Monat: September 2010

tagebuch

Freiheit

Über Jonathan Franzens neues Buch ‚Freiheit‘ (Affiliate Link)

…ssssssst, 600 Seiten in knapp drei Tagen!

Nach ca. 120 Seiten in den zwei Wochen davor, hatte es mich nun voll erwischt. Das Buch ist: ja, wie soll ich sagen, ein herrlich zu lesendes, sehr beeindruckendes Stück amerikanischer Gegenwartsliteratur.

Die Familiengeschichte der Berglunds berührt unglaublich viele sehr aktuelle Themen… sie enthält Charaktere, in deren Facetten sich wohl jeder wieder erkennen kann. Es ist selten überraschend (einmal dafür um so mehr), aber man möchte immer näher dran, beim Leben dabei sein. Es gibt – jeden Moment – die Hoffnung, dass Sie ihrem Schicksal doch noch irgendwie entgehen können. Oft ist die eigene Analyse so klar, dass man schmerzlich, sehr schmerzlich mit empfinden darf, wie und warum es dann doch kaum jemand schafft, sein Leben doch noch ins Positive zu drehen.

Der versöhnliche Schluss des Buches über die Freiheit und die reihenweisen „Fehler“ hinterlässt mich tief beeindruckt, tief berührt vom Leben in unserer Zeit. Das ist für mich richtig grosse, ganz grossartige Literatur. Sie erzählt von dem, was mich bewegt, was ich täglich lese, was ich hin und wieder selbst beobachte, sogar darüber, was ich manchmal (oder oft?) tue und auch nicht tue… ein ganz tiefer Blick ins Herz der heutigen ersten Welt und des heutigen Amerikas!

Wer hat’s auch schon gelesen, was denkt Ihr darüber?

Belediye Başkanı heisst Bürgermeister…

Vorgestern hab ich mich endlich getraut, den Bürgermeister von Zeytinli zu fotografieren… eines dieser Dinge die ich tun muss, ohne wirklich erklären zu können warum.

Zeytinli ist ein türkisches Olivendorf, mit Strandsiedlung und kleinem Landkreis drumherum. 15.000 Einwohnern tummeln sich in der Provinz Edremit. Dazu hat es einen Nationalpark in den Bergen,  ein jährliches Rock Fest und ein Storchennest auf der Moschee.

Zeytin heisst „Olive“, Zeytinli heisst „Mit Oliven“ und ist voll zutreffend – in und um dem Dorf dreht sich alles um Oliven, der ganze Landstrich um Edremit ist voller Olivenbäume, die Region ist in der Türkei bekannt für seine tollen Oliven und Olivenöle…

Hasan Arslan, seit letztem Jahr Bürgermeister hier, lies mich in diesem Jahr in sein Rathaus und ich konnte dort alles fotografieren… meine kleine erste Auswahl findet sich auf meinem Flickr.

Hier im Post aber mein Favorit, Hasan in *ickschwöre* wirklich zufällig gleicher Pose wie Atatürk über ihm…

Hasan hat meine vorurteilsbehafteten Erwartungen voll übertroffen: statt einer kopftuchtragenden älteren Tee- und einer kopftuchlosen jüngeren Vorzimmerdame – wie sonst eher üblich im mittleren und gehobenen Management in der Türkei – gabs nur einen schwerhörigen Teaboy, der ein ganz ausgezeichneter, aufmerksamer Gastgeber war und ebenfalls Hasan heisst. Herzlichen Dank an die beiden Hasans für die aufregende Stunden im Rathaus von und in Zeytinli!

Letztes Jahr hab ich bereits Bilder vom durch Hasan regierten Dorf und seinen Bewohnern gemacht.

Spass beim Wasserrohrbruch…

Brotgetriebener Anlasser mit Ellenbogenzündung…

Neidobjekt auf der Dorfstrasse…

Örtliche Tankstelle und Storchenmoschee…

Ich komme wieder… 😉

tagebuch

Alles wird anders…

Ich hab ja nun nicht wirklich viel in meinem Blog veröffentlicht, aber ich kann die Gedanken von Don Dahlmann in diesem Artikel hier super nachvollziehen. Auch in meinem viel kleineren Rahmen mach ich mir die gleichen Gedanken…

Ich habe diese Woche hier ja genutzt, um jeden Tag zu posten – um zu schauen, wieviel Arbeit das ist, welchen Anspruch ich hier an mich habe. Und eigentlich müssten GReader und Tumblr und auch Facebook irgendwie mit hier den Blog rein, Friendfeed scheidet dafür aus, Tumblr ginge, ja aber… nuja mal schauen! Mir gefällt sehr, dass mein Blog hier – eben wie Don schreibt – die gedankliche Verlängerung dessen ist, was das Leben und das Netz mit mir anstellt. Und ja, alles wird anders… immer wieder, jeden Tag!

tagebuch

Mitm Por___sche nach Brü___ssel…

Seit letzter Nacht ist die Google Instant Search aktviert, was bedeutet … dass bei jedem Tastendruck sofort eine Suchanfrage losgeschickt wird – die (wie bisher Vorschläge zur Vervollständigung des Wortes einblendet) nun aber brandneu: die Ergebnisse auch instant liefert! Das funktioniert hier sogar mit Internet über Cellphone mit 3G in der Türkei ganz gut, wobei es sich einmal wegen zu langsamer Verbindung automatisch abgeschaltet hat.

Gestern abend und auch jetzt noch ist Twitter und der Rest vom Realtimeweb voll von Liveberichten, Livetests und ersten Stellungnahmen direkt während der Google Presskonferenz, es wurde eben der übliche ganz grosse Silicon Valley Hype entfacht…

Google Instant ist erst mal nur in USA, UK, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Russland gestartet und auch nur für angemeldete Benutzer.

Ich hab mir mal die kleine Mühe gemacht, zu dokumentieren welche Suchergebnisse bei Eingabe des ersten Buchstaben hier in Deutschland und bei meinem Google Konto erscheinen…

a: amazon, ard, aldi, amazon.de
b: bild, bahn, bild.de, bahn.de
c: chip, charts, chefkoch, chip.de
d: das örtliche, deutsche bahn, dhl, duden
e: ebay, ebay.de, edeka, expedia
f: facebook, facebook.de, freenet, firefox
g: gmx, gmx.de, google maps, gelbe seiten
h: h&m, hermes, hotmail, h und m
i: ikea, icq, itunes, icq2go
j: jappy, jobbörse, java, jappy.de
k: kino.to, kicker, kalender, kik
l: leo, lidl, lotto, lufthansa
m: meinvz, maps, msn, mobile
n: netto, ntv, neckermann, nokia
o: otto, o2, obi, open office
p: postbank, paypal, post, praktiker
q: qvc, quoka, quelle, quoka.e
r: routenplaner, rtl, real, ryanair
s: svz, saturn, skype, spiegel
t: telefonbuch, t-online, tv-programm, tchibo
u: ups, uhrzeit, uci, unheilig
v: vw, vodafone, vlc, vrr
w: wetter, web.de, web, wetter.de
x: xing, xbox, xampp, xfire
y: youtube, yahoo, youtube.de, yahoo
z: zdf, zalando, zitate, zara

Es handelt sich fast nur Marken und bekannte Webseiten, dann mit weitem Abstand ein paar Begriffe aus der Tech Welt.

Ein einiziger Begriff hat es in die Liste geschafft, der nicht damit zu tun hat:

„unheilig“ ???

mir ist das fast schon ein wenig unheimlich, hat das vielleicht irgendwas mit Google’s Motto: „don’t be evil!“ zu tun?

Übrigens bekommen selbst (und vermutlich häufig gesuchte) unanständige Wörter wohl wenig Chancen neben den viele AdWords Kampagnen schaltenden Marken… Google Instant trifft saubere, jugendfreie Vorhersagen und Interpretationen dessen, was ich wohl suchen möchte!

Probiert’s doch mal selbst aus… 🙂

Und hier noch die vollständige Galerie der A-Z Screenshoots fürs schnelle Durchklicken…

Diese Diashow benötigt JavaScript.

tagebuch

Three Word Wisdom…

Dharmesh Shah wrote in his OnStartups Blog on a Friday early this year a not too seriously meant list of the shortest possible StartUp advice he could think about.

He said, he likes wordsmithing a lot and tried to put his best startup advice in three words only, he called it triplets. His list you can see here – including over 1.000 more of these triplets in the comments section. Even THE Guy Kawasaki commented and added his own advice.

Today I pulled all these triplets together in one huge list, cleaned spam and the 4 and 5 and more word wisdom… and I really got excited about this… What I had to do first, was to extract the top 23 triplets with 3 or more citations in the comments. ‚“Watch your cash.“ , „Watch every penny/dollar“ (8x) and  „Cash is king“ (5x) deserved the Number One together. For me, it just gives a great insight in the american way of thinking and doing StartUps or generally business:

  1. Cash is king. (13x)
  2. Believe in yourself. (9x)
  3. Keep it simple. (7x)
  4. Never give up. (7x)
  5. Learn from mistakes. (5x)
  6. Keep it fun. (4x)
  7. Love your work. (4x)
  8. Always Be Closing. (3x)
  9. Do it yourself. (3x)
  10. Do your best. (3x)
  11. Don’t ask permission. (3x)
  12. Don’t be Evil. (3x)
  13. Don’t give up. (3x)
  14. Follow your passion. (3x)
  15. Just Do It. (3x)
  16. Lead by Example. (3x)
  17. Less is more. (3x)
  18. Pay it forward. (3x)
  19. Ready, fire, aim. (3x)
  20. Think like customer. (3x)
  21. Trust your gut. (3x)
  22. Trust your instincts. (3x)
  23. Walk your talk. (3x)

And dont miss my own list of the favorites:

  1. Always stay foolish.
  2. Always make meaning.
  3. Sit and breathe.
  4. Eat sleep design.
  5. Less is more.
  6. Break the rules.
  7. Focus or fail.
  8. Connect the dots.
  9. Do not procrastinate.
  10. Forget hiring family.
  11. Sales fixes everything.
  12. Stop reading lists. 😉
tagebuch

Mein Netzwerk…

Ich lebe in und durch ein Netzwerk aus Beziehungen mit anderen Menschen. Die Art und Intensität der Beziehungen unterscheiden sich. Je intensiver und häufiger ich dabei in Kontakt bin, um so enger ist das Netz. Eben wie bei einem Spinnennetz. Es gibt dort Aussenbereiche, die nicht so tragfähig wie das Zentrum sind: dort ist das Netz grobmaschiger, die Fäden sind dünner und dadurch nicht so belastbar. Hier der Versuch einer Kategorisierung:

1. Ring
Mein engstes Netzwerk. Hier sind enge Freunde und die Familie, mit denen ich teilweise mehrmals täglich über verschiedene Kanäle kommunizieren. Es handelt sich um 2 bis 5 Personen die ich hauptsächlich persönlich oder übers iPhone, mittels Anrufen und SMS kontaktiere.

2. Ring
Mein eigentliches Netzwerk. Hier befinden sich zum einen meine Kollegen – mein Team bei mtc, mit dem ich teilweise ebenfalls mehrmals täglich kommuniziere. Ich schätze, dass ich mit ca. 10 von insgesamt aktuell 40 mtc Kollegen regelmässig eMails austausche, Jira Tickets kommentiere, telefoniere, chatte bzw. persönlich in Regel- oder AdHoc Meetings spreche.
Zum anderen sind hier im Ring 2 aber auch Menschen, mit denen mich ganz bestimmten Themen intensiv verbinden und die (noch;-) nicht zum mtc Team gehören. Es gibt viele verschiedene berufliche und private Projekte, die mich zu jeder Zeit beschäftigen. Allerdings ist die Fluktuation hier höher, es finden schon mal längere Projektpausen statt, und meine Reisetätigkeit von und zu persönlichen Treffen ist hier wesentlich höher. Es werden auch meist andere Tools zur Kommunikation, z.B. Facebook Mail/Chat und Twitter benutzt. Die Anzahl der hier aktiven Kontakte schwankt zwischen 3 und 25 und rekrutieren sich aus dem nun im folgenden beschriebenen Ring 3.

3. Ring
Mein erweitertes Netzwerk: Menschen die ich jederzeit anrufen kann, bei denen ich jederzeit einen Termin kriege, die sich sofort an mich erinnern, mit denen ich bereits gearbeitet habe, mit denen mich gemeinsame Erlebnisse verbinden und denen es mit mir genauso geht, mit denen ich unregelmässig Kontakt habe. Ich schätze frei, das dies auf bis 200-300 Menschen zutrifft.

In meinem Adressbuch sind so ca. 600, im mtc Adressbuch 1.400 Namen, in den anderen Töpfen kommen bestimmt nochmal 2.000 dazu. Menschen, die ich mal getroffen habe mit denen ich mal Mails ausgetauscht habe, deren Daten ich nun „habe“ und den jeweiligen Kontext ich schnell erinnere. Aber ich denke, nur die Kontakte der  3 Ringe leben mit mir, irgendwie neben mir, in meinem Netzwerk.

Quellen:
Dank an
Anthony Owen von der Guerilla Marketing Group – für seinen Podcast Folge 57 von Guerilla FM und an Stefana Broadbent für Ihren tollen Vortrag auf der NEXT10 die diesen Artikel angeregt haben sowie an Hans-Jürgen Becker für das Bild unter cc.

tagebuch

Meine Kontakte…

Einer meiner Kontakte in meinem MacBook Adressbuch, bzw. aus dem iPhone, ist auch in Xing und LinkedIn, er hat einen Skype-, Twitter- und Facebook Account. Er schreibt mir alle paar Monate mal ne Mail, meist wenn sein aktuelles Projekt kurz vorm Abschluss ist. SMSe kriege ich keine, aber manchmal ne DM auf Twitter, er hat mich letztens abends mal auf Facebook angechattet, in Skype seh ich, ob er Online ist. Zu seinem Geburtstag ruf ich ihn auf seinem Handy an, wenn ich dran denke. Er hat 2009 bestimmt ne Weihnachtskarte gekriegt und ne Einladung zum letzten Sommerfest auch. Sonst haben wir nicht mehr viel miteinander zu tun, oder anders:

Im iPhone, im MacBook, im iMac, in MobileMe und in Google My Contacts sind jeweils 586. In GMail/Google Other Contacts sind 110, in Notes unter Recent Conversations sind 1.483, in Xing sind 367, in Linked sind 160, im mtc Adressbuch sind 1.394, in Twitter folgen mir 373, ich folge 362. Im GReader/Google Contacts sind 370, in Facebook sind 292, im Familienexcel sind 42, in Skype, Flickr, Tumblr, Foursquare, Youtube und in WordPress – und wer weiss wo noch – sind sie auch: meine Kontakte, Tendenz überall steigend.

Dazu kommt, dass das MacBook immer versucht mit Xing übers PlugIn, mit Google übers Adressbuch und mit MobileMe zu syncen. Das iPhone kriegt von MobileMe die Kontakte, und bindet die von Facebook auch ein. Der iMac im Büro synct wunderbar mit MobileMe. Und ab und zu importiere ich mal LinkedIn, mtc Adressbuch, Facebook, Twitter, Skype… meist manuell über den Umweg über Outlook und bleibe dann beim Bereinigen und Sortieren nach ner Stunde oder auch zwei stecken und nehme mir vor, dass wirklich bald mal wirklich aufzuräumen – wenn ich Zeit hab. Und der Schatz – der dicke Ordner mit den echten Visitenkarten, schön chronologisch einsortiert seit 1991 – den gibt’s ja auch noch…

Das updaten, synchronisieren, ausprobieren – und immer wieder anfangen, Ordnung in den Kontakten zu schaffen – ist schon seit vielen, vielen Jahren Teil meines Arbeitslebens, genauso wie das installieren, ausprobieren und kritische Benutzen von Software oder Tools für Problemlösung und zum Ordnung schaffen einen Teil ausmacht. Ja, es ist sogar Teil meiner Profession und einige bereits bezahlte Konzepte, in denen beschrieben ist, wie Verzeichnisdienste zu implementieren sind und optimal gepflegt und benutzt werden können, finden sich in meinen Ordnern.

Die Verwaltung meiner eigenen Kontakte kostet einfach meine Zeit und meine Hirnkapazität. Es gibt nicht die eine Lösung, es gibt „nur“ Werkzeuge, die mir beim Erinnern helfen: wann habe ich die Daten wo abgespeichert, wie aktuell sind sie und wie finde ich sie am einfachsten jetzt(!).

Alle Heilsbringer, Wunderheiler, eierlegenden Wollmilchsäue und alle „One, to rule them all…“ Tools für das Thema (persönliches) Adressmanagement, die bisher aufgetaucht sind, haben sich im Laufe der Jahre wieder verabschiedet. Nur zwei sind geblieben: das Mobiltelefon, welches seit 3 Jahren ein iPhone ist, ist die eine tragende Säule – und meine eMail Archive sind die andere! Die sind die Pflicht, alles darüber hinaus ist die Kür!