Statt Tagebuch: Erfrischt nach Berlin…

Heute habe ich nicht geträumt! Nein, heute erinnere ich mich wirklich nicht mehr. Bin 5:30 hoch und da heute Reisetag ist, habe ich wohl sofort ins Reisestartprogramm geschaltet… und erinnere mich auch jetzt an keinen Traum.

Habe aber sofort mein iPhone gecheckt, welches natürlich noch nicht vollständig restored war nach dem gestrigen Update auf die neue iOS5 Version, von welcher ich gestern Abend noch dachte, es würde völlig stressfrei über die Bühne gehen bei mir… habe mich dann auf den Weg zum Flughafen gemacht, sitze nun hier, habe gefrühstückt und wollte unbedingt vorm Einsteigen noch hier einen Beitrag schreiben.

Einen kurzen nur für den heutigen Start, an solchen Tagen gibt es für mich noch keine Routine, keine Stunde Platz ist für ruhiges Nachdenken und Reflektieren. Ich freue mich wie immer auf den Flug – auf die 2,5h eingesperrte Freiheit der Gedanken.

Habe mich nach kurzem Ein und Ausatmen doch noch für zwei Bilder hier entschieden…

Mein tolles erfrischtes iPhone von gestern Abend, welches danach noch die ganze Nacht – aber immerhin erfolgreich – synchronisiert hat bis heute morgen um 6:19!

Und das Zeitschriftenregal hier am Flughafen, welches zumindest im Wirtschaftsregal voller Steve ist. Das ist nun heute genau eine Woche her, dass ich davon beim Aufwachen erfahren habe…

Schönen Start in den Tag wünsche ich!

Jetzt Live: die Zukunft ist doch immer schon da…

Ich kenn runtastic.com schon seit einer Weile und zwar seit ich im Mai angefangen habe, für die Teamstaffel zu trainieren. Ok, die Anwendung ist etwas mehr als eine moderne Stoppuhr, kann die Strecke aufzeichnen die man läuft, Zwischenzeiten, Geschwindigkeit, usw. alles eigentlich mittlerweile normal für iPhone Besitzer: There is an app for that!

Das genialste und beeindruckendste an runtastic ist aber, sein „Jetzt Live“ Feature, das einfach mal zeigt, was passiert – wenn jemand die Vernetzung der Menschen übers Netz und mobile Geräte weiter denkt.

Bei Jetzt Live kann man anderen bei Ihren Sportaktivitäten auf der Karte zuschauen, sie anfeuern oder Bilder sehen, die von der Strecke hochgeladen werden. So in etwa sieht das heute auf der Startseite von runtastic.com aus:

Und ich habe einfach mal auf einen Mountenbiker aus Israel geklickt…

Und könnte ihm jetzt Live über seine Kopfhörer auf die Strecke: Applaus, eine Laola und weitere Anfeuerungsgeräusche schicken… noch mal:

Ich jetzt – hier in Istanbul am Laptop – könnte, wenn ich mich auch für Mountenbiking in Israel interessieren würde (und nicht nur für die technolgischen Möglichkeiten!)

  1. ihn sehen, wo, wie schnell, wie lange, wie hoch er lang fährt und mir das zum Beispiel für meinen Israel Trip „merken“
  2. ihn anfeuern mit 10 unterschiedlichen Sound Snippets direkt auf die Strecke über seine Kopfhörer und die 3G Verbindung seines iPhones
  3. seine Bilder sehen, wenn er denn anhalten und jetzt eines knipsen und hochladen würde.

Sagt jetzt bitte nicht: Wer braucht denn so? was oder Ich laufe lieber in Ruhe allein sondern denkt einfach nur mal ganz kurz darüber nach, was heute möglich ist, mit einem iPhone und ständiger Internet Verbindung. Ihr wisst schon noch, dass wir das eben noch in allen möglichen SciFi Serien als Zukunft gesehen haben, oder?

Und um Euer Vorstellungsvermögen nicht zu sehr zu strapazieren und Ihr nicht irgendwelchen, Euch unbekannten Menschen auf der Karte als blauer Punkt folgen müsst und Euch fragt, was daran jetzt Zukunft ist… mach ich gleich mal Folgendes:

Ich habe gleich einen Termin in Nişantaşı, einem wunderschönen Viertel von Istanbul… und ich werde dazu jetzt einfach mal diese App da anschalten, auf Live Tracking klicken und dann von hier, Gayrettepe loslaufen und unterwegs ganz viele Bilder für Euch machen. Es ist nicht der Bosphorus, sondern einfach nur „Innenstadt“ von Istanbul mit Hochhäusern und Wohnhäusern, Autohändlern, sogar einem Fahrradladen, einem Stadion, Strassenhändlern, einem Sultanspalast und dann noch ein langer Berg hoch, bis zu meinem Ziel, einem Cafe in eben Nişantaşı. Dauert vermutlich mit ein paar Fotos von unterwegs so zwischen 30 – 60 min… mein Akku wird mitmachen.

Und – weil es geht und ich es kann – gibt es auch noch Live meine Pulsfrequenz auf der Strecke gleich für Euch als Zugabe.

The future is already here — it’s just not very evenly distributed. —William Gibson

Bin gespannt, ob jemand das mal ausprobiert und mir irgendwas auf die Strecke schickt… später werd ich dann die Dokumentation der Strecke von runtastic.com hier noch einfügen.

Hier der Link:

http://www.runtastic.com/de/benutzer/Arne-Krueger/sportaktivitaeten/6009417

 

 

Update: hier drei nach dem Lauf die Screenshots… und ihr habt alle brav gearbeitet und nicht hier rumgespielt und mir Motivationen auf den Spaziergang geschickt (is ja auch nicht so, dass ich welche nötig hätte…;-)

Und hier noch die Übersicht aller 58 Fotos, die ich auf dem Weg geknipst und gleich live hochgeladen habe…

 

 

 

 

 

Statt Tagebuch: Thinking the Unthinkable…

Meine Tochter weckte mich heute eine Stunde vor dem Wecker mit: „Papiiii, kommst du zu mir kuscheln…“ (wie wunderbar!) aus einem OnTheRoad Traum auf, diesmal mit meinen Eltern, Ali, Karsten und wechselnden Fahrzeugen und Zielen… sehr bewegend!

Nun sind wir wach und heute wollte ich hier über die Artikel schreiben, die mir gestern so über den Weg gelaufen sind und später dann noch darüber, wo meine Favoriten hier im Netz überall verteilt sind.

Vorgestern und Gestern auch war kurz Kulturkampf in Berlin bei mir in der Timeline Thema: eine Satire in der taz – „Die Weiber denken, sie wären besser.“  unglaublich auch die tausenden Kommentare dort. Dann gleich hinterher: Tuff Tuff um die Kirche aus der Berliner Zeitung vom April, ein mir sehr sympathischer Artikel. Es geht um Veränderungen in den Städten, um die Gestaltung des Zusammenlebens, über Ego’s und Trägheit, übers die Attraktivität des einfachen Meckerns… auch mich sprechen diese Artikel an, sie hätten beide im Bergmannkiez stattfinden können, den ich seit 15 Jahre auch als meine Heimat bezeichne.

Dann hat mich – ganz passend eigentlich – ein Artikel gefunden, der mich sehr beschäftigt hat, auch jetzt noch, auch beim Aufwachen – und zwar besonders als Unternehmer, aber auch darüber hinaus. Hier aber erst mal der Weg zu dem Artikel, der auch eine Rolle spielt: über @luebue und seine Kandidatur zum Landeschef der Grünen in Hamburg, bin ich auf das Profil von ihm hier bei flavor.me gestossen und dort steht ein provokativer Satz:

I don’t talk to anybody about the future of journalism and newspapers until he or she has read this March 09 essay of Clay Shirky.

Nun lest Euch das Essay mal durch! Oder besser erst mal hier weiter 😉 … „Newspapers and Thinking the Unthinkable“ ist der Hammer und nebenbei: Clay hat diesen Artikel „uncategorized“ abgelegt, in einem uralten WordPress, mit Standard Template. Das gab mir auch sehr zu denken, ich denke oft, das das Werkzeug, die Verpackung entscheidend sei, manchmal braucht so richtig guter Inhalt nicht so viel drum herum. Und Clay Shirky ist mir schon seit ein paar Jahren ein Begriff, aber es ist nicht so, dass ich ihn regelmässig „verfolge“. Gestern musste ich mir gleich ein Buch bestellen von ihm Here Comes Everybody: The Power of Organizing Without Organizations, auch weil ich in einem Monat einen Vortrag über Crowd Sourcing und Patentinformationen halten darf, passt das ganz gut.

Zurück zum Essay, hier geht es um Veränderungen in der Medien- und Zeitungsbranche, ach seht einfach meine Markierungen schnell durch, wenn ihr die halbe Stunde nicht habt, das ganze Essay zu lesen:

Das hier ist einer der besten Sätze, die – das was grade seit ein paar Jahren im Internet passiert – beschreibt… (Facebook’s Mark Zuckerberg ist 27, Mashable’s Pete Cashmore ist grade mal 25! so als Beispiele)

(Gordy Thompson…) „When a 14 year old kid can blow up your business in his spare time, not because he hates you but because he loves you, then you got a problem.”

Das nächste ist auch spannend, genau: wie werden denn eigentlich die gesehen, die vorwärts denken, die sich Veränderungen erlauben, wobei ein kleiner Seitenhieb auf die beiden Artikel oben erlaubt sei, die Ihre Kieze ja auch eher vor allen Veränderungen bewahren wollen – statt die Veränderung als Chance zu begreifen, selbst zu wachsen.

Revolutions create a curious inversion of perception. In ordinary times, people who do no more than describe the world around them are seen as pragmatists, while those who imagine fabulous alternative futures are viewed as radicals.

Und dann der Satz, der mich als Unternehmer sehr stark beeindruckt: die Krankheit ganzer Industrien, wenn Führung religöse Züge annimmt und jaaa, wenn die Leute, die mitdenken, eingepfercht werden in den Forschungsabteilungen, um so besser ignoriert werden zu können.

When reality is labeled unthinkable, it creates a kind of sickness in an industry. Leadership becomes faith-based, while employees who have the temerity to suggest that what seems to be happening is in fact happening are herded into Innovation Departments, where they can be ignored en bloc.

Dann die beste Verteidigung der Bewahrer: Wie sieht das mit der Sicherheit/dem Datenschutz aus? und die Frage die Clay in seinem Artikel aufwirft: Was wird denn nun morgen noch funktionieren? Und die herrliche Antwort: nichts wird, aber alles kann.

“If the old model is broken, what will work in its place?” The answer is: Nothing will work, but everything might. Now is the time for experiments, lots and lots of experiments, each of which will seem as minor at launch as craigslist did, as wikipedia did.

Und genau hier im letzten Merker steckt drin, was auch mein Denken mehr und mehr bestimmt, NICHT was rettet uns, den Kunden, das Patentwesen, die Ämter sollte das strategische Denken bestimmen, sondern eher: Was rettet die Gesellschaft? Ein sehr grosser Gedanke, dessen Dichte sich aber auflöst, wenn man weiter liest: NICHT die aktuelle Situation bewahren, sondern einfach: Machen, was geht.

When we shift our attention from ‘save newspapers’ to ‘save society’, the imperative changes from ‘preserve the current institutions’ to ‘do whatever works.’ And what works today isn’t the same as what used to work.

Schönes Gefühl, dass ich das hier in meinem Tagebuch mal so kommentiert hab… das war für mich ein wichtiger Tag, ein wichtiges Fundstück!

Nun, heute ist mein letzter Tag hier in Istanbul, morgen fliege ich zurück für eine lange Woche in Berlin und Kilkenny…

Statt Tagebuch: Undicht…

Heute bin ich aufgewacht, 20min vor dem Wecker, inmitten eines intensiven, langen Traumes – zu dem ich mir sofort Notizen gemacht habe, um die lange Story nicht zu vergessen, nenn ich ihn also „InAMovie“ Traum. Würde ich jetzt beim Frühstück versuchen mich zu erinnern, wären viele Teile schon wieder verschwunden.

Interessant dabei ist, dass sofort eine Interpretation (oder Wertung und Zensur?) des Geträumten einsetzt. Ich schreibe ja schon sehr lange Tagebuch, dort passiert die Interpretation ja auch, aber auf einem anderen Niveau – auf dem von OhMeineGüte: das kann ich niemals aufschreiben, wenn das doch mal jemand findet. Aber hier ist das Finden ja eingebaut… 😉

Aber zurück zum Traum, es ging um undichte Aktionen, um Phänomene mit Löchern, Handlungen die nicht rein sind. Das Konzept habe ich aus Kapitel 11 von Thich Nhat Hanhs „Transformation at the Base“.  Vorsicht, das Buch ist ein Kompendium der buddhistischen Psychologie, der Nur-Manifestations Schule des Mahāyāna Buddhismus, des einzigen mit dem ich mich näher beschäftigt habe. Aber ich schweife schon wieder ab…

Es ging darum, dass ich eine Lösung für die (in meinem Traum!;) nicht bezahlten Steuern meines Benz‘ finden und diesen nach Hannover bringen wollte, zu einem kleinen Bungalow, um ihn dort zu verstecken. Es ergaben sich alle möglichen Arten von Schwierigkeiten, die ich daraufhin in Spielfilmlänge durchlebte. Der Bungalow lag mitten im Wald, mein Benz hätte ein Jeep sein müssen, also kam ein Radlader und machte den Weg frei. Die Nachbarn – sie waren zahlreich trotz Wald – ergaben dann das nächste Problem, mindestens mit Dreien musste gesprochen werden. Zum Glück war einer davon Pyro, ein Freund aus längst vergangenen Tagen in Halle (Saale) und ich war gerettet, aber kurz vorm Aufwachen fiel uns ein: die Politessen sind in Hannover besonders arbeitseifrig. Hätte ich ihn doch auf den Bauernhof von Stefan gestellt, da wäre er sicher… oje, ihr merkt schon, ich hatte Stress! Und ich hab schon ein paar Details, Farben und Ausschmückungen weggelassen.

Es ging also um die anstrengenden und schweren Folgen von undichten Aktionen…  es könnte sein, das das daran lag, dass ich ja letzte Woche am Freitag die ersten Informationen über unser Projekt hier eingestellt habe. Mit mein Freund Michael sprach ich gestern kurz darüber, dass mit mehr Öffentlichkeit und Transparenz auch mehr Aufmerksamkeit kommt. Also, was machen die Wettbewerber und Konkurrenten eigentlich nun mit diesen Informationen? Und es gibt nicht nur gute, uns positiv gesinnte und denkende Menschen. Und wie gehe ich mit Ignoranz, Kritik, Gegenwehr und Ablehnung eigentlich um? Diese Gedanken erzeugen Angst!

Was mich aber sofort sehr beruhigen kann und mir meine Angst fast völlig nimmt, ist genau dieses oben erwähnte Konzept der reinen und unreinen Aktionen.

Dazu ein Zitat aus dem Buch, welches mir schon seit seiner Entdeckung sehr geholfen hat:

But if we can realize that the true nature of a wave is water, our fear will dissolve (…). The wave does not have to become water-it already is water.

Thich schreibt hier davon, dass wir sind, was wir sind – ob wir es nun wahr haben wollen oder nicht. Wir können auch nichts werden, was wir nicht sind. Wenn wir die Distanz zwischen unseren Erwartungen und der Realität verringern können, dann gewinnen wir Zeit und Glück und verlieren unseren Stress und Angst.

Und dann noch:

Purified action does not calculate the amount of work required, or the glory and benefits that may accrue. It arises naturally from insight and freedom. For this reason, the happiness brought about by a purified action is much greater, because it is liberated and not based on external signs.

Und  auch mein Traum hat mir das wieder in aller Deutlichkeit gezeigt – unreine Aktionen bringen nix! Also, ihr da Draussen: 1. es verursacht Euch nur Ärger wenn ihr das Design oder das Konzept klaut! Und 2. wenn ihr es vor uns schafft, mit dieser Idee die Patentwelt zu revolutionieren: ich bin der erste Gratulant!

So, das ist gesagt! Nun bleibt nur noch, Euch allen einen wunderschönen Start in den neuen Tag zu wünschen…

Mein Frühstück im Durak Bufe

Auf der Suche nach Strukturen…

Seit heute Morgen sind meine Kategorien hier im Blog: Innovation, Marketing, Photos, Tagebuch und Zazen.

Und sie gefallen mir nicht! Ich habe sie gerade geändert, weil sie in diesem neuen Theme hier so prominent oben als Menü sind und nicht mehr irgendwo rechts in der Seitenleiste oder nur unter jedem Artikel ihr Dasein fristen.

Ich bin auch schon viele der früheren Posts durchgegangen und habe die umkategorisiert, aber noch nicht alle. Ich liebe diesen Prozess des Sortierens, des Entstehens eigentlich sehr. Auch wenn er mich Kraft kostet und ich mittendrin ob seiner Unberechenbarkeit einfach of frustriert bin. Ich kann nicht vorher wissen, mit wie viel Aufwand (Zeit oder Intensität) ich zufrieden sein werde. Und wie lange die dann gefundenen Struktur Bestand haben wird.

Aktuell weiss ich nur eines: ich bin Unzufrieden. Und ich bin auf der Suche nach Alternativen.

Brian Gjerstrup hat mich letzte Woche gefragt, ob ich meine Gründungsgeschichte erzählen würde, er baut grade an einem Podcast für sein Unternehmen http://startupsteps.dk/. Seit Brians ganz konkreter Frage denke ich drüber nach, warum und wie das alles eigentlich passiert ist. Und hier ist grade wieder so ein Moment von dem ich nur weiss: ich bin unzufrieden, es ist etwas nicht so, wie es sein soll. Genau so war es auch, als ich 1994 in der Bank sass und mir meine Karriere vorgezeichnet worden ist. Genau so war es 1997, als ich studieren wollte, als Freelancer arbeitete und dann doch die zweite oder dritte FSS mit gründete. Und genau so war es 2005, als ich wusste, dass ich in Strukturen fest steckte, die nicht die meinen waren und schliesslich die mtc entstanden ist. Das ist jetzt der ganz grosse Vergleich, aber…

Ob kleine oder grosse Veränderung: für mich ist die Unzufriedenheit mit dem Status Quo der Beginn von allem Neuem.

Und die Struktur und die Inhalte auf diesem Blog passen nicht, sie sind so nicht in Ordnung. Nun muss ich ausprobieren, denn ich kenn das Ergebnis noch nicht, mir fallen ein paar Beispiele ein, ich habe ein paar Vorbilder. Aber hier in diesem Blog erlaube ich es mir ausdrücklich, kein konkretes Ziel haben zu müssen.

Hier in meinem Blog habe ich fast alles allein in der Hand: hier geht eigentlich nur um Funktionen von Tools, die ich vielleicht noch nicht kenne oder beherrsche (oder um die Programmierung von neuen Funktionen, das ich bestimmt nie beherrschen werde). Das macht vieles einfacher. Ich bin oft versucht, mir auch hier Hilfe zu holen und andere Menschen um Rat zu fragen oder gar ihre Dienste in Anspruch zu nehmen. Meist führt das zu Frust! Es kann mir nämlich niemand den Prozess abnehmen, zu erfahren und zu erarbeiten, wie ich es hier wirklich haben will, wie ich es mir genau vorstelle (wann ich nicht mehr unzufrieden bin für den Moment). Es nicht so, dass ich mir hier ein konkretes Feature oder eine konkrete Funktion vorstelle, die mir fehlt und wenn ich sie hätte, dann alle meine Probleme gelöst wären.

Hier geht es vor allem um Strukturen meines Denkens, um die Felder meiner persönlichen Entwicklung.

Die gesuchte Struktur ist für mich nicht mehr als das Rezept, dass aus den vorhandenen Zutaten ein hoffentlich leckeres Gericht zaubert. Mir fällt es sehr schwer (und gleichzeitig liebe ich diese Schwere aber auch), hier die Struktur – das Rezept – zu erarbeiten…

Bernie Glassman sagt hier: „The first principle of the Zen cook is that we already have everything we need.“ und „The process of cleaning allows us to discover the ingredients that are already in this space. We begin to see the ingredients we already have.“.

Ok, also hilft Aufräumen, Durchlesen, Wegwerfen und wenn man damit fertig ist, dann kennt man seine Zutaten, dann sollte es mir leichter fallen, das passende Rezept für genau diese Situation und Stunde zu finden und dann danach zu kochen. Ich liebe diese Analogie vom Unternehmen zum Kochen, sie hinkt so erstaunlich wenig… aber leichter wird es nicht!

Nun nutze ich ein Whiteboard bei mir im Büro und ein Schreibtool hier im Macbook und erfasse die möglichen Strukturen und Varianten davon schon seit einer ganzen Weile, ab und zu schaue ich mir auch meine vorhandenen Posts an und versuch sie auf neue Strukturen zu mappen.

 

Mit unserem Socialize the Patentworld Projekt ist es auch nicht anders. Auch dort sind Strukturen, Prioritäten, Arbeitsfelder immer wieder neu zu erarbeiten – die Zutaten sind ja alle vorhanden, nur das Rezept ist anzupassen auf die jeweilige Situation. Und eigentlich ist es doch überall so…   

Statt Tagebuch: der sechste Tag…

Jetzt kommen wir langsam in Regionen, in denen sich zeigt, ob sich eine neue Gewohnheit bildet oder es nur ein kurzes Strohfeuer war, mit dem „Statt Tagebuch“. Nach 21 Wiederholungen habe man es geschafft, hab ich mal irgendwo gelesen, nach 21 mal hätte sich eine neue Gewohnheit stabilisiert… ich glaube, dass diese Anzahl nur ein Zwischenziel ist, welches hilf, den Fokus zu erhalten.

Heute habe ich auch geträumt, einen meiner InDaHouse-Träume, da ich aber eben nach dem Aufwachen schon die Kleine zum Bus und eine 35min Gehmeditation am Bosphorus gemacht habe, ist die Erinnerung vielleicht schon etwas verblasst… na mal schauen: Es ging um ein schönes verwinkeltes größeres Sommerhaus, zu dem ich die Schlüssel bekommen hatte. Ich schaute mich grade um und spielte etwas rum mit der Architektur, dem Licht, der Umgebung des Hauses, da beendete Besuch diese Kreativphase. Die Familie von Alvar Freude (der läuft einem immer bei Netzsperren oder VDS über den Weg, den kenn ich gar nicht, ich find wohl nur den Namen so toll), traf ein – es war eine ziehmlich unterkühlte (versnobte?) größere, laute Gruppe Menschen. Ein älteres Pärchen und zwei jüngere, die zur gleichen Zeit wie ich genau dieses Sommerhaus für Ihre Ferien gebucht hatten. Ich wollte dringend Robert (ja, den Robert, den ich am Freitag treffen werde!) anrufen, damit geklärt wird wer denn nun wie denn nun… er war nicht erreichbar.

Ich nahm mir vor, das abgelegenste Zimmer mit mir zu belegen und den Rest der grossen Wohnung könnte ich ja Alvars Familie überlassen (sei doch mal nicht so materialistisch, Arne!). Alvars Familie tat auch sehr überrascht mich hier zu finden, behandelte mich aber sofort wie den Hausmeister und ignorierte mich weitestgehend, die hielten meine Erklärungen zur Bedienung und zum Zustand des Hauses für überflüssig. Ich fürchtete um mein Zimmer! Ich wollte Kontakt schliessen und stellte mich dem älteren Herrn vor, seinen Doppelnamen verstand ich nicht, er hätte keine Visitenkarte dabei, ich solle einfach seinen Namen googlen, ich würde ihn dann schon finden – wenn ich ihn denn nur verstanden hätte…Mist! Ich wühlte in meiner Tasche nach meiner Visitenkarte, fand auch nur Karten von anderen Leuten und ein paar veraltete von mir… super, das passte ja! Dann bekam ich das dringende Gefühl, dass die Familie des Alvar Freude entweder mit dem Geheimdienst zu tun hatte oder einen Weltkonzern besaß, eher beides! Krass, oder? Mit diesem Gefühl wachte ich auf und trauerte leicht um den mir nun entgangenen Aufenthalt in dem tollen Sommerhaus im Wald.

Gestern war trotz Regen noch ganz schön was los, der Bundestrojaner wurde enttarnt… und bekam breitestes Medienecho auf Papier und hier im Netz. Sascha Lobo hatte gleich eine lustige Idee. Und ich las Teile meines Nachmittages in seiner dringenden Empfehlung, dem Blog von Wolfgang Herndorf!

Abends dann eine lange Lego Session, auch als Ersatz für den Zoo… ich bin voll der Lego Typ und versuche meine Begeisterung auch meiner Tochter weiter zu geben, die hat dann mal eben einen Zoo gebaut, perfekt!

Heute startet eine neue Woche, die obige Gute Morgen Begrüßungsblick  aus dem Fenster war wunderbar durchwachsen, mein Blick aus dem Bürofenster ist ein Traum. Das wird ein toller #Powerstart – denke ich – und wünsch Euch allen einen solchen!

Statt Tagebuch: Sonntags ist normalerweise Pause…

Heute nicht! Wie ihr schon bemerkt habt, schreibe ich seit ein paar Tagen mein Tagebuch hier rein… für den Beginn mit dem Hinweis im Titel „Statt Tagebuch:“ damit klar ist, hier wird geträumt, reflektiert assoziativ erzählt… wie Johnny das nennt: lautes Nachdenken, wobei ich das hier ja noch eher für mich alleine mache. Wenn Johnny da drüben laut nachdenkt, dann will er bestimmt nur ein paar Trollen den Wind aus den Segeln nehmen oder einfach nicht so ernst genommen werden oder sich vorab entschuldigen, dass er seine Gedanken nicht lange genug sortiert hat… ach, ich weiss nicht!

Heute habe ich auch geträumt, aber was privates… das gibt es! Ich lasse am Ende meiner Social Media Aktivitäten immer einen Filter drüber laufen: sollten das meine Frau, meine Tochter und meine Ma (Grüße nach Steigra;-) auch lesen können? Wenn ich das mit Ja beantworten kann, dann ist’s gut. Für die Hobbypsychologen hier, ja – das lässt tief blicken… ich ahne es! Egal, ich schreibe einfach oft, was mir in den Sinn kommt, was grad dran ist… wo meine Leidenschaft, mein Bauch, mein Geschäft mich hintreiben, was eben das Leben so verlangt, ich schreibe aber nicht für die drei Damen, sie sind einfach „nur“ mein Wertefilter.

Heute habe ich also etwas geträumt, von dem ich denken würde, dass meine drei Damen das nicht toll finden würden, wenn ich das veröffentliche. Es ging um eine Hin-und-Her Geschichte, bei der ich eine schwere Last zu tragen hatte… mehr werd ich nicht verraten.

Diese Gedanken könnte ich jetzt in zwei Richtungen weiter entwickeln: erstens vielleicht, warum mach ich das hier überhaupt und zweitens, was ist mein Verhältnis zu Privatheit/Öffentlichkeit im Internet. Ich weiss ja nicht, was Ihr als meine Leser hier so lesen wollt, ihr seid noch nicht sehr zahlreich und auch noch sehr sehr schweigsam… nur bei echten Kracherbeiträgen, hoch emotional in Szene gesetzt, wenn ich über Tage mit tiefer Kerbe im Kalender schreibe, dann wird kommentiert oder ge“like“t oder ge“shared“. Ich habe aber so eine Ahnung, ich schreibe das hier weiter erst mal nur für mich! Als meinen ganz persönlichen Ort der öffentlichen Andacht, als Platz der Ausstellung meiner Gedanken und Gefühle und Konzepte und Ideen, als Ort des Ausprobierens, meiner Art der Teilnahme an diesem revolutionären, digitalen Leben, welches durch die Vernetzung von nun über 1 Milliarde Menschen so eben alles möglich wird. Also ich werd über beides später sicher noch mehr schreiben, nur aber heute nicht…

Denn heute regnets in Istanbul, die Tanker auf dem Bosphorus scheinen Stress mit kleinen Fischerbooten zu haben, das laute, alles durchdringende Dröhnen ihrer Schiffshörner (so heisst das doch?) weht ab und zu mal zu uns hier rüber. Wir haben Tierwochenende, gestern waren wir im absolut sehenswerten, riesengrossen, nagelneuen Istanbul Akvaryum (klickt echt mal, die Website ist der Hammer und zeigt Türkisches Webdesign, at its best!).  Ich liebe es übrigens, wie die Türken ihre Fremd- und Lehnwörter so schreiben, so dass ich es auch verstehe! Und heute wollten wir eigentlich in den Zoo… das versteh ich übrigens nicht, denn Zoo heisst „Hayvanat Bahceleri“, und ich vermute mal, dass wir das ins Wasser fallen lassen werden.

Also, das wars zum Sonntag von mir für mich und nun wünsche ich allen Vielleicht-doch-Lesern hier einen wunderbaren Guten Morgen und einen herrlichen Sonntag!

PS: wurde heute zum „social-media-networking-breaking-news-reader“ erklärt, hab sehr gelacht und mich sehr gefreut… danke, Alexander, danke Jörg – this „made my day“! 😉