Gestern morgen hatte ich die Idee, Euch einfach mal meine Favoriten zu zeigen, die ich mir so bei der Benutzung der ganzen Online Tools, sozialen Netze und neuen Medien, oder wie immer man das hier nennt, überall anlege. Diese Favoriten sind so eine Art moderne Lesezeichen, die ich ganz bewusst für mich und alle öffentlich im Internet erzeuge.

Also los gehts mit del.icio.us

Hier der erste Screenshoot von delicious.com, einem „klassischen“ Social Bookmarking Dienst im Web, man kann URLs als Lesezeichen erfassen, mit Kommentar und Tags versehen. Das ganze geht relative einfach über Browser PlugIns oder kleine Bookmarklets. Ich hab das erst relativ spät angefangen, seit September 2008 mach ich das mit diesem Tool. Wichtig, man kann seine Bookmarks jederzeit im- oder exportieren vom jeweiligen Browser oder aus Dateien. Und kann natürlich von überall darauf zugreifen, hat also seine immer dabei, egal wo man ist. Es gibt noch andere Tools in dieser Richtung zB StumbleUpon, digg oder auch reddit, alle etwas unterschiedlich von der Philosophie und der Ausprägung der Community.

Jetzt der Screenshot von delicious.com/herrkrueger

Ich mag den reinen Bookmarking Dienst von delicious.com, man bekommt für fast alle Seiten bereits Tag Vorschläge, weil irgend jemand anders diese Seite bereits getaggt hat. Das reicht mir an Interaktion mit anderen, das einzige, was ich dafür tue ist: meine Bookmarks öffentlich zu machen, also für jeden zugänglich zu haben und damit auch meine von mir vergeben Tags anderen – der Community – zur Verfügung zu stellen. Und genau deshalb nennt man so etwas auch Social Bookmarking.

Delicious.com wurde von Joshua Schachter so Anfang 2004 ins Leben gerufen, im Dezember 2005 dann von Yahoo gekauft und in diesem Frühjahr von den youtube Gründer Chad Hurley und Steve Chen gekauft und hat vor ein paar Wochen ein neue, schicke Oberfläche und mit Stacks ein interessantes neues Feature bekommen.

Dann weiter zum nächsten Favoriten: Twitter.

Vielleicht nutzen noch ein paar andere hier auch Twitter, dann sollte das Markieren oder Faven von Tweets klar sein. Nicht ganz so klar ist vielleicht, dass diese „gefavten“ Tweets von jedem Benutzer einen eigenen Link haben.

Hier sind also meine Favoriten unter den Tweets und dazu der Screenshot: twitter.com/herrkrueger/favorites

Ich nutze Twitter schon seit Juli 2008, da kommen mit der Zeit eine ganz schöne Menge an gemerkten Tweets zusammen, aber erst in letzter Zeit nutze ich diese Funktion, um mir gezielt Tweets zu merken und seit ein paar Wochen diese sogar automatisiert mittels ifttt.com als Bookmarks an delicious oben zu übertragen. Und es gibt sogar eine Website, die die Favorites sozialisiert und als eigene Objekte einer Community etabliert hat: favstar.fm

Die Twitter Gründungsgeschichte spare ich mir mal, werd ja sonst nie fertig hier.

Und deshalb auch gleich der nächste: Google Reader.

Das ist mein Newsreader, den ich seit 2009 zu meinem fast einzigen Weg gemacht habe, wie ich Updates von Blogs lese… bis auf wenige Ausnahmen und natürlich, wenn ich neue Leute oder Themen erforsche.

From your 279 subscriptions, over the last 30 days you read 1,454 items, clicked 39 items, starred 10 items, shared 52 items, and emailed 5 items. Since May 6, 2009 you have read a total of 61,922 items.

Krass, oder? Naja, jedenfalls habe ich viel experimentiert und zum Beispiel bei jedem „Share“ gleichzeitig auch Twitter informiert, erst mit Pubsubhubbub, später dann auch mit dem oben schon erwähnten ifttt.com, welches ich aber letzte Woche deaktiviert habe, weil ich in den Netzen nicht mehr ganz so viel halbautomatisch posten wollte. Der GReader habe ich mir wirklich angewöhnt, in den letzten beiden Jahren… er hat komplett meine Morgenzeitung ersetzt. In der letzten Zeit folge ich mehr und mehr den Shared Items anderer Personen, anstatt selbst alle Blogposts durch zu klicken… das spart Zeit, aber ist auch wie schneller Fahren, man kriegt nicht mehr alles mit. Aber das ist OK, ich bin eh grade – wie ihr zufällig bemerkt, wenn ihr bis hierhin gelesen habt – eher in der Produktions- als Konsumtionsphase.

Und hier der Screenshot: google.com/reader/shared/arne.krueger.61

Über den GReader muss man nicht viel mehr sagen, Tastenkürzel vielleicht noch, bescheidene Google+ Integration, einfaches SentTo… ich verschicke öfter mal so Presseschauähnlich Artikel an Kollegen und Freunde, wenn ich denke, die könnten interessant sein. Hab dieses Informieren von Strati gelernt, der hat die Artikel aber noch per Hand ausgeschnitten aus Papier, dann auf A4 vergrößert mit den Kopierer und danach gescannt und per Mail als Anhang verschickt… und das ist noch gar nicht so lange her, nur ein paar Jahre.

Reproduction and distribution of music, previously a valuable service, is now something their customers can do for themselves.

schreibt Clay Shirky in dem neuen Buch, welches ich grad lese. Genau so ist es übrigens hier – bei der Verteilung und Verbreitung von Zeitungsartikeln, ich brauche keine Kopierer und keinen Scanner mehr, um meine Freunde und Kollegen mit wichtigen Artikeln zu versorgen, ich schicke Ihnen mit „einem Klick“ einen Link.

Der nächste ist dran: Tumblelog Likes

Das ist wieder was tolles, Tumblelogs sind eine Plattform, da weiss ich gar nicht – wie ich das am besten hier aufschreiben kann. Es ist ein endloser Strom von ge“resharten“ Artikeln, meist Bilder und deren Likes und Notizen. Das bemerkenstwerteste für mich: die haben das Seitenkonzept, das Blättern weggelassen: „endless scrolling“ habe ich hier zum ersten Mal gesehen.  Das Seitenkonzept auf das Internet zu übertragen macht eigentlich keinen Sinn, warum soll man hier auch etwas „um blättern“, es gibt ja keine Blätter mehr.

Und auch ein Tumblelog hab ich schon ’ne ganze Weile. Nach ein paar Experimenten, sammle ich nun dort meine ganzen Instagram Bilder in einem – wie ich finde – sehr schönen Tumblelog unter herrkrueger.tumblr.com

Rechts unten, gibt es einen Bereich mit „I dig these posts“ und wenn man dort weiter klickt, sieht man das hier:

www.tumblr.com/liked/by/herrkrueger

Schon über 800 Bilder habe ich so markiert, weil ich sie schön finde, sie mich berührt haben, ich irgend etwas mit ihnen verbinde. Es ist für mich beim Betrachten der Bilder in Tumblr wieder nur ein kleiner Klick, dann habe ich einen Merker, ein Lesezeichen erzeugt und kann später wieder darauf zu greifen. Jeder kennt doch die Situationen, in denen man sich Tage später an ein besonderes Bild erinnert: wo habe ich das noch mal gleich gesehen, das war doch…“, Tumblr bietet eine einfach Möglichkeit, dies mit Inhalten im Netz zu tun und vor allem das mit anderen zu teilen – also zu sehen, welche Bilder von anderen Menschen für toll befunden worden sind.

Die letzten beiden Beispiele für Favoriten, die ich im Netz erzeuge betreffen Facebook und Google+

Facebook ist ja mittlerweile sehr vielen Menschen ein Begriff, auch denen – die keinen Account dort haben. Über 800 Millionen Mitglieder, davon haben sich um letzten Monat erstmalS 500 Millionen gleichzeitig angemeldet, waren gleichzeitig Online… die sassen aber nicht vorm Fernseher und haben WM Finale oder dem Enkel einer Queen beim Heiraten zugeschaut. Nein, 500 Millionen Menschen waren auf einer Webseite angemeldet und haben Statusmeldungen verfasst, Bilder hochgeladen oder andere Beiträge ge“like“t oder kommentiert oder einfach auch irgend ein Spiel gespielt.

Bei Google+ ist das so ähnlich, nur neuer. Der Suchmaschinen Gigant hat in diesem Jahr einen ernsthaften Versuch gemacht, den Siegeszug von Facebook etwas entgegen zu setzen und eine eigene Plattform gestartet.

Warum ich diese beiden hier mit in der Reihe der Favoritensammlungen aufgenommen habe? Weil man auch hier, wie bei den anderen Beispielen, die einmal getätigten „Likes“ oder „PlusOnes“, wie das bei Google heisst, als öffentlichen Link zugreifen kann. Also man selbst bekommt eine Historie aller jemals ge“like“ten Dinge in  Facebook und Google und aller Webseiten, die deren Funktionen eingebaut haben.

Hier nun die letzen beiden Screenshoots, erst plus.google.com/109039367586254928633/plusones

und facebook.com/arne.krueger/favorites

Warum zeige ich Euch das ganze hier eigentlich?

Weil ich der festen Meinung bin, dass solche neuen technologischen und sozialen Möglichkeiten – die es jedem Menschen, der Zugang zum Internet und einen Computer hat, möglich machen – selbst Inhalte zu erzeugen und mit anderen zu teilen, eine fundamentale Veränderung unser Gesellschaft bewirken werden. So fundamental, dass es jede Organisation, Instituion, Industrie früher oder später erfassen und verändern wird. Weil der Aufwand für das Erzeugen und Aufrechterhalten – also für das Management – solcher Co-Creation Prozesse dramatisch sinkt. Weil wir damit neu, einfach, schneller in Gruppen zusammen arbeiten, Ziele erreichen, Dinge verändern können, wie niemals zuvor:

Most of the barriers to group action have collapsed, and without those barriers, we are free to explore new ways of gathering together and getting things done.

For any given organisation. the important question are „When will the change happen?“ and „What will change?. The only two answers we can rule out, are never and nothing. –Clay Shirky, Here Comes Everybody

Verfasst von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

One Comment

  1. […] meinen Weg beim Life Logging und Self Tracking etwas näher erklären. Ich hab schon mal über meine sozialen Favoriten geschrieben, die einen Teil meines Verständnisses von Life Logging ausmachen, also das Sammeln […]

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