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Statt Tagebuch: Über Hubschrauber und Determination…

Heute geträumt, dass ich in der Türkei einen echten Hubschrauber fliegen kann und darf. Mach mich auf den Weg an der Küste entlang, sehe einen stolzen Modellhubschrauberflieger. Sein Modell landet in meinen Händen, ich lass es aus meiner Hand wieder starten (hab auf Spiegel ein paar Beiträge über  Hobbydrohnen gesehen und wohl gleich verarbeitet). Dann fällt mir ein, dass ich zwar Fliegen kann, aber nicht weiss, wie man mit dem Tower redet. Für mich ist das, das größte Problem beim Fliegen… dieses unverständliche Gebrabbel voller Abkürzungen, bei dem ich nie irgendeine Ahnung hab, was die Flugsicherung da wohl von mir will. Im Traum stellte ich mir vor, wie ich den Tower auf türkisch frage, doch bitte langsam zu sprechen… und dann fiel mir ein, ob meine Fluglizenz wirklich einer Überprüfung standhalten würde? Oder ob man nicht doch einfach los fliegen könne, ohne sich irgendwo an- oder abzumelden.

Heute morgen bin ich unruhig wach geworden, habe mir gleich Listen gemacht, der Dinge die längst schön überfällig sind, die dringend erledigt werden müssen. Dann wurde ich ärgerlich auf mich und andere, weil ich jetzt im Rückblick früh im Dunkeln noch in die Kissen gekuschelt, genau gesehen habe, wann ich faul und unaufmerksam war, wann ich die Dinge habe schleifen lassen, dass ich doch schon so lange davon wusste und es doch immer wieder geschoben habe. Die übliche Procrastinations-Debatte mit alle den Scherzen und Ratgebern drum herum fallen mir da grade jetzt beim Schreiben ein, aber das ist es nicht. Es geht tiefer, es geht darum – was man möchte im Leben und wie man das erreicht und was genau zu tun dazu gehört… wie man seine Ziele, Ideen und Träume verwirklichen kann, wie man dabei nicht unzufrieden und unglücklich wird, weil man es noch nicht erreicht hat… wie es mein Weg oft war. Sondern es geht darum, wie man anerkennen kann, dass Ziele, Ideen und Träume das eine sind und die Energie aufzustehen, sich zu entscheiden etwas zu tun – nämlich genau das, was jetzt dran ist – dass andere ist. Und niemand einem dabei zwingt, darüber Unglück, Unzufriedenheit oder  Sorgen zu empfinden, dass es unerfüllte Ziele, Sehnsüchte, Wünsche gibt. Denn die wird es immer geben, egal was wir auch alles erreichen im Leben…

When we add determination, vision takes on a life and force of its own.

 

 

Ich habe bisher immer das englische „Determination“ dem deutschen ”Entschlusskraft“ vorgezogen, dabei ist sehr interessant… dass die Herkunft von Determination eben eher in begrenzen, abgrenzen und bestimmen liegt, denn

One of the basic principles of the Zen cook—that it’s in the nature of form to exclude other forms. As soon as you create something, you create a boundary. The trick, I think, is to be aware of this so that you can either expand the boundary or perhaps create another way to take care of the aspect that has been left out.

Nachdem ich mich an diese Stelle hier, in Instructions to the Cook erinnert habe, passt auch wieder das lateinische Determination, nur der Schwerpunkt ist ein anderer – er liegt beim Machen, beim Erzeugen eben eher auf der Begrenzung und nicht auf der Erzeugung von etwas.

Meine neue Woche hier in Berlin startet gleich… ich bin entschlossen!

Statt Tagebuch: Details festhalten…

Habe die gestrige Rotarian Night heute Nacht gleich verträumt… und eine Stunde Zeitumstellung dabei verschlafen. Sitze in der Espressolounge, nicht in der Wochenecke sondern im Sonntagssofa.

Wollte festhalten, was gestern noch passiert ist: habe mir den Sonnenaufgang gestern doch noch erlaufen, es war natürlich nicht zu spät, der Raureif auf den Planken brachte mich ins Schleudern, dann eine tauchende Ente ans Nachdenken, die dahin gleitende Fähre ans Staunen. Ein schneller Zug brachte mich zum Flughafen, ein zeitiger Start nach Berlin, ein fragender Ashish zum Lachen, ein Gemüseteller machte mich satt, ein Stück Kuchen etwas träge. Meine Wohnung brachte mich zum aufräumen, mein Anzug dann in Schale, das Auto ins Hyatt, die anderen zum Plaudern, die Tombola brachte mir einen irischen Whiskey und den anderen meine Bilder. Und noch tausend Dinge mehr.

Es sind nur die Details aus denen sich ein Leben zusammenbaut und nur Details, auf die es ankommt… ich halte an, schaue hin, ganz genau und werde der Details gewahr, in jedem neuen Moment. Immer neue Kleinigkeiten, die vorbeiziehen… um nicht verrückt zu werden, filtere und sammele ich. Bis aus den Haufen Detail etwas entsteht, das ich benennen kann, das mir scheinbar Halt gibt. Und doch hält nichts den Fluss neuer Details auf!

Hier von der Rückseite des gerupften Kühlschranks am Wegesrand wünsche ich Euch einen tollen Sonntag!

Statt Tagebuch: Sonnenaufgang…

Heute habe ich wieder geträumt… bin nach 7 h aufgewacht, ich lebte mitten im Traum, freute mich auf die Erinnerung und schlief wieder ein, 2 h später dann aufgestanden und vor dem Duschen schon alles vergessen.

Laufen, durch fremde Städte, durch bekannte Städte und alles neu anders entdecken, stehenbleiben, weitergehen, vorbeigehen. Die Unruhe der eigenen Entscheidung, das ziellose Suchen, der Regen oder Sonne, hinsetzen, gleich weiter, dann den richtigen Platz gefunden haben und erkunden, erwarten, gleiche Orte ziehen gleiche Menschen an…

Morgens dann den Sonnenaufgang suchen, einen Platz erkunden, voraus denken, planen, sich entscheiden müssen, warten, die Veränderung erwarten, und überrascht werden, alle 5 Minuten anders überrascht werden, von einer Farbe, mehr Farben und noch mehr Farben. Der ideale Platz ist immer woanders, kurz vor dem entscheidenden Moment noch wechseln wollen, wie viel verpasst man auf dem Weg? Und dann bedenken, der ideale Platz ist immer dort, wo man gerade ist und dann üb ich loslassen… und gehe weiter!

 

Statt Tagebuch: What do you love?

Heute traumlos aufgewacht, meine Seele ist noch unterwegs… hier im Carlton Hotel gibt’s echt das beste Frühstück der gesamten Hotelwelt. Das Netzteil meines MacBooks befindet sich in der Steckdose des Wasserkochers der Babystation im Terminal C in Berlin. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, einen Ausblick und einen Schirm hat das Hotel nicht.

 

Heute will ich hier schreiben, was ich liebe – nicht mehr und nicht weniger. Eine Liste stelle ich mir vor, eine Liste die ich erkläre oder auch nur eine Liste. Nun schreibe ich hier aber schon wieder Prosa vor mich hin, weil der Prozess doch so wichtig ist, wie das Ergebnis selbst. Weil ein geschliffener, genauer Artikel etwas anderes ist, als das Teilen von Gedanken im Moment des Entstehens. Und eine Stunde später und viel vor und zurück und fühlen und schreiben und doch wieder löschen, steht jetzt diese Liste hier. Eigentlich ist sie schon heute morgen bei der Meditation enstanden, ich habe sie nur ergänzt und übersetzt und aus manchen kleinen Buchstaben, grosse gemacht. Sie zeigt ein ganz klein wenig von dem, was ich liebe und wie ich bin und auch wie ich sein möchte…

What do I love?  Was liebe ich wirklich?

Ich liebe es wirklich… zu strukturieren, zu ordnen, zu verbinden, zu lehren, zu lieben (meine zwei Mädels;), den Moment, zu kontrollieren und kümmern, Details, Bewegung, die Schönheit in Logik, in Kontakt zu kommen, zu Lächeln, zu Sitzen und zu Atmen und dabei zu Zählen, zu Schreiben. Die Sprache von Johnson, die Geschichten von Murakami, das Zen von Thich und Glassmann, Technologie, das Internet, wir alle sind vernetzt, Empathie und Mitgefühl, Optimismus und das Leben mit mir mittendrin!

Statt Tagebuch: Ich habe einen Traum…

Heute habe ich geträumt, von einem (mir in echt unbekannten) Bekannten, um das klar zu stellen, für die Leser, die mein Umfeld oder mich kennen. Der unbekannte Bekannte, vom Typ her ein grosser wacher, schlanker Mann hatte einen Freund, einen dickeren, älteren Herrn, der sich für den Kredit für den Kauf eines herrlichen Retro Motorrades verbürgt hatte. Nun stellte sich heraus, dass mein Bekannter seine Raten nicht mehr zahlen konnte und er beichtete dem Bürgen, seiner Frau und mir die Situation. In einem Anfall von Offenheit beichtete er, dass er zusammen wohl über 40.000 € Schulden hätte, sich die Raten für das Motorrad nie hätte leisten können und den Kredit dafür deshalb auch ohne den Bürgen nie bekommen hätte. Im Traum war das der Moment, an dem ich mich sehr peinlich berührt fühlte… weil Vertrauen missbraucht worden war und ich Zeuge dieses Missbrauchs geworden bin und ich fühlte mit. Was hat den Bekannten wohl dazu gebracht, so den Bezug zur Realität zu verlieren?

„Schnitt“ zur zweite Szene, ich bin mit den gleichen Typen auf einer Wiese, da steht eine Art flaches Gewächshaus, die Herren erklären mir bedeutungsschwer, das sei der Zugang… dort würden wir das Problem berichten und lösen. Sie klettern gerade raus aus dem Kasten, lösen ein paar Drähte und gehen. Durch meine Anwesenheit bei der Beichte habe ich die Berechtigung  erhalten,  den Zugang ebenfalls zu benutzen. Ich schiebe das dunkle Glasdach weiter auf und klettere hinein. Damit mich niemand sieht, ziehe ich gleich wieder halb zu und versuche mich zurecht zu finden. Ich erkenne, wo man sich hinlegen muss – lege mich – und finde ein erstes Kabel, eine Kopfmaske aus 6 Drähten bestehend, die sich an das Gesicht oder die Kopfhaut anpassen. Ich probiere das an und die Drähte passen auf das Gesicht. Wie im Film – warte, das war X-Man – zieht sich die Maske etwas zusammen um sich an meine Konturen anzupassen. Ich höre eine englischen Nachrichtensprecher, so klar – als ich ob ich neben ihm in der Studio sitze, das ist die Zukunft des Musikhörens: Direktübertragung! Es kommen zwei Techniker, die mich stören, als ich grade die zweite Sonde aus einem Kabelgewirr zu befreien versuche. Das muss die Sonde für die Bilder sein, die Kabel bewegen sich von selbst, ich bin mir unsicher – ob die Sonde irgendwo so a la Matrix „rein“ will oder nur dem Solar Plexus platziert werden muss. Es sieht nichts steril oder silbrig aus, eher wie iPhone Kabel, es wird also der Solar Plexus sein, ich bin beruhigt. Die Techniker reden kurz mit mir, wünschen mit viel Spass und gehen. Ich bin allein, setze die Sonde an den Brustkorb und… der Wecker klingelt. Mist!

Denn der Wecker klingelt eine Stunde zu früh: um 6 statt um 7, Siri muss wohl gestern zu Abend müde gewesen sein und die Zeitzonen verwechselt haben. Ich steh auf, setz mich an das Laptop und fange an, den Traum direkt hier rein zu tippen… so sieht es aus, wenn man nicht erst aufwacht, sich anzieht und duscht und die Kleene zum Bus oder sich selbst in die Espressolounge bringt. Alle Details sind noch da, die Verbindung zur Traumwelt noch voll vorhanden… man träumt nicht mehr aktiv, aber die Vorstellungen, Konstrukte, Gedanken sind alle da, sie haben sich im Traum manifestiert und bevor sie wieder verschwinden, spürt man deren Schatten noch und kann ihnen nachgehen.

Mir ist eben klar geworden, was hier so spannend langweilig irrelevant bedeutsam ist.

Hier im Internet, in diesem „meinem“ WordPress Blog sehe ich einer neuen Öffentlichkeit beim Entstehen zu. Diese Öffentlichkeit ist für mich wie die Strasse, eine Wiese im Wald, ein Platz inmitten der Stadt, eine  Höhle, ein Fluss, die Wolken, die Luft.  Erst einmal gehört diese Öffentlichkeit  jedem und niemandem zu gleich.

Ich besetze sie für mich, mit meinen Worten, Bildern, Meldungen, Strukturen… es ist wie eine Landnahme, ich ramme eine Flagge ein und sage  einfach so laut ins Nichts hinein: das hier ist mein Platz.

Andere bauen Häuser, arbeiten ein Leben lang, akkumulieren Werte, um sie dann mit einer Unterschrift unter Zeugen bei einem Notar, einzutauschen gegen ein Stück Papier auf dem steht: diese Wiese, an dieser Strasse, in diesem Land gehört jetzt mir.

Was bedeutet das denn? Ich darf jetzt – im Rahmen der geltenden Bauordnung, gemäss der Flurplanung, unter Einhaltung des Umwelt- und Denkmalschutzes, nach Vorgabe des kommunalen Bebauungsplanes, zur Erfüllung der Stadtentwicklungskonzption oder was und wie auch immer je Land und Stadt und Dorf unterschiedlich – nun endlich… wirklich, in echt tatsächlich machen, was ich will, auf meinem neu erworbenen Eigentum, meinem eigenen Stückchen Land. Boah!

Ich besitze kein Stückchen Land, kein Haus, keine Wohnung … vielleicht ist das der Grund, vielleicht ist das so, dass man dann nicht mitreden kann. Genaus so, wie alle Väter und Mütter immer sagen: wenn man keine Kinder hätte, dann wüsste man nicht, wie das ist.

Aber die Konzeption von Eigentum an Grund und Boden oder den darauf stehenden Häusern, das ist für mich genauso – haargenauso virtuell – genau so voller „Freiheiten“, wie dieses Stückchen Bildschirm hier, auf dem diese Buchstaben, Bilder, Gedankengebäude entstehen. Wenn ich meine Gebühr für den Internetanschluss nicht zahle, dann habe ich keinen Zugriff mehr darauf, wenn ich meine Grundsteuern nicht zahle, dann wird mir der Zugriff auf meine Land entzogen. Sicher, ich kann das Land hier einfacher löschen, als das Land da draussen, das geht nicht so schnell weg, da muss man etwas länger warten… und ja: materiell und immateriell, ich kenn den Unterschied dieses Gedankens schon, trotzdem!

Trotzdem lässt mich der Gedanke nicht los, dass jeder der ein Haus baut… dies in der Öffentlichkeit tut, sich darstellt, sich exponiert. Der Kritik aussetzt: „hast Du gesehen, die Müllers haben gar keine Vorhänge an den Fenstern“ und „Schau, wie ungepflegt der Vorgarten von den Meiers immer noch ist, das sind doch noch die Blumen vom Vorbesitzer, dabei sind die schon vor einem halben Jahr hier eingezogen“. Das ist doch genau wie „Guck mal, der Krueger bloggt hier schon seit 2008 und hat noch nicht mal ein eigenes Logo im Header“ und „hast Du gesehen was für langweilige Sachen der jeden Tag da rein schreibt, es interessiert doch keinen“. Seht ihr, was ich meine?

Genauso wie ich hier einfach zeige – wer und was ich bin und denke, ob nun jemand hinschaut oder nicht, … ob kommentiert, kritisiert oder ignoriert wird, das ist für mich völlig spannend langweilig irrelevant bedeutsam, wie alles andere in meinem Leben auch.

Heute ist Reisetag. Guten Morgen!

Statt Tagebuch: Mit gewisser Digitalkompetenz ausgerüstet…

Heute habe ich geträumt, ich müsste ein windows basiertes CMS reparieren, ich hatte gar kein Windows mehr auf meinem Laptop, was tun – eines borgen, meine VMWare wieder aktivieren? Vor dem Job selbst hätte ich schon hingekriegt, aber ich sollte das System schon vorher auf meinem Rechner haben und von hier aus administrieren können. Dann musste ich zu dem Job kommen, das Fahrzeug war eine dunkelgrüne Simson S51, die aber nicht ansprang. Ein Mädchen suchte den Startknopf, ich stellte die Zündung an und begann zu treten. Seit ich 16 bin, dachte ich beim antreten einer Simson immer, das der Starter eigentlich abbrechen muss… man musste sie gefühlvoll treten. Und genau hier kam Aleyna angetrippelt und weckte mich…

Gestern war bestimmt von einem herrlich kurzem produktiven Skype Workshop mit Sarah, Moritz, Robert und Henry und davor von einer herrlich intensiven Google+ Diskussion zu einem Interview mit dem Chef von Kiepenheuer & Witsch, in diesem dieser prophezeite „Bei Amazon wird es knirschen“.

Das habe ich so ganz spontan dahin geklimpert… beim Durchlesen des Interviews:

Punkt 1
…wieviele Handschriften haben wir denn noch? Nach der Erfindung des Buchdruckes verschwand diese jahrhundertlang entwickelte und sehr verbreitete Kulturtechnik des händischen Kopierens von Büchern in den Klosterbibliotheken. Man brauchte plötzlich die professionelle Auswahl, Veredelung und den Vertrieb durch die gut vernetzten Äbte der Klöster nicht mehr.

Punkt 2
… was für einen direkten Kontakt haben die klassischen Verlage denn zu ihren Lesern? Wieviele Bücher habe ich denn bereits gefunden, in denen Sätze markiert sind, mit dem Hinweis „xx andere haben das auch markiert“? In welcher Buchhandlung kann ich alle meine jemals bestellten Bücher durchblättern, bei welchem Verlag kann ich eine Wunschliste anlegen und mit meinen Bekannten „teilen“. Wo bekomme ich algorithmische Empfehlungen, basierend auf meinen historischen Einkäufen. Es ist nicht auszudrücken, auf wie vielen Feldern Amazon durch den Daten getriebenen Ansatz Vorteile und intensivere Kontakte zu seinen Nutzern, Kunden und Lesern hat.

Punkt 3
… der Verlag in seiner Funktion als kulturelle Instanz. OK, hier muss man ein wenig durchatmen. Aber welche kulturelle Instanz haben denn die Verlage bei der mit iPad & Co aufwachsenden Generation noch? Ich beobachte bei mir, wie Plattformen und Persönlichkeiten im Netz zunehmend diese Funktion ersetzen, die Intensität der Diskussion, die Ausführlichkeit der Empfehlung trägt doch viel maßgeblicher zu meiner Bewertung eines Autors bei, als der Verlag an den er sich gebunden hat. Dieser rückt mehr und mehr in den Hintergrund, wird überlagert durch die Qualität und Anzahl der Tweets, Rezensionen, Kommentare – vor allem, wenn diese aus meinem Umfeld oder von den von mir „abonnierten“ Bloggern/Autoren stammen.

Die meiste Zeit ging es in der Diskussion um die Vorteile von eBooks oder die Funktion von Verlagen… ein Prinz v. Sinnen mischte sich als Drucker und Verfechter der Tradition intensiv ein und dies führte zu diesem meinem zweiten Beitrag:

Ich sehe beides Co-existieren, es gibt auch heute noch Menschen, die mit Stiften schreiben, ins Kino gehen, auf Pferden reiten… etc.

Die Erfindung von etwas Neuem, wie hier diskutiert zB. das eBook, verändert zwangsläufig die Sicht auf das bisherige – hier Papierbuch – mit. Und die Adaption an das Neue findet so oder so statt.

Ich streite dem Papierbuch seine Vorteile nicht ab, ich kann nur einfach die Statik der Verlage nicht verstehen, die das Undenkbare einfach nicht denken (um mal +Clay Shirky von 2009 zu zitieren).

Es gibt jetzt einfach neue Technologien, neue (Kultur)Techniken, neue Geschäftsmodelle: passt Euch an oder werdet mit Eurem vermutlich schrumpfendem Bestandsgeschäft einfach in Würde alt.

Aber versucht doch bitte nicht, Eure Papier- und Druckpressen (also auf Mangel und hohen Transaktionskosten) basierenden Geschäftsmodelle auf das Internet zu übertragen, das wird scheitern!

Das war alles schon Montag abend, am Dienstag früh dann mischte sich Sascha Lobo ein mit einem längeren Statement, während ich an diesem Diskussionsbeitrag hier schrieb:

Beim Verfolgen der Diskssion hier, kam mir vorhin folgender Gedanke:

Vielleicht ist ja das eBook nur ein Übergang, nämlich der Versuch das Konzept „Buch“ eines Autors in eine Welt zu retten, in der es für dieses Konzept eigentlich keine Notwendigkeit mehr gibt. +Kathrin Passig’s Beiträge hier sind kein Buch im eigentlichen Sinne mehr, aber in der Diskussion mit Ihren Lesern entsteht doch ebenso Ihr ganz eigentliches Werk – hier und genau jetzt. Ein Werk, für das es in der Vergangenheit keine Entsprechnung gab, keine Beispiele, keine Technologien, welches einfach unmöglich war… aber welches mich doch konzeptionell an ein Buch erinnert, Herausgeber/Verleger wäre in diesem Fall der Toolhersteller und Betreiber Google, der die Plattform schafft, die Regeln setzt und die Mechanismen für die Kommunikation bestimmt. Genau das, was in Zeiten der nur analogen Kommunikation eben Verleger, Lektoren, Drucker und Händler übernommen haben und für die sich in der Gesellschaft Kompensationsmodelle etabliert hatten… das Werk hier wird aber in einem gemeinsamen Prozess mit uns, den den Lesern und Co-Autoren vervollständigt, erzeugt, beeinflusst.

Ebenso geht es mir nämlich manchmal mit eBooks, zB bei der Problematik des Seitenkonzeptes, welches sich so schwer übertragen lässt auf einen Kindle aufgrund der möglichen Skalierung, welches damit Zitate in der herkömmlichen Form obsolet werden lässt – und welche ja schon seit 20+ Jahren eigentlich durch Links (besser nat. URI) ersetzt worden sind. Also, das eBook als Übergangsform im beginnenden digitalen Zeitalter der globalen Vernetzung… bei dieser These würden doch einige der Argumentationen überflüssig, oder?

Und Marcel Weiss, hat auch angeregt durch diese Diskussion einen Artikel veröffentlicht. Und die Diskussion ging noch bis gestern Abend weiter und wie bereits gesagt, enthält sie jede Menge Denkstoff und Gesprächstoff sowie weitereführende Links zum Thema „Zukunft der Buchbranche“…

Das gehörte nun eigentlich nicht in ein Tagebuch, sondern in einen eigenen Post. Da ich dieses Tagebuchformat aber wähle, um hier schnell am Morgen aufzuschreiben und damit festzuhalten, was mich bewegt hat oder bewegen wird… passt das doch auch wieder. Und wie jeden Morgen, wünsche ich verbunden mit einem Bild des Himmels, einen schönen Tag…

PS: habt Ihr das hier mitbekommen? 6 Monate meines Lebens in 15 Sekunden oder auch in 45 Sekunden

PPS: oder habt ihr das hier schon mitbekommen? Ein Rundblick über Istanbul in High Definition

 

 

 

Statt Tagebuch: 20 Minuten…

Heute habe ich geträumt, aber einige Inhalte sind nicht zitierfähig, deshalb hab ich mir gar nicht die Mühe gemacht, den Traum zu merken. Und ich habe doch etwas weniger als die angestrebten 7h geschlafen, war gestern Abend sehr unruhig, Aleyna war ein paar mal wach und wollte kuscheln… aber dann auch weil ich Google+ neu entdeckt habe und mich an einer interessanten Diskussion über eBooks bei Kathrin Passig beteiligt habe und hier auch übers Bloggen in WordPress oder Google+ von Sascha Lobo und Kathrin Passig und mir.

Auch weil ich am frühen Abend erfahren habe, dass wieder ein toller Mensch gestorben ist, den ich sehr schätzte und verehrt habe und der meine Entwicklung voir allem 2001-2005 unglaublich beeinflusst hat. Dabei hatte ich gerade die CBS 60min Videos mit dem Steve Jobs Biographen Isaacson angeschaut. Ich halte hier kurz an und atme eine Minute nur ein und aus… …und auch Du lebst weiter, in mir!

Und auch heute morgen ging für mich die Sonne wieder auf, wenn auch hinter Wolken.

Wie jeden morgen meditiere ich – 20 min Sitzmeditation oder ZaZen… ich erzähl heut wieder mal ein wenig darüber. Seit ca 2 Jahren schaffe ich das fast täglich, es gehört mittlerweile dazu wie das morgendliche Duschen, wenn ich früh nicht sitze, fühle ich mich etwas unruhiger während des Tages. Wenn ich früh nicht dusche, fühle ich mich nicht so sauber wie sonst… das Sitzen ist eigentlich ganz einfach, trotzdem hat es bei mir ca. 4 Jahre gedauert, bis ich diese tägliche Gewohnheit entwickeln konnte. Während ich sitze, versuche ich an Nichts zu denken, ausser meinen Atem zu zählen: beim Einatmen Eins, beim Ausatmen Zwei… beim Einatmen Drei, usw bis 10, dann wieder von vorn. Wenn mir ein Gedanke kommt, dann fange ich gleich wieder von vorne bei Eins an zu zählen. In unserer westlichen Zivilisation gibt es auch viele meditative Rituale, keines ist für mich so wirkungsvoll, so entspannend und gleichzeitig Kraft gebend, mich zu mir zurück bringend, wie dieses einfache Sitzen. In einer Mail habe ich vorgestern dies hier geschrieben:

Wenn ich allein bin und mir meine Träume nicht merken kann, dann bin ich meist im Stress und sollte wieder etwas mehr meditieren, das ist so ein Indikator für mich, ob ich in meiner Mitte bin oder nicht… ich organisiere mit einem Freund zusammen schon seit ich glaub 5 Jahren, einmal im Jahr einen ein wöchigen Retreat mit einem an Zenklöster angelehnten Alltag der Achtsamkeit in einem Ferienhaus irgendwo im Wald (entweder Romo oder bei Rheinsberg). In diesen Wochen habe ich angefangen, ein Tagebuch früh zu schreiben und ich habe bemerkt, wie unglaublich viel ich träume und erinnere, wenn ich alle Ablenkungen abgeschaltet habe und wir nur meditieren und gemeinsam Kochen und Aufräumen als Arbeitsmeditation oder Spazieren gehen als Gehmeditation.

Diese eine wiederholte Woche im Frühjahr, hat es mir unter anderem erst ermöglicht, diese Gewohnheit des täglichen 20-minütigen Sitzens zu entwickeln. Gleichzeitig habe ich vor knapp drei Jahren aufgehört, Alkohol zu trinken und Zigaretten zu rauchen. Eigentlich wollte ich nur mit dem Rauchen aufhören, weil der Wein zum Essen einfach dazu gehört und überhaupt ein Kulturgut ist, das doch einfach sehr gut schmeckt und in Maßen sogar die Gesundheit fördert, die Franzosen leben länger als wir Deutsche und trinken sogar Mittags schon Wein, schon die alten Griechen usw und so fort. Aber weil ich betrunken immer wieder angefangen habe, Zigaretten zu rauchen, dachte ich so bei mir – wenn Du nicht trinkst, steigen die Chancen mit dem Rauchen aufzuhören gewaltig. Und nach ein paar Wochen war ich so stolz und fühlte mich als Nichttrinker als etwas Besonderes, viel mehr als als Nichtraucher, dass ich dabei blieb, keinen Alkohol mehr zu trinken. Vor allem als Folgendes am Vorabend einer Tagung der Patentszene passierte, in der Leipziger Moritzbastei wurden „59 Bier und 1 Wasser für Arne“ bestellt. Das war für mich ein Schlüsselerlebnis. Seit diesen Tagen im Frühjahr 2009 habe ich auch angefangen, täglich zu meditieren… mit einem Kater geht das irgendwie nicht und nach einer Morgenzigarette erst recht nicht. So hängt alles irgendwie zusammen, wenn man sich etwas Zeit nimmt, darüber nach zu denken.

Und nun wünsche ich Dir und mir noch einen sonnigen Tag!

 

Zweite Wochenaufgabe #Fiestagram

Der erste Wochengewinner steht fest: @cyrrano hat mit diesem Bild die erste Wochenaufgabe #powerstart und die Uhren als Preis gewonnen. Herzlichen Glückwunsch von mir. Und Herzlichen Dank an alle, die sonst auch mit gemacht haben – es sind sehr tolle Bilder dabei… knapp 200 wurden hier zur Entscheidung eingereicht.

Die zweite Wochenaufgabe läuft bereits, diesmal mit dem Tag und Thema #unsichtbar. Bis Mittwoch, 26.10. um 10:30 können noch Fotos zum Thema eingereicht werden, diese Woche gibt es wirklich eine Canon 550D zu gewinnen.

Also auf geht’s: iPhone raus geholt, Instagram gestartet und den Stream durch geschaut und Bilder taggen oder neu schiessen! Mein Instagram User ist @herrkrueger, hinterlasst einen Kommentar bei mir, dann folge ich Euch… ebenso versuche ich, die Bilder die mit #unsichtbar getaggt sind, schon jetzt mal anzuschauen und zu liken. Und vergesst nicht, die Bilder dann bei Facebook einzureichen… viel Spass und Glück!

Statt Tagebuch: Könnte heute eigentlich ausfallen…

Hab geträumt und vergessen, weil ich noch sehr müde war, als der Wecker klingelte und das „Kind zum Bus Programm“ startete… nun sitze ich hier und will mich eigentlich in den Tag stürzen, statt erst darüber zu schreiben. Es steht ja immer noch Tagebuch oben im Titel, wenn auch mit einem Statt davor… das Statt gilt aber mehr für das Buch, als für das Tage und damit nicht heute der erste Tag ist, an dem ich hier nicht mehr schreibe…

Gestern mittag gab es in Van ein Erdbeben, ein starkes sogar mit vielleicht vielen Opfern, hier in Istanbul haben wir gar nichts gespürt. Ich habe erst Abends in Twitter davon erfahren… die türkischen Nachrichtensender wie zB CNNTürk o. SKYTürk berichten heute morgen ununterbrochen. Hier ein kurzes Video, welches ich eben vom Fernseher aufgenommen habe.

@ShelterBoxDe sucht EN-TUR Übersetzer aus der Region um Van, wer jemanden kennt, meldet Euch bitte bei mir oder direkt bei Shelterbox.

So, nun aber weiter hier… gestern habe ich noch viel von meiner Liste abarbeiten können, das tat gut. Heute geht es weiter, immer einfach das machen, was dran ist und nicht stressen lassen.

Gestern mittag bin meinen ersten Istanbul Lauf gerannt, hier gibt es einen Yildiz Park, den ich schon lange mal umrunden wollte. Leider habe ich den Seiteneingang nicht gefunden, bin also bis zum Bosphorus runter gelaufen und dann mitten durch den Park wieder nach oben… bin so lange nicht mehr gerannt und es hat richtig Spass gemacht und sehr gut getan, und heute tun noch nicht mal meine Beine weh!

Der Sonnenuntergang schien aufgrund von einigen Wolken und warmem Wind ganz schick zu werden, deshalb bin ich abends noch mal los marschiert, wieder auf den Istanbul Sapphire hoch. Diesmal mit dem neuen iPhone 4S, ich hab viele Bilder gemacht, aber noch nicht die Zeit alles nach zu bearbeiten… man kann das nicht wirklich vergleichen, vor allem nicht bei dem schnell abnehmendem Licht. Hier trotzdem das gleiche Motiv, der ersten Bosphorus Brücke, für Euch zum Vergleich…

So, das reicht jetzt aber… mir fällt noch viel mehr ein, aber das muss in eigene Posts ausgelagert werden! Wünsche einen wunderbaren Start in die neue Woche…

 

Statt Tagebuch: Change Attention…

Fällt Euch irgendein Lied zum Sonntagmorgen ein, welches ich jetzt anstimmen könnte? Habe heute auch geträumt, aber gleich vergessen… denn ich musste drüber nachdenken, ob es es in der Türkei auch so etwas wie „nächtliche Ruhestörung“ gibt? Die Nachbarn sangen von 3 bis bestimmt um 4 türkische Volkslieder. Irgendwann nimmt man dann den Turnschuh und klopft spontan den Teppich aus, einfach nur so, damit die Energie abfliesst.

Nun bin ich wach, hab geduscht, meditiert, meinen Kaffee gekocht, meine Frau von der Couch zurück ins Bett geschickt, die Nachbarn schlafen ja jetzt. Die Kleene ist bei Oma und ich hab nun vielleicht noch eine Stunde allein für mich…

Will unbedingt über open data und das Europäische Patent Amt einen langen Artikel schreiben, Fiestagram ging doch in die zweite Runde, ein Gewinner der ersten Runde steht auch schon seit Freitag fest, die wöchentliche Zwischenmeldung über unser Socialize the Patentworld Projekt steht noch aus, eine Mail für den Vortrag auf der PATINFO 2012 darf geschrieben werden, ich möchte F. und I. hier in Istanbul treffen, Donnerstag fliege ich doch schon zurück, wir haben doch bald eine Betriebsprüfung, mein Busführerschein sollte verlängert werden, ach stimmt, Freitag bin ich in Oslo. Und irgendwie werden meine Augen schlechter, ich brauch bestimmt bald eine Brille oder bin ich doch nur müde? Der Kaffee ist auch bald alle, das muss auf die Einkaufsliste, zwei Überweisungen müssen noch raus, mein Laptop hat unten so einen komisches Leuchten am Bildschirm, die Garantie läuft bald ab, da sollte ich mich drum kümmern. Mein Netzteil ist noch in Kilkenny, ruf ich da jetzt an und lass mir das schicken?

Das ist in einer Stunde nicht zu schaffen, zumal ich ja die ersten 30 min schon mit meinem Tagebuch hier verbringe. Aber immer, wenn ich unruhig werde, wenn ich mich überwältigt fühle von dem was vor mir liegt… was alles noch zu tun ist, dann mache ich gar nichts! Ich erinnere mich an einen meiner Lehrer und lese wieder kurz in den „Instructions to the Cook„:

The emptiness of meditation does not denote a lack or absence of anything but is actually the state of openness that makes all things possible.

Die Kraft liegt im Nichtstun – in einer „Abundance of Leisure“ (erwähnte gestern Abend auch Hercule Poirot), wobei diese Erkenntnis mit vielen sozialen Regeln unserer Gesellschaft bricht. Und auch deshalb ist dieses nächste Satz so wichtig, den habe ich hier schon einmal vor fast zwanzig Tagen aufgeschrieben:

 And doing something, starting something, making a gesture in some direction always enlarges the amount of time. The more you do, the more time you have.

Aber das Zitat ist schwierig zu erfassen, vor allem wenn scheinbar so viel vor einem liegt… wie soll das denn gehen, wie soll ich das alles schaffen? Das denkt man doch ganz unwillkürlich, zumal die Liste ja noch lange nicht vollständig ist. Sobald man nachdenkt, fallen einem noch ein dutzend mehr Dinge ein, aber:

When we eliminate the gap between our expectations and what were doing, our energies all go into what were doing at the moment.

Das ist für mich die wichtigste Erkenntnis! Und deshalb mach ich jetzt das, was jetzt dran ist. Und zwar mein Guten Morgen Bild von eben hoch laden und…

allen einen ganz tollen Sonntag wünschen! 😉