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Meine erste Podiumsdiskussion (auf der PATINFO 2011)

Letzten Donnerstag habe ich an meiner ersten Podiums-Diskussion teilgenommen. Organisiert und eingeladen hatte mich netterweise Fr. Dr. Kirch-Verfuss von Wissenswert für die diesjährige PATINFO. Durch sie vorbereitet wurden fünf Fragen zum Them „Softwareunterstützung in der Patentinformation“, mit denen die 75 Minuten dauernde Veranstaltung im Vorprogramm der größten und traditionsreichsten, deutschen Patentkonferenz strukturiert werden sollten:

  • Welche Möglichkeiten für die Patentarbeit eröffnet Ihr Produkt den Nutzern?
    (max. 3 x 10 Minuten Vortrag)
  • Welche Daten werden für die Recherche/Überwachung angeboten?
  • Welche Funktionen zur Handhabung der Ergebnisse aus Recherchen und Überwachungen sind vorhanden?
  • Welche besonderen Funktionen sollten hervorgehoben werden und was ist der Hauptnutzen?
  • Wohin geht es?
    für 2. – 5. jeweils ca. 3 x 2 Minuten Kurzstatements.

Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren Hr. Knust von eidologic.de, Hr. Wagner von s4ip.de und ich von deparom.de.

Da wir Teilnehmer uns auf einer Web-Ex Konferenz vor zwei Wochen kennen gerlernt hatten und wir ebenfalls noch letzte Woche mit Fr. Dr. Kirch-Verfuss abgestimmt hatten,  hatte ich mich bereits ungewöhnlich gewissenhaft auf die 5 Fragen vorbereitet und knapp 5 Seiten mit Stichpunkten und Argumenten gesammelt.

Am Morgen der Podiumsdiskussion war ich dann doch ziemlich aufgeregt und habe mir gedacht, dass es doch doof ist, wenn man mit 5 Blättern blätternd auf dem Podium sitzt und habe noch vor dem Frühstück begonnen, mir einen Abstrakt in meine Kladde zu machen, damit hatte ich dann nur noch 2 Doppelseiten. Dann habe ich darin die Highlights markiert mit meinem Textmarker, damit ich die wichtigen Punkte auch im Stress auf der Bühne schnell finden kann. Herr Wagner wollte unbedingt eine Präsentation zeigen, um sein Produkt zu erklären, so dass auch ich meine Produktpräsentation noch mal durchschaute, den Titel aktualisierte, ein paar Slides löschte und sie dann auf einen USB Stick gespielt habe – man weiss ja nie – ich wollte auf alles vorbereitet sein.

Beim Frühstück erklärte mir mein lieber Kollege Dieter erst mal, dass ich noch die diesjährige DEPAROM User Group Meeting eröffnen dürfe *uff*, darauf war ich nicht vorbereitet, lief dann aber doch ganz gut und gab Selbstvertrauen, dass ich mit dem richtigen Fuss und genügend Schlaf aufgestanden war.

Ich hab mich dann schnell verabschiedet und bin vom Hotel zur Festhalle gelaufen, denn mir ging folgendes durch den Kopf:

Die Zuhörer werden sich neben dem generellen Eindruck ja doch nur ein paar Stichworte merken. Was sollten diese Stichworte eigentlich sein? Angekommen, habe ich noch mal meine Notizen durchgelesen und auf der letzten Seite folgende fünf Worte notiert:

Auf der rechten Seite standen ein noch paar Worte von der Vorbereitung auf die letze Frage zum Ausblick „Wohin geht es?“ hatte ich: u.a. Open Data, API, ‚Ende der Datensilos‘ und ‚Big Data können auch wir‘ notiert.

Und nun war diese Seite die einzige, die die ganze Zeit während der Diskussion offen vor mir lag. Dabei habe ich zwei Dinge versucht, als die Fragen dann gestellt worden sind: 1. an meine Vorredner, also die Antwort der Konkurrenten anknüpfen, Gemeinsamkeiten herausstellen oder Unterschiede betonen. Und 2. die Frage zu beantworten und dabei die Stichworte einbauen und siehe da, immer wenn ich etwas hing, fiel mein Blick hilfesuchend auf die Kladde und so kam es, dass ich fast in jedem meiner 6 oder 7 Statements dann meine Stichworte unterbringen „musste“.

Gegen Ende, als die Diskussion auch durch das Publikum etwas lebendiger wurde, habe auch ich mehr politische Statements mit meiner Meinung losgelassen. Das ging in etwa so:

Auch wenn ich mir hier selbst das Wasser abgrabe, ich glaube an das Ende der Datensilos, wie es sie heute gibt. Die Technologien sind doch alle schon entwickelt, um Patentinformationen aus dem Silo zu holen und auch fuer Nicht Patentexperten zugänglich zu machen. Und damit meine ich zugänglich für Ingenieure, Forscher, die Entwickler und die sogn. interessierten Dritten, die gar keine Ahnung von den den ganzen Patent Dingen zu haben brauchen, die wir hier auf dieser Konferenz uns so aufwendig angeeignet haben. Den Featurekrieg kann man doch nicht gewinnen als kleine Firma und auch als nicht mehr ganz so kleine Firma, wie wir es mittlerweile sind. Darauf möchte ich mich nicht mehr einlassen.

Offene Systeme, die superschnell sind und die dem Plattform Gedanken folgen, die also einfach dabei helfen, dass andere ihren Job besser machen können, denen gehört die Zukunft!

  1. Hab Ich #

    Und wie war das Feedback vom Publikum bzw. von den anderen „Podisten“ auf so eine – doch eher provokante – These?

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    15. Juni 2011
  2. Das spannende war ja, dass Hr Knust von Eidologic mir die Vorlage dafür mit folgendem Statement gab:
    – die Anwendungen der Ämter werden immer besser, die Kosten für die Daten werden weiter sinken
    – z.B. Anti-Spam Software ist mittlerweile so gut geworden im Erkennen von Pattern, wenn das für die Patentrecherche genutzt wird, dass wäre toll…

    Ich hab das ja nur weiter gedacht und ausbewalzt.

    Die Reaktionen waren natürlich gemischt… eine Dame (Vertrieblerin der Konkurrenz) redete energisch dagegen, andere schauten nur verblüfft oder ungläubig. Eine Einladung (ob ernst gemeint wird sich herausstellen) zu einem Vortrag auf einer anderen Konferenz habe ich bereits erhalten. Eine Journalistin sprach mich an, dass sie an meinen provokanten Thesen interessiert sei.

    Also ich fände es toll, wenn eine Debatte entstehen könnte, mit denen die Branche auf die Trends oder meinetwegen auch Hypes um Soziale Netzwerke, Open Source, Open Data, Cloud Computing und Crowd Sourcing reagiert und ein paar Antworten findet auf die ja immer gleichen Herausforderungen: Qualität, Backlog, Missbrauch – also Verbesserung des gesamtgesellschaftlichen Nutzens von Patentinformationen!

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    15. Juni 2011

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  2. Im Tal der Ernüchterung… #PATINFO13 – Herr Krueger
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