Statt Tagebuch: Über Raubtiere…

Berlin, 7:37, Tag 44

Heute geträumt von einem Jeep, den ich kaufen sollte und mir genau angeschaut habe, in alle Ecken und Winkel und unter alle Deckel… dann ein Heimwerkeratomkraftwerk, es bestand aus Sand, schwarzem Sand der flach die Energie umflossen hat, durch den Sand war die Umgebung vor Radioaktivität geschützt.

Bin heute langsam und schwach, habe wohl etwas Fieber. Interessant, mich dabei zu beobachten. Möchte ja gerne fit sein. Habe ein paar Sachen, die zu tun sind: die Betriebsprüfung kommt nächsten Montag, ein wichtiger Termin heute nachmittag um 5, drei andere im Laufe des Tages. Es wird wohl gleich ein Umweg über die Apotheke nötig, vielleicht auch eine Rückkehr ins Bett für ein paar Stunden. Mal schauen.

Gestern war wohl sehr anstrengend, am Nachmittag ein toller kreativer Workshop zu unserem Socialize the Patentworld Projekt. Vorher habe ich die Präsentationen von letzten Woche (1 und 2) veröffentlicht, dann ein längeres Gespräch mit B. über mögliche Zusammenarbeit bei einem neuen Facebook Projekt. Und dann mit D. intensive 3h über mögliche Strukturen für Wachstum gesprochen.

Das letzte Thema, vielleicht war ich auch einfach schon krank, hat mich sehr tief bewegt. Ich hatte das starke Gefühl jetzt schnell Kämpfen, Handeln, Entscheiden, Machen zu müssen… sonst Untergang, Pleite, Bedeutungslosigkeit, Armut. Eben Fressen oder Gefressen werden: das Businessmodell taugt doch nicht und man braucht das doch. Drei Monate Vorsprung hat man, wenn die weg sind, gewinnen die Anderen. Wenn dort Geld ist, dann kommen die Geier. Wenn Du die monetären Vorteile nicht zeigen kannst, entscheiden die Kaufleute gegen Dich… oha!

Ich wurde wütend… denn ich stimme dem nicht zu! Es widerspricht meinen Werten und Vorstellungen, meinem Glauben. Ich lehne diese Weltsicht instinktiv ab. Ich würde mich schämen, ein Teil dessen zu sein. Meine Energiequellen sind nicht das andere Platt machen, das unbedingt Gewinnen wollen, das reine Geld scheffeln, das Absichern vor Angriff, das Verteidigen von Besitz, das Angreifen für den Sieg. Meine Motivation liegt in einer ganz konkreten Vorstellung von Ordnung, von Strukturen, von Verbindungen, im Erschaffen von Neuem, in der Entwicklung der Dinge, Menschen und der Welt selbst. Wenn die Zeit reif ist, wird es einfach passieren (müssen), wenn die Bedingungen in mir und um mich herum nicht stimmen, entsteht nichts Neues und Gutes. Jetzt merke ich wieder, das sind wohl Grundsätze der buddhistischen Psychologie, mit denen ich mich ja seit Jahren (zB hier oder hier) beschäftigt habe, die da wirken. Die Lehren, das Wirken des Raubtierkapitalismus sehe ich… in Teilen muss ich ja mitspielen, sicher! Aber ich habe doch immer öfter die Wahl und die Entwicklung von mtc gibt mir/uns doch irgendwie auch recht. Es geht ohne ständiges Zähne fletschen, kämpfen, marschieren, drillen… es geht definitiv anders! Es reicht einfach aus, zu sehen was vorhanden ist, zu machen was jetzt grade dran ist… eine Vision von Ordnung, ein Ziel zu entwickeln gehört natürlich genau so dazu, wie gutes Handwerk und manchmal aber auch die Verteidigung oder der Angriff, um seine Ziele zu erreichen, ja sicher! Aber das Bauen von Verteidigungsstellungen provoziert Angriffe, genau wie das Konstruieren von Angriffswaffen zur Abwehr führt… aber das von Gier und Hass freie Handeln erzeugt keinen neuen Schmerz. Das Beseitigen von Unwissenheit verursacht kein neues Leid… denn die Unwissenheit, die Gier, der Hass selbst sind die Ursachen von Leid!

Klingt vielleicht manchen zu esoterisch, aber…  mir hilft diese Reihung und Ordnung der Gedanken, die negativen Gefühle von gestern Abend zu sortieren und vorbei ziehen zu lassen. Vor allem hilft es aber, sie zu lösen von meinen Freund D., der ja auch nur ein Kind seiner Zeit und seiner Erfahrungen ist und mich vielleicht über diesen Weg auch nur davor bewahren möchte, seine eigenen negativen Erlebnisse zu wiederholen.

Mit drei Eindrücke von gestern schliesse ich den heutigen Eintrag hier…

Die BVG weisst hier wirklich eindrücklich auf Ihren Notsignalschalter hin… gesehen am U-Bahnhof Mehringdamm.

Die Oberbaumbrücke ist wirklich wunderschön… auch wenn das hier nicht ganz so deutlich wird!

Im Rio Grande kann man wunderbar ruhig sitzen, arbeiten, Tee trinken, Essen… und das alles so nah an der Spree. Und damit bleibt nur, nun allen einen wunderbaren Mittwoch zu wünschen…

 

 

2 thoughts on “Statt Tagebuch: Über Raubtiere…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s