Fällt Euch irgendein Lied zum Sonntagmorgen ein, welches ich jetzt anstimmen könnte? Habe heute auch geträumt, aber gleich vergessen… denn ich musste drüber nachdenken, ob es es in der Türkei auch so etwas wie „nächtliche Ruhestörung“ gibt? Die Nachbarn sangen von 3 bis bestimmt um 4 türkische Volkslieder. Irgendwann nimmt man dann den Turnschuh und klopft spontan den Teppich aus, einfach nur so, damit die Energie abfliesst.

Nun bin ich wach, hab geduscht, meditiert, meinen Kaffee gekocht, meine Frau von der Couch zurück ins Bett geschickt, die Nachbarn schlafen ja jetzt. Die Kleene ist bei Oma und ich hab nun vielleicht noch eine Stunde allein für mich…

Will unbedingt über open data und das Europäische Patent Amt einen langen Artikel schreiben, Fiestagram ging doch in die zweite Runde, ein Gewinner der ersten Runde steht auch schon seit Freitag fest, die wöchentliche Zwischenmeldung über unser Socialize the Patentworld Projekt steht noch aus, eine Mail für den Vortrag auf der PATINFO 2012 darf geschrieben werden, ich möchte F. und I. hier in Istanbul treffen, Donnerstag fliege ich doch schon zurück, wir haben doch bald eine Betriebsprüfung, mein Busführerschein sollte verlängert werden, ach stimmt, Freitag bin ich in Oslo. Und irgendwie werden meine Augen schlechter, ich brauch bestimmt bald eine Brille oder bin ich doch nur müde? Der Kaffee ist auch bald alle, das muss auf die Einkaufsliste, zwei Überweisungen müssen noch raus, mein Laptop hat unten so einen komisches Leuchten am Bildschirm, die Garantie läuft bald ab, da sollte ich mich drum kümmern. Mein Netzteil ist noch in Kilkenny, ruf ich da jetzt an und lass mir das schicken?

Das ist in einer Stunde nicht zu schaffen, zumal ich ja die ersten 30 min schon mit meinem Tagebuch hier verbringe. Aber immer, wenn ich unruhig werde, wenn ich mich überwältigt fühle von dem was vor mir liegt… was alles noch zu tun ist, dann mache ich gar nichts! Ich erinnere mich an einen meiner Lehrer und lese wieder kurz in den „Instructions to the Cook„:

The emptiness of meditation does not denote a lack or absence of anything but is actually the state of openness that makes all things possible.

Die Kraft liegt im Nichtstun – in einer „Abundance of Leisure“ (erwähnte gestern Abend auch Hercule Poirot), wobei diese Erkenntnis mit vielen sozialen Regeln unserer Gesellschaft bricht. Und auch deshalb ist dieses nächste Satz so wichtig, den habe ich hier schon einmal vor fast zwanzig Tagen aufgeschrieben:

 And doing something, starting something, making a gesture in some direction always enlarges the amount of time. The more you do, the more time you have.

Aber das Zitat ist schwierig zu erfassen, vor allem wenn scheinbar so viel vor einem liegt… wie soll das denn gehen, wie soll ich das alles schaffen? Das denkt man doch ganz unwillkürlich, zumal die Liste ja noch lange nicht vollständig ist. Sobald man nachdenkt, fallen einem noch ein dutzend mehr Dinge ein, aber:

When we eliminate the gap between our expectations and what were doing, our energies all go into what were doing at the moment.

Das ist für mich die wichtigste Erkenntnis! Und deshalb mach ich jetzt das, was jetzt dran ist. Und zwar mein Guten Morgen Bild von eben hoch laden und…

allen einen ganz tollen Sonntag wünschen!😉

 

 

 

 

Verfasst von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

2 Comments

  1. Geht mir auch so. Wenn’s zu viel ist schaffe ich gar nichts mehr. Wenn ich mir Zeit nehme alles aufzuschreiben, zu listen, zu sortieren und zu priorisieren wird es besser. Aber immer habe ich auch dazu kein Zeit. Alles Gute Dir.

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  2. hey heike, die frage ist ja, was einen motiviert und antreibt… ob es die zu hohen erwartungen (an einen selbst) sind oder eher die freue am tun, am jetzt, am leben.😉

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