Tagebuch Teil II

Besprechung

Ein neuer Morgen. Schräg geträumt und mit einer Erkältung aufgewacht. Ruhige Morgenmeditation. Habe viel gelernt die letzten drei Tage. Vor allem noch gestern nachmittag beim Gespräch über den Führungsstil eines unangenehmen Chefs.

Im Arbeitstreffen davor hatte ich ein surreales Erlebnis. Ich schaute uns zu und sah, was und wie wir redeten, wie wir unsere Stifte benutzen, um alle zeitgleich etwas aufzuschreiben. Wie zwei dabei einfach warteten, bis etwas interessantes passierte. Und ich fragte mich, wie es dazu kommt, dass wir Menschen uns solchen Beschäftigungen hingeben und dafür Name, Titel, Notwendigkeit entwickeln und sogar Belohnungen in Form von Geld erhalten. Was genau machen wir da? Warum sind wir dabei so selten aufrichtig miteinander? Wir sind dabei alle Vertreter von unseren Organisationen, kleinen oder größeren Teams oder Fachspezialisten, einzelne Wissende für ganz besondere Themen, mit denen sich einfach niemand sonst auskennt.

Wir kommen alle zwei Monate zusammen und besprechen uns. Ja, das Wort Besprechung drück es eigentlich sehr genau aus. Wir besprechen uns gegenseitig. Wir unterhalten uns nicht. Also doch, vor und nach der Besprechung und in den Pause, da unterhalten wir uns miteinander. Aber während dessen besprechen wir Themen. Statt uns über Themen zu unterhalten, besprechen wir sie.

Und gestern fiel mir das auf und ich entspannte mich etwas, war ganz froh, diese Perspektive, diesen kleinen Abstand überhaupt entwickeln zu können und versuchte, zu einer Ursache von wiederkehrenden Problemen, Inneffizienzen und Konflikten vorzudringen.

Hat nicht richtig geklappt, es war ja eine Besprechnung, die zwar Arbeitstreffen heisst, aber keines ist. Vielleicht hat es doch etwas verändert. Wir werden sehen.

Gestern hatte ich dann noch das Glück eine weitere Halo um mein Flugzeug zu entdecken. Der Ring um den Flugzeugschatten, der wie ein kleiner Heiligenschein aussieht. Hab grad gelesen, dass man diesen Effekt auch Glorie oder Gloriole nennt. Ja, passt.

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Nun startet gleich ein hoffentlich ruhiger Donnerstag hier in Kreuzberg. Möchte anknüpfen an die Produktivität vom letzten Freitag, mit weniger Nachdenken, weniger Werten, mehr einfach Machen, die richtigen Happen aus dem Riesenberg an Dingen erwischen und einfach gut kauen und runterschlucken. Uhhrg, was für ein Bild…

Tagebuch Teil II

Reisebilder

Wieder in Berlin zurück. Nach einer kurzen Nacht. Habe mich gestern noch in einem Park über Nizza verlaufen, weil kurz nach dem Sonnenuntergang 3 der 5 Tore verschlossen wurden und ich zusammen mit Franzosen erst beim dritten Tor richtig lagen. Der Parkwächter hielt uns nur einen Zettel mit seinen Tornamen hin, aber keine Karte. Und die Tornamen waren nicht in Google Maps enthalten. Zack, aufgeschmissen.

Also spät ins Bett und zeitig hoch. Sehr zeitig hoch. Halb 5 schon, um den ersten Flieger nach München zum Kundenmeeting zu kriegen. Nun bin ich grad in Berlin gelandet und fahre nach Hause, schreibe schnell, damit ich gleich Zeit für die Damen hab und kein: mhh, ich würd gern noch bloggen im Hinterkopf rumgeistert.

Deshalb gibt noch mehr Reisebilder.

Tagebuch Teil II

Awkward Pause

Diese Nacht habe ich nur geträumt und wenn ich wach wurde, dann habe ich den Vortrag vorbereitet. Gedanken nachgehangen und dann wieder weiter geträumt. Eine lange Nacht.

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Bin sehr zeitig aufgestanden und habe ein kleines Script aufgeschrieben. Die Einleitung habe ich fast so geschafft, wie ich sie mir vorgestellt habe. Habe mein Script zerrissen und hinter mich geworfen, aber mich dann doch fast ans Script gehalten. Und ich habe eine Awkward Pause gemacht. Beides habe ich bei Craig Ferguson gesehen, der sein Script immer und so eine Pause manchmal macht. Zieht die Aufmerksamkeit.

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Dann gab es ein paar Hoch und Tiefs und ich hab mich durch meinen Vortrag der Vorstellung unseres Elastic Search Backends und des neuen Frontends gearbeitet. Habe auch versucht, einen Aufruf zu mehr Transparenz, zu mehr Offenheit zwischen den Anbietern und Kunden unterzubringen.

Habe wieder viel, viel gelernt und viel Motivation gesammelt, es beim nächsten Mal noch besser zu machen. Das Feedback hielt sich in Grenzen, meine Einleitung wurde ein paar Mal gelobt, was mich sehr gefreut hat.

Hier der Vortrag: elastic search and patent information @ mtc for II-SDV 2016 als PDF und auch noch in Slideshare:

So, weiter gehts hier!

 

 

 

Tagebuch Teil II

Aufgeregt

Bin ja wirklich fast immer, auch heute aufgeregt vor Vorträgen.

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Habe morgen einen Vortrag und fühle mich nach einem vollen Konferenztag voller toller Vorträge von anderen sowas von unvorbereitet. Kriege es ja hin, mich da wieder runter zu holen, aber irgendwie habe ich es heute nicht wirklich geschafft, die vorbereiten Slides gross mit Stichpunkten zu ergänzen, oder mal zu proben, was ich sagen könnte und wie lange das dauern kann.

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Jetzt ist es schon sehr spät und ich bin schon sehr müde. Ich werd mal zeitig schlafen und dann morgen früh noch ein wenig überlegen, wie ich das genau mache. Wird schon klappen!

Tagebuch Teil II

Ein Spaziergang

Noch bin ich in Berlin, gleich um um 2 geht der Flieger zur Konferenz. Werd die Mädels vermissen, freu mich gleichzeitig auf die zweieinhalb Tage in Nizza und den vielen Input, die vielen Inspirationen, die ich erwarte.

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Nun ist es schon spät geworden. Bin gut gelandet, hatte einen ruhigen Flug, schaue grade Louis C.K.s neue Show Horace and Pete’s. Bin dann drei Stunden hier am Strand und durch die Stadt gelaufen. Sehr entspannend, sehr anregend, sehr schön, sehr ruhig. Einfach los gelaufen. Am Strand meditiert, später nochmal in einer katholischen Kirche. Dazwischen ein paar Fotos gemacht, meistens aber nur die Stadt und die Menschen darin angeschaut.

 

 

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Tagebuch Teil II

Erst Putzen, dann Reiten, dann Schauen.

Heute Nacht viel, sehr viel geträumt. Von Gerald aus Landgrafroda. Ein richtiger Spielfilm über ein Wiedersehen nach so vielen Jahren, nach über 30 Jahren. Ruhiger, schöner Morgen. Aber wir sind zeitig zum Reiterhof.

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Heute war um 10 Uhr schon Sonderstunde: Putzen, Halftern, Satteln. Eine Stunde haben wir Winterfell von Baron geholt bis ein Riesenberg davon in der Ecke lag. Die zweite Stunde habe ich den Schwanz oder Schweif sortiert. Alle Haare einzeln auseinander geflöht. Meditation pur. Notiere: Pferde haben mehr Geduld als Menschen. Danach war das Reiten ein wirkliches Vergnügen.

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Erst im Schritt lockern, aber nicht sehr lange. Dann im leichten Trab alle Übungen selbstständig gemacht. Während dessen haben wir über Alkohol gesprochen, einfach weil ich gestern ein paar Flaschen Wein für die Familie eines Freundes kaufen durfte und ich mich an die Zeit, die zwanzig Jahre, vor 2009 erinnert habe.

Dann wurde es schnell ernst und ich sollte die Reiterfaust machen, noch an der Longe, und noch im leichten Trab. Das klappte ganz hervorragend.

Dann wurde ich freigelassen und sollte immer an der Wand lang spazieren, im Schritt. Alles gut, dachte ich. Gleich ist die halbe Stunde sicher wieder vorbei. Aber dann sollte ich antraben. Das erste Mal. Das erste Mal allein, nicht an der Leine, sondern allein in der Reithalle antraben. Die Aufregung nahm mir die Lockerheit, so dass das leichte Traben nicht so richtig gelang und ich mit dem Allerwertesten gegen den Sattel klatschte. Aber ansonsten, herrlich. Wieder ein Grinsemoment. Trotz des unrunden Sitzes. In dieser etwas höhere Geschwindigkeit durch die Halle zu reiten, macht richtig Spass. Hab mich ans Motorrad fahren erinnert. Ein bisschen kann man sich auch beim Reiten in die Kurven legen. Wenn man dann ein wenig langsamer hoch und runter wippt (wie man es beim leichten Trab ja macht), dann stoppte meine Inka gleich von allein. Hat echt tolle Sensoren in ihrem Rücken. Puhhh.

Schön wars!

Danach sind wir noch im Tierheim vorbei. Das ist ja ein architektonisches Kleinod. Und eine riesige Anlage. Wirklich richtig weitläufig. Hier der Blick auf den Katzentrakt.

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Wir spielen mit dem Gedanken, uns einen Hund anzuschaffen. Bin mir noch nicht wirklich sicher, aber eigentlich haben wir alle drei richtig Lust. Schon mehrere Monate quengelt die  Kleene, und so richtig recherchieren und damit beschäftigen wir uns nun schon eine Woche damit. Wenn das weiter anhält und uns allen weiter Spass und gute Laune macht, dann wird das wohl dieses Mal wirklich was.

Ich hatte als Kind eine richtig tollen Gefährten, allerdings lebten wir auch aufm Dorf. Leider habe ich, als ich mit 16 ins Internat ging, zu ihm den Kontakt verloren. Das ist ne Entscheidung fürs Leben, wir überlegen uns das jetzt weiter erst mal alles richtigrichtig gut und suchen während dessen entspannt weiter.

Die Zeit mit den Tieren zu verbringen, erdet mich grade sehr und sind in wenigen Monaten schon ein wichtiger Ausgleich zu dem sonstigen Beschäftigungen in meinem Leben geworden. Richtig gut!