Monat: September 2011

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Neues Theme für herrkrueger.de

Musste gestern spontan das Design hier mal austauschen. Ich werd meinem Blog ein schickeres Zuhause bereiten in den nächsten Tagen und habe gestern einen ersten Impuls fürs Machen genutzt.

Der Meldung über den neuen Android Kindle folgend…

…bin ich über ein Video zum neuen Browser Amazon Silk gestolpert und hab gesehen, dass Amazon wirklich ein WordPress Blog hier eingerichtet hat, mit einem allerersten Post. Das dort verwendete Theme Headlines von WooThemes fand ich auf Anhieb spannend, hab es mir dann etwas genauer angeschaut und bemerkt, dass die Themes echt einen Wahnsinnssprung gemacht haben. Als es dann noch bei wordpress.com als Theme verfügbar war: zack, erledigt und mit den Standardeinstellungen aktiviert… nun werd ich in den nächsten Wochen mal schauen, was alles so machbar ist für einen „Anwender“ wie mich.

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Facebooks neues Timeline Profil

Gleich heute morgen – noch beim Duschen – fiel mir die gestern Abend gestartet f8 Konferenz ein und ich freute mich schon auf das Aufklappen des Laptops.

f8, das ist die jährliche Facebook Konferenz, die ich immer mit Spannung erwarte und die – so scheint mir – auch für Facebook extrem wichtig ist, weil sie erstens dazu dient, neue Dinge vorzustellen – sich also Aufmerksamkeit und Lob für die Arbeit des vergangenen Jahres zu holen und zweitens die Reaktionen dann, die zukünftige Entwicklung maßgeblich mit bestimmt. Wer ausserdem mal geniale amerikanische Selbstvermarktung erleben möchte, der sollte sich die Videos einfach mal anschauen, die Jungs und Mädels verstehen sich echt auf die Erzeugung von weitreichenden „Reality Distortion“ Feldern.

Bei Pete Cashmore, dem 26jährigen Gründer von mashable.com… ähmm, nein, eigentlich eher bei seiner Freundin und Camera+ Macherin Lisa Bettany ist mir das neue Timeline Feature von Facebook zuerst ins Auge gefallen, ganz schnell habe ich der Anleitung auf Mashable gemäß, die App eingerichtet und berechtigt und bin dabei kurz vor Ehrfurcht erstarrt, als ich mir die Open Graph Gestaltungsmöglichkeiten angeschaut habe… das ist so genial, das ist einfach unglaublich genial, was dort abgeht.

Hier nun einfach ein paar Screenshots kommentiert, das muss heute festgehalten und gepostet werden. Für mich sind solche Tage echte Meilensteine der digitalen Revolution, in der wir uns gerade befinden. Mit der Vernetzung von über 800 Millionen Menschen in einer einzigen Anwendung beginnt ein neues Zeitalter… diese Entwicklung ist un-umkehrbar und Facebook ist massgeblich daran beteiligt, ob man nun bei Facebook ist oder nicht, ob man Facebook mag oder nicht. Facebooks Ingenieure setzen neue Maßstäbe: technologisch und sozial.

Los gehts:

Also wenn man der Anleitung folgt erzeugt man eine neue Anwendung und bearbeitet die Open Graph Einstellungen für die Anwendung. Dabei hab ich diese Einstellungsmöglichkeiten für neue Anwendungen das erste Mal überhaupt gesehen und bin mehr als beeindruckt.  Man kann die Activity Stream – bzw bei Facebook ja eher Newsfeed – Einstellungen komplett und frei konfigurieren, das geht soweit – dass man die Zeit-, Einzahl-, Mehrzahlformen der Verben des Activitystreams ausserhalb der Anwendung frei definieren und damit jederzeit supereinfach ändern kann. Das alleine ist der Kracher, wenn man darüber nur ein wenig nachdenkt…

Das hat alles nur indirekt was mit der neuen Profil Timeline zu tun, aber zeigt es doch die technologischen Grundlagen oder auch Informations Architektur, nach der die Anwendungen aufgebaut sind und nach denen auch die neue Timeline funktioniert. Die Jungs bei Facebook denken offen und verteilt… verstehen alles was sie tun, immer auch als Plattform für andere Entwickler, das ist der Ausgangspunkt aller ihrer Überlegungen. Sie setzen damit meiner Meinung die neuen Standards fürs Web – die in Ihrer Bedeutung ähnlich wichtig sind, wie Netscape vor 17 Jahren einen „neuen Standard“ mit der Veröffentlichung des ersten Web Browsers geschaffen hat. Und egal, ob man das mag oder nicht… es passiert grade, die Erfindung ist nun in der Welt und wird nicht mehr weggehen, ob Facebook erfolgreich damit sein wird oder nicht, ist dabei völlig zweitrangig. Diese Art sich selbst als Plattform zu denken, die Art tief sozial integrierte Anwendungen zu schaffen ist das revolutionäre dabei!

Das sieht man auch hier an der Zusammenfassung der OpenGraph Einstellungen: Action Type, Object Type und deren Aggregationen kann man hier sehen. Dabei denke ich an die Standardisierungsbemühungen von u.a. Chris Messina für den Activity Stream, die ich voll unterstütze – ich wünsche mir sehr, dass die grossen Social Networks diese Standards in Zukunft integrieren, so dass die Kultur des Teilens und Offenheit auch anderen Anbietern ermöglicht wird.

Ok, zurück zur Time Line: nach der Einrichtung der App und einem Kaffee bekomme ich die Einladung zur Beta Version, die ich natürlich mit einem freudig gespannten Klick auf „Get It Now“ bestätige.

Hier ist sie also: man achte vor allem rechts oben auf die Zeitlinie, dort kann man einfach drauf klicken und bekommt nach wenigen Augenblicken die Posts, Bilder und Aktivitäten des jeweiligen Jahres angezeigt, super smooth und elegant gemacht… all mein Facebook zum Durchscrollen entlang einer Zeitline. Das ist doch einfach nur genial gemacht…

Das neue Statusbox sehe ich auch etwas skeptisch. Viele werden sich daran aufhängen können bzw. werden viele Menschen, die das nicht reflektieren und nicht wissen, was sie hier auf Facebook eigentlich tun, wieder noch mehr Informationen in die Anwendung tippen, als ihnen gut tut. Die Einstellungen zu Privatsphäre sind schon komplex geworden, die Pflege von Listen ist auch noch nicht Jedermanns Sache. Aber natürlich ist das letztendlich einfach nur konsequent, was hier gemacht wird mit der Statusbox. Neben dem klassischen Status, Photos und den Orten gibt es jetzt neu noch fünf Symbole. Wenn man auf die klickt, kriegt man Anregungen für Ereignisse, die es wert sich mit seinen Freunden und Bekannten (mit seinem Netzwerk) geteilt zu werden. „Hatte eine Operation, brach mit einen Knochen, bin verlobt, bin verheiratet, füge ein Auto hinzu, habe ein Haus gekauft…“ usw. ja, das ist einfach nur konsequent.

Zwei Gedanken hatte ich sofort: mein letzter Knochenbruch – toi toi toi war 1990, da gabs noch nicht mal Internet. Ich hab also noch keine Chance, den dort zu erfassen… und zweitens sicher etwas makaber: dem Schreiber meiner Grabrede wird es echt leicht fallen, ein paar Anekdoten aus meinem Leben einfliessen zu lassen. Spiegel titelt grade: Facebook will Lebensarchiv werden und bedient damit einfach nur Vorbehalte… ich glaube, dass die Redakteure beim Spiegel es wirklich schade finden, dass sie nicht mehr die einzigen Chronisten unserer Zeit sind, sondern man bei einem Rückblick nun nicht nur noch Zeitungsartikel, sondern auch Blogposts und Statusmeldungen haben kann. 

Und wieder zurück zur neuen Time Line. Bis zum 30.9.2011 ist die Timeline in der Betaphase, ich kann sie nun durch gehen und unliebsame Posts verstecken oder eben andere Hervorheben, das ist wie fast immer bei Facebook einfach und elegant gelöst, an der richtigen Stelle mit wenigen Klicks erreichbar, sehr einfach und intuitiv.

Und so sieht meine fertige Timeline nun aus… sehr schick, oder?

Wer auch schon mal schauen möchte, einfach dem Link zur How To Artikel von Mashable folgen. Und wer das nicht möchte, diskutiert mit mir vielleicht hier in den Kommentare oder drüben auf Facebook warum nicht… freu mich drauf!

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Wer baut endlich eine API für meinen Supermarkt?

Warum kann mir mein Supermarkt nicht sagen, wann ich das letzte Mail wieviel wovon einkauft habe? Er könnte das, aber er versteckt diese Daten vor mir – in seinen Kassen-, Warenwirtschafts- und Logistiksystemen. Die Daten, die ich bei jedem Einkauf produziere: was genau womit, wie teuer, wo und wann ich gekauft habe, das verschwindet aber nicht einfach – es verschwindet nur vor mir, dem Kunden. Ich kann meine ganz persönlichen Daten nicht einsehen, habe keinen Zugriff  darauf und um Michael Seemann zu konterkarieren, ich erleide somit einen völligen Kontrollverlust!

Ich weiss, dass mein Supermarkt diese Daten sehr wohl speichert und selbst nutzt. Natürlich naheliegend für Steuerermittlung, Nachbestellungen, Steuerung und Optimierung des Sortiments, für Preisverhandlungen mit den Zulieferern, etc. Ganz sicher ja auch dafür, um bestimmte sehr häufig gekaufte Waren an weit entfernte Stellen im Laden zu platzieren, damit man durch den ganzen Laden muss und so noch zu dem ein oder anderen Spontankauf animiert wird. Ebenso wird mir auf mein Kaufverhalten zugeschnittene Werbung zugeschickt, wenn ich denn eine mich identifizierende „Kundenkarte“ benutze.

Was mein Supermarkt aber nicht macht: mir als Kunde die Kontrolle über meine Daten zu geben. Ich kann selbst bei Verwendung der Kundenkarten nicht die einzelnen Positionen meines letzten Einkaufes, geschweige denn des letzten Monats, Quartals, Jahres noch mal anschauen. Das darf ich – genau wie vor 100 Jahren – schön in einem Haushaltsbuch (oder einer App auf meinem iPhone) selbst pflegen. Warum eigentlich?

Seit Tante Emma weg ist, bekomme ich eh keine Empfehlungen mehr beim Einkauf, wie zum Beispiel: wer diese Wurst gekauft hat, hat diesen oder jenen Käse gekauft und der Wein da hinten würde gut dazu passen. Auch wenn manche Werbung suggeriert, dass dies im modernen Supermarkt doch noch so sei. Ebenso habe ich natürlich keinen Zugriff auf Bewertungen oder Kommentare anderer Käufer, wie früher bei Tante Emma, die mit ihrem: ja, dieser Apfel wird gerne genommen, dies übernahm. Und unser Supermarkt interessiert sich nicht wirklich für meine Meinung, eigentlich interessiert er sich nur für mein Geld. Die Öffnungszeiten, eine Anfahrtskizze, ne Telefonnummer des Filialleiters sind doch meist die einzigen Infos im Netz. Die Zentrale hat immerhin mittlerweile eine Onlineversion der wöchentlichen Sonderangebote im Netz und eine Facebook Page haben sie seit gestern auch, boah!

Und ich dagegen? In Foursquare, Twitter, Facebook lege mit Check-Ins, Tweets, Bildern, Kommentaren selbst Datenbanken meiner Eindrücke über mein Umfeld und auch über die Supermärkte an. Wann begreifen Walmart, Carrefour, Tesco, Metro und die anderen Riesen endlich, dass sich die Welt weiterdreht und fangen an ihren Kunden Zugriff auf ihre Daten zu geben? Vielleicht nur eine Utopie, es kann noch ein paar Jahre dauern, aber dieser Kontrollverlust über die Kundendaten vor allem der grossen Konzerne wird beendet werden. Für den ersten Supermarkt, in dem meine Daten auch wirklich mir gehören, würde ich sehr weit fahren.

Ich will zumindest Zugriff auf meine Daten erhalten, will sie in Apps verlinken, die ich heute schon täglich benutze. Will sie in Verbindung mit anderen Daten setzen können, die ich täglich produziere und auf die ich bereits zugreifen kann. Ich will endlich selbst und nicht vom statistischen Bundesamt wissen, wie schlecht oder gut meine Ernährungs- und Einkaufsgewohnheiten sind, wieviel Liter Milch, wieviel Reis oder Kartoffeln, wieviel Gemüse und Obst ich pro Jahr verbraucht habe. Amazon, der mittlerweile größte Buchhändler macht das doch auch, dort kann ich jederzeit auf meine mittlerweile 10 Jahre alte Einkaufsgeschichte zugreifen. Wann wird Amazon.com eine Supermarktkette übernehmen? Das Cash dazu haben sie doch. Lange dauert es hoffentlich nicht mehr…

Gunter Dueck hat auf der diesjährigen re:publica unter anderem gesagt: „Sie sollten endlich mal sagen, wie Sie die Zukunft gerne hätten“. Das mach ich hiermit: Ich hätte gerne Zugriff auf meine Daten, die ich in den ganzen alten Konzernen hinterlasse und um die sich heute niemand kümmert. Viele schimpfen über Google, Facebook & Co. und sprechen von Datenkraken und ähnlich bedrohlichem Zeugs, lassen ihre Häuser verpixeln und reichen dann beim nächsten Einkauf der freundlichen Kassiererin Ihre Kundenkarte für 0,2% Rabatt.

Ich will diese Daten auf der Treuekarte mit meinen Ausgabentracker verbinden können, mit meinen Fitnessdaten und Sportdaten und ab und zu möchte ich auch die letzte Einkaufsliste, da für mein Samstagsmenü, gleich in Facebook posten, einfach weil mich die Gäste danach fragen werden und das doch einfach und ach nett ist, neben meinem Rezept auch gleich noch diesen Service bieten zu können.

Und ich möchte endlich auch im Supermarkt Empfehlungen bekommen, die auf meinen persönlichen, echten Daten beruhen und nicht auf den Marketingideen der Agenturen oder der Pipeline der Hersteller.

Die Daten sind da, die Technolgien sind da, im Netz geht das doch schon… jede erfolgreiche Website, hat doch heute eine API,  ist erfolgreich als Plattform.

Wer baut endlich eine API für meinen Supermarkt?