Statt Tagebuch: Lenin und Licht, Abfall und Blumen…

Der Monat ist um, mein Experiment zu Ende, heute habe ich einen ganzen Monat lang jeden Morgen statt Tagebuch hier geschrieben…

Und auch heute habe ich geträumt, ich bin mit Wowereit auf eine Dienstreise gegangen… er wirkte die ganze Zeit wie ein genervter, dicker satter Kater auf mich, aber er war nicht unfreundlich zu mir. Ich sass neben ihm im Auto, sah rüber. Er war richtig stark geschminkt, musste an Lenin im Mausoleum denken. Aber ich freute mich darauf, gleich im Regierungsjet fliegen zu dürfen, ihm schien es und ich egal zu sein, er ignorierte mich, seinen Gast, nach Kräften… ich wachte ganz langsam auf.

Und auch heute habe ich meditiert, sehr unruhig, aber 10 min länger als üblich. Ich habe gestern von einem Plan erfahren, der mich stark beschäftigt hat. Ich bin eventuell Teilnehmer einer eventuell stattfindenden Panel Discussion auf einer tatsächlich im April stattfindenden Konferenz, deren Namen ich aus abergläubischen Gründen hier noch nicht veröffentlichen kann. Diese Diskussion habe ich vorbereitet, Argumente gesammelt und mich fallen lassen und doch versucht, immer wieder zu meinem Atem zurück zu finden, deshalb auch die 10min Verlängerung. Manchmal stehe ich während der Meditation einfach auf, und da ich in meinem Arbeitszimmer sitze, kann ich mir besonders wichtige Gedanken einfach an das Whiteboard schreiben. Heute konnte ich warten und habe die Worte anschliessend in den Mac eingetippt.

patente
– historische daten, alle grossen ämter haben ihre daten vollständig digitalisiert
– die formate sind international harmonisiert, xml stanadard
– ein datenaustausch zwischen den ämtern findet statt
– öffentlich zugänglich im web seit den frühen 00ern
– keine oder nur eingeschränkte nutzbare api
– keine developer, keine user (fehlende masse)
– nicht an den schulen, nicht an den universitäten, weil zu komplex, zu kompliziert
 

Damit habe ich gleich einen tollen Artikel verarbeitet, den ich gestern bei meiner Recherche nach einer Definition für Plattform gefunden habe. Hier schrieb 1995 Dave Winer, dessen Blog ich schon länger lese, über die Definition einer Plattform und das das Internet einfach ein System für die Erfindung neuer Plattformen sei.

Dann wollte ich gleich sitzen bleiben und so wie gestern, noch vor meinem Morgenkaffee mein Tagebuch schreiben, aber ein ganz besonderes Licht im Innenhof liess mich den Mac ausmachen, mich schnell anziehen und aufs Dach hoch klettern.

Das fängt die Stimmung aber nur zu einem Bruchteil ein, weil der ganze Himmel in Millionen verschiedenen rosaroten Farben leuchtete…

Ich bin die Treppen runter gerannt und durch die Hofeinfahrt und musste einfach gleich wieder schnell ein Foto machen, wie immer – um das festzuhalten und mich mit diesem Moment unlösbar zu verbinden über das Foto in meinem Telefon.

Und zum Abschied noch mein Bergmannkiezgutenmorgenbild, Euch ja bekannt aus den den letzten Wochen und bei Instagram oder Facebook ja schon von den letzten Monaten, seit ich nicht mehr auf Stralau wohne…

Ich weiss noch nicht, ob ich einfach weiter schreiben werde, morgen auch wieder. „Was nützt es?“ fragte mich gestern der Moritz, tja… nix nützt es! Das Schreiben hier ist eines der Dinge, die einfach getan werden mussten. Die ohne Grund ohne Nutzen und ohne Sinn entstehen, weil die Bedingungen dafür stimmen, deren Sinn die blosse virtuelle Existenz ist. Mir fällt der Vergleich mit einem Komposthaufen ein. Auf den man alle Abfälle und Reste und Verwelktes und Vertrocknetes wirft. Und da man ein guter Gärtner ist, weiss man eben und hat die Zuversicht entwickelt, dass aus diesem Haufen Abfall am Rande des Gartens in ein paar Wochen oder Monaten, der Nährboden und Dünger entstehen wird, für alle die Blumen und Früchte, die in unserem Garten bald wachsen werden.

Oder wie es Thich Nhat Hanh hier so einfach schreibt:

Without a rose, we cannot have garbage;
and without garbage, we cannot have a rose.

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