Statt Tagebuch: Mein Kopf ist verschwunden…

Istanbul, 6:53, Tag 47

Heute auch geträumt, bin nachts wach geworden mitten in einem wunderbaren Traum, dachte so – mach mal ne Notiz. Und dann – ach, der Traum ist so intensiv und schön, das merkst Du Dir hundert Prozent. Aber nixda, vorhin von Aleyna geweckt worden und alles war weg… nur ein Bild von definitiv einem anderen Traum:  ein Strand mit einem Gelege von Schildkröten im Sand und der Frage: wenn man die Eier raus nimmt und in anderer Reihenfolge aus schlechtem Gewissen gleich wieder rein legt: verläuft das Leben der Schildkröten dann anders als ohne die Veränderung der Reihenfolge? Vielleicht sind die kräftigen Schildkröteneier unten und die Schwächeren eher oben. Und kann man das den Eiern ansehen?

Von gestern gibt es nicht viel zu berichten, ich blieb zu Hause am Laptop unterbrochen von einem Spaziergang zum Kauf eines Staubsaugers. Erst sollte es ein Dyson sein. Dann merkte ich, dass die – eh schon super teurer und wirklich wahr – hier noch mal genau doppelt so teuer sind wie in Deutschland. Dies führte zu spontanem Kauf eines lokalen Modells von Vestel für 70€ – bin nun sehr zufrieden.

Dann knabberte ich wohl noch an einem Gespräch von Donnerstag früh… versuche zu verarbeiten und zu verstehen und zu erkennen, ob und was zu tun ist: Erwartungen, Motivation, Zusammenarbeit, Führung.

Gestern Abend dann fingen die Nachbarn unter uns so gegen halb 10 an, uns mit Gitarre und Gesang zu unterhalten. Wir haben sofort überlegt, was wir machen, wenn das nicht aufhört. Wir haben recherchiert, wann und ob die Polizei kommen würde, wir haben uns vorgenommen spätestens um 11 runter zu gehen, schliesslich haben wir beschlossen, unbedingt im nächsten Jahr umzuziehen, um diesem Lärm zu entfliehen. Gegen halb 11 war Ruhe… heute morgen stehen wir auf und realisieren, dass wir lange nicht einschlafen konnten, weil wir so gespannt gewartet und erwartet haben, wann der Krach wieder anfängt…

Dazu habe ich eine vielleicht passende kleine Geschichte über Erwartungen aus dem Surangama-Sutra (die ich grade wieder bei Bernie Glassman gelesen habe) über einen Prinzen, der sich jeden Morgen im Spiegel betrachtete und ausrief: „Oh, wie schön bin ich!“ Er sah wirklich gut aus, aber eines Tages wachte er auf und hielt sich die falsche Seite des Spiegels vors Gesicht, die nicht poliert war und konnte nichts erkennen und brach in Panik aus: „Ich habe keinen Kopf mehr! Mein Kopf ist verschwunden! Mein Kopf ist verschwunden!“ Er war ausser sich und rannte durch die Strassen und suchte überall nach seinem verschwunden Kopf. Freunde fanden ihn, versuchten ihn zu beruhigen, was nicht klappte, fesselten ihn schliesslich, aber er hörte nicht auf, wie verrückt nach seinem verschwunden Kopf zu suchen, schliesslich gab ihm ein Freund eine Ohrfeige und da rief der Prinz aus: “ Aua, mein Kopf! Da ist er ja wieder.“ Nun war er ein paar Tage ausser sich vor Freude und erzählte jedem, dass er seinen Kopf wieder gefunden hatte. Seine Freunde schauten ihn nur ungläubig an und schliesslich hörte er auf, euphorisch seinen wiedergefunden Kopf zu bejubeln. Er hatte ihn ja nie verloren…

Das was in diesem Moment geschieht, ist das Beste, was geschehen kann. Alles andere sind nur Gedanken, als Ergebnis unserer Ideen, wie Dinge sein sollten oder sein müssten. Wenn wir anfangen, zu verstehen, dass das was in diesem und damit in jedem Moment passiert, das absolut einzig Mögliche ist… und in diesem Sinne immer auch absolut perfekt, dann brauchen wir uns nicht mehr ärgern, meckern, unzufrieden sein oder uns gar schuldig fühlen. Wir können dann einfach anfangen zu überlegen, was wir (besser) machen können. 😉

Wünsche Euch ein absolut perfektes Wochenende!

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