Because we’re alive, we breathe.

Berlin, Bergmannkiez 7:17, Tag 57

Ein Traum? Nein, heute kein Traum. Ich erinnere mich nur noch, geträumt zu haben aber nicht mehr was… es war beim Aufwachen schon weg, kam beim Duschen schwach und flüchtig zurück, aber die Szenen ergaben keinen Sinn und versanken schnell wieder.

Choose a job you love ,and you will never have to work a day in your life.

Über dies Zitat und Alexanders Kommentar habe ich dann bei meiner Morgenmeditation nachgedacht. Und statt kurz und prägnant im Kommentar zu antworten, nehme ich den vermeintlich leichteren Weg und breite das hier mal spontan etwas aus.

Das Zitat beschäftigt sich mit den beiden Konzepten Liebe und Arbeit. Unser Empfinden von Unzufriedenheit oder auch Leid bei der Arbeit beruht auf  einer Differenz zwischen den beiden Vorstellungen. Es spricht Menschen an, die diese Trennung zu überwinden suchen. Aber es richtet sich an Menschen, die es als ein erstrebenswertes Ziel erachten, nicht mehr arbeiten zu müssen, denen Arbeit als Last oder Bürde oder notwendiges Übel erscheint. Die Trennung der beiden Konzepte Arbeit und Liebe verursacht Unzufriedenheit, jegliches Unterscheiden oder Werten tut dies im Übrigen, wenn nicht auf der einen Seite, dann auf der anderen. Und Alexander fügt dieser Trennung nun noch eine weitere hinzu, mit der Unterscheidung von Arbeit, die man lieben kann und Arbeit, die man nicht lieben kann. Aber es ging Konfuzius damals und auch mir hier eher um die Aufhebung der Trennung, um die Einsicht – dass beide Konzepte zwar nicht identisch sind, sich aber auch nicht unterscheiden (müssen). In der Aufhebung der Trennung liegt die Lösung. Wenn wir realisieren, dass beide Konzepte nur unterschiedliche Beschreibungen der gleichen absoluten Realität sind, dann verschwindet die Unzufriedenheit.

Ein weiterer Aspekt ist der, dass manche Dinge einfach getan werden müssen. Wenn mein Kind sich verletzt, dann versorge ich die Wunde einfach und frage mich nicht erst lange, ob ich diese Tätigkeit des Wunde Versorgens jetzt lieben kann oder nicht. Ich tue einfach erst einmal, was notwendig ist, was jetzt genau in diesem Moment zu tun ist. In diesem Sinne hat auch jede Arbeit Seiten, die einfach getan werden müssen, die dazu gehören, die jetzt dran sind und dies unabhängig davon, wie unsere Einstellung und Vorstellungen zu Arbeit und Liebe sind. Denn weil ich meine Tochter liebe, versorge ich ihre Wunde sofort ohne Nachzudenken ohne Zögern und Zweifel. Weil wir am Leben sind, arbeiten wir. Weil wir am Leben sind, lieben wir. Und nicht umgekehrt! Oder wie Bernie Glassman das so schön formuliert hat, dass ich mich gerne daran erinnere:

We don’t practice to attain enlightenment, just as we don’t eat or breathe to be alive. Because we’re alive, we breathe. Because we’re alive, we eat. Because we’re enlightened, we do zazen.

Und mit einem etwas später aufgenommenem Guten Morgen Bild verabschiede ich mich in einen klaren, kalten Dienstag!

One thought on “Because we’re alive, we breathe.

  1. Das alte Zitat hat unter einer bestimmten Betrachtungsweise seine Bedeutung. Außerhalb dieses Kontextes verliert es aber schnell Gültigkeit. Es soll ein Ansporn sein, seine wahre Bestimmung zu suchen und auszuleben. In diesem Geiste hast Du es gehalten. Der Ansporn sollte aber in zwei Richtungen weisen: Einerseits sollte man ein Leben suchen, das zu einem passt, andererseits sollte man flexibel bleiben und nicht an den unveränderlichen Gegebenheiten zerbrechen. Etwas lieben zu können, das man hinnehmen muss, ist die zweite Seite dieser Medaille.

    Vielleicht hat Konfuzius auch deshalb die wenn-dann-Form gewählt statt eines direkten Aufrufs. So wie ich das Chinesische kenne, wird das im Original aber vermutlich sehr viel uneindeutiger gewesen sein 😉 (Mehr sowas wie „Beruf mit Liebe — keine Arbeit lebenslang“. Der Rest ist dann Interpretation.)

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