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Facebooks neues Timeline Profil

Gleich heute morgen – noch beim Duschen – fiel mir die gestern Abend gestartet f8 Konferenz ein und ich freute mich schon auf das Aufklappen des Laptops.

f8, das ist die jährliche Facebook Konferenz, die ich immer mit Spannung erwarte und die – so scheint mir – auch für Facebook extrem wichtig ist, weil sie erstens dazu dient, neue Dinge vorzustellen – sich also Aufmerksamkeit und Lob für die Arbeit des vergangenen Jahres zu holen und zweitens die Reaktionen dann, die zukünftige Entwicklung maßgeblich mit bestimmt. Wer ausserdem mal geniale amerikanische Selbstvermarktung erleben möchte, der sollte sich die Videos einfach mal anschauen, die Jungs und Mädels verstehen sich echt auf die Erzeugung von weitreichenden „Reality Distortion“ Feldern.

Bei Pete Cashmore, dem 26jährigen Gründer von mashable.com… ähmm, nein, eigentlich eher bei seiner Freundin und Camera+ Macherin Lisa Bettany ist mir das neue Timeline Feature von Facebook zuerst ins Auge gefallen, ganz schnell habe ich der Anleitung auf Mashable gemäß, die App eingerichtet und berechtigt und bin dabei kurz vor Ehrfurcht erstarrt, als ich mir die Open Graph Gestaltungsmöglichkeiten angeschaut habe… das ist so genial, das ist einfach unglaublich genial, was dort abgeht.

Hier nun einfach ein paar Screenshots kommentiert, das muss heute festgehalten und gepostet werden. Für mich sind solche Tage echte Meilensteine der digitalen Revolution, in der wir uns gerade befinden. Mit der Vernetzung von über 800 Millionen Menschen in einer einzigen Anwendung beginnt ein neues Zeitalter… diese Entwicklung ist un-umkehrbar und Facebook ist massgeblich daran beteiligt, ob man nun bei Facebook ist oder nicht, ob man Facebook mag oder nicht. Facebooks Ingenieure setzen neue Maßstäbe: technologisch und sozial.

Los gehts:

Also wenn man der Anleitung folgt erzeugt man eine neue Anwendung und bearbeitet die Open Graph Einstellungen für die Anwendung. Dabei hab ich diese Einstellungsmöglichkeiten für neue Anwendungen das erste Mal überhaupt gesehen und bin mehr als beeindruckt.  Man kann die Activity Stream – bzw bei Facebook ja eher Newsfeed – Einstellungen komplett und frei konfigurieren, das geht soweit – dass man die Zeit-, Einzahl-, Mehrzahlformen der Verben des Activitystreams ausserhalb der Anwendung frei definieren und damit jederzeit supereinfach ändern kann. Das alleine ist der Kracher, wenn man darüber nur ein wenig nachdenkt…

Das hat alles nur indirekt was mit der neuen Profil Timeline zu tun, aber zeigt es doch die technologischen Grundlagen oder auch Informations Architektur, nach der die Anwendungen aufgebaut sind und nach denen auch die neue Timeline funktioniert. Die Jungs bei Facebook denken offen und verteilt… verstehen alles was sie tun, immer auch als Plattform für andere Entwickler, das ist der Ausgangspunkt aller ihrer Überlegungen. Sie setzen damit meiner Meinung die neuen Standards fürs Web – die in Ihrer Bedeutung ähnlich wichtig sind, wie Netscape vor 17 Jahren einen „neuen Standard“ mit der Veröffentlichung des ersten Web Browsers geschaffen hat. Und egal, ob man das mag oder nicht… es passiert grade, die Erfindung ist nun in der Welt und wird nicht mehr weggehen, ob Facebook erfolgreich damit sein wird oder nicht, ist dabei völlig zweitrangig. Diese Art sich selbst als Plattform zu denken, die Art tief sozial integrierte Anwendungen zu schaffen ist das revolutionäre dabei!

Das sieht man auch hier an der Zusammenfassung der OpenGraph Einstellungen: Action Type, Object Type und deren Aggregationen kann man hier sehen. Dabei denke ich an die Standardisierungsbemühungen von u.a. Chris Messina für den Activity Stream, die ich voll unterstütze – ich wünsche mir sehr, dass die grossen Social Networks diese Standards in Zukunft integrieren, so dass die Kultur des Teilens und Offenheit auch anderen Anbietern ermöglicht wird.

Ok, zurück zur Time Line: nach der Einrichtung der App und einem Kaffee bekomme ich die Einladung zur Beta Version, die ich natürlich mit einem freudig gespannten Klick auf „Get It Now“ bestätige.

Hier ist sie also: man achte vor allem rechts oben auf die Zeitlinie, dort kann man einfach drauf klicken und bekommt nach wenigen Augenblicken die Posts, Bilder und Aktivitäten des jeweiligen Jahres angezeigt, super smooth und elegant gemacht… all mein Facebook zum Durchscrollen entlang einer Zeitline. Das ist doch einfach nur genial gemacht…

Das neue Statusbox sehe ich auch etwas skeptisch. Viele werden sich daran aufhängen können bzw. werden viele Menschen, die das nicht reflektieren und nicht wissen, was sie hier auf Facebook eigentlich tun, wieder noch mehr Informationen in die Anwendung tippen, als ihnen gut tut. Die Einstellungen zu Privatsphäre sind schon komplex geworden, die Pflege von Listen ist auch noch nicht Jedermanns Sache. Aber natürlich ist das letztendlich einfach nur konsequent, was hier gemacht wird mit der Statusbox. Neben dem klassischen Status, Photos und den Orten gibt es jetzt neu noch fünf Symbole. Wenn man auf die klickt, kriegt man Anregungen für Ereignisse, die es wert sich mit seinen Freunden und Bekannten (mit seinem Netzwerk) geteilt zu werden. „Hatte eine Operation, brach mit einen Knochen, bin verlobt, bin verheiratet, füge ein Auto hinzu, habe ein Haus gekauft…“ usw. ja, das ist einfach nur konsequent.

Zwei Gedanken hatte ich sofort: mein letzter Knochenbruch – toi toi toi war 1990, da gabs noch nicht mal Internet. Ich hab also noch keine Chance, den dort zu erfassen… und zweitens sicher etwas makaber: dem Schreiber meiner Grabrede wird es echt leicht fallen, ein paar Anekdoten aus meinem Leben einfliessen zu lassen. Spiegel titelt grade: Facebook will Lebensarchiv werden und bedient damit einfach nur Vorbehalte… ich glaube, dass die Redakteure beim Spiegel es wirklich schade finden, dass sie nicht mehr die einzigen Chronisten unserer Zeit sind, sondern man bei einem Rückblick nun nicht nur noch Zeitungsartikel, sondern auch Blogposts und Statusmeldungen haben kann. 

Und wieder zurück zur neuen Time Line. Bis zum 30.9.2011 ist die Timeline in der Betaphase, ich kann sie nun durch gehen und unliebsame Posts verstecken oder eben andere Hervorheben, das ist wie fast immer bei Facebook einfach und elegant gelöst, an der richtigen Stelle mit wenigen Klicks erreichbar, sehr einfach und intuitiv.

Und so sieht meine fertige Timeline nun aus… sehr schick, oder?

Wer auch schon mal schauen möchte, einfach dem Link zur How To Artikel von Mashable folgen. Und wer das nicht möchte, diskutiert mit mir vielleicht hier in den Kommentare oder drüben auf Facebook warum nicht… freu mich drauf!

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