Warum ich kein XING Premium Mitglied mehr bin…

Seit Januar 2004 habe ich bei XING ein Profil hinterlegt, zwischen Mai 2004 und Januar 2010 war ich zahlendes „Premium Mitglied“.

Ich hab x.xxx Kollegen und Kunden in den fast 6 Jahren gesagt, dass Sie mich dort finden, wenn ich grad keine Vistitenkarte dabei hatte. Ich habe xx Freimonate erhalten für die Einladungen, die ich erfolgreich verschickt hatte. Ich habe dort 343 Kontakte 1. Grades angelegt, jeden einzeln! Ich habe das Erwachsen werden von XING bewundernd beobachtet, von openBC zu XING, der IPO, den Corperate Blog. Ich habe den Ausstieg ähh Aufstieg (in den Aufsichtsrat;-) des ‚Webgründers des Jahres 2008‘ Lars Hinrichs auf Twitter live verfolgt.

Aber am 11. Dezember habe ich spontan entschieden, dass XING keine 5,95 €/Monat mehr von mir bekommen wird und gekündigt.

Was war passiert?

Im November liess XING verlauten, dass sie nun die eigenen Statusmeldungen mit Twitter verknüpfen wollen, vielleicht hier oder auch bei Jackson, dem Senior Manager Corporate Development bei XING. Nachdem ich meinen LinkedIN Basis Account erfolgreich mit Twitter verknüpft hatte, wollte ich das nun auch bei XING einrichten… aso, ich erfuhr – das ist noch Beta, da braucht man eine Einladung! Also folgte ich dem angegebenen Twitter Account, der die Einladungen verteilen sollte und habe seitdem nichts von dem Twitter Account oder XING oder Xwitter gehört! Das war aber nur der Auftakt…

Denn ich hörte ich am 9. Dezember die Twitter Folge bei Guerilla FM und mir wurde klar, dass ich – um überhaupt eine Statusmeldung bei Twitter eintragen zu können, Premium Mitglied sein musste. Das führt bei mir zu einer heftigen Gegenreaktion! Denn bei Twitter, Facebook, LinkedIN, Brightkite, Tumblr, Delicious, Foursquare, Posterous, Evernote… und den vielen anderen Seiten gehört die Funktion des Statusupdates natürlich zum (kostenlosen) Basisumfang.

Nur bei XING ist das nicht so, warum nicht? Ich merkte, wie ich anfing mich darüber zu ärgern… und habe mich auf die Suche gemacht, um herauszufinden, wie man seinen Premium Account kündigt:

und eine automatische Bestätigungs Mail später waren – xiiiiiing – 67 Monate zahlende Mitgliedschaft beendet.

Und nun – im Januar – nach Ablauf der Kündigungsfrist – bereue ich meine Entscheidung nicht im Geringsten, schreibe sogar noch diesen Artikel hier!

Denn ich investiere jede Menge, denn ich habe neben dem Mitgliedsbeitrag

  • jede Menge meiner privaten Daten bei XING hinterlegt (meinen kompletten Lebenslauf, meine Adressen und  Erreichbarkeiten),
  • bekannt gemacht, mit wem ich wie oft beruflich und privat in Kontakt bin,
  • das alles auch noch regelmässig (beinahe täglich) kontrolliert und aktualisiert.

Ich habe also XING einen Anteil meiner knappen Zeit und Aufmerksamkeit zur Verfügung gestellt. Der Gegenwert im XING’s Basiskonto gleicht aber einer geschickt getarnten Dauerwerbesendung.

Überall ist zu lesen: Jetzt Premium Mitglied werden oder Nur für Premium-Mitglieder. Es tut mir wirklich leid, XING – aber meine Aufmerksamkeit, meine Zeit und meine Daten sind doch viel mehr wert.

„A customer is only a click away and if you can convert them without forcing them into a price/value decision you can build a customer base fairly rapidly and efficiently.“ Fred Wilson

Ich weiss das, weil ich doch ’nur einen Klick entfernt‘, viel mehr dafür bekomme! Ach, aber macht Euch selbst ein Bild über die Dauerwerbesendung der „XING Basismitgliedschaft“:

Und im Vergleich noch der direkte Konkurrent LinkedIN:

So, nun bin ich’s los…

16 thoughts on “Warum ich kein XING Premium Mitglied mehr bin…

  1. You get what you pay for.
    Nicht bezahlen und sich über Werbung und fehlende Features beschweren klingt etwas kindisch.

    Was genau war jetzt eigentlich die Kritik?

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  2. @Fuchs:

    1. ich zahle und zwar mit der Eingabe und dem Pflegen meiner Daten und Kontakte. Die sind auf anderen Webseiten mehr wert als bei Xing. In anderen Bereichen sowieso, oder schon mal probiert ein Mailing zu machen und dafür xxx valide Adressen zu bekommen? Kostet einmalig ca. 0,50 ct je Adresse, je nachdem wie viele und in welcher Hierachieebene. Und die pflegen sich dann nicht von allein, sondern veralten relativ schnell…

    2. Beschwer ich mich nicht über Werbung oder fehlende Features per se,

    sondern
    2a. über das permanente. dreiste Drängen in die Premium-Mitgliedschaft, in dem z.B. hinter Funktionen nicht die Funktion kommt, sondern die Upgrade Seite.
    Dabei fühle ich mich veräppelt… wenn ich upgraden will, weil ich in den Genuss von mehr Features kommen möchte, dann find ich schon den Knopf. Bin ja nicht ganz doof.
    Wenn aber hinter z.B. „Mobile Export (iPhone,..)“, die Upgrade Seite kommt, dann finde ich das zumindest fragwürdig… und ärgere mich einfach.
    Oder in dem Bilder der Profile gezeigt werden, die meines besucht haben – also Werbung mit den Profilbildern der Mitglieder betrieben wird?!

    und
    2b. im Vergleich bekommen es andere Anbieter weitaus besser hin, mir im Tausch gegen meine Daten und moderate Werbeflächen weitaus mehr Funktionen bereit stellen. Xing Türkei und Spanien z.B. haben vermutlich um Marktanteile zu gewinnen, weitaus mehr Funktionen in der kostenlosen Basisvariante. Das zeigt mir, dass hier nach dem Erreichen eines gewissen Status in Deutschland, wohl keine wirkliche Notwendigkeit mehr besteht, eine wettbewerbsfähige Anwendung bereit zu stellen – das verurteile ich nicht, ich stelle das nur fest!

    und
    3. wollte in diesem Zusammenhang eben einfach auf eine weitaus mächtigere, weniger penetrante Form des Online Networkings bei LinkedIn aufmerksam machen.

    Dort kriege ich: much „more for less“!

    Warum soll ich nicht darüber schreiben und das anderen auch empfehlen, dass es einen Klick weiter besser ist… Zumal LinkedIn, zwar nicht an der Börse, aber ein profitables Unternehmen mit einer ca. 10 mal größeren Nutzerbasis und einer weitaus internationaleren Ausrichtung ist.

    Hoffe, ich konnte aufklären!?

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  3. Ja, sie konnten mich fast darüber aufklären, dass es sich um LinkedIn-Werbung handelt. Aber das will ich ja niemandem unterstellen 🙂

    Aus dem Artikel ging jedenfalls hervor:
    Den Premium-Dienst nutzen Sie nicht mehr, weil der Nicht-Premium-Dienst so etwas unsinniges wie Twitter-Statusmeldungen nicht unterstützt.
    Ahja.

    Das Aufrechnen des Profits, den ein Unternehmen mit meinen Daten erzielt sowie den Verlust an Anonymität gegen den Vorteil, den ich durch die Nutzung des Dienstes habe, muss letztlich jeder User selber vornehmen.

    Ich könnte ja Google (Mail,…), Facebook, Twitter etc. pro Nutzung und Datenspur 2 Cent in Rechnung stellen. Sonst machen die am Ende noch Profit.

    Das XING nicht für Nicht-Zahler evtl. weniger attraktiv geworden ist, mag durchaus sein. Die Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass sie sich am Markt orientieren. Wenn plötzlich alle User weglaufen, dann werden sie handeln. So oder so.

    Wer jedoch mit XING mehr als nur Ex-Kollegen und Freunde verwaltet, der schreckt wohl kaum vor Kosten in Höhe einer Pizza Margherita pro Monat zurück.

    Am Ende steht jedoch fest: Es ist völlig irrelevant, ob jemandem eher Xing, LinkedIn, Orkut, Plaxo oder was auch immer besser gefällt. Zum Glück hat jeder die freie Wahl.

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    1. Jawoll, ich wollte die Hintergründe/ Umstände meiner freien Entscheidung gegen Xing-Premium für LinkedIn-Basis aufschreiben… nicht mehr und nicht weniger!!!

      Ich denke, dass die Innovationskraft von Xing stark nachgelassen hat! Soweit ich mich richtig erinnere, hat Xing ca. 70 neue Mitarbeiter allein in 2009 zu verdauen (auf 270) und scheint zu viel mit deren Integration – also sich selbst – statt mit ihren Kunden beschäftigt zu sein.

      Ich würde mich sehr freuen, wenn Xing auf diese Signale reagieren würde und sich nicht mit seinen zahlenden Mitgliedern ein-igelt, stehen bleibt und schliesslich überholt wird… sondern wieder ein paar mehr PS auf die Strasse bringt!

      So lange ich darauf warte, möchte ich beobachten und lernen – wie Networking auf internationaler Ebene, kultur übergreifend funktioniert u.a. bei LinkedIn.

      Und ich hab LinkedIn nicht um Erlaubnis gefragt, für sie zu werben in meinem privaten Blog!

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  4. Danke für den gut aufgemachten Beitrag – der „Werbeflächen-Vergleich“ bringt es auf den Punkt. Vermutlich werde auch ich meinen Account komplett kündigen.

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  5. Nun ich hatte auch vor 3 Monaten meine Mitgliedschaft auch von Premium auf Basis umgestellt. Jetzt bekomme ich laufend Angebote die Mitgliedschaft wieder einzugehen. Aber aus 5,95 Euro sind 7,95 Euro geworden und mittels 20% Offer kommt man dann knapp wieder auf den alten Wert aber man muß mindestens 12 Monate Mitgliedschaft abschließen :). Ein Kundenfang, wie man ihn sonst nur aus der Mobilfunkbranche kennt.

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    1. seit ich diesen post verfasst habe, überlege ich jede woche (also immer, wenn ich 1xWoche doch nochmal xing checke), dass ich endlich ganz da raus muss. es ist soooo konservativ und wie du schreibst, noch viel aggressiver geworden. es ist mir so peinlich dort, ich schäme mich fremd! aber viele meiner „alten kontakte“ sind nur dort, weil sie angst oder vorbehalte vor facebook und linkedin haben, ich verstehe das nicht wirklich…

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