Statt Tagebuch: Alles wie immer…

Istanbul, 7:50, Tag 48

Geträumt von meinem alten Dorf in der Nähe von Landgrafroda, einem Festgelände mit einem zweitstöckigen Haus, in dem wir eine Feier veranstalteten. Der Traum dauerte sehr lange und wurde sogar über ein Aufwachen hinweg fortgesetzt. Nur ein paar Notizen, sonst sitz ich hier Mittags noch an der Beschreibung der vielen Details, die noch so präsent sind: Bekannte waren mit Kind da, sollten mit uns dort übernachten und sind wortlos während der Feier vor dem Chaos in ein Hotel geflüchtet. Viele alte Freunde vom Dorf oder deren Kinder? Das Kind meiner ersten platonischen Schulbusfreundin, Sandra, sah so aus wie sie damals. Dann Tracktorpulling mit einem MB Truck hangaufwärts, direkt vor mir gräbt er sich mit Vollgas bis über die Radnaben ein, ohne das Gewicht dann problemlos wieder aus. Die Gewichtskonstruktion, sah wie eine Mischung aus grossem umgebautem Pflug und einem Hauscontainer aus. Ein Mähdrescher fällt beim Hang wieder runter fahren um, Anfängerfehler. Die Kirschbäume blühen, ich renn durch den Garten, finde kein schönes Motiv, mein Akku ist alle, im Chaos nach der Feier kein Ladekabel zu finden. Ich muss durch eine kleine Luke in den zweiten Stock klettern, hangel mich hoch. Eine Bewerberin mit Freundin versucht sich vorzustellen, sie hat einen Kater, kriegt nichts hin, wenn sie mich im Netz findet, unterhalten wir uns weiter. Ich will Kaffee machen, mein Vater hilft vorwurfsvoll. Aleyna ist in Spieltrance mit Freundin, meine Frau schläft noch.

Merke, je mehr Zeit ich mir für meine Tagebuch hier nehme, umso weniger Artikel schreibe ich sonst, weil ich schon so lange und viel schreibe, bleibt dann keine Motivation mehr, es gesondert zu tun.

Habe bei der Meditation über maha nachgedacht, das aus Sanskrit meist mit groß übersetzt wird, aber Maha ist so groß, dass es kein Innen und Außen gibt. *Denkpause*

Dann habe ich versucht eine Verbindung zu  Transparenz und Datenschutz herzustellen: für den Schwachen den Datenschutz, dem Starken die Transparenz… aber wo ist die Grenze zwischen stark und schwach? Informationelle Selbstbestimmung soll uns schwache Bürger schützen, aber die Starken schlüpfen auch unter diesen Schutz. Was ist, wenn viele schwache (Beamte) einen starken (Staat) bilden? Was, wenn wir in diesem Kontext (als Kunde) selbst schwächer in einem anderen (als Teamleiter) aber stärker gegenüber anderen sind. Hilft dann nicht maha und die Vorstellung, dass unsere dualistische oder dichotomische Weltsicht nicht die Lösung sondern eher das Problem ist?

Es ist ruhiger Sonntagmorgen hier. Gestern waren wir unterwegs: Frühstück, Shopping Mall, Flugzeug Museum, Fisch Essen am Meer… eine schöne Mischung. Hier noch ein paar Eindrücke.

Istanbul ist voll mit Shopping Malls, aber irgendwie kommen immer noch mehr dazu. Hier die letztes Jahr eröffnete Ataköy Plus Mall, ich find das ja architektonisch immer ganz spannend, drin sind die gleichen Ketten wie überall sonst auch hier. Manche Restaurants sind etwas besonderes, hier war es das Namli Gurme, auch eine Kette… aber die kannte ich noch nicht, ist schon sehr schön gemacht und lecker ausserdem!

Dann sind wir zum Flugzeug Museum auf der Rückseite vom Atatürk Flughafen gefahren, es gibt einen militärischen Flughafenbereich und ein ganz kleines Teilstück ist abgeteilt und mit vielen historischen Militärflugzeugen voll gestellt. Der Eintritt kostet 2€ und man läuft direkt zwischen all den Maschinen rum. Die Ästhetik dieser Technik ist beeindruckend, den Zweck blende ich aus, es haben Menschen gebaut, und Menschen haben es benutzt. Hier ein Blick in die Düse eines F-16 Jets, der neueste – erst 2004 still gelegte – Jet des Museums und wie mir schien der Einzige, bei dem sie den Motor drin gelassen haben.

Hier einer der Rolls Royce Propeller einer deutschen C-160 Transall, die riesig und irgendwie sehr alt aussieht…

Am Blech ist mir das besonders aufgefallen, hier sieht man die Fuge der hinteren Ladekluke…

Dann sind wir schon wieder hungrig geworden und an den Yesilköy Hafen gefahren, haben lecker frischen Fisch gegessen und ein wenig am Ufer spaziert. Die Wolken haben dramatische Lichter über das Marmara Meer gemalt…

Und mit einem traditionellen Guten Morgen Blick auf den Istanbuler Himmel verabschiede ich mich in den Sonntag für jetzt.

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