Prag, die Stadt der Liebe

Die alte Stadt ist so schön. Und so voller Junggesellenabschiede, dass einem schlecht davon werden kann. Gröhlende, besoffene Männergruppen, die ganze Zeit überall immer in Hörweite in der randvollen Altstadt. Es ist nicht schön. Einfach nicht gut. Dazu gibt asiatische Reisegruppen und viele italienische, österreichische, deutsche und russische Familien, die sich hier durchschieben und Teigröllchen mit Schockolade, Früchten und Eis essen. Ich weiss nicht, was daran schön sein soll, sich hier in diese Massen einzureihen und mitzuschwimmen. Warum tun wir das?

Keiner der Menschen sieht hier den Anderen. Alle sind einsam, für sich unter Massen. Ein paar wenige der Einheimischen erreicht man noch. Aber die anderen Touristen sind alle so taub, so betäubt, so leer, so hunrig. Ein riesiges Geschäft ist dieser Innenstadttourismus durch die Billigflieger und Billigbusse, ein riesiges, langweiliges, unglaublich anstrengendes Geschäft.

Ich habe meinen Weg damit gefunden. Ich tanze durch die Massen, lasse meinen Blick wie ein Schmetterling von Blüte zu Blüte mit dem Wind fliegen, suche die Farben, die Klänge, die Formen die mich ansprechen, die mir gut tun und sauge sie auf. Von einem zum anderen, von diesem zum nächsten. Ich schütze mich vor der gierigen, leeren, hunrigen Energie der anderen Menschen, in dem ich nur Beobachter, nur Zeuge ihrer Sucht bin. Es gelingt, ich fange an zu lächeln, ich suche Augen, müde Augen, in tiefen Höhlen.

Der Maler sitzt auf seinem Schemel. Inmitten der Massen. Ich sehe seinen Wald, einen Birkenwald, ganz oben links an seiner kleinen Gallerie aus Pappe. Ich sehne mich so sehr nach Wald. Mit dieser Sehnsucht schaue ich in seine Augen. Wir lächeln uns an. Im nächsten Augenblick, treibt und schiebt es mich schon weiter. Sein müdes Lächeln bleibt in meinem Herzen.

Einander Verstehen

Gestern fand unser 13. mtc Sommerfest statt und ich muss hier meine Rede posten. Die Rede, die ich nicht gehalten habe. Gestern habe ich zum ersten Mal einfach frei gesprochen. Es war gut. Für das Pat Parelli Zitat habe ich nochmal kurz nachschauen können, dass konnte ich immer noch nicht auswendig.

Wir hatten einen so schönen Abend, ich hab mich so wohl gefühlt im Kreise der Gemeinschaft, die um unsere Organisation herum, um uns herum, in den letzten 13 Jahren entstanden ist. Bin noch ganz betäubt und erregt, habe auch nur 5h geschlafen.

Ein paar Bilder packe ich jetzt noch dazu und verabschiede mich dann mit Familie für ein kurzes Wochenende nach Prag. Am Montag bin ich zurück im Wald für die letzte Woche meiner Natural Horsemanship Trainerausbildung. Den Juli werde ich auch noch dort verbringen, um den ganzen Input zu verdauen und zu überlegen, wer ich dann bin und zu entscheiden, was ich ab August tun möchte.

So, genug! Jetzt die Bilder und die Rede.

Herzlich Wilkommen! Liebe Familie, liebe Freunde, Kollegen, Partner! Ich spreche heute ein paar Minuten über:

/natürlich vs normal/
/anstrengend vs. leicht/
/gemeinschaften vs. beziehungen/

Normal ist das Gewöhnliche, immer wenn wir „normalerweise“ sagen, wenn wir einem Standard einer Norm entsprechen wollen, wenn etwas eben so ist, wenn man etwas eben so macht, das ist doch mal wieder typisch.

Das Normale schadet dem Planeten, es zerstört unsere Umwelt, unserer Natur und unsere Lebensgrundlage. Das Normale kann viel Leid bei mir, bei meinem Umfeld erzeugen. Es macht Angst, nicht normal zu sein!

Dagegen steht: natürlich. Wir sind alle Menschen, natürlich. Wir haben eine Intution, wir sind alle anders, wir handeln auch mal insitinkiv, ohne zu viel Nachzudenken, wir sind aussergewöhnlich, wir sind einfach, wir sind schön, wenn wir im Flow sind, dann sind wir einfach anders. Wir Schaden der Umwelt weniger, wir erzeugen weniger Leid, wir haben keine Ansgt!

Es ist furchtbar anstrengend, normal zu sein. Es strengt mich unglaublich an. Ich bin, wir sind wirklich gut darin, normal zu sein. Wir denken, wir könnten uns sonst diesen Abend nicht leisten. Wir sind mitten in Kreuzberg, haben ein grossartiges Catering, eine phanstische Deko, ein tolles Orga Team. Ein Riesen Applaus an dieser Stelle bitte für deren Leistung!

Wenn ich es jetzt könnte, würde ich heute Abend hier gerne einfach ich sein. Mich dabei nicht anstrengen müssen, damit ihr mich mögt, damit ich in Eurer Mitte bleiben kann. Ich möchte am liebsten einfach sagen, was mit in den Kopf kommt.

Denn ich glaube fest daran, dass es geht, das es einen Weg gibt, den jeder gehen kann! Wenn wir aufrichtig zu uns selbst und anderen sind, wenn wir freundlich zu uns selbst und anderen sind, wenn wir immer wieder den Mut finden, aufrichtig und freundlich zu sein, oder es immer wieder versuchen, zu sein.

Gemeinschaften erzeugen Gruppenzwang, sie erzeugen Gruppendruck. Gemeinschaften erfordern das geradezu, denn sie definieren so oft erst einmal ein „normal“. Man gehört nur dann dazu, wenn man eine bestimmte Anforderung erfüllt, ein Profil, eine Qualifikation hat.

Das ist anstrengend! Überall! Auch im Wald bei den Pferden. Gemeinschaften aber bestehen in erster Lienie aus Beziehungen zwischen jeweils zwei Menschen. Und hier wird es wieder leicht, wenn man sich das anschaut!

Denn Beziehungen, die natürlich und leicht sind, das können wir, das haben wir alle schon mal erlebt, wenn es vielleicht auch nicht immer anhielt.. Aber wenn wir versuchen, den anderen einfach besser zu verstehen? Dann entstehen Beziehungen. Und dann klappt es vielleicht auch mit einer natürlichen Gemeinschaft, basierend auf Beziehungen, die auf Verständnis füreinander basieren.

Und genau das ist meine Vision, mein Traum von mtc, mein Traum von meinem Leben.

Erfolg ohne Zwang, Partnerschaft ohne Dominanz, Teamarbeit ohne Angst, Bereitschaft ohne Einschüchterung, Harmonie ohne Nötigung. Das wäre es, das ist mein Traum. Ich weiss, es geht!

Erfolg, Partnerschaft, Teamarbeit, Ja füreinander, Harmonie untereinander, das wünsche ich mir für mtc im nächsten Jahr! Darauf möchte ich mit Euch anstossen. Prosit. Auf das nächste Jahr zusammen!

Eh wir ans Buffet gehen, möchte ich mich noch bedanken.

Ich bin allen meinen Lehrern dankbar!

Ich bin Euch, meiner Gemeinschaft unendlich dankbar. Danke bei meiner Familie, meinen Freunden, all meinen Kollegen, bei meiner Gemeinschaft!

Ich bin aber auch allen dankbar, die ich nicht kenne, die aber möglich machen, das wir hier heute feiern können.

Nun lasst uns den Abend leicht geniessen! Lasst um besser kennen lernen, lässt uns einander besser verstehen!

Ich eröffne hiermit das Buffett… und stosse auf unser aller Wohl an! Auf uns! †

Hier eine kleine Bildergalerie von meinem iPhone (und Matzes!)

Miteinander, Füreinander

Tag 1, Horsemanship Diary

Jetzt beginnt der zweite Tag hier bei der Weinzierl Horsemanship Academy 2019. Ich sitze in der Sommerküche. Habe grade angeheizt, mir einen Kaffee gemacht und Deutschlandfunk Kultur Spotify Playlist angemacht.

Bin seit Samstag ganz spät Abends hier. Der Sonntag verflog damit, meinen Charlie aus der Tierklinik zurück zu holen und zu versorgen, mich in meinem Zimmer einzurichten und den Trecker zum Abziehen der Wiesen fertig zu machen, Steine von den Weiden abzulesen und dann schon ein paar Runden mit der Egge zu drehen.

Die anderen kamen nacheinander an und wurden begrüßt. Wir haben dann abends zusammen Lasagne in drei Varianten gemacht: bolognese, vegetarisch und eine dritte vegane Lasagne. War meine erste Lasagne, hab einfach auf chefkoch.de gesucht und gefunden und die Mengen verdoppelt.

Gestern morgen startete ich zeitig 5:30 und schaffte es sogar, zu meditieren. Das hatte ich mir fest vorgenommen, auch hier den Tag mit dieser Praxis zu beginnen. Eigentlich schon angespannt und den Kopf voll mit den Dingen, die zu erledigen sind. Gerade dann finde ich es wichtig, sich 20min hinzusetzen und nur zu atmen. Das klappte gut.

Am Vormittag gab es die grosse Erstbesprechung. Ich hab einfach, wie es meine Gewohnheit ist, mitgeschrieben und gleich ein Protokoll erstellt.

Am Nachmittag gab es die Ankaufsuntersuchung, also prüfte die Trainer hier, was für Schüler sich hier angemeldet hatten. Wir hatten jeder 20min Zeit im Roundpen mit einem Pferd zu zeigen, was wir schon können. Das war gleich zum Start eine schöne Prüfungssituation und ein Sprung ins kalte Wasser. Mir macht sowas Spass auch wenn ich sicher noch viel rumstümpere und unpräzise, ungenau bin. Ich durfte ein toll ausgebildetes Pferd nehmen, Charlie steht noch in der Krankenbox und darf sich schonen (eine Knieverletzung heilt gut ab).

Dann bin ich wieder auf die Weide und habe weiter die Egge gezogen bis der Hintern brummte und es Zeit zum Abendessen war (Kartoffeln mit Quark).

Danach Tagesfeedback Runde und kurze Vorstellungsrunde mit den Fragen: wie verdienst Du bisher Deinen Lebensunterhalt? Und was denkst Du, passiert nach der Academy, möchtest Du mit der Ausbildung hier einmal Deinen Lebensunterhalt bestreiten?

Zehn unterschiedliche Antworten gab es. Einige Gemeinsamkeiten, ein paar Unterschiede. Wir haben vom Abiturienten über gestandne Geschäftsfrauen bis zu Pferdehofbetreiberin oder Tierheilpraktikerinnen alles dabei.

Ich bin so froh, dass ich hier sein kann. Dass mein Unternehmen in Berlin es möglich macht, dass ich von hier aus für sie da sein kann. Dass ich nicht jeden Tag ins Büro muss, sondern dass ich mich hier weiter entwickeln kann um mit dem Gelernten weiter für sie da zu sein. Mir wurde so bewusst, dass mein Leben dann am erfülltesten ist, wenn ich für andere da bin. Und das nicht allein sondern am besten gemeinsam. Götz Werner nannte das: „Miteinander, Füreinander Tätig Sein“, dass sei der Sinn unseres Daseins hier auf der Welt. Wir sind soziale Wesen, wir brauchen andere Menschen, eine Gemeinschaft in die wir uns einfügen, in der wir für andere und anderer für uns tätig sind.

Dieser Ort hier im Wald macht mir das so überdeutlich. Eine zusammengewürfelte Truppe von Menschen, die das Interesse am Horsemanship eint. Menschen, die hier leben und diese Ort für andere öffnen, uns einladen, auf Zeit mit ihnen zu leben, zu wohnen, zu arbeiten und zu lernen. Mich berührt das tief.

Ich schliesse mein Tagebuch mit einer kleinen Galerie der Eindrücke von den ersten beiden Tagen. Viel Spass beim Durchklicken.

So, doch noch zwei Videos vom Tag gestern. Einmal ein kurzes Stück vom Trecker fahren…

Und dann eine schöne indirekte Lektion von Moirin: Falling Leaves mit einem der Ausbildungspferde hier.

Wünsche Euch einen guten Tag! Moment zu Moment!

Horseman Diaries

Seit im Oktober 2018 kenn ich Pferdeflüsterei oder Natural Horsmanship. In goldenem Herbstwetter in den Ruhner Bergen bei Schwerin hatte ich einen Kurs gebucht.

Meine Frau und meine Tochter wollten in den Herbstferien alleine nach Istanbul. Ich wollte nicht mit, habe nach einem Reitkurs gesucht. Der Ferienkurs bei Weinzierl Horsemanship war ausgebucht, also geht auch eine Woche vorher? Kurze Rücksprache mit der Liebsten: mach doch. Jeah!

Meinen Charlie lies ich abholen und fuhr Samstag hinterher und nach dieser einen Woche war mein Leben nicht mehr so wie vorher.

Sofort haben wir die Camppferde am ersten Abend schon auf eine 10ha grosse Weide gelassen, alle zusammen. Das Gefühl, als die Pferde realisierten, dass sie frei sind und über die Wiese galloppierten, werde ich nie vergessen. Uwe fragte, ob ich mit der Drohne filmen könne. Später beim Abendessen erzählten wir von uns: aber nichts über Pferde, sondern über Drogen, Sex und Weltrevolution.

Die Woche verlief wie ein Rausch. Das Camp war durchgetaktet, das Leben halbwegs organisiert. Neben dem Essen gibt es vormittags Roundpenarbeit, Nachmittags dann auf Trail- oder Reitplatz, am späten Nachmittag ein Ausritt. Jeden Tag.

Beim zweiten Ausritt bog Uwe vor mir einfach vom Weg ab und ich war in meinem Element. Trabend zwischen den Bäumen hindurch cruisend. Unter mir ein Pferd in seinem Element, sich seinen Weg suchend, mir vertrauend. Es war das zweite Mal, dass ich tief berührt, tief geflasht war.

Ich muss zugeben, wir hatten irre Wetterglück. Ein goldener Herbst, mit T-Shirt Wetter, langer Dämmerung, mild, leuchtend, der ganze Wald müde von dem langen heissen Sommer.

So, nun aber! Ich fahre heute mit Uwe nach Nizza auf ein Männerwochenende mit seinen Freunden und am Sonntag fahre ich für vier Monate nach Neu Drefahl, in die Ruhner Berge.

Bin ja nicht aus der Welt. Inszeniere das nicht wirklich gross, habe habe natürlich eineiges organisiert, dass meine physische Abwesenheit von Familie und Firma keine allzu grossen negativen Auswirkungen haben wird.

Bin nicht aus der Welt, hab mein Telefon dabei, werde aber keine @mtc.berlin Mails lesen, mich aus Slack abmelden, einfach damit ich etwas Abstand kriegen kann. Möchte mich die nächsten Wochen und Monate darauf konzentrieren, in einer völlig anderen Umgebung mit einer völlig anderen Gruppe von Menschen zu leben und zu lernen.

Ich werde nicht zurück kommen. Oder anders: meine größte Angst ist es, nicht zurück zu kommen.

Ok, das klingt jetzt zu hart.

Aber es ist doch so, dass der Arne, der geht, eben nicht wieder zurück kommen wird. Denn ich werde mich hoffentlich entwickelt und verändert haben.

Meine größte Herausforderung für die nächste Zeit wird sicher sein, dass ich mich selbst mit nehme, mit all meinen Erfahrungen, Erinnerungen und Gewohnheiten und Muster.

Dass ich hier los lasse, in den Moment finde, bewusst meinen Tag in dieser gänzlich anderen Umgebung, ohne meine von mir ordentlich eingerichtetes und jahrelang, jahrzehntelang optimiertes Leben, dass ich nicht zum Sklave meiner Widerstände, meine Abneigungen, meiner Zuneigungen werde, das wünsche ich mir. Ich möchte viel und oft in den Moment finden und dann das tun, was jetzt dran ist, ohne zu werten und zu urteilen.

Und klar, ich wünsche mir am meisten, dass ich heile bleibe. Die Arbeit mit fünfzig Pferden im Wald ist eine körperliche Herausforderung, die von den Risiken weit über denen meines normalen Bürosjobs mit den täglich gleichen Wegen liegt.

Und ich wünsche mir, dass ich die Methode Natural Horesemanship a al Weinzierl, das Weinzierl Horsemanship üben, üben, üben kann, um dann damit meinen eigenen Weg finden zu können.

Im Moment sein, einen Plan haben, nicht werten. Das sind Grundsätze der Methode, die ich schon seit dem Oktoberwochenende verstehen konnte. Dazu Balance zwischen Vertrauen und Respekt finden. Parelli sagt Horsemanship ist: Love, Language and Leadership.

Mit einem lauten Yiiiiiihaaa!!! verabschiede ich mich nun von meinem alten Leben und begrüße mein Neues!

Meine Rede zum 12. mtc Sommerfest

Hier ist sie, etwas verspätet, meine vobereitete Rede zu unserem diesjährigen, schon traditionellen mtc Sommerfest im Innenhof und Erdgeschoss unseres grossartigen Weissen Schlosses in Kreuzberg.

Drei Varianten hatte ich vorbereitet. Diese lange hier entstand aus meine Notitzen der letzten Wochen auf einer Zugfahrt nach Hannover am Mittwoch nachmittag. Auf der Rückfahrt und auch am Donnerstag vormittag, habe ich dann noch eine Kurzversion und eine Ultrakurzversion erstellt. Abends hatte ich mich dann doch entschieden, die lange Rede zu halten. Hatte sie meiner Tochter auf der Fahrt zum Kiez vorgelesen, es waren nur sieben Minuten Lesezeit. Habe nach der ersten halben Seite doch mehr oder weniger frei gesprochen und nur ab und an mal wieder auf die Rede geschaut. Nicht dass ich sie auswendig konnte. Ich wollte einfach nur nichts vergessen. Das hat irgendwie geklappt. Hatte das erste Mal ein Mikro, das mir unsere grossartige Band einfach in die Hand gedrückt hatte.

Genug der Vorrede!

12. mtc Sommerfestrede 2018

Herzlichen Willkommen, liebe Lieblingsmenschen der mtc, zu unserem 12. Sommerfest! Hier im Weissen Schloss, in unserem Erdgeschoss, hier im Bergmannkiez mit Euch: liebe Kunden, liebe Kollegen, liebe Partner, liebe Familien, Kinder, Freunde, Nachbarn, liebe Weggefährten.

Ganz besonders möchte ich meine Eltern und meine Tochter begrüßen. Und ich möchte herzliche Grüße von meiner Frau aus der Kur ausrichten, sie wäre so gern heute dabei!

mtc verstehe ich als einen sozialen Organismus!

So übersetze ich IT Service Provider, Web Agentur, Firma, Job, GmbH, Geschäft, Dienstleister, Lieferant, größter B-Lieferant für Bayer für mich.

Ein sozialer Organismus, bestehend aus 76 einzelnen Menschen, die verbunden, zusammen arbeitend, mtc bilden.

mtc ist kein Clan, keine Familie, es ist vor allem KEIN steuerbares Unternehmen, steuerpflichtig ja, steuerbar nein!

Diese 76 Menschen sind keine Maschine, die funktionieren muss, die programmiert, repariert werden kann, die einen Zweck zu erfüllen hat. mtc ist für mich eher ein Wesen, ein soziales Gemeinschaftswesen.

Zuschreibungen und Labels trennen uns und werden missbraucht, führen letztlich zu Gewalt und Leid. Wir vergessen viel zu oft, dsss wir zuallererst Menschen sind, perfekt unperfekte Menschen.

mtc ist ein sozialer Organismus der sich ständig entwickelt, verändert, wächst, transformiert.

mtc ist ergebnisoffen, ein ergebnisoffenes Entwicklungswesen.

Ein bisschen wie ein Vehicel, ein Werkzeug. Die meisten Werkzeuge sind unbestimmt in ihrem Zweck. Ob wir sie so einsetzen, die die Werkzeugmacher sich das wünschen? Das liegt allein in der Hand ihres Benutzers. Ob wir damit Leid erzeugen oder Leid lindern? Liegt allein an uns. Software, Computer sind Werkzeuge, die wir Menschen benutzen. Und wir schliessen uns Firmen an, um gemeinsam unseren Lebensunterhalt besser bestreiten zu können, als allein.

Aber den Zweck und den Sinn, die wahre Natur von mtc legen wir durch unser Tun jeden Tag aufs Neue fest. Das ergibt sich aus unseren Handlungen, aus unseren Taten. Auch diese Worte hier sind Taten.

Diese Sichtweise auf mtc hat vielfältige Ursachen, aber vor allem hat diese Sichtweise ganz konkrete Folgen!

Es ist mir sehr wichtig, drei dieser Folgen heute hier vor Euch allen zu erwähnen:

Erste Folge: wir haben unseren Jahresauftakt in diesem Jahr abgesagt. Statt uns selbst zu feiern und uns bewirten zu lassen, spenden und unterstützen wir mit 100 € pro Mitarbeiter, in Summe 7.600€ die Berliner Stadtmission, mit ihrem Chef Dieter Puhl sowie die Kirche Heilig Kreuz Passion mit Pfarrer Peter Storck und Ulrich Davids. Wir kauften davon 75 Schlafsäcke, wir überwiesen Cash und bringen jeden Montag Vormittag die Hälfte unseres Obstes dort vorbei. Vierzehn unserer Mitarbeiter machten noch mehr und spendeten 2.600€ für eine dringend nötige Sozialarbeiterstelle, mtc verdoppelte diese Spende der Kollegen. Danke!

Zweite Folge: wir haben im Dezember keinen Gutsherrengiesskannenbonus mehr an unsere verdienten, besonders engagierte Mitarbeiter als 13. Gehalt ausgezahlt. Statt dessen haben wir 15% vom Jahresergebnis vor Steuern anteilig nach hier verbrachter Lebenszeit an alle Kollegen gleich verteilt. Als Ausdruck von Dank und Wertschätzung für jeden Beitrag! Im letzten Jahr waren das 1.000€ für jeden Mitarbeiter: von unserem Putzmann bis hin zu den Bereichsleitern, alle gleich. Wir wollten damit die Lebenszeit, die jeder von uns hier verbringt, wertschätzen und nicht die gesellschaftliche Vereinbarung, dass ein Kollege mit Uni Abschluss und Personalverantwortung mehr (Geld) verdient, als zB ein Quereinsteiger oder eben unser Putzmann.

Dritte Folge: bei mtc gibt es keine performance- oder leistungsbedingten Kündigungen! Punkt! Wer immer die Probezeit besteht, bekommt einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Für jeden Mitarbeiter gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen, aber für mtc haben wir beschlossen: statt Minderleister zu kündigen, gibt es Coaching, Trainings, Umboardings. Aber wenn wir doch einmal betriebsbedingt oder noch in der Probezeit kündigen müssen: wir helfen bei der Stellensuche in unserem Netzwerk!

Denn wir alle können etwas tun! Tun geht immer vor Sagen! Wer sich über Trump, Orban, Kacinsky, Seehofer, Weigel oder Gauland aufregt? Tut was!

Denn ich glaube fest daran, unsere Taten sind unsere einzig wahren Besitztümer, den Folgen unserer Taten können wir nicht entgehen. Unsere Taten sind der Boden auf dem wir stehen! Das gilt für die anderen genau so wie für uns selbst. Unerbittlich! Ein Naturgesetz!

Welchen Sinn hat die Existenz von mtc, wenn es nicht mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Erfolg ist? Was ist der Sinn unseres am Leben seins? Das ist doch die eigentliche Frage, nach der wir alle mehr oder weniger intensiv suchen.

Und ich bin so etwas von neugierig auf die Antworten! Neugierig darauf, wie sich unser Leben noch entfaltet, was alles noch passieren wird, was ich alles noch lernen kann.

Deshalb begrüße ich alle Veränderungen, ich versuche sie anzunehmen, als Möglichkeit uns, mich weiter zu entwickeln.

Und ich möchte mit Euch daran arbeiten, dass wir gemeinsam heraus finden, was alles noch möglich ist, was alles noch drin ist, in diesem Wunder, als Mensch am Leben zu sein.

Ich habe so eine leichte Ahnung, dass es viel mehr sein kann, als ich mir heute erträumen, vorstellen oder wünschen kann!

Damit proste ich Euch zu, sage Danke für den Moment, sage Danke beim Al Dente, bei Flores y Amores und Aja Brazil und beim gesamten mtc Service Team für alle Vorbereitungen und viele Arbeit, die solch ein Fest mit sich bringt. Danke für diesen gemeinsamen Abend! Auf uns…

Danach wurde wie immer unser Gruppenbild aufgenommen, dieses Jahr durch Christer! Auch dafür herzlichen Dank. Das Catering und die Deko waren wirklich klasse, wurden vielfach und aufrichtig gelobt, es hat der Band und den Servicekräften von Al Dente sichtlich Spass gemacht, uns zu beköstigen und zu unterhalten. Wie immer habe ich mich heiser gesprochen, viele alte Bekannte und Freunde wieder gesehen, vielfach verabredet, um die Beziehungen wieder aufzufrischen.

Bin wirklich froh, dass wir diese Tradtion haben und ehren bei mtc!

Ach, wir hatten ja so ein Wetterglück, von 1 bis 4 regnete es, dann klarte es auf und für den Endspurt des Aufbaus gab es sogar Sonne. Es war angenehm kühl. Das Universum hat mit geholfen, sich verschworen, um den Abend zu einem Erlebnis zu machen…

„Ja“ sagen. Ja zu allem, was passiert.

Wir haben bei mtc schon lange einen Wert: Sag Ja zum Kunden.

In der letzten Zeit bin ich damit unzufrieden. Etwas stimmt nicht mehr. Das unbedingte Ja Sagen zu Anfragen oder zu Eskalationen in Kundenprojekten wird mehr und mehr zum Problem. Wir haben Schwierigenkeiten die vielen Ja‘s unserer Kollegen zu verwalten, sie zu priorisieren und dann abzuarbeiten. Unsere Mitarbeiter überlasten sich, machen Überstunden, machen Fehler, halten manche Termine nicht. Sie werden dann auch schon mal unfreundlich oder manche werden krank. Nicht gut!

Mir aber fällt es schwer, diesen Wert aufzugeben und statt dessen auch einmal Nein zu sagen, wenn wir zum Beispiel überlastet sind. Ich habe etwas Angst, dass die Offenheit, die mit dem klaren Bekenntnis zum Ja einhergeht, dann verloren geht. Ich habe Furcht, dass wir dann so werden, wie alle anderen, die ihre eigenen Prozesse, Produkte und Vorstellungen über die des Kunden, dem wir eigentlich dienen, zu stellen.

Neulich war ich im Apple Store. Ich holte eine Bestellung persönlich ab, um Verpackung zu sparen und auch wegen des Erlebnisses. Das Display meines Telefons hat einen Minisprung und ich Apple Care+, Garantie und Serviceerweiterung für 160€ extra. Auf die Frage des Apple Store Mitarbeiters, ob er noch etwas für mich tun könne, zeigte ich im meinen Sprung und erzählte vom Status als Apple Care+ Kunde. Seine Antwort: „Nein, ich kann ihnen jetzt nicht helfen, Sie müssten nochmal zur Eingangstür, die Kollegen dort seien für mein Problem zuständig, man würde mich nochmal registrieren und mir die Schlange fürs Warten der Laufkunden zeigen oder aber, wenn ich das Formular in der Support App ausfüllen würde, dort gäbe es Termine für in zwei Wochen, dann könnte ich mich dann am Termin dort hinten in die kleinere Schlange einreihen.“. Dann lieber schnell zu Gravis ums Eck, dort gab es einen Termin in einer dreiviertel Stunde.

Auf dem Weg nach München. Ich sitze im Flieger und lese ein kleines Buch beim Start. Dort stand auf die Frage: „Wie findest Du Frieden?“ Die lachende, einfache Antwort: „Ich sage Ja. Ja, zu allem, was passiert.“

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Die Einsicht kam schnell. Sie war befreiend. Das Ja, der Wert aus der Gründerzeit unserer Organisation, darf natürlich nicht eingeschränkt werden. Das Ja darf nicht ausgesetzt, nicht zu einem Ja, aber werden.

Im Gegenteil! Das Ja muss ausgeweitet werden. Es darf sich auch auf unsere Organisation, vor allem darf es sich auch auf uns selbst beziehen. Wenn wir Bedenken haben, einen Auftrag anzunehmen, wenn wir überlastet sind, dann sagen wir auch dazu

Ja.

Ja, ich bin überlastet.

Ja, ich habe Bedenken, ob wir den Termin halten können.

Das Ja muss sich nicht nur auf den Kunden beziehen, sondern und vielleicht sogar zu erst mal auf uns selbst.

Sagen wir denn Ja, zu allem was uns passiert? Zu unseren guten, starken Seiten? Da fällt es sicher leichter.

Aber sagen wir auch Ja, zu unseren schlechten, schwachen Seiten? Sagen wir Ja, zu unseren Fehlern, zu unserer Unsicherheit, zu unserem Nicht Wissen?

Können wir Ja zu allem sagen, was uns passiert?

Das zu üben, ist mein Ziel. Ich träume davon, in einer Organoisation zu arbeiten, die nicht nur Ja, zu den Dingen, die den Kunden und uns uns in den Kram passen, sagt; sondern die auch Ja sagt. zu den Dingen, die uns nicht passen, nicht gefallen, die nicht gut sind.

Wie sollen wir friedlich, zusammen miteinander arbeiten, wenn uns das nicht gelingt?

Wollen wir es nicht wenigstens versuchen?

3. Tag Island 2017

Am dritten Tag, zeitig hoch, schräges Frühstück mit etwa 60 Menschen einer Bustour, die wie ein Heuschreckenschwarm in Minuten das Buffet leer räumten. Aber wir waren frohen Mutes, kamen etwas später wieder und fuhren dann los zum Geysir und Gulfoss.

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Das hier weiss ich gar nicht mehr, nur dass es wohl an der 1 entstanden ist. Ich finde halt die Landschaft dort überall soooo wunderbar.

Ein Slo Mo mit dem iPhone 8 Plus, welches ich mein eigen nennen darf!

 

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Ganz im Hintergrund seht ihr die Minimini Menschen.

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Ein Panorama über die ganze Breite…

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Und noch ein Loop.

 

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Hier ein Live Bild vom Gullfoss in der ganzen Breite, leider ohne Sonne und deshalb nicht golden sondern nur grau.

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Ganz im Hintergrund seht ihr die Minimini Menschen.

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Unweit vom Gulfoss gab es noch einen kleinen Wasserfall der Hjallparfoss mit einem runden See und etwas schickerem Basalt an der Seite. Hier bin ich das erste mal mit der Drohne hoch, aber war wegen technischer Probleme etwas sackig.

Eigentlich wollte ich weiter nach Landmanalaugar, aber die Hochlandpisten waren schon geschlossen und mit nem Mietwagen ohne Guide wollte ich nichts riskieren.

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Dafür gab es einen Umtrieb von Islandponies zu bewundern auf der Heimfahrt.

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Und auch die Schafe liessen sich ganz kurz fotografieren! Und dann rannten sie alle schnell weg…