Statt Tagebuch: Erster Tag in Kilkenny…

Gut geschlafen im Hotel hier. Viel geträumt von alten Menschen und von Hasan dem Bürgermeister und vieles mehr. Wollte kurz nach dem Aufwachen notieren und habe dann doch einfach losgelassen.

Gestern ein aufregender Reisetag, mit einer Beinahe Landung in Dublin, kurz vorm Aufsetzen zieht der Captain hoch, weil der Wind die Kapazität der Maschine überschritten hätte und landet uns nach ein paar wunderschönen Runden überm Sturm in Belfast. In einer regnerischen Fahrt geht es erst nach Dublin und dann weiter nach Kilkenny, wo in diesem Jahr die Patent Information Conference des Europäischen Patentamtes stattfindet.

Bei der Begrüßung habe ich die unglaubliche Nachricht bekommen, morgen ‚unser Cloud Projekt‘ vor ganz hohen Herren pitchen zu dürfen. Und jetzt bin ich wahnsinnig aufgeregt und versuche mich zu freuen, Freude zu entwickeln. Denke über meine Slides nach, lege mir Sätze zurecht, will unbedingt noch diesen oder jenen neuen Gedanken aufschreiben. Einfach fantastisch!

Gleich geht’s hier los mit dem ersten Workshop, ich nutze diese Tage im Herbst immer, um ganz tief Patentweltluft einzuatmen… mit so vielen Menschen wie möglich in Kontakt zu kommen und so viele Anregungen mitzunehmen und auszuteilen, wie möglich!

Und eben habe ich einen kurzen Spaziergang über die irischen Wiesen gemacht, auch diese Luft will ich tief einatmen…

Und mit einem Sonnenaufgang über Kilkenny wünsche ich einen wunderbaren guten Moooorgen!

Statt Tagebuch: Montags morgen noch in Berlin…

Heute nacht habe ich ganz intensiv geträumt, schon beim langsamen und späten Einschlafen habe ich die Träume bemerkt, die dann wohl die ganze Nacht da da blieben, dann vorm Wecker klingeln habe ich die Träume auch halb erlebt und versucht aufzuzeichnen. Der Inhalt ist fast weg, eine Geschichte ist noch da…

Gestern war Tatort dran, wie fast jeden Sonntag… und diesmal ging’s einfach nur um Neid und um das Böse, keine grossen Gesellschaftsthemen, ein wenig vielleicht, ein Kulturhaus spielte mit und wie die Gesellschaft mit Kultur, mit Künstlern umgeht. Und heute morgen wird im Tacheles geräumt. Da hab ich mal gewohnt – 1996 – lang ist’s her…

Dann Jauch, statt Will – diesmal mit nem Thema, mit dem er es nicht mal bis in’n Spiegel Online schafft, auch meine Twitter Timeline blieb erstaunlich ruhig, es ging um die Trinker-Republik, um zwei ehemalige Alkoholiker – ein toller A. Schockenhoff und ein schrecklicher Rüdiger-Rolf Schalloch-Vogel – und ein provokanter Peter Richter aus Dresden, der Werbung für sein neues Buch „Über das Trinken“ machen durfte, in dem er behauptet, dass man ohne Alkohol keinen Spass haben und keine Party machen könne, ergänzt um eine charmante Christine Haderthauer und einen irgendwie blassen Bernd Siggelkow, den Arche Gründer, den ich mir so anders vorgestellt habe.

Das fiel mir gestern Abend dazu ein und ich wollte das mal hier festhalten für später… und auch das diese Sendung gestern schrecklich war!

 

Hab vorhin schon angefangen mit meiner Arbeit, meinem Leben, das hierist zwischen Mails, Packen, Organisieren und Hallos entstanden. Gleich geht der Flieger, morgen gibt’s ein Statt Tagebuch aus Kilkenny, Ireland! 

Wünsche einen ganz tollen Start in die neue Woche…

Statt Tagebuch: Sonnenaufgang im Bergmannkiez…

Am dritten Tag kann ich mich wieder an meine Träume erinnern… heute war Kochausbildung dran, Lutz und Ewa spielten mit. Andere anonyme Traumteilnehmer mussten im Internat schlafen: das aus drei Bungalows mit jeweils 4 Doppelstockbetten bestand. Kochen sei nur Organisation, sagte unser Ausbilder, er versuchte uns beizubringen, wie man eine Küche organisiert, nicht – wie man kocht oder die Zutaten herstellt. Das Handwerk des Kochens, das interessierte ihn nicht.

Dann bin ich aufgestanden, habe meiner neuen virtuellen Assistentin gesagt: bitte Timer auf 40 min stellen und sie zählte und ich meditierte… Sonntags immer etwas länger und vielleicht auch deshalb heute etwas später hier mein virtuelles, echtes Tagebuch.

Gestern war ich doch bei Richard, dem Möbeltischler hier in Kreuzberg und als ich ihm bei der Arbeit zugeschaut habe… ich glaube, da habe ich die Grundlagen für meinen Traum heute Nacht gelegt. Es ging nur darum, welche Werkzeuge man wie einsetzt, um ein Ziel zu erreichen. Ich habe gesehen, wie der Ablauf – die Organisation der einzelnen Arbeitsschritte – in seinem Kopf fertig war. Er spulte dann nur diesen Ablauf ab, wieder und wieder. Als ich ihm zu sah, wie er aus geraden Brettern perfekte runde Bretter machte  – mit einer komischen Säge, die er an einem Hilfsbrett befestigt hatte, welches er dann fest bohrte und schraubte, damit er dann um diese Schraube herum, den Kreis ausschneiden konnte, bewunderte ich die ruhigen Bewegungen, die Koordination dieser unendlich vielen kleinen Dinge.

Und Heute morgen wachte ich auf und konnte beides, meinen Traum übers Kochen und mein Erlebnis übers runde Bretter bohren verbinden. Es erinnert mich jetzt auch an Computerspiele, wie meine letzte Entdeckung Minecraft – hier wie dort, wie auch beim Kochen, geht es eher ums Dirigieren, ums Organisieren, Anordnen, Auswählen aus unendlich vielen Möglichkeiten.

Richard muss Aussziehen, der Pachtvertrag wurde nicht verlängert, und dem  Bezirksamt als Eigentümer ist nun eingefallen, dass auf dem Gelände aus Umweltgründen nun keine Autowerkstätten, Atteliers und Möbeltischlerein mehr betrieben werden dürfen. Nun zieht Richard mit seinen 6 Angestellten weg aus Kreuzberg irgendwo in den Süden von Berlin, dort geht das nämlich noch. Ob er den Umzug finanzieren kann, ist ungewiss. Erst mal orchestriert er die Fertigstellung des Rednerpultes für den Verteidigungsminister.

An noch etwas habe ich gestern denken müssen, ich bin in Landgrafroda
aufgewachsen. Dort gab es einen Stellmacher, neben der Bushaltestelle. Er hat Leitern, Schemel, Äxte, Spaten, Schaufeln hergestellt und uns Kindern im Dorf die Schlitten für den Winter gebaut. Er hatte eine riesige Bandsäge, zwei Hobelbänke mit ganz silbrig glänzenden Messerrollen, unheimliche Mengen an Sägespänen und nur 7 Finger. Von ihm habe ich keine Bilder, aber zum Glück nun von Richard.

Was für ein wunderbarer Sonnentag!

Update: Eine Woche nach dem Start…


Das als Einleitung! Ein schon etwas emotionales Video von Facebook, welches die Vorstellung des größten sozialen Netzwerkes beschreibt, die sie von der neuen Integration von Anwendungen in ihre Plattform haben. Warum zeige ich das hier? Einfach, weil der Post mit den Hintergründen zum Sozialen Anwendungsdesign a la Facbook mit der neuen Open Graph Schnittstelle noch in Arbeit ist.

Wir haben in der vergangenen Woche, wie hier angekündigt unseren Webserver gleich zum Start ausgetauscht. Der Prototyp läuft jetzt mit Tornado und wir haben erfolgreich die Twitter und Facebook OAuth Anmeldung implementiert.

Hier oben der Berechtigungsdialog… und drunter der Beweis, das Facebook Profil Photo kann auch als Profilbild in unserer Anwendung übernommen und angezeigt werden.

Wir haben uns entschlossen, beides aber noch nicht hier zu verlinken. Mit einem Update des Prototypen warten wir noch, bis mehr und vor allem rundere Interaktionen fertig sind. So lange soll die „öffentliche Website“ nur die Geschwindigkeit der Suche in der Cloud und mit neuesten GUI Technologien demonstrieren. Deshalb sind jetzt auch noch weitere Daten eingelesen, mit ca. 120.000 Dokumenten sind nun schon doppelt so viele Patente indiziert, wie in der letzten Woche.

Wir arbeiten also gerade in zwei Bereichen: einmal an der Infrastruktur und den API Erweiterungen rund um Authentifzierung/ Anmeldung/ Abmeldung zu ermöglichen und zweitens an der Ausweitung der indizierten Datenbasis.

Was haben wir uns für die nächste Woche vorgenommen? Vorbereitung eines Interaction Design Workshops in der übernächsten Woche und ich werd über Henry in London hinweg fliegen… nach Kilkenny. Dort findet dieses mal die jährliche Patent Information Conference des Europäischen Patentamtes (EPA) statt. Das EPA organisiert ein Branchentreffen, berichtet von der Arbeit des letzten Jahres und setzt neue Impulse für das nächste Jahr, die Zusammenarbeit mit Google im Bereich Machine Translation und weitere Überlegungen zur Open Data/Government (Editorial, S.2) Bewegung interessieren mich hier natürlich am meisten. Ich fühle mich als alter Hase der Konferenz, die ich schon seit Jahren besuche und seit Stockholm, 2008 als absolutes Highlight des Jahres im Kalender habe. Ich bin echt gespannt auf die kommende Woche!

Statt Tagebuch: Sonnenaufgang in Stralau…

Gestern hatte ich Sehnsucht nach Stralau und dem Sonnenaufgang dort. Geträumt habe ich heute, einen schönen Traum, nur auch nicht zu halten, einfach nicht zu halten nach dem Aufwachen. Nach dem Aufstehen und Meditieren habe ich Siri nach dem Sonnenaufgang gefragt und…

 

hab ne Antwort bekommen. Hammer! Also noch mal langsam: diesen Dialog hier auf dem Bild habe ich mit meinem Telefon g e s p r o c h e n. Das Telefon schreibt einfach mit und macht, wenn es versteht und es versteht verdammt viel! 

Wollte neben dem Stillen meiner Sehnsucht nach Stralaus Sonnenaufgang die Kamera im neuen iPhone4S ausprobieren, mit ner Blende von 2,4 und 8 Megapixeln schon ein schöner Sprung nach vorne!

Bin hingefahren, den umgekehrten Arbeitsweg von über 5 Jahren… Samstag Morgens um 7 gibt es kaum andere Autos, die Stadt schläft noch. Nur vor den Clubs hinter der Elsenbrücke stehen schwankend Menschen und die wartenden Taxen.

An meinem Platz war eine Baustelle, das Ufer muss befestigt werden, schrieb das Bezirksamt am Anschlag. Bin gelaufen am Bauzaun, dann ans Ufer geklettert, im Schlamm versunken, die Pfade anderer entdeckt und dann einen Platz zum frierenden Warten gefunden. Eine halbe Stunde gestanden und zugeschaut, wie die Sonne alles verändert, die Farben dreht und Dinge passieren… Enten, Fische, Reflektionen, Flugzeuge, Möwen, Spatzen, Fussgänger, Jogger, Clubgänger, Nebel, Rauch und dann irgendwann Kälte. Als ich die Sonne gesehen hab, bin ich zurück und zum alten Kindergarten von Aleyna neben dem Palmkernölspeicher.

Gestern so viele Menschen getroffen, heute werd ich allein arbeiten und endlich ein Update zu PINCH schreiben und ich werd dann wohl – zum Ausgleich –  zu Richards Werkstatt laufen – einem der letzten Möbeltischler hier in Kreuzberg. Richard schreinert der Bundeskanzlers Rednerpulte! Und weil er umziehen muss und ich mit ihm immer Kaffee trinke hier und seinen 58er Benz liebe, werd ich ein paar Fotos machen von ihm in seiner Werkstatt.

Statt Tagebuch: Wenn Träume sich verstecken…

Meine Träume haben sich heute vor mir versteckt… ich habe unruhig geschlafen, war ständig wach und habe versucht mich an meine Träume für die Einleitung hier zu erinnern. Da war nichts, obwohl ich definitiv geträumt habe, es war sofort weg. In genau dem Moment, in dem ich realisiert habe… ich bin wach, war alles verschwunden!

Mein Denken sortiert sich grade um… dies ist gar kein Statt Tagebuch mehr, sondern eine morgendliche Spontanschreibübung. Ich übe jeden Morgen, ob ich mich traue hier gleich den Publish Button zu drücken. Ob das Bild gut genug ist, das Thema vielleicht doch nicht interessant. Ich übe, meinen Anspruch an und die tatsächliche Qualität meines Schreibens anzunehmen.

Ich habe ein morgendliches Ritual entwickelt vor 2-3 Jahren, das Fotografieren des Sonnenaufgangs. Heute fehlte mir der Ort an dem das begann, die Halbinsel Stralau mit ihren phantastischen Sonnenaufgängen über der Rummelsburger Bucht.  Habe grade hier mein Tumblr kurz durchgeschaut… ich habe Sehnsucht nach diesem „die Sonne genau in dem Moment sehen, in dem sie aufgeht“. Hier im Bergmannkiez berührte sie in dem Moment „nur“ die Dächer… und ich war unten auf der Strasse und schaute die Kirche an, wie jeden Morgen hier – auch schön, anders!

Gestern Abend, heute Nacht und diesen Morgen ist noch etwas anderes passiert, ich habe eine grosse Übung  im Loslassen mit mir selbst durchgeführt. Ich versuche auch schon seit längerem, meine Bindungen an materielle Dinge, an Besitz und Eigentum zu verstehen. Kommt ja aus der Beschäftigung mit der buddhistischen Psychologie, dort werden viele Übungen zur Reflektion auch dafür angeboten, das Nachdenken darüber fällt mir inzwischen leicht. Das Handeln aber nicht! Und ich bin ohne Träume aufgewacht.

Ein langer Tag hier steht mir bevor, von 8 bis 8… gleich gehts los! Ich freue mich grade, fang an zu lächeln: Dieter, Gerald und Micha und Michael… dann Robert, danach Hannah, dann Rudolf & Co und dann Oren & Co – so viele tolle Menschen, mit denen ich arbeiten und zusammen sein darf! Mit einem Lächeln übe ich das Loslassen von Stress, von Anspruch, irgendwie sein zu müssen, irgendwelche Ziele erfüllen zu müssen… um einfach nur zu tun, was heute dran ist, was wir heute tun können und was wir heute lieben

Meine sozialen Favoriten…

Gestern morgen hatte ich die Idee, Euch einfach mal meine Favoriten zu zeigen, die ich mir so bei der Benutzung der ganzen Online Tools, sozialen Netze und neuen Medien, oder wie immer man das hier nennt, überall anlege. Diese Favoriten sind so eine Art moderne Lesezeichen, die ich ganz bewusst für mich und alle öffentlich im Internet erzeuge.

Also los gehts mit del.icio.us

Hier der erste Screenshoot von delicious.com, einem „klassischen“ Social Bookmarking Dienst im Web, man kann URLs als Lesezeichen erfassen, mit Kommentar und Tags versehen. Das ganze geht relative einfach über Browser PlugIns oder kleine Bookmarklets. Ich hab das erst relativ spät angefangen, seit September 2008 mach ich das mit diesem Tool. Wichtig, man kann seine Bookmarks jederzeit im- oder exportieren vom jeweiligen Browser oder aus Dateien. Und kann natürlich von überall darauf zugreifen, hat also seine immer dabei, egal wo man ist. Es gibt noch andere Tools in dieser Richtung zB StumbleUpon, digg oder auch reddit, alle etwas unterschiedlich von der Philosophie und der Ausprägung der Community.

Jetzt der Screenshot von delicious.com/herrkrueger

Ich mag den reinen Bookmarking Dienst von delicious.com, man bekommt für fast alle Seiten bereits Tag Vorschläge, weil irgend jemand anders diese Seite bereits getaggt hat. Das reicht mir an Interaktion mit anderen, das einzige, was ich dafür tue ist: meine Bookmarks öffentlich zu machen, also für jeden zugänglich zu haben und damit auch meine von mir vergeben Tags anderen – der Community – zur Verfügung zu stellen. Und genau deshalb nennt man so etwas auch Social Bookmarking.

Delicious.com wurde von Joshua Schachter so Anfang 2004 ins Leben gerufen, im Dezember 2005 dann von Yahoo gekauft und in diesem Frühjahr von den youtube Gründer Chad Hurley und Steve Chen gekauft und hat vor ein paar Wochen ein neue, schicke Oberfläche und mit Stacks ein interessantes neues Feature bekommen.

Dann weiter zum nächsten Favoriten: Twitter.

Vielleicht nutzen noch ein paar andere hier auch Twitter, dann sollte das Markieren oder Faven von Tweets klar sein. Nicht ganz so klar ist vielleicht, dass diese „gefavten“ Tweets von jedem Benutzer einen eigenen Link haben.

Hier sind also meine Favoriten unter den Tweets und dazu der Screenshot: twitter.com/herrkrueger/favorites

Ich nutze Twitter schon seit Juli 2008, da kommen mit der Zeit eine ganz schöne Menge an gemerkten Tweets zusammen, aber erst in letzter Zeit nutze ich diese Funktion, um mir gezielt Tweets zu merken und seit ein paar Wochen diese sogar automatisiert mittels ifttt.com als Bookmarks an delicious oben zu übertragen. Und es gibt sogar eine Website, die die Favorites sozialisiert und als eigene Objekte einer Community etabliert hat: favstar.fm

Die Twitter Gründungsgeschichte spare ich mir mal, werd ja sonst nie fertig hier.

Und deshalb auch gleich der nächste: Google Reader.

Das ist mein Newsreader, den ich seit 2009 zu meinem fast einzigen Weg gemacht habe, wie ich Updates von Blogs lese… bis auf wenige Ausnahmen und natürlich, wenn ich neue Leute oder Themen erforsche.

From your 279 subscriptions, over the last 30 days you read 1,454 items, clicked 39 items, starred 10 items, shared 52 items, and emailed 5 items. Since May 6, 2009 you have read a total of 61,922 items.

Krass, oder? Naja, jedenfalls habe ich viel experimentiert und zum Beispiel bei jedem „Share“ gleichzeitig auch Twitter informiert, erst mit Pubsubhubbub, später dann auch mit dem oben schon erwähnten ifttt.com, welches ich aber letzte Woche deaktiviert habe, weil ich in den Netzen nicht mehr ganz so viel halbautomatisch posten wollte. Der GReader habe ich mir wirklich angewöhnt, in den letzten beiden Jahren… er hat komplett meine Morgenzeitung ersetzt. In der letzten Zeit folge ich mehr und mehr den Shared Items anderer Personen, anstatt selbst alle Blogposts durch zu klicken… das spart Zeit, aber ist auch wie schneller Fahren, man kriegt nicht mehr alles mit. Aber das ist OK, ich bin eh grade – wie ihr zufällig bemerkt, wenn ihr bis hierhin gelesen habt – eher in der Produktions- als Konsumtionsphase.

Und hier der Screenshot: google.com/reader/shared/arne.krueger.61

Über den GReader muss man nicht viel mehr sagen, Tastenkürzel vielleicht noch, bescheidene Google+ Integration, einfaches SentTo… ich verschicke öfter mal so Presseschauähnlich Artikel an Kollegen und Freunde, wenn ich denke, die könnten interessant sein. Hab dieses Informieren von Strati gelernt, der hat die Artikel aber noch per Hand ausgeschnitten aus Papier, dann auf A4 vergrößert mit den Kopierer und danach gescannt und per Mail als Anhang verschickt… und das ist noch gar nicht so lange her, nur ein paar Jahre.

Reproduction and distribution of music, previously a valuable service, is now something their customers can do for themselves.

schreibt Clay Shirky in dem neuen Buch, welches ich grad lese. Genau so ist es übrigens hier – bei der Verteilung und Verbreitung von Zeitungsartikeln, ich brauche keine Kopierer und keinen Scanner mehr, um meine Freunde und Kollegen mit wichtigen Artikeln zu versorgen, ich schicke Ihnen mit „einem Klick“ einen Link.

Der nächste ist dran: Tumblelog Likes

Das ist wieder was tolles, Tumblelogs sind eine Plattform, da weiss ich gar nicht – wie ich das am besten hier aufschreiben kann. Es ist ein endloser Strom von ge“resharten“ Artikeln, meist Bilder und deren Likes und Notizen. Das bemerkenstwerteste für mich: die haben das Seitenkonzept, das Blättern weggelassen: „endless scrolling“ habe ich hier zum ersten Mal gesehen.  Das Seitenkonzept auf das Internet zu übertragen macht eigentlich keinen Sinn, warum soll man hier auch etwas „um blättern“, es gibt ja keine Blätter mehr.

Und auch ein Tumblelog hab ich schon ’ne ganze Weile. Nach ein paar Experimenten, sammle ich nun dort meine ganzen Instagram Bilder in einem – wie ich finde – sehr schönen Tumblelog unter herrkrueger.tumblr.com

Rechts unten, gibt es einen Bereich mit „I dig these posts“ und wenn man dort weiter klickt, sieht man das hier:

www.tumblr.com/liked/by/herrkrueger

Schon über 800 Bilder habe ich so markiert, weil ich sie schön finde, sie mich berührt haben, ich irgend etwas mit ihnen verbinde. Es ist für mich beim Betrachten der Bilder in Tumblr wieder nur ein kleiner Klick, dann habe ich einen Merker, ein Lesezeichen erzeugt und kann später wieder darauf zu greifen. Jeder kennt doch die Situationen, in denen man sich Tage später an ein besonderes Bild erinnert: wo habe ich das noch mal gleich gesehen, das war doch…“, Tumblr bietet eine einfach Möglichkeit, dies mit Inhalten im Netz zu tun und vor allem das mit anderen zu teilen – also zu sehen, welche Bilder von anderen Menschen für toll befunden worden sind.

Die letzten beiden Beispiele für Favoriten, die ich im Netz erzeuge betreffen Facebook und Google+

Facebook ist ja mittlerweile sehr vielen Menschen ein Begriff, auch denen – die keinen Account dort haben. Über 800 Millionen Mitglieder, davon haben sich um letzten Monat erstmalS 500 Millionen gleichzeitig angemeldet, waren gleichzeitig Online… die sassen aber nicht vorm Fernseher und haben WM Finale oder dem Enkel einer Queen beim Heiraten zugeschaut. Nein, 500 Millionen Menschen waren auf einer Webseite angemeldet und haben Statusmeldungen verfasst, Bilder hochgeladen oder andere Beiträge ge“like“t oder kommentiert oder einfach auch irgend ein Spiel gespielt.

Bei Google+ ist das so ähnlich, nur neuer. Der Suchmaschinen Gigant hat in diesem Jahr einen ernsthaften Versuch gemacht, den Siegeszug von Facebook etwas entgegen zu setzen und eine eigene Plattform gestartet.

Warum ich diese beiden hier mit in der Reihe der Favoritensammlungen aufgenommen habe? Weil man auch hier, wie bei den anderen Beispielen, die einmal getätigten „Likes“ oder „PlusOnes“, wie das bei Google heisst, als öffentlichen Link zugreifen kann. Also man selbst bekommt eine Historie aller jemals ge“like“ten Dinge in  Facebook und Google und aller Webseiten, die deren Funktionen eingebaut haben.

Hier nun die letzen beiden Screenshoots, erst plus.google.com/109039367586254928633/plusones

und facebook.com/arne.krueger/favorites

Warum zeige ich Euch das ganze hier eigentlich?

Weil ich der festen Meinung bin, dass solche neuen technologischen und sozialen Möglichkeiten – die es jedem Menschen, der Zugang zum Internet und einen Computer hat, möglich machen – selbst Inhalte zu erzeugen und mit anderen zu teilen, eine fundamentale Veränderung unser Gesellschaft bewirken werden. So fundamental, dass es jede Organisation, Instituion, Industrie früher oder später erfassen und verändern wird. Weil der Aufwand für das Erzeugen und Aufrechterhalten – also für das Management – solcher Co-Creation Prozesse dramatisch sinkt. Weil wir damit neu, einfach, schneller in Gruppen zusammen arbeiten, Ziele erreichen, Dinge verändern können, wie niemals zuvor:

Most of the barriers to group action have collapsed, and without those barriers, we are free to explore new ways of gathering together and getting things done.

For any given organisation. the important question are „When will the change happen?“ and „What will change?. The only two answers we can rule out, are never and nothing. –Clay Shirky, Here Comes Everybody