Am dritten Tag kann ich mich wieder an meine Träume erinnern… heute war Kochausbildung dran, Lutz und Ewa spielten mit. Andere anonyme Traumteilnehmer mussten im Internat schlafen: das aus drei Bungalows mit jeweils 4 Doppelstockbetten bestand. Kochen sei nur Organisation, sagte unser Ausbilder, er versuchte uns beizubringen, wie man eine Küche organisiert, nicht – wie man kocht oder die Zutaten herstellt. Das Handwerk des Kochens, das interessierte ihn nicht.

Dann bin ich aufgestanden, habe meiner neuen virtuellen Assistentin gesagt: bitte Timer auf 40 min stellen und sie zählte und ich meditierte… Sonntags immer etwas länger und vielleicht auch deshalb heute etwas später hier mein virtuelles, echtes Tagebuch.

Gestern war ich doch bei Richard, dem Möbeltischler hier in Kreuzberg und als ich ihm bei der Arbeit zugeschaut habe… ich glaube, da habe ich die Grundlagen für meinen Traum heute Nacht gelegt. Es ging nur darum, welche Werkzeuge man wie einsetzt, um ein Ziel zu erreichen. Ich habe gesehen, wie der Ablauf – die Organisation der einzelnen Arbeitsschritte – in seinem Kopf fertig war. Er spulte dann nur diesen Ablauf ab, wieder und wieder. Als ich ihm zu sah, wie er aus geraden Brettern perfekte runde Bretter machte  – mit einer komischen Säge, die er an einem Hilfsbrett befestigt hatte, welches er dann fest bohrte und schraubte, damit er dann um diese Schraube herum, den Kreis ausschneiden konnte, bewunderte ich die ruhigen Bewegungen, die Koordination dieser unendlich vielen kleinen Dinge.

Und Heute morgen wachte ich auf und konnte beides, meinen Traum übers Kochen und mein Erlebnis übers runde Bretter bohren verbinden. Es erinnert mich jetzt auch an Computerspiele, wie meine letzte Entdeckung Minecraft – hier wie dort, wie auch beim Kochen, geht es eher ums Dirigieren, ums Organisieren, Anordnen, Auswählen aus unendlich vielen Möglichkeiten.

Richard muss Aussziehen, der Pachtvertrag wurde nicht verlängert, und dem  Bezirksamt als Eigentümer ist nun eingefallen, dass auf dem Gelände aus Umweltgründen nun keine Autowerkstätten, Atteliers und Möbeltischlerein mehr betrieben werden dürfen. Nun zieht Richard mit seinen 6 Angestellten weg aus Kreuzberg irgendwo in den Süden von Berlin, dort geht das nämlich noch. Ob er den Umzug finanzieren kann, ist ungewiss. Erst mal orchestriert er die Fertigstellung des Rednerpultes für den Verteidigungsminister.

An noch etwas habe ich gestern denken müssen, ich bin in Landgrafroda
aufgewachsen. Dort gab es einen Stellmacher, neben der Bushaltestelle. Er hat Leitern, Schemel, Äxte, Spaten, Schaufeln hergestellt und uns Kindern im Dorf die Schlitten für den Winter gebaut. Er hatte eine riesige Bandsäge, zwei Hobelbänke mit ganz silbrig glänzenden Messerrollen, unheimliche Mengen an Sägespänen und nur 7 Finger. Von ihm habe ich keine Bilder, aber zum Glück nun von Richard.

Was für ein wunderbarer Sonnentag!

Verfasst von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

One Comment

  1. […] kam Richard, mein Bekannter der Tischlermeister dazu. Ich habe ihn einfach mal zu seiner Meinung zu Offenheit in seinem Job befragt. Die ersten […]

    Gefällt mir

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s