unbändiger vorfreude erfüllt.

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wisst ihr warum mich das so freut?

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weil ich sehe, was ihr alles baut und auch was ihr alles noch bauen könntet!

weil es mir jeden tag spass macht, mit und für euch zu arbeiten. und dafür bin ich extrem dankbar und darauf bin ich verdammt stolz.

weil ich sehe, dass wir mehr und mehr das glück haben, die probleme des erfolges zu erfahren.

dass wir nicht mehr zu allem ja sagen, dass wir zwar immer noch angst haben, dass wir nicht durch kommen, dass das alles nicht sein kann, dass es morgen vorbei ist.

denn das größte problem des erfolges ist, dass die welt da draussen sich zu verschwören scheint, um uns davon abzuhalten, das weiter zu tun, was uns erfolgreich gemacht hat.

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und ich glaube, dass uns folgende werte so erfolgreich haben werden lassen:

wir versuchen zu überzeugen, statt anzuweisen
wir bevorzugen projekte, statt routine
wir haben offene, statt (fester) strukturen
wir beobachten, statt zu kontrollieren
wir sind freundschaftlich, statt formal

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das sind unsere stärken, die uns verbunden mit gutem handwerk, mit der beherrschung der tools und technolgien, auch in zukunft erfolgreich bleiben lassen.

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so, nun komme ich zum schluss und möchte euch noch das wahre geheimnis unseres erfolges verraten.

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ich ahne nämlich, warum uns unsere kunden wirklich bezahlen. es gibt dafür drei gründe: ok, wir müssen einen guten job machen, es macht zweitens spass, mit uns zu arbeiten und drittens wir liefern unsere arbeit auch pünktlich ab.

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und das eigentlich geheimnis ist dabei, dass wir nicht mal alle drei zu erfüllen brauchen, zwei reichen völlig aus.

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wenn es unseren kunden spass mit uns macht, verzeihen sie uns unpünktlichkeit oder auch mal ein nicht so tolles ergebnis.

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wenn einige von uns permanent unzuverlässig sind, müssen sie schon grandiose arbeit machen, und die kunden müssen sie mögen. und wenn es tatsächlich vorkommen sollte, dass es mal keinen spass mit uns machen sollte,… nun ihr habt verstanden.

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aber meist machen wir doch alles dreies zusammen!

und genau der spass ist der hauptgrund für diese party heute!

jetzt sage ich nur noch danke beim team von monopol, und bei aschi, die heute dafür arbeiten, dass wir hier spass haben und auch danke zu ira, sabrina und udo, die die hauptlast der vorbereitung für diese party trugen.

auf ein tolles sommerfest. prosit!

(arne krueger, 21. juni 2012)

Geschafft! Mein Vortrag gestern auf der #PATINFO12 …

Ilmenau, 8:10, Tag 256

Heute Nacht habe ich einen Flugzeugträger von hinten gesehen. Und ein ganz schickes Flugzeug, fast wie das Virgin Spaceship, flog an mir vorbei. Dann stand ich auf dem Deck des Trägers und sah das Flugzeug wieder. Eine Gruppe Fremder ließ sich in der Fremde abwerfen von Flugzeugen. Sie sprangen aus tiefer Höhe und krabbelten in den Wald davon. Sie jagten mit Pfeil und Bogen nach Wild. Dann bemerkte ich, dass sie es auch lebendig fingen und in Gatter sperrten, und einen gut frequentierten Imbiss eröffneten… ich wachte hungrig auf!

Habe gestern meine Vortrag gehalten. Ich hatte zum Schluss drei Einleitungen und habe auf dem Podium sitzend und meinen Vorrednern zuhörend, die vierte auf einen Zettel geschrieben und dann frei gehalten, nur mit den Stichworten und den Slides. Aber eh ich hier noch viel mehr schreibe, hier zum Nachhören mein Vortrag auf Soundcloud, einem grossartigen sozialen Netz, bzw. Plattform für das Teilen, Liken und Kommentieren von Sounds (erfolgreiches Startup aus Berlin). Und sorry für die schlechte Qualität, ich hab einfach mein iPhone auf meinem Platz mitlaufen lassen.

Ich hoffe, ich bekomme von der TU Ilmenau/dem PATON auch noch eine Variante mit Bild. Beim Nachhören fällt mir natürlich der ganze Blödsinn auf, die vielen kleinen Ungenauigkeiten, Übertreibungen, Untertreibungen, ach egal!

Hier einfach Play drücken. Und drunter sind zum Mitklicken die gestern gehaltenen Slides auf Slideshare, was eine populäre Plattform für das Teilen, Liken und Kommentieren von Präsentationen und Dokumenten ist.

Die Einleitung, die ich wohl nicht halten werde…

Ilmenau, 8:34, Tag 255

Fast vergessen, hier zu posten. Ich bin so in dem Vorbereitungsrausch zu meinem Vortrag gleich auf der PATINFO vor 400 Patent Spezialisten, dass ich vor lauter Energie und Aufregung sicher gleich platze.

Kurz und gut geschlafen, geträumt habe ich auch, nur keine Kraft ihn mir zu merken oder aufzuschreiben, zu präsent ist das Thema meines Auftritts nachher.

Jetzt kommt hier ein Text, der schon länger in meinem Laptop schlummert. Und zwar, die Einleitung zu meinem Vortrag die ich nachher sehr wahrscheinlich nicht halten werde, einfach weil ich mich noch nicht traue, diese Metapher wirklich zu benutzen…

bei meinen vorträgen über soziale netze, cloud computing, crowd sourcing werde ich ab und zu gefragt: wie machst du das nur? das ist doch privatkram, für so etwas habe ich auf arbeit keine zeit. aber am interessantesten fand ich die aussage: ich seh einfach nicht, was ich davon habe. ja, ok in xing muss man ja leider mittlerweile mitglied sein, aber facebook nein, das ist privat und twitter, das habe ich gar nicht verstanden, das ist bestimmt nur etwas für die jungen leute…

also rede ich heute nicht über facebook, twitter und die andere sozialen netze, sondern nur über moderne werkzeuge und technologien, über menschen und gemeinschaften und über schönheit und geschwindigkeit.

die drei themen: tools&technologyspeople&communityusability&design wirken heute zusammen und machen es möglich, dass sich 950 mio menschen täglich in einer software einloggen können und wie fürs privatfernsehen, einfach nichts dafür bezahlen müssen.

überlegen sie mal wie lange sie warten müssen, bis sie in ihrem elsa, sap oder lotus notes oderoderoder angemeldet sind? wie lange sie gebraucht haben, eh sie das wirklich beherrscht haben?

warum denken sie, braucht es keine facebook oder twitter schulungen, warum können das so fast alle menschen einfach so benutzen?

warum tun die menschen dort dann dinge, die sie nie vorher tun konnten, weil sie zu umständlich, zu langsam, zu schwer, zu aufwendig, zu teuer waren?

weil heute tools und technologien verfügbar sind, die schön und schnell sind und so von vielen menschen einfach benutzt werden können.

manchen menschen geht es dabei aber wie beim alkohol. sie wissen, dass es den schon eine weile gibt, sie haben ihn auch mal ausprobiert, aber haben sich gegen die nutzung entschieden. es ist aber nicht so, dass sie nicht wissen, was sie davon haben!

ich persönlich weiss das ganz genau, ich verzichte seit über drei jahren auf den geschmack, auf das gemeinschaftsgefühl, auf den leichten schleier, der sich über meine gedanken legt. ganz bewusst habe ich dafür entschieden, die vorteile, die das angebot, die erfindung und die viele mühe, die die herstellung von alkohol – einem tollen rotwein – kostet, nicht in anspruch zu nehmen.

ich grenze mich damit aus, nehme nicht mehr an dieser gemeinsamen aktivitäteil, ich schaffe aber auch identität durch die nichtnutzung. 59 bier und ein wasser für arne… wurde in der moritzbastei mal gerufen, war das 2009?

ähnlich ist es bei sozialen netzen, es gibt sie, wir wissen davon, fast alle haben sie schon mal probiert und manche von ihnen entscheiden sich nun gegen die nutzung.

aber ohne, dass man es selbst ausprobiert, kann man einfach nicht wirklich erfahren, was man davon hat oder haben könnte.

wie beschreibe ich denn meiner tochter, was alkohol ist… wie erkläre ich ihr das am besten: es schmeckt mir einfach, aber du darfst das noch nicht. na klar, dass sie mit vermutlich 14 sofort auch mal probieren will.

da haben sie es es mit sozialen netzen wie facebook eindeutig besser, die darf man schon ab 13 benutzen, und selbst sie könnten – wenn sie wissen wollen, was sie davon haben, es einfach selbst ausprobieren. versuchen, heraus zu finden was die vor- und nachteile sind.

heute kann ich ihnen nur von meinen erfahrungen beim ausprobieren, beim selbst versuchen berichten. ich kann ihnen versuchen zu erklären, was ich davon habe und wie ich mir mit diesem wissen wünsche, wie es morgen sein soll.

beim alkohol zum beispiel, kenne ich viele, die sich wünschen würden, keinen kater zu haben. so wünschen sich manche zum beispiel, dass bei facebook mitmachen können, ohne dafür ein paar private daten von sich ins internet zu stellen.

es gibt dann die anderen menschen, die sagen, nein das gehört doch dazu, wer feiern kann, kann auch arbeiten, stell dich nicht so an, wegen dem bisschen kater da.

findige forscher machen sich daran, heraus zu finden, ob man die wirkung von alkohol auch ohne dessen nebenwirkungen haben kann.

irgendwie scheint es aber so zu sein, dass viele menschen der patent industrie denken, noch nicht alt genug zu sein für soziale netze. denn, nachdem ich das ein paar jahre ausprobiert habe, ist mir aufgefallen, dass ich dort keine patentinformationen finden kann. und habe versucht heraus zu finden, woran das liegt.

nachdem ich gesehen habe, wie die sozialen netze für präsentationen, bier oder bücher alles machen, wie mächtig crwodsourcing sein kann. wie toll diese technologien sind, die dabei helfen können, dass menschen an etwas gemeinsamen arbeiten können. wieviele daten man verarbeiten kann, in welch kurzer zeit, das alles soll nichts für die patent informationen sein?

die gute nachricht ist, noch gibt es kein patentschutzgesetz, in welchem die nutzung von sozialen netzen für unsere arbeit verboten ist (ausser beim DPMA).

wie ich mir die verbindung von sozialen netzwerken im internet und patentinformationen vorstelle, darum geht es in den folgenden folien.

Wünsche allen einen grossartigen Tag!

Vorfreude auf die heißen Themen der PATINFO in Ilmenau…

Berlin, 8:01, Tag 253

Heute Nacht war ich einkaufen mit meiner Liebsten, dann fand ich mich auf einem Motorboot wieder, mit dem wir durch ganz Kanäle gedüst sind (das kenn ich von älteren Träumen schon, hmm). Der Kanal wurde zu einer Strasse über die das Boot voll schnell geschrammt ist, abschüssig zu einem Hotel (kommt auch ab und zu vor;). Das Hotel war sehr voll und eng, viele Menschen kampierten auf den Fluren, Reisegruppen. Plötzlich Aufregung: eine Invasion des Faro Hopper könnte bevor stehen, alle müssen sich mit Schutzcreme einschmieren. Ich sehe nur ein Exepmlar eines grünen Insektes mit grossen Augen und langen Fühlern auf dem Boden sitzen zoome raus und wache auf…

Übermorgen werde ich den nächsten grossen Vortrag dieses Jahres haben, diesmal vor bestimmt 400 Patentinformationsexperten auf der schon seit Ewigkeiten (34. Jahre!) statt findenden PATINFO im schönen Ilmenau mitten im Thüringer Wald.

Ich lese mir grade die Ankündigung durch: es geht um Qualität und Quantität im gewerblichen Rechtschutz und um:

…weitere heiße Themen: open data, crowd sourcing und cloud computing.

Komischerweise sind diese Trends/Buzzwords klein geschrieben, warum nur? ;-)

Es gibt genau drei Vorträge im Programm zu den heißen Themen. Die Keynote von Richard Flammer vom EPA über Open Data traditionell im ersten Vortragsblock nach dem DPMA. Dann mein Vortrag über die Sozialisierung von Patenten am Ende des zweiten Blockes. Und den Vortrag von Jan Stütz von bluepatent über seine Ansätze von Crowd Sourcing bei Patentrecherche zum Schluss des ersten Konferenztages. Am Freitag habe ich nichts heißes mehr im Programm entdecken können.

Ich bin so gespannt und aufgeregt und würde so gerne, wie immer eigentlich, meine Folien bis zur letzten Sekunde noch überarbeiten, verbessern, aktualisieren und austauschen und kann es diesmal einfach nicht, einfach weil der Abstrakt und die Slides im Konferenzband schon gedruckt worden! Aaaaargh…

Ausserdem sind die Folien von Lyon über Open Patent Data so viel besser, knackiger! Aber leider hatte ich die im Dezember letzten Jahres, als ich den Vortrag auf der PATINFO beantragt habe, noch nicht fertig. Ich war noch nicht so weit, so klar in meinen Gedanken. Der letzte Termin zur Einreichung war zwar erst Ende April. Das waren zwar zwei Wochen nach Lyon, aber eben auch inmitten von re:publica und einem langen Seminarwochenende, ausserdem schien Mitte Juni damals noch soweit weg, dass ich die im Dezember beantragten und Ende März erstmalig eingereichten Slides einfach nicht komplett umwerfen wollte.

Auch hatte ich in Lyon das erste Mal überhaupt einen radikaleren Ansatz versucht. Ich bin mit viel weniger Folien ausgekommen und habe zB die ganze Einleitung und das ganze Fazit weggelassen und frei gesprochen. Ich werde wohl am Donnerstag auch einige Folien einfach weglassen, überspringen und sogar versuchen, vorher noch das PDF anzupassen, damit nur die Slides drin sind, die ich auch wirklich zeigen muss.

Zum Schluss heute mein erster Tweet von der PATINFO 2009:

Drei Jahre hat’s gedauert, dann wird auch auf dem Podium darüber gesprochen, yeahh!!!

Mein Vortrag gestern…

München, 6:41, Tag 193

Erinnere mich heute nicht an meinen Traum,  beim Aufwachen war das Gefühl noch ganz stark da, aber nur noch die Schatten von Gedanken. Es war ein schöner Traum, trotz kurzer Nacht.

Nach Vorträgen, auf die ich mich sehr freue, mich vorbereite, vor denen ich Lampenfieber habe, deren Format neu für mich ist, entsteht eine interessante Form von Leere, eine Art Einsamkeit. Ich bin dann auch danach noch sehr aufgeregt, aber es ist ja niemand mehr da, nur ich mit mir. Ich habe dann einen richtigen Schub an Entschlossenheit und Schwung erfahren, Ideen entwickelt und in meine ToDo Sammlungen getippt. Aber gleichzeitig war ich einfach unendlich müde, nach knapp 20h Daueraktivität und bin es irgendwie noch.

Die Meditation heute morgen war wie eine Rettung, ein Kraftspender. Ich weiss, ich sollte meine Praxis nicht zu oft auf diese Art missbrauchen. Aber es ist schon grossartig, wie stark die Wirkung des einfach Sitzen und  den Atem zählen auf mich ist.

Es waren knapp 30 Patentanwälte da, vor denen ich gestern vortragen durfte. Die Rückfragen im Anschluss waren eigentlich Klassiker, bei denen ich aber gefühlt ganz schön rumgeeiert habe. Da möchte ich noch besser werden, da kann ich mich noch besser vorbereiten. Es ging relativ wenig um Patentinformationen, mehr um – ich würde fast sagen – Piratenthemen: Was soll das genau mit Facebook, welchen Mehrwert bieten denn Likes und Kommentare? Qualität kostet, wer soll bezahlen, wenn es alles umsonst ist? Ist das mit dem Cloud Computing nicht alter Wein in neuen Schläuchen? Wir sicher sind die Daten in der Cloud? Sollte man private und berufliche Kommunikation trennen?

Die Debatte über die Auswirkungen der Digitalen Vernetzung kommt langsam in der Mitte der Gesellschaft an und richtig in Gang, herrlich! In den anschliessenden persönlichen Gesprächen war ich fast überwältigt von der Offenheit, dem Interesse gegenüber meinen Themen. Auch habe ich mich sehr gefreut, dass sich viele persönlich bedankt haben für die Anregungen und die Informationen. Sicher konnten ein paar gar nichts damit anfangen, die sind aber gestern nicht zu mir gekommen, die habe ich so nicht wahrgenommen. Vielleicht liegt das daran, dass es gelungen ist, diese Gruppe gestern mehrheitlich positiv einzustellen – so jedenfalls mein subjektiver Eindruck.

Hier also ein grossen Dank an die PAVIS eG in Starnberg und speziell an Ihren Vorstand Gudrun Skupch, für die Idee zu dieser Veranstaltung und für den Mut mich einzuladen und die damit verbundene Chance, meine Thesen vortragen zu dürfen. Einen herzlichen Dank an ganze PAVIS- und auch das Kater Mikesch Team für die perfekte Organisation. Bis auf das fehlende Internet, was im Gewölbekeller einer Cocktailbar auch in diesen Tagen aber absolut zu verzeihen ist, war alles perfekt!

Mit einem trüben Blick aus meinem Hotelzimmer unterm Dach…

…verabschiede ich mich lächelnd den Münchener Morgen.

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