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Unterhaltsames Reisen Allein…

Berlin, 7:28, Tag 64

So, bin nach einer träumerischen kurzen Nacht schon auf dem Weg nach Nürnberg, mein Traum war  schon vor dem Aufwachen vergessen. Eine gewisse Reiseunruhe bestimmt mein Denken. Meine hier verbleibende Zeit soll doch optimal genutzt werde, die Dauer und Intensität der letzten Aktivitäten ist noch abzuschätzen, unvorhergesehenes wird passieren. Die Reise nach Nürnberg hilft etwas. Die gewohnte Routine und die unbewussten eigenen Ausreden greifen nicht. Auch hilft, dass der Laptopakku nur 5h 😉 hält und ich nicht immer Internet habe, so dass ich bewusster mit den Ressourcen Zeit und meiner Aufmerksamkeit umgehe.

Als Beispiel, ich komme jetzt einfach nicht auf die Idee im Taxi oder Terminal meine Feeds im Google Reader zu lesen. Das kommt mir wie Verschwendung vor. Nicht so, wenn ich in der Espressolounge geblieben wäre und keine Termine hätte. Die Versuchung wäre größer, eine kurz Ablenkung… mal hier mal dort schauen, was gibt es Neues? Auch ist die Wahrscheinlichkeit dort doch höher, dass man das Guten Morgen des Kollegen oder Bekannten nutzt, um in Kontakt und Gespräch zu kommen, um sich so kurz zu unterhalten. Auf Reisen geht man unverbindlicher in Kontakt mit anderen, der Fokus bleibt erhalten und verschiebt sich nicht so leicht, natürlich nur wenn man sich nicht im Meckern über Verspätungen oder unhöfliche, unaufmerksame Mitmenschen verliert.

If you don’t have enough time, stop watching TV. -Holstee Manifesto

Genauso ist es mit Zeitung/News auf Papier oder im Netz oder dem Meckern über Dinge, die man nicht ändern kann oder auch manchmal mit der Kommunikation mit anderen Menschen, wenn dies eher der eigenen Unterhaltung – dem eigenen Ego – dient, aber nicht wirklich dem aktuellen Moment, den aktuellen Bedürfnissen angemessen ist. Vieles ist wie Fernsehen…

Ich fühle mich auf Reisen oft allein, aber nicht einsam, inmitten vieler Menschen. Manchmal wirkt das dann wie eine Ego-Droge, es erhöht sich scheinbar meine eigene Wichtigkeit und die eigene Bedeutung, weil ich ja zum Meeting extra einfliege, weil ich ja den weitesten Weg habe und nachher schon wieder zurück und morgen dann woanders bin.

Kein Alltag, keine Routine, kein Ort der mich bindet, sondern viele Orte, viele Zeiten, zwischen denen ich mich bewege. Der Rhythmus der Verkehrsmittel bestimmt den Takt. Ob ich will oder nicht, schwinge ich mit U-Bahn, Bus, Check-In, Boarding, Zwischenhalt, Bustransfer, Laufbändern, Gepäckbändern. Ständig kontrolliert, gut überwacht, fremdbestimmt und sehr allein inmitten von vielen Anderen, Lemmingen gleich, anstehend, einsteigend, aussteigend, irgendwo ankommend…

Wieder sehr spät, nun schon in Nürnberg wünsche ich noch einen wunderbaren Tag!

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