Am dritten Tag, zeitig hoch, schräges Frühstück mit etwa 60 Menschen einer Bustour, die wie ein Heuschreckenschwarm in Minuten das Buffet leer räumten. Aber wir waren frohen Mutes, kamen etwas später wieder und fuhren dann los zum Geysir und Gulfoss.

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Das hier weiss ich gar nicht mehr, nur dass es wohl an der 1 entstanden ist. Ich finde halt die Landschaft dort überall soooo wunderbar.

Ein Slo Mo mit dem iPhone 8 Plus, welches ich mein eigen nennen darf!

 

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Ganz im Hintergrund seht ihr die Minimini Menschen.

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Ein Panorama über die ganze Breite…

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Und noch ein Loop.

 

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Hier ein Live Bild vom Gullfoss in der ganzen Breite, leider ohne Sonne und deshalb nicht golden sondern nur grau.

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Ganz im Hintergrund seht ihr die Minimini Menschen.

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Unweit vom Gulfoss gab es noch einen kleinen Wasserfall der Hjallparfoss mit einem runden See und etwas schickerem Basalt an der Seite. Hier bin ich das erste mal mit der Drohne hoch, aber war wegen technischer Probleme etwas sackig.

Eigentlich wollte ich weiter nach Landmanalaugar, aber die Hochlandpisten waren schon geschlossen und mit nem Mietwagen ohne Guide wollte ich nichts riskieren.

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Dafür gab es einen Umtrieb von Islandponies zu bewundern auf der Heimfahrt.

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Und auch die Schafe liessen sich ganz kurz fotografieren! Und dann rannten sie alle schnell weg… 

Das 22 Hill Hotel hat ausser einer tollen Lage nicht wirklich viel zu bieten, hier würde ich beim nächsten Mal wohl besser woanders bleiben wollen. Die Zimmer winzig und veraltet, das Frühstück naja! Der Supermarkt war nahe, so dass wir uns Abends noch mit Wasser und Obst versorgen konnten. Wir sind zeitig hoch und los.

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Die Fussgänerzone war Sonntags um halb 10 noch sehr ruhig, deshalb schnell zum Landmark, der Hallgrimskirkja mit ihrem 73m hohen Turm.

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Das Wetter, die tollen Wolken waren so toll. Mit 7 Grad etwas kühl für uns spätsommerlich verwöhnte Berliner, aber wir waren vorbereitet.

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Hier das tolle innere der modernen (83) Kirche. Wollen wir rauf in den Turm? Klar! Schlange? Nicht Sonntags 10 Uhr. Gut.

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Rundumblick Reykjavík 1

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Rundumblick Reykjavík 2

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Rundumblick Reykjavík 3

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Rundumblick Reykjavík 5

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Hier der Turm am Eingang nach oben fotografiert.

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Und noch eins, weils echt schön war.

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Und noch eines mit etwas mehr Umgebung.

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Auf dem Weg zurück zum 22 Hill fand mich dieses schöne Graffiti. Nach einem zweiten Frühstück im Cafe Sandholt sind wir auch schon los in den Süden.

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Unser zweites Hotel liegt etwas 30km hinter Selfoss, in Hella. Da gab es nichts, also Check In und weiter auf der 1 mit dem Skogafoss als erstes Ziel.

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Und hier ist er in alter Schönheit: der Skogafoss.

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Hier sogar mal ohne Menschen, was ihn gleich viel kleiner wirken lässt.

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Also doch wieder mit Menschen. 🙂

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Es war sehr sehr feucht dort unten.

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An der Seite gibt es mittlerweile eine Treppe nach oben, das war 2004 noch eine schlimme Kletterei mit dem Rucksack.

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Ein Panorama.

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Und hier nochmal ein Blick näher ran an den 60m Sturz

 

Der Sommer ist vorüber. Wir sind letzte Woche Samstag für kurze fünf Tage nach Island im Herbst geflogen. Eigentlich um Polarlichter zu sehen. Ein sehnlicher Wunsch meiner Liebsten. Ich wollte Island im Herbst wieder sehen, nachdem ich 2004 drei Wochen im Sommer ins Hochland gewandert bin.

Es war grossartig. Wir hatten solch ein Wetterglück. Habe viel gelernt und will unbedingt wieder kommen. Island ist toll. Seht selbst:

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Kurz vor der Landung mit der isländischen, lila WOW Air von SXF nach KEF.

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Wir sind sofort mit dem Mietwagen zur naheliegenden Blue Lagoon.

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Neben den Polarlichtern der zweite dringende Wunsch meiner Damen.

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Vor dem Eingang gibt es einen Eindruck, wie es hier mal ursprünglich ausgesehen hat.

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Denn in der Blue Lagoon selbst ist alles auf Massentourismus ausgelegt und entsprechend „verkünstelt“ mit Betonfussboden statt Schlamm (wie noch 2004).

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Der erste Sonnenuntergang war ein Traum. Ich schon raus aus der Lagoon, laufe vor dem Eingang hin und her und dieses Motiv findet mich.

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Die Farben wurden immer besser. Ich bin an der Autobahn kurz raus, um mit den Scheinwerfern vom Auto dieses Bild zu machen.

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Ich glaub, das ist unscharf… trotzdem, oder?

Manchmal bin ich einfach so traurig, manchmal auch böse, manchmal einfach nur schlecht drauf, dann gucke ich ganz ernst. Das halte ich für notwendig. Wie diese schöne Analogie, bei der natürlich alle schönen Blumen auf Erde, auf Mist, auf Kompost wachsen. Eine notwendige Bedingung für Blumen ist also Mist. Ohne Mist kein Rosenduft, keine Tulpenfarben, keine zarten Blütenblätter.

Damit ich ordentlich lachen kann, witzig drauf bin, schlagfertig, positiv, kommunikativ sein, bedarf es auch einer anderen Seite. Diese andere Seite ist bei mir oft gedanklicher Schmerz: Anstrengung und Schwere. Das wechselt sich ab, wie das Atmen. Die Atemzüge sind länger, ein paar Stunden, manchmal ganz selten auch Tage. Aber nach dem Einatmen kommt immer auch ein Ausatmen. Das ist richtig gut, zu wissen.

Skeptisch bin ich sofort, wenn mir jemand erklärt, dauerhaft glücklich zufrieden postiv sein zu können. In meiner Welt geht das nicht. Wie sollen Blumen auf Blumen wachsen? Die Blumen müssen erst Mist werden. Wie soll man nur Einatmen? Dann platzt man doch.

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Stay on message! Hab gestern über Jeff Bezos gelesen, dass er dazu ein unglaubliches Talent hätte. Sei eine wichtige Eigenschaft für einen der erfolgreichsten CEO in der aktuellen Geschichte des Planeten. Dazu erinnere ich noch: keine Angst und sich nichts mehr beweisen müssen.  Das sagt ja wieder mehr über den Schreiber aus, als über Jeff, aber egal. Habe ich gestern ab und an drüber nach gedacht. Hat ja etwas mit meinen Werten zu tun, und ob diese Werte der Maßstab meines Handelns sind oder eben nicht.

PS: das ist im übrigen die Generation WhatsApp/Facebook. Mutter und Sohn, sie schon verrentet, treffen sich im Felix Austria, um gemeinsam mit Dritten zu chatten.

Mein zweites aktuelles Hobby, neben dem Reiten, sind meine Flugübungen.

Schon viele Jahre lang habe ich die vollautomatischen, fliegenden Kameras von DJI. Die sind für mich immer noch der absolute Masstab: 30min Flugdauer, 5km Reichweite, 500m Höhe. Da gibt es fast keine Sehenswürdigkeit, keine Landschaft, die ich nicht fotografieren könnte. Fast immer, wenn ich unterwegs bin, fällt mir eine Lichtstimmung, eine Wolkenformation oder ein Muster auf, welches ich gerne von oben fotografieren würde.

So, das waren hier eine Auswahl der besten Bilder von den letzten achtzehn Monate. Es ist für mich wirklich sehr erfüllend, solche Bilder selbst erzeugen zu können. Aber es fehlt wie immer oft die Zeit und die Möglichkeit, sich wirklich intensiv damit zu beschäftigen. Vor allem das Scouting der Locations ist sehr aufwendig und dann brauche ich noch mind. eine Stunde Zeit, um in Ruhe ordentliche Aufnahmen machen zu können. Das Licht und die Tageszeit müssen auch stimmen. So ergeben sich gute Gelegenheiten eigentlich nur bei Ausflügen oder im Urlaub. Ausflüge extra nur für Aufnahmen mache ich eher nicht, oder wenn, dann nur an ein paar Nachmittagen im Urlaub.

Seit ein paar Monaten beschäftige ich mich aber auch mit Race Dronen. Das ist eine völlig andere Richtung, dabei geht es nicht um schöne Aufnahmen von oben, sondern um ein freies kontrolliertes Fliegen in hohen Geschwindigkeiten. Das besondere dabei ist, dass man eine sogenannte FPV – First Person View einnimmt. Die Drohne hat eine Kamera, die ständig ein Livebild direkt an eine Videobrille überträgt. Man steuert das Fluggerät also nicht über Sicht oder mittels Sicht auf einen Monitor, sondern direkt durch Mitfliegen. Man schaut von der Drone vorne schräg nach oben und muss für die Steuerung Geschwindigkeit, Richtung, Trägheit beachten. Es gibt keine wirklichen Flughilfen wie GPS Positionierung oder Gyroskop. Also schon, aber die benutzt man als echter Racedrone Pilot nicht beim freien Flug.

Gestern Abend habe ich einen Zusammenschnitt meiner gestrigen Trainingseinheit erstellt. Der erste bei dem ich denke, ok… langsam wird es!

Habe sie in den Untertiteln etwas kommentiert, aber den original Ton gelassen, damit ihr die Auswirkungen der Steuerung auch hört. Die Drohne selbst ist nur etwa 200g leicht, ohne die Batterie (die nochmal zwischen 60 und 90g hat).

Das faszinierende dabei ist für mich, dass ich eine Computerspiel Steuerung habe, ein Art Computerspielbild in der Videobrille, dass ich mich aber durch realistischste 3D Landschaft bewege, die wirklich echt ist. Und ich bewege kein virtuelles Pixelgerät, sondern echte 300g düsen mit bis zu 100km/h durch diese Landschaft und gehen wirklich kaputt, wenn man nicht aufpasst. Das Gerät hat nur ein Leben.

Das macht wirklich viel Spass und erfordert einiges an Geschick. Also heisst es wie immer im Leben: üben, üben, üben! Wir sind ergebnisoffene Entwicklungswesen. Bin gespannt, wie weit ich bei diesem Thema noch gehe oder komme.

Es ist etwas unklar, ob ich grade noch Urlaub mache oder nicht. Ich liebe diese Unklarheit und die daraus resultierenden Gedanken. Letzte Woche war ich eindeutig weg. Diese Woche verbringe ich in Berlin. Bin vormittags, bis auf Mittwoch, im Büro gewesen und hab etwas Formalkrams erledigt, aber keine Meetings, ausser ein paar Telefontermine.

Heute Nacht träume ich von unseren nächsten Strategietagen und einem darauf folgenden Zeitungsartikel. Die Strategietage fanden in einem etwas schwierigen türkischen Hotel statt, weitläufig und unorganisiert. Meine Schuhe blieben am Eingang liegen. Wir fühlten unsere Gemeinschaft. Der darauf folgende Artikel erinnerte mich an die Berichterstattung über die Bundesdruckerei. Ein, zwei Fakten stimmten, aber der Rest war einfach spekuliert. Dass dies nun mit uns passierte, fand ich sehr interessant.

Als ich dann aufstand, gab es einen weiteren starken Gedanken!

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Wenn ich eine Ablehnung, einen Ärger, ein Nein, ein Unwohlsein, eine Unfreundlichkeit erlebe, suche ich nach einer Erklärung. Warum geht es mir jetzt so? Was ist der Auslöser? Was ist die Ursache?

Manchmal passiert es mir, dass wenn meine Hilfe, meine Unterstützung, ein Rat, meine Zeit und Aufmerksamkeit verlangt wird… dass ich ich dann unwirsch reagiere. Beim darüber Nachdenken, bin ich wieder mal bei den Hungergeistern gelandet.

Wie kann ich es erklären?

Es geht um die Ursache, die Absicht hinter unseren Handlungen. Wenn die Absicht unrein ist, also in unserem Ego oder Angst oder Gier liegt, immer dann fühle ich dieses starke Unwohlsein. Dann will ich wohl nicht Teil davon sein. Dann will ich nicht helfen. Und dann reagiere ich erst mal unwirsch. Oft sehr spontan, überraschend, unerklärlich für mich. Wie eine Welle an Aggression, aber eher eine Abwehr. Ich will mich verteidigen, gegen diesen Angriff auf mich, mein Leben, meine Energie.

Der andere versteht nicht, was in mir passiert und wundert sich über den Ausbruch, die Attacke, diese Ablehnung. Was ist denn nun schon wieder mit Dir los?

In diesem Momenten zurück zum Atem zu finden, freundlich und bei mir zu bleiben, ist eine schöne Herausforderung für mich. Ich gönne den anderen ihre Hungergeister nicht. Ich will mit den Folgen nichts zu tun haben.

Es ist mein eigener Hungergeist, der mich so aggressiv werden lässt. Mein eigenes Ego, welches mir sagt, dass ich dem anderen jetzt nicht Helfen kann. Mein Ego rationalisiert dann und findet Gründe, warum mein Ausbruch ok war, warum ich rein sachlich, faktenbasiert Recht habe. Recht haben muss. Es kann doch nicht sein, dass ich unfreundlich bin und nicht helfen möchte.

Das ist das vertrackte an solchen Situationen! Ich verstehe langsam, langsam die Dynamik und die Wechselwirkungen. Es hat etwas damit zu tun, ob ich meinen Einsichten, meinen Werten, meinem Glauben auch wirklich folgen kann. Es geht darum, ob ich danach strebe, meinem eigenen Anspruch an mich, an mein Leben gerecht zu werden. Es geht darum, ob ich es aushalte, daran zu scheitern und wie ich mit diesem Scheitern umgehe. Wie ich damit umgehe, mich und andere scheitern zu sehen; andere, die mir lieb und teuer sind, die mir wichtig sind, nahe stehen, die ich mag, die ich liebe.

Denn genau bei diesen Menschen fällt es mir am Schwersten!

Es steht noch ein kleiner Bericht aus. Wir waren letzte Woche reiten im Harz. Also im Mansfelder Land, in Stangerode. Eine schöne Gegend. Erinnert mich sehr an meine Heimat. Schöne Hügel, viele weite Felder und Wälder. Buchenwälder. Etwas hügeliger, als an den Rändern des Unstruttales, an denen ich gross geworden bin.

In einem wirklich kleinen Dorf im Nirgendwo, die nächste Bundesstrasse 15km weit weg, gibt es ein Riesenhotel. Knapp fünfzig Zimmer schätze ich, mit Schwimmbad, Saunalandschaft und als zentrales Element einer riesigen 60x20m Reithalle. Um zu den Zimmer im Neubau zu gelangen, quert man die Reithalle mit einem verglasten Gang. Zwei Flure, ein Restaurant haben alle Fenster in die Reithalle. Spannende, mutige, etwas verwinkelte, nicht ganz zu Ende gedachte Architektur. Ende der Neunziger entstanden. Grosse Renovierung vor ein/zwei Jahren.

Das Hotel selbst funktioniert gut, wir hatten ein schönes Zimmer, hinten raus. Es gibt zwei Restaurants. Das Wildschütz eher rustikal, einfach, mehr Kantine für alle Angestellten und das Bonasus, gehoben mit offener Küche, in dem es auch das Frühstück gibt. Das besondere an dem Hotel ist neben dem Reitstall, zu dem ich gleich komme, der nahe Nordmann Wildpark mit einer grossen Bisonherde, Hirsche, Rehe, sogar Kamele und Strausse. Dementsprechend kann der Gast in beiden Restaurants relativ viel Bison* Gerichte finden: Bisonsüppchen, Bisongulasch, Bisonsteack, Bisoncarpaccio. Die Herde ist sehr beeindruckend. Habe mich nicht getraut, zu fragen, um sie zu überfliegen. Seien sie aber wohl gewohnt, habe ich zu spät am letzten Tag (mit Regenwetter) erfahren.

Wir hatten ein Arrangement gebucht: Reitertage Spezial für Fortgeschrittene, vormittags 45min Unterricht in der Halle, Nachmittags 45min Ausritt durch den Wald. Die Anlage hat drei Stallgänge, einer für die Schulpferde, einer für die Kutschpferde, einer für die Privatpferde. Schätze, es gibt etwa vierzig eigene Pferde: vielleicht die Hälfte Hafflinger, ein paar Ponies, ein paar Warmblüter und die üblichen Sonderfälle, die keiner mehr reitet. Dazu eine Hand voll riesiger, sehr beeindruckender Kaltblüter.

Wir hatten mit zwei sehr freundlich, kompetenten Reitlehrern zu tun, dazu gab es zwei Auszubildende und ein paar wortkarge „Stallburschen“.

Das Reiten in der Halle tat sehr gut. Erstens kannte ich eine so grosse Halle noch nicht. Zweitens konnten wir neue zwei Lehrer kennen lernen. Das bringt einen immer weiter. Wir sind vormittags gemeinsam mit einer anderen Familie geritten, die viel erfahrener waren oder schienen. Jedenfalls kannten sie sich besser in dem Abteilungsreitjargon aus, als meine Tochter und ich. Ich kannte Abteilungsreiten noch überhaupt nicht und Aleyna nur ausführlich aus der Türkei (gaaanz anders) und unerfreulich aus Britz, dort sie sie oft runtergeflogen und hatte Durchsetzungsprobleme, auf abgewichsten, älteren Schulponies als Reitvergnügen. Das war bei Nordmann zum Glück ganz anders, die Pferde waren durchweg gut ausgebildet, fast zu gut für den Schulbetrieb mit uns beiden. Es hat dadurch viel Spass gemacht, in der Halle zu reiten und zu üben.

Die Nachmittage im Geländen waren Freude pur. Im Schritt raus aus dem Dorf und rein in den Wald und dort immer abwechselnd Galopp und Schritt durch die tolle Gegend. Das hat richtig Freude und Spass gemacht. Die Hafflinger waren die Strecken gewohnt, wenig schreckhaft und folgten den Reitlehrern sehr brav. Das war wirklich gut!

Ein wenig vorsichtige Kritik möchte ich doch noch los werden. Man merkt dem Hotel und auch dem Reitbetrieb an, dass der Patriarch ein Förster ist und kein erfahrener Hotelmanager und kein erfahrener Pferdewirt. Und ja, man merkt an jeder Ecke, an jedem Grasshalm, dass dieser grosse, grosse Betrieb, ja das ganze Tal vom Erfolg der Nordmanns bestimmt ist. Der ganze Wald ums Dorf gehört den Nordmanns, die vielen Wiesen, auf denen die Bisons grasen, dort eine Hütte, da ein Haus. Die ganze Stall- und Hotelanlage mit den umliegenden Koppeln, der ganze Wildpark sind an alle sehr imposant. Aber als gut geführt würde ich weder Hotel, Restaurant noch den Reitbetrieb nennen. Was wirklich schade ist! Es sind wie immer alle Voraussetzungen vorhanden!

Aber – ich spekuliere mal wild drauf los- es scheint, dass die Nordmann Juniors die übliche Tochter/Sohn Syndrome haben, sich also in der ein oder anderen Form vorm Übervater beweisen müssen. Es kann auch sein, dass alle eigentlich verantwortlichen Personen oder Manager, also alle im Betrieb tätigen Personen im Schatten vom Senior stehen. Seine Leidenschaft sieht und spürt man! Aber in seinem Schatten habe es andere wohl nicht leicht. Es fehlte mir oft die Liebe zur Arbeit bei fast allen Menschen, die ich dort getroffen habe.

Eine überhörte Bemerkung am Nebentisch im Wildschütz abends, hat das alles ausgelöst.

Eine junge wichtig aussehende Frau sass dort, gegenüber ein etwa gleich alter Herr und dazu als drittes Rad eine ältere zurückhaltende Frau und bestellten Abendessen. Die Kellnerin war unsicher und langsam. Das war am Abend vorher auch schon aufgefallen, als ich eine stille Apfelschorle mit Leitungswasser bestellen wollte, was sie mir etwas unelegant ablehnte. Wie genau die Bestellung ablief, bekam ich nicht mit. Aber als die Kellnerin weg war, verdrehte die wichtige Frau die Augen und sagte verhalten zu ihrem Gegenüber: Da siehst Du wieder mal, wie schwer es hier ist, gutes Personal zu bekommen.

Am liebsten wäre ich rüber gegangen, hätte mich dazu gesetzt und versucht, ihr zu erklären, dass Ihre Einstellung die Ursache dafür ist. Und nichts anderes!

Die Folgen dieses überhörten Spruches habe ich in den darauf folgenden Tagen im Spa, in der Reithalle, im Stall und auch im zweiten Restaurant immer wieder gesehen. Es tat mir leid um die Mitarbeiter. Ich sah ihre Anstrengungen! Ich sah aber auch, dass sie keine Chance haben, dafür Anerkennung zu bekommen. Jedenfalls nicht von dieser Person und den von ihr beeinflussten Menschen. Wenn Abwertung der eigenen Mitarbeiter das oder auch nur eines der Führungsinstrumente ist, entsteht ein Umfeld des Mangels, welches viel Potential für Service, für wirklich guten Service einfach so verschenkt. Der geschäftliche Erfolg, und auch die Leidenschaft des jeweiligen Inhabers kann diesen Art Mangel nicht ausgleichen!

Also, ihr merkt schon, ich konnte nicht einfach so Urlaub machen und nur, ausschliesslich das Hotel, die Umgebung und die Reitkurse geniessen. Mein eigener Film läuft immer mit. Trotzdem bleibt als Fazit für mich eine 3 von 5 Sterne Empfehlung stehen und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass wir wieder kommen.

Das Ausreiten in dieser Landschaft ist einfach ungeheuer attraktiv. Und das Ausreiten in kleinen Gruppen haben sie einfach im Griff. Die Reithalle und die Reitlehrer sind gut ausgebildet, erfahren und können ihr Wissen auch vermitteln. Das hat Spass gemacht. Das Restaurant Bonasus hat etwas, ich habe mich am Frühstück erfreut und am zweiten Abend wirklich gern dort gegessen und mein Steak genossen. Die finnische Sauna ist wunderschön, und zusammen mit dem Schwimmbad nach dem Reiten eine tolle Sache.

Die Gegend erinnert mich so sehr an meine Heimat, es ist schön, nun solch einen Ort dort zu kennen! Danke an alle, die diesen Reiterurlaub möglich machten! Besonderer Dank gilt unseren beiden Reitlehrern: Arnulf Teltz und Cindy Baumbach sowie Frau König vom Empfang und dem (thailändischen) Spa Team! Ihr wart echt toll!