Ich freu mich über den Abschied…

Und „Ich freu mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ sagte Karl Valentin. Ich hab es vor zwei Tagen schon getwittert und jetzt, bin ich aufgewacht – sitze vorm Laptop, höre ein leichtes Klopfen und Rauschen, schaue auf und sehe draussen einen Dunstvorhang und will am liebsten rausgehen und tanzen. Die Pappelblätter begrüßen den Regen freudig winkend. Sie begrüßen alles winkend, dessen Blick auf sie fällt. Nur ein wenig Bewegung der Luft scheint dazu nötig.

Beim Abschied ist’s so ähnlich, er findet statt – ob ich lache, weine, mich leise oder laut freue oder trauere. Aber was ist ein Abschied mehr als ein Winken?

Mit welchen Gefühlen laden wir den Moment der Trennung auf und wodurch entstehen sie?

  • durch das Innehalten, und die Konzentration auf diesen besonderen Moment?
  • durch das Bewusstwerden, wieviel der andere in uns mit uns verändert hat?
  • durch das Gefühle zeigen können, wieviel der andere einem bedeutet, wie sehr man mit fühlt?
  • durch die Anteilnahme, die man erfahren hat?
  • durch die gute Wünsche, für die Zukunft?

Oder lassen wir unsere Gefühle nicht auch durch das Folgende entstehen?

  • durch unsere Hilflosigkeit, nun nicht mehr alles direkt kontrollieren zu können?
  • durch unsere Angst, zukünftigen Verletzungen durch einen „verlorenen“ Schutzschild zu erliegen?
  • durch unseren Hunger, die schönen Momente immer und immer wieder wiederholen zu wollen?
  • durch unsere Verantwortungslosigkeit für uns selbst, die uns nun erst bewusst wird?
  • durch unsere vielen Belohungen, die wir nun nicht mehr direkt vom anderen erhalten können?

Jeder entscheidet selbst! Egal, ob sich frisch Verliebte für zwei Tage verabschieden, ob es ein endgültiger Abschied ist oder ob man einem flüchtigen Bekannten ein schnelles Tschüss zuruft… jeder Moment zählt! Und die Veränderung hat stattgefunden, ob ich will oder nicht und zwar genau die Veränderung, die das Zusammensein der zwei Menschen auch bewirken sollte.

Und diese Veränderung ist unumkehrbar, aber auch nicht wiederholbar. Und genau auf die Veränderung kommt es an!

Ich freu mich über den Abschied, denn wenn ich mich nicht freue, verabschiede ich mich auch.

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