Leseempfehlung

Berlin, 7:16, Tag 1088

Heute Nacht sehr schräg geträumt, von abfahrenden Zügen und dem Stress davor, von fremden Wohnungen in den anonymen Wohnblöcken Singapores und von meinen Haarwurzelkanälen unter der Lupe.

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Der Sonnenuntergang gestern war sehr schön, das zeichnete sich schon weit vor seinem Eintreten ab. Auch heute morgen könnte der Blick vom Dach einige schöne Momente beschert haben.

Obwohl ich seit ein paar Monaten keinen einfachen Dachzugang mehr habe, merke ich wie ich die Sonnenauf- und untergänge noch immer gut einschätzen kann. Also, ob sie etwas besonderes haben, eine besondere Lichtstimmung oder Dynamik. Habe wohl soviel geübt in den Jahren auf dem Dach, dass ich das nun wohl einfach sehen kann.

Es zieht meinen Blick immer wieder nach oben und zusammen mit der Umgebung des schönen Kiezes hier, entstehen grad andere Bilder. Ohne die Konstanz der gleichen Skyline. Mit mehr Abwechslung. Dabei brauche ich vor allem die Äste der Bäume. Vielleicht weil Winter ist. Durch den Mangel, den Mangel an Laub und den Mangel Dach, entwickelt sich grad etwas Neues. Die tägliche Suche nach dem perfekten Moment für das eine Foto, hat sich vom Sonnenaufgang auf den ganzen Tag ausgeweitet.

Dau lese ich grad Marcuse. Endlich mal wieder ein Philosoph in meinem Leben. Davor ja von Laloux schon ein Sachbuch. Die richtigen Philosophen sind ja nochmal ne andere Nummer. Jede Seite Anstrengung. Anziehend durch eine komplexe, tiefgehende Sprache. Ein wenig wie bei Thich Nhat Hanhs fortgeschritten Büchern, dort bleibt zwar die Sprache einfach, die darunter liegenden Konzepte und Gedanken sind aber oft unendlich tief.

Bei Marcuse sind die Gedanken länger, die Wiederholungen abwechslungsreicher, interessanter. Und seine Gesellschaftskritik trifft einen absoluten Nerv bei mir. Wusste bis gestern nicht, dass jemand solche Gedanken hatte, die mein diffuses Gefühl der Unzufriedenheit ausdrücken können, eingebettet in ein theoretisches Gebäude, in geschichtliche Zusammenhänge. Es ist einfach phantastisch. Einzelne Thesen möchte ich gar nicht herausgreifen, sie würden nackt sein, ohne den Kontext seiner Sprache und seiner Gedanken davor und danach. Bin erst auf Seite 35 und bin sehr gespannt, wie es weiter geht, ob und wie er das Drama seiner ersten Analysen auflösen kann.

Wünsch Euch gespannt, einen entspannten Freitag!

 

Leseempfehlung

Nur ein Traum

Berlin, 6:56, Tag 1087

Heute Nacht von Istanbul geträumt, ein Arztbesuch endete in einem verhindertem Selbstmord des Arztes mit zwei Waffen in meinem Rucksack und einem kleinen Feuer vor der Tür, dessen Rauch wenig später vulkanausbruchgleich die ganze Stadt überdeckte und mich unglaublich apokalyptischen Bildern machen liess.

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Gleich startet mein Tag. Eurer auch. Wünsche einen angenehmen Donnerstag!

Nur ein Traum

Open Sushi

Berlin, 6:22, Tag 1086

Heute Nacht gut geschlafen, mitten in einem Traum erwacht, den ich schnell vergessen habe. Ein weiteres Bild von gestern. Hier ist es noch dunkel.

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Nach einer Empfehlung von hier, habe ich gestern einen Text über Open Source Software Entwicklung nebenbei gelesen: The Cathedral and the Bazaar von Eric Steven Raymond. Ein Standardwerk, das Wolfgang seit 20 Jahren inspiriert.

Diese Beschreibung motivierte mich. Habe mir Notizen gemacht.

5. When you lose interest in a program, your last  to it is to hand it off to a competent successor.

Oder

I’m basically a very lazy person who likes to get credit for things other people actually do.
too lazy to fail
constructive laziness

Oder

Non–source-aware users tend to report only surface symptoms; they take their environment for granted, so they (a) omit critical background data, and (b) seldom include a reliable recipe for reproducing the bug.

The underlying problem here is a mismatch between the tester’s and the developer’s mental models of the program: the tester, on the outside looking in, and the developer on the inside looking out. In closed-source development they’re both stuck in these roles, and tend to talk past each other and find each other deeply frustrating.

Oder

9. Smart data structures and dumb code works a lot better than the other way around.

Alle vier Themen finde ich auch in meiner Arbeit wieder.

Das erste betrifft ein aktuelles Projekt, eine Entscheidung, die ich treffen möchte. Habe ich das Interesse verloren? Nein. Das macht die Entscheidung so schwer.

Das zweite ist ein Grundsatz, den ich schon lange in mir trage. Faule Entwickler sind die besten Entwickler, ist einer der Sprüche, die ich seit vielen Jahren mit mir rumtragen. Ich meine nicht Trägheit. Es geht um konstruktive Faulheit. Diese Faulheit resultiert in einer Suche nach dem einfachen Weg, der eleganten Lösung. Einfach weil sich nicht sein ganzes Leben mit dem Support dieser einen Lösung beschäftigen möchte, was man müsste, würde man es nicht richtig machen. Quick wins oder Shortcuts holen einen immer wieder ein, schneller und heftiger, als man es sich wünscht. Seine eigene Faulheit anzuerkennen und in die richtige Richtung zu lenken, in gute Lösungen, das ist ein Weg.

Das dritte betrifft die Kommunikation mit Entwicklern, wenn man – wie ich – selbst nicht mehr aktiv entwickelt. Wenn man nicht im Wald steht, umgeben von Bäumen, sondern davor. Es ist eigentlich eine Binsenweisheit, die für viele Konflikte in meinem Leben, in meiner Organisation, verantwortlich ist. Die Übersetzung, die nötig ist, um diese Konflikte zu lösen, ist mit ein Grund für die Existenz von mtc. Tier oder Pflanze habe ich das hier vor ein paar Monaten mal genannt, um nur die Konflikte zwischen Supporter und Entwickler mal aufzugreifen. Mit den Benutzer oder Kunden ist das nochmal eine Spur interessanter.

Der letzte Punkt betrifft Coding Richtlinien. Das Thema kommt in dem Text noch ab und zu anders dargestellt vor: schlanke und konstante Schnittstellen, kein Code ist guter Code, sind zwei Sprüche meines Partners Gunnar, die mir dazu fast immer wieder einfallen.

“Simplicity is the ultimate sophistication.” wird Leonardo da Vinci zugeschrieben. Das fällt vielen von uns sooo schwer. Die Schönheit der einfachen Lösung zu erkennen, sich daran zu erfreuen, sie als Ziel zu haben. Das setzt voraus, dass wir die Ursache, den Grund des eigentlichen Problems, das es zu lösen gilt, erfassen. Es scheint so viel einfacher, sich in einem Wald zu verlieren und Schritt für Schritt mehr Bäume zu pflanzen.

Die Verbindung dieser Lektüre mit meinem Umfeld, meiner Arbeit, meinem Denken war gestern sehr spannend und anregend.

Es gab eine zweite Inspiration, die mich gestern stark beschäftigt hat. Der von meinem Freund Tony mir empfohlene Film: Jiro dreams of Sushi. Es gibt so viele Parallelen, die ich entdeckte habe, und so viel Widerstand gegen diese Parallelen. Gutes Handwerk, die Suche nach Perfektion, die Erkenntnis, dass man sie niemals erreichen wird. Der klare Wille, die klare Entscheidung, es jeden Tag neu zu versuchen, auch wenn es doch aussichtslos ist. Ist das Härte zu sich selbst? Oder Kampf? Ja und Nein. Die Tiefe dieser Einstellung zum Leben ist mit dualem Denken nicht zu erfassen. Die japanische Kultur scheint solche Phänomene vielleicht zu erleichtern, oder stärker zu würdigen, als unsere europäische Kultur und Geschichte, die sich eher Helden wünscht.

Und die Verbindung dieser beiden Inspirationen für heute zu entdecken und zu zu lassen, dass wird meine nächste Aufgabe sein. Falls ihr den Text gelesen und den Film gesehen habt, wäre ich gespannt, welche Ideen ihr da habt.

Wünsch Euch einen achtsamen Mittwoch.

Open Sushi

Dienstagspause

Berlin, 14:52, Tag 1085

Heute Morgen hab ich es irgendwie verpasst, hier zu schreiben. Eben fiel es mir ein. Fotos machen ging noch. Themen hatte ich auch schon im inneren Notizbuch gesammelt (Vorstellungen, Ich muss funktionieren, Wirklich da sein). Es schien mir aber ein kleiner Deprianfall im Anflug, so dass ich das Schreiben wohl nicht startete.

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Nun erleichtert, wünsche ich Euch noch einen schönen Dienstag.

Dienstagspause

Montagsfotos

Berlin, 8:11, Tag 1084

Heute Nacht einen sehr konkreten Traum über den Kauf und das Management eines Erholungsgebietes in der Prignitz gehabt. Tankstelle und Hotel waren zu planen, alles sah nach einem neuen Lebensprojekt aus. Spannend. Bin zeitig aufgewacht und hab meine Morgenroutine ruhig abgespult.

Vom die Kleene in die Schule bringen habe ich mal ein paar mehr Sonnenaufgang im Kiez Bilder heute als normal.

Und damit reicht es heute auch schon wieder. Wünsch Euch einen guten Start in die neue Woche.

Montagsfotos

FB Rückblick

Berlin, 8:40, Tag 1083

Heute Nacht mit einem Alptraum aufgewacht. Erinnerungen an einen ehemaligen Mitarbeiter eskalierten, er griff mich halb an. Ich blieb ruhig, dann musste und konnte ich ihn sofort mit Hausverbot rauswerfen.

Bei Facebook habe ich eben in den Erinnerungen gesehen, dass der 7. Februar in den vergangenen Jahren immer ein sehr aktiver Postetag gewesen ist:

Letztes Jahr bin ich Nachts über die Bosphorusbrücke gefahren und hab es aufgenommen. Vor zwei Jahren bin ich mit 75kmh einen Berg auf Skiern hinabgesaust.

Vor drei Jahren schon haben wir unseren Mitarbeiterleitfaden = mtc Betriebsordnung verabschiedet und war am Nachmittag in Bitterfeld.

Vor vier Jahren habe ich über die Macht der Gewohnheiten geschrieben, am Tag 127 meiner Schreibmeditation hier.

Und vor sechs Jahren habe ich diese ungelikte Weisheit gepostet: Simplicity is the ultimate sophistication. ~Leonardo da Vinci.

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Den schönen Sonnenaufgang heute habe ich weiter schlafend verstreichen lassen. Ich sah das Leuchten und konnte mich nicht aufraffen, aufzustehen. Eine halbe Stunde später kann man es noch ahnen.

Wünsch Euch einen tollen Sonntag!

FB Rückblick

Samstagspause

Berlin, 20:15, Tag 1082

Heute mal ne Pause. Hier aber noch ein Bild vom Fliegen vorhin. Der Sonnenuntergang bei Rüdersdorf.

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Schönen Samstag Abend Euch.

Samstagspause