Statt Tagebuch: Über Kulturelle Phänomene

Istanbul, 8:13, Tag 50

Was hab ich heute geträumt? Ja, ein schöner Traum war’s, daran erinnere ich mich noch. Bin um 6 vom „Ich werd jetzt heiss“-Knacken der Heizung mitten im Traum wach geworden und hab mich sehr gefreut, noch eine Stunde liegen bleiben zu können. Jetzt – nach Duschen, Aleyna fertig machen und zum Bus bringen – ist noch die Erinnerung an eine schwebende Insel vorhanden. Von der bin ich zusammen mit meinem Vater abgeholt worden, um eine Design Agentur in einem wichtigen Meeting incl. deren Chefetage zu treffen. Eine mittelschwere Dame sorgt dafür, dass wir an alles denken, alles einpacken, noch einen Kaffee kriegen und dann den Lift zur Erde finden und auch bedienen können. Unten wartet ein Motorrad auf uns und ich wache auf.

Und was war gestern? Ein ruhiger Arbeitstag im Homeoffice mit Telefonaten nach Hause, Vorbereitung der mtc Strategiekonferenz, weiteres Einrichten meines Macbooks, Erforschen des Online DATEV Zugangs, dann eine Porsiyon Döner im Durak Bufe. Am frühen Nachmittag, einmal quer durch Istanbul mit Metro, Funikular und Strassenbahn bis nach Sultanahmet, wo in Aleynas altehrwürdiger Schule ihr Laternenfest statt fand. Selbstgebastelte Laternen, selbstgebackener Zopfkuchen und aufgeregte Lehrer und Kinder.

Abends bin ich dann, statt ein Buch zu lesen, einmal komplett durch meinen Google Reader geflogen… hab versucht, alle Posts des Tages zu lesen (allein die Amis haben über Nacht schon wieder 138 neue produziert *uff*) und bin bei Johnny’s Minecraft Post hängen geblieben.

Ich kann nur empfehlen, sich dieses Phänomen mal anzuschauen, auch die ersten Kommentare unter dem Post sind ganz interessant. Sogar Aleyna hat mit mir zusammen bereits ein paar Runden Minecraft hinter sich. Dafür hatte ich ihr aber auch eine schöne Villa auf einen Hügel incl. Baumhaus und Brunnen im Wohnzimmer und auf der Terasse gebaut.

Und sie lief rum und hat das Konzept relativ schnell verstanden, war völlig begeistert. Natürlich hatte ich die Creepers, Zombies und Spinnen abgestellt, die doch etwas arg gruselige Geräusche für 5-jährige Damen machen. Eben hatte ich das Spiel für den Screenshot hier wieder installiert und werde nun vorsichtig sein müssen, man verliert schnell ein paar Stunden im Erforschen der nächsten Höhle oder beim Bau eines neuen extravaganten Häuschens im Kreativmodus. Dabei fiel mir auf, dass ich noch gar keinen Artikel hier über Minecraft verfasst habe… krass!

Also, hier noch mal als extra Absatz die Empfehlung zum Dienstag: Versucht, dieses absolut einzigartige, kulturelle Netzphänomen zu verstehn. Warum entstehen eine Vielzahl von kleinen und größeren Gemeinschaften oder Communities rund um das relativ simple Spiel eines Entwicklers, ohne Marketing und fast völlig ohne Beachtung durch die traditionellen Medien. Was sind die tieferen Ursachen, was sind die mittelfristigen Folgen?

Zum Schluss vor dem traditionellen Guten Morgen Bild noch die Wiederholung eines mittellauten Glücksschreis. Gestern Abend habe ich folgende Mail bekommen:

Hammer, oder? Instagram ist ja auch so ein kulturelles Phänomen, das ich durch Mitmachen verstehen wollte und nun Teil meiner kulturellen Identität geworden ist. Aber nun darf ich mich für zwei Photos entscheiden, eines von Berlin und eines von mir, das wird super spannend! Und dann noch je 2-3 Sätze dazu schreiben, noch spannender… ich glaub, da mach ich gleich mal einen Termin mit mir! 😉

Wünsche Euch einen herrlichen, spannenden Dienstag, ohne Creepers!

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