Mensch, die Fiestagram ist doch zu Ende gegangen und hier steht noch der Abschlussbeitrag über den Instagram Photo Wettbewerb von Ford Deutschland aus.
Also, versuch ich’s mal:

Am 10. Oktober startete die 6-wöchige Challenge. Teilnehmer konnten Fotos zu sechs verschiedenen vorgegebenen Themen machen, auf Instagram taggen und dann auf einer speziellen Facebook Seite zum Wettbewerb anmelden. Die durchführende Agentur lud mich ein, in der Jury bei der Auswahl der Bilder mitzumachen und auch darüber zu schreiben, hier im Blog, bei Twitter, Facebook, etc. und auch auf Instagram selbst.

Challenges gibt es auf Instagram seit den Anfängen im Oktober 2010. Die engagierte Community hat mit der Unterstützung von Hashtags in der Anwendung begonnen, selbst Wettbewerbe zu veranstalten. Irgendein Nutzer schlug ein Thema und ein dazugehörigen Hashtag vor, andere machten Fotos zum gleichen Thema und taggten diese. Dann wurde dies zum Beispiel auf das Wochenende oder einzelne Tage begrenzt. @joshjonson mit seinen Instatips wurde schnell eine Ikone auf Instagram für seine wöchentlichen Challenges, die er veranstaltete.

Ein #sexxy Contest von @marcpalmer ist mir besonders in Erinnerung geblieben, natürlich nicht wegen der Bilder 😉 sondern weil er die aufwendigesten Challenges veranstaltete mit Semifinals und Finals in zwei Gruppen. Und das alles auf dem iPhone innerhalb der Instagram Anwendung…

  

…also in den Kommentaren und mit Hilfe der Likes zu den einzelnen Bildern! Das war und ist schon etwas verrückt, zeigt aber das Engagement und die Begeisterung der Nutzer für diese neue Art des Teilens von Bildern mit ihren iPhones, wie sie Instagram bereitstellt.

Angeregt wurde diese Art der Wettbewerbe sicherlich durch die Popular Funktion in Instagram, eine spezielle Seite, auf der Foto’s, die besonders beliebt in der Community waren und schnell viele Likes oder Kommentare bekommen haben, auf einer Übersichtsseite dargestellt werden. Für mich war das zu Beginn eine sehr gute Möglichkeit neue tolle iPhoneografen zu entdecken und es hatte schon einen gewissen Reiz und fühlte sich gut an, wenn die eigenen Bilder dort erschienen. Da die Regeln für die Popular Page aber nicht transparent waren und es auch nur eine einzige solche Seite gab, haben die Nutzer einfach die Kommentarfunktion mit den Tags und die Likes benutzt, und über die Challenges quasi eigene Popular Pages selbst erstellt. Instagram ist auch heute noch voll von Wettbewerben, weil es so elegant und einfach ist, sich dort zu verabreden. Parallel entstanden zB die „U Shoot, I Edit“ Wettbewerbe, auch hier mein Stolperer über einen der ersten die ich gefunden habe bei @markpalmer aus Dezember ’10. Die Likes entscheiden dann über den Gewinner der „Best Edit“ Challenge.

Clay Shirky sagt das in Here Comes Everybody, die neuen sozialen Tools haben die Gruppenbildung radikal vereinfacht und die alten Grenzen, durch die aufwendige Koordination und Kommunikation existieren nicht mehr.

And as we would expect, when desire is high and costs have collapsed, the number of such groups is skyrocketing, and the kinds of effects they are having on the world are spreading.

Und die Challenges auf Instagram sind ein fast schon klassisches Beispiel für solche neue Gruppen und für die Freude und den Enthusiasmus, mit dem die Teilnehmer dort mitmachen und welche starken Effekte das auch ausserhalb des iPhones haben kann.

  

Ein Post von @christopherhowell im Dezember 2010 mit seiner weltweit ersten Instagram Ausstellung in Schottland führte dazu, dass wir hier in Berlin im März dann auch eine Ausstellung, die Instahibit mit Bildern von 10 Künstlern veranstaltet haben, die sich alle auf Instagram kennen gelernt haben.

Wir ihr Euch vorstellen könnt, war ich also sehr interessiert und gespannt, als ich von der Idee hörte, die Fiestagram auf Instagram zu veranstalten. Wie passen diese sehr dynamischen, kurzlebigen, ad-hoc Wettbewerbe und Initiativen mit der größer angelegten Kampagne eines traditionsreichen Autobauers und dessen Werbeagentur zusammen?

Um das Fazit vorwegzunehmen, erstaunlich gut aber eben auch anders als erwartet.

Ford legte den Wettbewerb auf sechs Wochen Dauer an und da Preise für die Gewinner ausgelobt wurden, um die Motivation zusätzlich zu stimulieren, sollten sich die Teilnehmer in einer eigens entwickelten Anwendung registrieren, um damit den Teilnahmebedingungen zustimmen zu können, also u.a. ihre Zustimmung zur Datenverarbeitung etc. zu erklären. Dies ist in Instagram einfach nicht vorgesehen, dort sind unkontrollierte und nicht-direkt-kommerzielle Projekte der Teilnehmer möglich, die Instagram einfach nur als Platform benutzen wollen. Wenn Ford eine solche Challenge dort veranstaltet, dann nicht aus Altruismus, sondern als Teil ihres Marketingmixes, bzw. hier der Einführungskampagne des neuen Ford Fiestas, wie man sich sicher unschwer selbst denken kann. Genau hier liegt auch die Herausforderung für die Macher der Kampagne, denen ich durch die Teilnahme in der Jury ja etwas näher auf die Finger schauen konnte.

Diese Balance und Verbindung zwischen intrinsisch motivierter, selbst induzierter Gruppendynamik auf der einen Seite und klassisch-gemanagter Werbung mit Botschaft, Budgets, Reichweite, Zielgruppen, Monitoring auf der anderen Seite… ist aktuell ein sehr, sehr spannendes Feld.

Die Fiestagram fand aufgrund ihres Setups eigentlich auf Facebook und nicht auf Instagram statt. Es wurden zwar die Bilder in Instagram getaggt und auch kommentiert und ge’liked‘, aber die Shortlists und die Gewinner von Ford wurden auf der Facebook Seite offiziell bekannt gegeben. In Instagram selbst kann man „noch“ keine Werbung schalten, wie man das im  Rest des Webs und auch auf Facebook gut kann, ebenso lassen sich wie oben erwähnt auf Instagram die Interaktionen mit den Nutzern nicht zentral messen und auswerten, so dass die Entscheidung der Budgetverantwortlichen absolut nachvollziehbar und aus ihrer Perspektive korrekt ist. Aber da sich die Spannung schlecht auf zwei Plattformen gleichzeitig erzeugen lässt, konnte Ford nicht so stark von dem sonst für Challenges vorhandenen Enthusiasmus der Instagram Community profitieren.

Eine weitere Schwierigkeit entstand dadurch, dass natürlich auf Facebook nicht jeder Nutzer und Fan von Ford ein iPhone besitzt und durch diese indirekte Teilnahmevoraussetzung eine natürliche Ausgrenzung stattfand, die ebenfalls etwas positive Energie in den Diskussionen und Kommentaren unter den Beiträgen absorbierte.

Mein sehr subjektiver Gesamteindruck als Jurymitglied war aber trotz dieser Herausforderungen überraschend positiv, die Anzahl der eingereichten Bilder ist für jeden mit den Hashtags nachvollziehbar und bewegte sich im mittleren dreistelligen Bereich.

Ford erstellte daraufhin Shortlists von ca. 20 Bildern, die der Jury zur finalen Bewertung übersendet worden sind. Ich habe dann aus der Shortlist die thematisch, künstlerisch und technisch besten 10 Bilder extrahiert. In einem zweiten Schritt habe ich dann – und zwar nur noch nach Gefühl – diese 10 Bilder in eine Reihenfolge gebracht, die meine finale Bewertung ergaben, 1. Platz  10 Punkte, letzter Platz noch 1 Punkt. Ford zählt die Punkte der drei Jurymitglieder zusammen und voilà, der Sieger war gekürt.

Hier die Übericht über die Wochen, die Shortlist und die Gewinner (immer das Bild links oben oder bei Klick auf Gewinner).

1. Aufgabe Powerstart

Gewinner Andreas aus Reinbeck (Instagramname: @cyrrano)

2.     Aufgabe Unsichtbar

Gewinner Olivia aus Bonn (Instagramname: @liv03)

3.     Aufgabe Hörprobe

Gewinner Dagmar aus München (Instagramname: @designchaot)

4.  Aufgabe Einstieg

Gewinner Christina aus Mönchengladbach (Instagramname: @amdla)

5. Aufgabe Musik

Gewinner Christoph aus Altenstadt (Instagramname: @chrisasster)

6. Aufgabe Formen

Gewinner Dennis aus Hamburg  (@bebekngepotz)

Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern! Und herzlichen Dank allen Teilnehmern, Kommentatoren, Likern und Betrachtern. Nur Ihr habt die Challenge zum Leben erweckt und zu einem Erlebnis gemacht!

Und natürlich auch ein Danke an die Ingenieure von Instagram, Facebook, Twitter, WordPress und Google+, ohne deren Tools hätte das hier alles nicht stattgefunden (darf man ja auch mal sagen, oder?)! 😉

Danke auch an meine Mit-Juroren, Milos und Sebastian. Tiefen Dank an das Sozial Media Team von Ford, die mich gefunden und dann sechs Wochen lang so grossartig unterstützt und motiviert haben, und ein extra Danke an Janette für ihre geduldigen, effizienten, schnellen und immer herzlichen Mails und Koordination während der gesamten Zeit! Hat echt Spass gemacht!

Veröffentlicht von Herr Krueger

vater · ehemann · mitgründer der moving targets consulting gmbh · services, development und support · zazen · fotografie

4 Comments

  1. der hauptgewinn wird natürlich noch ausgelost… also so wirklich ist die fiestagram noch nicht zu ende, nur für mich eben schon! 😉

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  2. Interessante und informative Zusammenfassung!
    Wie in (zum Glück!) immer mehr Bereichen ist wohl auch hier Transparenz ein wichtiger Baustein für den Erfolg. So ein Beitrag wie dieser hilft da sehr!

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  3. […] Im Oktober fand die EPOPIC statt, eine tolle Konferenz in Kilkenny, dort konnte ich vor einem Vizepräsidenten des EPO unsere Socialize the Patentworld Ideen vortragen. Ausserdem startete dieses Tagebuch Projekt hier am 4.10. und auch noch meine Photojury Tätigkeit für FORD. […]

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  4. […] #Fiestagram: Finale, Rückblick und Analyse… und Dank! […]

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