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Statt Tagebuch: A Complaint Free World…

Berlin, 7:28 Tag 42

Ein Traum: auf einer Wiese höre ich erst Musik und erkenne dann eine Gruppe junger Menschen mit Gitarren, bestimmt 10. Ich komme näher, fast alle haben Gitarren. Meine Frau taucht neben mir auf, die Szene ändert sich, viele laufen herum, organisieren gemeinsam etwas, eine Feier? Jemand wird gesucht, wir versuchen zu helfen. Die Menschen werden schicker, in Kleidern und Anzügen. Wir schauen zu wie die Gruppe, die sich untereinander  gut kennt, etwas organisiert, eine Hochzeit? Fühle mich ausgeschlossen, alle versuchen zu helfen und irgend etwas tun… nur gehöre ich nicht dazu. Dann klettern wir von der Wiese weg, es geht einen Berg hinauf, die Landschaft baut sich um, ein Flussbett, eine Klippe, von oben kommt das Wasser, ich schaue zu, wie sich das Flussbett langsam füllt, das Wasser immer mehr wird. Es wird so viel, dass ich auf dem rechten Rand hoch klettere, der glücklicherweise eine kleine schmale Mauer ist. Ich versuche am Grass am anderen Rand zu erkennen, wie gross das Fluss wirklich ist… ob es sich um optische Täuschung handelt, wie manchmal in älteren Filmen, in denen man an Details, an den riesigen Flammen oder den Wassertropfen oder eben den Grashalmen erkennen kann, dass die Szenen als Modell nachgebaut worden sind. Jetzt ist soviel Wasser im Flussbett, dass es über die Klippe zu einem richtigen Wasserfall wird und an mir auf meiner kleinen Mauer nur so vorbei rauscht…

Gregor hat geträumt, dass ganz Berlin in Schutt und Asche liegt, nur die Espressolounge steht noch als einziges Haus und an einem der Tische wurde ein neuer 5-Jahres Mietvertrag ausgehandelt mit genau 911 € Miete.

Mein erster Gedanke nach der Rettung des Traumes galt meinem lila Armband. Seit mehr als drei Jahren trage ich nun ein Armband mit der Aufscrhift A Complaint Free World.org Und heute morgen war es wieder sehr präsent und ich wollte ein paar Gedanken dazu hier aufschreiben. Das Band erinnert mich daran, dass sich Beklagen nichts ändert… es gibt ein Buch, das ich am Anfang gelesen habe mit dem Untertitel: How to Stop Complaining and Start Enjoying the Life You Always Wanted.

Wenn ich mich recht erinnere, ging es darum – 21 Tage lang – jedesmal wenn man sich beim Klagen erwischt, das Band auf das andere Handgelenk zu schieben. Ich meckere und klage natürlich immer noch, aber da ich das Band immer trage, erwische ich mich auch immer öfter dabei und versuche, es zu lassen. Klagen, beschweren, jammmern, meckern bringt ja nichts, nur negative Energie, es ändert überhaupt nichts am Zustand, an der Ursache. Es ist nur ein lautes Feststellen eines Zustandes, den man nicht mag. Und wenn man vor anderen klagt, steckt ja eigentlich der Wunsch nach Bestätigung oder vielleicht sogar Hilfe dahinter. Weiter besser als zu klagen ist es, es nicht zu tun, es einfach zu lassen und sich angenehmen Dingen zu widmen. Die Energie die im Klagen steckt, versuche ich zu nutzen, um etwas zu tun. An meiner Einstellung oder an der Ursache oder den Folgen des Objektes meiner Meckerei.

We envision a positive shift in our world’s consciousness.

We see a day when people focus on and speak about what they desire things to be rather than complaining about how things are.

We will  provide Complaint Free purple bracelets and inspiration such that (60 million) people (1% of the world’s population) leave the toxic communication of complaining behind and experience an internal shift toward being more positive, hopeful and optimistic.

Ich trage mein Band noch eine Weile, seit der ersten Idee von Rev. Will Bowen im Juli 2006 sind ja erst 9,8 Millionen dieser Bänder verschickt worden. Ich will und kann nicht mich nicht beklagen, und deshalb geht mein Band jetzt auf die andere Seite des Handgelenks…

Und mit einem Bild vom Kiez geht es los in die neue Woche…

Wünsche allen einen tollen Start!

  1. Alfe #

    Ich betrachte Klagen als sozialen Akt, mit dem ich hoffe, durch Überzeugung und durch Empathie beim Empfänger für mein Ungemach den auslösenden Missstand zu verändern.

    Wovor man sich hüten sollte, ist ein Zuviel an Klagen; bei dem kommt die negative Energie zum Tragen, von der Du schreibst. Ganz ohne Klagen wird man irgendwann zum Spielball seiner Mitmenschen.

    Wechsle doch nach dem Klagen das Handgelenk nur, wenn Du mit etwas Abstand erkennst, dass es ein Zuviel war. Die Schwierigkeit liegt wie so oft im Erkennen.

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    14. November 2011
  2. @Alfe: ich glaube nicht daran, dass man zum Spielball seiner Mitmenschen wird, wenn man nicht mehr klagt… und ich denke auch, wenn ich etwas von einem „Empfänger“ will oder dort nicht vorhandene Empathie erzeugen möchte, kann man auch andere – nicht negative – Mittel benutzen…

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    14. November 2011
  3. Ich habe jetzt erst damit angefangen, bin mal gespannt, ob ich es schaffe. Seit deinem Beitrag ist etwas Zeit ins Land gegangen. Hast du die 21 Tage geschafft oder aufgegeben?
    LG, Emma

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    27. Mai 2014
    • emma, ich trage das band immer noch. immer, wenn mein blick darauf fällt, erinnere ich mich daran, nicht zu meckern. aber das dogma der 21 tage habe ich lange aufgegeben, und damit die idee dahinter in mein leben integriert… viel erfolg für dich! 😀

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      30. Mai 2014

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  1. Warum ich jeden Tag hier #tagebuch schreibe… | Herr Krueger

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