Beginnen wir…

Noch Berlin, 7:16, Tag 168

Hab ich heut geträumt? Nope. Ein unrunder Sonntag gestern, der – obwohl ich um acht schon im Bett lag – noch arbeitsreich bis Mitternacht dauerte. Zumindest ist die Präsentation für heute Abend in Jena nun noch fertiger…

Habe gestern und auch heute morgen bei der Meditation gedacht, ich sollte hier meine Einleitung veröffentlichen. Die Slides, die ich leider immer noch benutze, sind ja schon länger hier zu finden. Videos gibt’s bisher nur von unseren mtc All Hands Meetings. Ich habe noch nicht auf den grossen Publikumskonferenzen gesprochen. Heute in Jena versuche ich mal, zumindest Audio mit dem iPhone mitzuschneiden, aber nur, wenn es mich nicht zu sehr ablenkt.

Also, ich mach das jetzt mal mit der…

einleitung

guten tag, mein name ist arne krüger. und ich bin seit meiner jugend absolut von computern fasziniert.

vor 25 jahren, 1987, fiel meinem vater ein computer hinter dem eisernen vorhang vor die füsse und ich konnte mit einem vorläufer von excel, supercalc, die berechnung der futterrationen unserer kühe von bleistift & taschenrechner auf computer umstellen, und damit ein 328 seiten starkes tabellenwerk ablösen.

vor 20 jahren dann, 1992 schaltete ich – im westen angekommen, in der wechselabteilung der sparkasse leer-weener – einen dort in einer ecke stehenden computer an. kein jahr später traf ich dann den kollegen wieder: er verlängerte kreditverträge. die wechsel verbuchte eine andere kollegin mit dem computer nebenbei.

ich bin überzeugt, dass das erste erlebniss mir einen knappen vorsprung verschaffte und zusammen sind sie die ursache, dass ich heute chef von 55 mitarbeitern im schönen kreuzberg bin und immer noch das gleiche versuche: meinem umfeld und mir, das leben und die arbeit zu erleichtern. informations technologie ist für mich seit diesen ersten erlebnissen keine spielerei, keine modeerscheinung, sondern meine leidenschaft und berufung.

2004 bin ich das erste mal mit der patentgemeinde in berührung gekommen. wir haben begonnen, die bundesdruckerei und das deutsche patentamt im bereich patent publikationen, patentschriftenproduktion zu unterstützen. alles was ich über patente weiss, habe ich hier lernen können.

2006 konnten wir deparom übernehmen und sind seit dem offizieller anbieter von patent informationen mit ca. 200 treuen kunden.

ich bin ein sehr neugieriger mensch und zur informations technologie gehört seit anfang der neunziger das internet dazu. aber erst im januar 2009 hatte ich ein erlebnis, welches wohl der auslöser war, dass ich heute hier bin und über soziale netzwerke zu ihnen spreche.

ca. 2 min nachdem ein flugzeug im hudson river in new york notgelandet ist, sehe ich das bild davon auf meinem telefon. ein gewisser janis hat es gerade von einer vorbeifahrenden fähre aus aufgenommen und in twitter gepostet.

es dauert vermutlich noch eine halbe stunde eh das kamerateam von cnn aktiviert und vor ort war und dann die breaking news über den fernseher und die newsticker liefen.

das internet ist für mich kein neuer virtueller raum, in dem man sich verlieren kann. sondern das internet verbindet auf neuartige weise, menschen, orte und dinge miteinander, die sich sonst nicht verbinden lassen.

nach dem hudson erlebnis begann ich, mich intensiv mit sozialen netzen zu beschäftigen und vor allem begann ich, die hintergründe, zusammenhänge und konkreten auswirkungen auf meine arbeit, meine firma und mein leben zu untersuchen.

im letzten sommer hörte ich – noch über xing – von einem startup aus berlin, die crowdsourcing und patentrecherche verbinden wollten. ich schaute mir das an und fand die idee spannend. endlich traut sich das mal jemand! technologisch finde ich das nicht besonders kompliziert oder neu, aber bluepatent.com ist eine grossartige konzeptinnovation.

nach einer erfolgreichen finanzierung auf seedmatch, einer deutschen crowdfunding plattform, nahmen wir kontakt auf und tauschen uns seitdem regelmässig aus. also vorsicht bei all meinen worten über bluepatent, ich bin stiller teilhaber mit 1.000€ und habe also ein gewisses eigeninteresse am erfolg.

heute werde ich nicht über die gefahren, über sicherheit und datenschutz oder die verschiebung von privatsphäre sprechen.

nein, ich möchte ihnen in den nächsten minuten nur erklären, warum 22mio deutsche das hochkomplexe facebook benutzen, ohne je eine schulung, ausbildung oder zertifikate dafür zu haben, und warum diese tatsache auswirkungen auch auf sie, die patent informationsgemeinde, haben wird.

mein vortrag ist in drei teile gegliedert, den ersten – die einleitung – haben sie nun schon hinter sich.

im zweiten teil erläutere ich ihnen, was ich unter crowdsourcing verstehe und stelle ihnen aktuelle beispiele vor.

und im dritten teil erläutere ich dann meine sicht auf die hintergründe und ursachen des erfolges der sozialen netzwerken und zeige ihnen zum schluss wie espacenet in 2 jahren aussehen wird.

beginnen wir…

Nun denn! Schhhh*t, bin ich wieder aufgeregt… aber was für ein toller Sonnenaufgang zur Unterstützung, oder? Nun wünsche ich allen, die es bis hierhin geschafft haben…

…einen wunderbaren Start in die neue Woche!

Über die Überwindung von Grenzen…

Berlin, 7:24, Tag 152

Heute habe ich meinen Traum vergessen lassen, ich hatte die Wahl ihn aufzuschreiben und überliess es dem Leben, ob ich ihn jetzt noch erinnere. Nop. Gone. ;-) Aber es war ein schöner Traum, das Gefühl mit dem ich aufgewacht bin, ist noch da. Und heute ist Reisetag. Ich freu mich so sehr auf meine beiden Damen!

Gestern durfte ich auf einer Preisverleihung des Deutschland – Land der Idee Wettbewerbes einen Impulsvortrag nach den Laudatios auf die grossartigen Preisträger von bluepatent.com halten. Und ich war wohl in meinem Element, ich habe mich selten so lebendig gefühlt. Und erinnere mich mit so viel Freude an das Gefühl, welches ich beim Vortrag hatte. Die Reaktionen haben mich fast überwältigt.

Vielleicht habe ich ja wirklich mein Thema (für den Moment) gefunden. Ein kleiner Dämpfer kam dann noch gestern Nacht per Mail, die Idee gemeinsam mit dem Europäischem Patentamt eine Panel Discussion auf der www2012 zu gestalten, wurde abgelehnt bzw. so stark abgewandelt, dass meine Teilnahme in Frage steht. Alles hat immer zwei Seiten.

Gestern haben wir so viel über Neues, Modernes, die Zukunft, das Internet, Cloud Comupting, Crowd Sourcing und mein Lieblingsthema Social Design gesprochen. Dabei fällt mir auf, was gestern Kennzeichen fast aller Reaktionen war… dass, wenn irgendwo etwas Neues entsteht, man sich erst mal ausgegrenzt fühlt und dann versucht, einen Anschluss, eine Verbindung dazu zu finden.

Der tolle Berhard Glassman beschreibt das hier so:

One of the basic principles of the Zen cook—that it’s in the nature of form to exclude other forms. As soon as you create something, you create a boundary.

Das habe ich gestern ganz deutlich bemerkt. Menschen, die sich nicht so viel mit dem Internet und den Möglichkeiten beschäftigen, fühlen sich ausgegrenzt und teilweise einfach alt. Drei sehr erfolgreiche Menschen, die viel erreicht haben, und hohe gesellschaftliche und auch persönliche Anerkennung geniessen können, sagten mir genau das gestern im persönlichen Gespräch.

The trick, I think, is to be aware of this so that you can either expand the boundary or perhaps create another way to take care of the aspect that has been left out.

Versuche ich das mit meinen Vorträgen? Die Grenze ausdehnen und auf die ein oder andere Art, sich darum zu kümmern: meine Begeisterung dafür auszudrücken, Verständnis zu wecken und es verständlich machen, so dass es auch die verstehen, die sich erst mal ausgegrenzt fühlen? Die Grundprinzipen dieser neuen Form, dieser neuen Technologien erklären und so die Angst, die Unsicherheit davor zu nehmen und in Respekt und Veständnis zu wandeln… ich fühle und hoffe, dass ich auf dem richtigen Weg bin!

Meinen Vortrag gibts in einem anderen Post, dat hier is n’Tagebuch! Deshalb wie fast immer, wünsche ich Euch mit einem Bild meines Morgens…

…einen wunderbaren Start in das beginnende Wochenende!

Statt Tagebuch: Ein Vortrag…

Berlin, 7:11, Tag 37

So, heute bin ich dann doch mal aufgeregt… eigentlich wie immer vor kleinen oder großen Vorträgen. Habe aber geträumt: ich sass mit Damen an einem Tisch, Seda links neben mir, sie haben Schmuck angeschaut, ich mich unwohl gefühlt. Und noch viel mehr, aber alles vergessen.

Ich möchte meine Vorträge eigentlich immer so eröffnen, wenn ich mehr als 30min habe und nicht nur vor meinen Kollegen präsentiere:

Meine Name ist Arne Krüger. Ich freu mich sehr, heute das tun und darüber reden zu dürfen, was ich liebe.

Zu meiner Person: ich komme aus dem Osten und habe Melker gelernt. *pause* Ich besitze einen Melkanlagenberechtigungschein und habe die Handmelkprüfung mit nur 1050g/min und der Note 2 bestanden. *pause* Dann kam die Wende und ich wurde Banker in Ostfriesland, danach Sanitäter, Rettungsschwimmer und Busfahrer *pause*

Anm.: wenn jetzt keiner aufsteht, hab ichs geschafft… :-)

Da ich mich in jedem dieser Berufe mit Computern oder Mathematik beschäftigt habe, war es nur logisch, dass ich dann in einer kleinen Beratungsfirma anfing, um meiner Leidenschaft hauptberuflich nachgehen zu dürfen: ich wurde 1995 zum EDV-Berater (wenn im Publikum jemand unter 30 ist, füge ich hinzu: Elektronische Datenverarbeitung, ja – so hiess das damals!)

1997 hatte ich das grosse Glück, mich gemeinsam mit einem ehemaligen IBM Vertriebsmanager selbständig machen zu dürfen, wir gründeten den Vorläufer der heutigen mtc in Hannover und Berlin und in den folgenden 8 Jahren lernte ich einen weiteren Beruf: Geschäftsführer.

2005 machte ich mich mit 12 Kollegen meines damaligen Berliner Teams noch einmal selbständig, seit dem gibt es die mtc. Mit heute 33 festangestellten und 18 weiteren freien Mitarbeitern, beschäftigen wir uns mit IT Forensic, Legacy System Support, Patent Informationen und der Digitalen Revolution.

Oder so ähnlich… und dann versuche ich irgendwie überzuleiten. Den ersten Teil des Vortrages von heute nachmittag habe ich eben schonmal bei Slideshare hoch geladen. Wer Lust klickt sich mal durch:

So, jetzt muss ich aber zum Amtsarzt. Der prüft jetzt, ob ich noch tauglich bin, meinen Busführerschein verlängert zu bekommen. Guten Morgen!

Einstieg zu Cloud Computing und Crowd Sourcing

Hab grade ein Gespräch nachbereitet, in dem ich vollmundig versprochen hatte: “Ich schick Ihnen da einfach mal ein paar Links zu…”. Da mich das Thema aber so fasziniert, ging das gar nicht so schnell und einfach wie ich dachte, sondern wurde wie immer etwas aufwendiger.

Aber als ich die Mail abschickte, dachte ich – das wär eigentlich was für mein Blog, das könnte auch noch andere interessieren, vielleicht, eventuell. Und wenn nicht, dann erinnere ich mich in ein paar Jahren wenigstens, was ich damals 2011 so spannend gefunden habe.

Genug der Einleitung, also ich wollte einfach mal über Cloud Computing in den neuesten Ausprägungen schreiben, zumal es grade am Wochenende bei Amazon zu einem Ausfall eines Ihrer Datacenter gekommen ist und sich die Cloud mal so richtig bewähren konnte.

Hier die meiner Meinung nach besten Artikel, die mir dazu über den Weg gelaufen sind unter den Stichworten “Design to failure” oder “Let loose your choas monkey” (so als nette Highlights/Merker) bei Ahmar Abbas auf itworld.com, von George Reese, Gründer von enStratus bei O’Reilly sowie von Don Macaskill, Smugmug’s CEO und Chief Geek.

Wir sind im Gespräch aber schnell auf Crowd Sourcing Dienste gekommen, die es zusammen mit Cloud Computing ermöglichen, komplett virtuelle Infrastrukturen und Workforce in Anwendungen(!!!) über API’s zu integrieren.

Das finde ich grade super spannend und wir versuchen bei mtc, Prototypen zu entwerfen bzw. Proof of Concepts zu entwickeln, die die Stärken und Schwächen dieser neuesten Trends aufdecken. U.a. haben wir EspaceNet vom EPO bereits als Prototyp in die Amazon Cloud migriert. Fürs Crowd Sourcing suchen wir aber aktuell einen geeigneten Kandidaten für ein Projekt.

Hier natürlich noch die Links, am besten direkt zu den Anbietern, denn was die Journalisten/anderen Blogger drüber schreiben, googelt sich dann ja leicht. ;-) Als erstes der Amazon Mechanical Turk. Ich selbst hab mich da sogar schon angemeldet, und meinen ersten Dollar mit dem Abarbeiten von den sogennannten HIT’s (Human Intelligent Tasks) verdient. Hier und hier hab ich dazu auch schon ein paar Screenshot erzeugt, damit man sich das selbst anmelden spart und einen echten Eindruck Stand April 2011 bekommen kann.

Und das zweite ist CrowdFlower die mich mit Ihrer Idee der sogenannten Gold Standard Data begeistert haben, mit dem man die Genauigkeit der Abarbeitung überprüfen können soll, dieser zweite Anbieter harrt allerdings noch meiner vertiefenden Tests. Lt. der Website scheint CrowdFlower sogar noch größer als AMT zu sein.

Nun denn, ich hoffe, ich konnte Euch damit den Einstieg in diese Materie ein wenig erleichtern?

Gig’s mir…

Oha, heute lief mir der Start einer neuen Webseite über den Weg, vermutlich hier

Eine ebenfalls sehr lustige Geschichte, darüber dass Sebastian und Alexander bei einem Oktoberfestbesuch auf diese tolle Idee mit der Seite kamen, fiel mir dann beim ersten Überfliegen der neuen Seite auch sofort auf.

Und natürlich auch der “Gig des Tages”, eines seit 4 Wochen angemeldeten Benutzers diabolo, der es sogar bis zur Bild Zeitung geschafft hat… unter dem tollen Titel: Facebook Freundin für 5 €.

Dort kannte man auch das amerikanische Vorbild: www.fiverr.com, der nun übrigens gemäss dieses Tweets sogar nachzieht… und ebenfalls nach Deutschland kommt. Das find ich mal richtig schick: ein Vorbild, dass nachzieht. Da muss man erst mal drauf kommen…

Der von @luebue im obigen Tweet erwähnte @sarik redet von der Beschleunigung herausragender Web Unternehmer (“…accelerating outstanding web entrepreneurs…”). Ja, das ist ihm mit gigalo.es und .de wirklich in Rekordzeit gelungen.

Aber irgendwie hab ich als Nutzer und auch als Unternehmer bei so exakten 1:1 Kopien das starke Gefühl, verarscht zu werden. Ja, es ist ein Kraftakt, so was – auch als Kopie – auf die Beine zu stellen, das will ich gar nicht bestreiten! Davor hab ich wirklich grossen Respekt.

Aber so einfach 1:1, das ist dann für mich eben doch mehr geklaut, als gemacht!

Und die lustige Oktoberfest Geschichte ist wirklich nur ne Geschichte, wobei – ich hör die PR Leute schon sagen: na, es stimmt doch, dass die beiden bei ‘nem Biere die Idee (zur Kopie) hatten. OK, ich wünsch den Jungs und Mädels von der fastworward RSA GmbH einfach mal viel Glück mit ihrer schick und schnell geklauten Version dieser eigentlich wirklich genialen Crowd Sourcing Idee.

PS: ich konnte diesen Post nicht mit in die Kategorie “Innovation” packen… ging wirklich nicht!

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