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Archiv für

Über Zeit…

Berlin, 8:23, Tag 120

Kein Traum, den ich erzählen könnte… heute wird zensiert! Was Twitter jetzt macht, darf ich schon lange: „This dream of @herrkrueger has been withheld in this: Weblog„.

Oje, der Tag schreitet fort, ich arbeite und lese und mache und sollte es hier nicht an der 120 scheitern lassen. Drei schöne Dinge sind mir heute morgen schon begegnet. Erstens das Flugzeug mit dem rosa Trail…

Dann ein schönes Laotse Zitat über Zeit von einem auf Twitter neu entdeckten Finnen:

Und ein tolles Video von durch New York fliegenden Menschen:

Und damit zurück an die Arbeit! Wünsche einen tollen letzten Januartag…

 

Ein Montagmorgen…

Berlin, 7:30, Tag 119

Geträumt von einer Fahrt durch den Bosphorus auf einem riesigen Schiff, die Kamera war genau über dem Schlepperseil befestigt, so dass ich über den Bug, das Seil entlang bis zum winzigen Schlepper blicken konnte. Der Bosphorus war mehr eine Hafenausfahrt oder Kanal, rechts sah ich U-Boote im klaren Wasser. Erst eines, dann noch eines, dann überfuhren wir eines, welches offenbar sehr tief schwamm. Der Schlepper zog plötzlich an – ich spürte die Beschleunigung – und drehte ab, um das Seil zu kappen, welches wir langsam nach oben zogen… dann hab ich meine Tochter geduscht, in Regenklamotten, ihre Strumpfhosen sind nass geworden, Mist! Und dann eine Party bei uns, auch in Istanbul, auf einmal war die Wohnung voller fremder Menschen, die sich über uns unterhielten… als es leer war, fing ich an aufzuräumen und wachte auf.

Gestern habe ich lange gekocht, Zen Style: zwei Stunden lang in aller Ruhe Gemüse geschnitten und in Schüsseln und Suppentellern gesammelt, dann erst die Pfannen und Töpfe auf den Herd gestellt. Schmeckt besser, wenn man sich Zeit lässt…  vorher schon Fotos gemacht, gefrühstückt, aufgeräumt, spannend unterhalten, abgeholt und Musik gehört. Später dann versucht, zu lesen: ein Interview mit Noam Chomsky (via @adrianoesch), den Text von Wolfgang Herrndorf, die Rede von Douglas Adams (via @mspro). Hab dann zum Ausklang endlich meine Blogroll angefangen, die jetzt rechts unten neu hier ist und dort noch mehr gelesen…

Es scheint, viel los gewesen zu sein an unserem Sonntag.

Eben vor der etwas längeren Morgenmeditation hab ich schon meine ToDo Liste für die Woche aufgeschrieben, auf die während der Meditation noch zwei weitere Punkte dazu kamen. Māna zottelt und zerrt bereits wieder an mir… das zu sehen und weiter zu machen und los zu lassen, darum geht es!

Und mit einem Tweet von dem grossartigen Scott London verabschiede ich mich in die neue Woche! Wünsche allen einen tollen Start…

Vor 777 Tagen…

Berlin, 7:16, Tag 118

Heute bin ich zwei mal mitten in der Nacht wach gewesen und hatte jedes mal keine Erinnerung an meine Träume: schade eigentlich. Dann am Morgen aber, als ich aufstand, war doch ein Traum da: in türkischer Landschaft, mit Hecken und Schluchten bessere ich ein flaches Terrassendach aus und unterhalte mich mit meinem Grossvater über die unterschiedlichen Werte türkischer und deutscher Männer. Neue Szene, wieder alte Männer, diesmal mit Liege und Sauerstoffgerät. Die Liege verschwindet, das Gerät nimmt den ganzen Platz ein, zwei grosse durchsichtige Zylinder, die sich im Takt bewegen und die typischen pneumatischen Geräusche machen. Ein starker, sehr muskulöser, schwarzer Mann steht plötzlich auf dem Laufband, in dass sich die Liege nun verwandelt hat und zieht an Haltegriffen, die in die Sauerstoffzylinder übergehen und schafft es tatsächlich, sie heraus zu ziehen, über das ganze Laufband, in eine Art Wartungsstellung. Es kommen nun mehr Menschen, um sich das freigelegte Innere der Maschine anzuschauen… ich wache auf!

Heute ist Sonntag! Die Morgen Routine eine andere, etwas entspannter, später. Ich fahr jetzt einfach mal los nach Stralau, ein paar Fotos machen eh ich mich zu meinem Morgenkaffee in die Espressolounge setze. Es ist bewölkt, gerade deshalb!

Schön wars:

Am 13. Dezember 2009 habe ich das erste Foto genau an dieser Stelle aufgenommen und dann immer wieder am Wochenende und dann immer öfter. Der Blick durch den Spielplatz über die Bucht aufs Heizkraftwerk fasziniert mich wieder und wieder. Es ist die Stelle zwischen Aleynas erster Kita und dem Bäcker, genau dort parke ich immer… steige aus, gehe zu einem Pfosten am Weg und suche den gleichen Ausschnitt, mit der Häuserfassade genau am linken Bildrand. Das hier ist das erste Bild von dieser Stelle mit dem iPhone 3G aufgenommen, der Ausschnitt ist so krass anders, seh‘ ich gerade:

Heute ist doch Sonntag! Vorhin sprach mein Zensor kurz mit mir, das ich zu viel Aktivität für einen Sonntag Morgen entwickele. Ich könnte doch einfach im Bett bleiben. Dann auf der Fahrt zum Sonnenaufgang bin ich am Salon zur Wilden Renate vorbei gekommen, mit vielen Taxis und noch mehr Clubgängern davor und dann auch auf dem Weg zum Ostkreuz. Später dann am Ufer, stehe ich frierend, als nach einander zwei Jogger vorbei gelaufen kamen. Da war der Zensor wieder still, ich glaube, er freute sich einfach, dass ich nicht tanze oder jogge…

Über Engel, die Brot backen…

Berlin, 6:07, Tag 117

Heute nacht bin ich mit Freunden zu einem Segelboot gelaufen, das ein älteres Paar besitzt. Auf dem Weg sind wir an Häusern in den Dünen vorbei gekommen, eines hiess Königswinter und war schon ganz verfallen. Auf dem Boot dann habe ich mich wie ein Banause gefühlt. Die Besitzer haben für alles ein System und öfter Gäste und schauen auf uns herab, wie wir uns wohl anstellen würden. Ich stosse an, stolpere über Seile, eine Planke ist locker und angebrochen… wir sollten schlafen, wissen nicht wo, und morgen geht der Törn doch los. Ich wache auf…

Gestern morgen auf dem Weg zum Sunrise Meeting ahnte ich, dass ich Fotos machen würde. Ich drehte mich ein paar mal um, und schaute zurück zum Bahnhof Friedrichstrasse, hinter dem die Sonne aufgehen sollte. Beim dritten oder vierten Mal tauchte plötzlich der Fernsehturm auf, es war ein paar Minuten vor dem Sonnenaufgang und der Himmel zeigte schon ein leichtes Leuchten, ich machte ein Foto:

Ich laufe weiter, bemerke wie kalt es ist und friere und denke, wie weit der Weg wohl noch ist zum Ziel. Ich biege um eine Ecke und eine geschäftige Baustelle beschäftigt mich. Ich schaue zum Kran hoch und sehe rosa Wolken, drehe mich in Richtung Sonnenaufgang zurück und der ganze Himmel leuchtet, alle Wolken sind beleuchtet.

Ich fange an zu laufen, ich renne, ich will zu der Stelle von eben mit dem Bahnhof und dem Fernsehturm und will es mit diesem Leuchten sehen. Ich laufe immer schneller und komme um die Ecke von eben und sehe schon einen anderen mit einem riesigen Teleobjektiv schnell und viele Aufnahmen machen:

Ich stelle mich kurz vor ihn und mache mein Bild:

…wünsche ihm einen schönen Tag und laufe beruhigt die Strecke zum zweiten Mal. Werde ich noch pünktlich sein? Ach egal, ist nicht mehr ganz so wichtig. Finde ich es gleich? Auch egal. Ich fühle kurz eine Offenheit oder anders, ich fühle eine Offenheit als Folge von Ergriffenheit… und ja, da ist es wieder, das Loslassen können.

Und ich komme 10min zu früh an. Finde das Bistro, suche den Eingang, biege um die nächste Ecke und wieder bin ich platt. Diesmal aber richtig, der Himmel leuchtet so stark, dass ich kurz mit Kloss im Hals und juckenden Augen da stehe und friere.

Der Moment dehnt sich aus…

Ich laufe über eine Brücke und mache ein Foto von dem Strahlen:

Schaue kurz auf die Uhr, noch 5min, laufe ruhig wieder zurück und mache noch ein Foto zur Erinnerung daran, dass auch die Rückseite des Sonnenaufgangs leuchtete:

Dann treffe ich die anderen und frage P. ob er das Leuchten auch bemerkt hat. Er erzählte mir von einem Gedicht seiner Kindheit: Mudder, wat is de Heben so rot, dat sund de Engel, de backen dat Brot… und das Leuchten bekam Bedeutung und ich lächelte am ganzen Körper!

Wann warst Du das letzte mal ergriffen von etwas? Das ist, wenn ein Kloss im Hals sitzt und die Augen fangen an zu tränen und man gleichzeitig weg- und hinlaufen oder drücken und gedrückt werden will… und wann hast Du das letzte mal feststellt, dass Dein ganzer Körper zu lächeln und zu glühen anfängt? Ich stolpere gerade von Ergriffenheit zu Ergriffenheit. Dies sind genau die Momente in denen ich mein Leben fühle, die ich erinnere, die eine Kerbe im Kalender hinterlassen.

So, das musste aufgeschrieben werden… und nun wünsche ich allen einen tollen Start ins Wochenende!

Warum pinterest.com so toll ist…

Berlin, 6:19, Tag 116

Heute von einem Hotel geträumt, zusammen mit A., den ich schon lange nicht mehr gesehen habe. In einer Szene kommen ca. 30 Jugendliche in das Zimmer und verteilen sich, laufen rum, schauen alles an und ich habe Sorge um meine Sachen und überlege, was alles draussen liegt und einfach mitgenommen werden könnte. Ich rufe die Rezeption an und versuche mich zu beschweren, aber von dort kommt nur professionelles Zuhören und Verständnis und ich bräuchte doch Hilfe. Ich wache weit vor dem Wecker auf und geniesse noch eine ruhige Stunde…

Gestern habe ich so viel geschrieben, fast drei Themen zusammen, habe das Gefühl in einem Post immer nur ein Thema schreiben zu sollen oder eben Tagebuch… aber Themen, die mich beschäftigen und Tagebuch zu trennen, geht auch nicht.

Deshalb heute noch eine Vertiefung zu pinterest.com. Ich habe die Screenhots hier in einer Flicker Slideshow hochgeladen. Und auch noch einige andere interessante neue Anwendungen. Mich begeistert, diese neue Art von Anwendungen im Netz sehr. Wir arbeiten gerade an der Spezifikation unseres Socialize the Patent World Projektes. Und dort sind genau diese Fragen zu stellen, die pinterest & co bereits beantwortet haben. Pinterest ist deshalb interessant, weil sie viele Elemente, die das curating, sharing und collecting von Inhalten betreffen, sehr elegant gelöst haben.

Zum Beispiel, das Suche und Finden von interessanten anderen Menschen und Themen zum Folgen, so ähnlich könnte man auch Technischen Feldern oder Wettberbern, Erfindern folgen können, wenn man sich statt gefundenen Bildern im Web, eben gefundene Patentdokumente in EspacenNet vorstellt.

Oder auch das Erzeugen von Listen, ist wunderbar einfach und elegant, ganz klar, einfach und verständlich gemacht. Das kann jeder und ich habe keine Sekunde das Gefühl, das ich früher immer beim Erzeugen von Ordnern oder Kategorien im Mailprogramm oder auch auf der Festplatte hatte. Sie geben Beispiele, erzeugen schon mal leere Ordner=Pinboards, zeigen daneben die von anderen zu ähnlichen Themen gefüllte Pinboards.

Solches sehr durchdachte Design, konzeptionell klar und handwerklich brilliant umgesetzt, legt die Latte für alle anderen Webseiten, die neu entstehen gerade sehr hoch. Ich glaube fest, dass Menschen heute keine umständliche Bedienung von Software/Programmen oder Datenbanken lernen sollten … aber wenn sie einmal gelernt haben, mit den heutigen komplexen Systemen umzugehen und dann merken, dass sie damit gegenüber anderen einen Vorteil haben, der im Falle von Patentrechercheuren sogar zum Lebensunterhalt reichen kann, dann halten sie manchmal sehr daran fest und verteidigen die komplexe Art der Erschliessung von Inhalten mit Händen und Füssen. Sie begründen (und jammern dabei eigentlich), warum das immer so bleiben muss, warum es niemals einfacher gehen wird, warum das eigentlich noch niemand geschafft hat, dieses ach so schwierige Thema endlich mal vernünftig zu lösen. Dies gilt es zu überwinden!

Ein letztes, auf das ich noch hinweisen möchte… auch Pinterest hat von Beginn an, das frictionless sharing integriert.

Ich habe gestern eine neues Bild der Nasa von der Erde gefunden und über das pinterest bookmarklet an meine virtuelle Pinwand geklebt. Also das gemacht, was der Sinn dieser Plattform ist, mir quasi ein Lesezeichen angelegt, ein Eselsohr in die Seite der Nase mit dem Bild gemacht.

Das Ergebnis ist ein Bild an meiner Pinwand, das andere „Repin“nen oder kommentieren könnten.

Und in meinem Activitystream wird für mich und andere diese Aktion eingetragen, hier im folgenden Bild zu sehen, sind dort alle Aktionen, die ich gestern Abend auf der Plattform ausgeführt habe.

Das spannende ist, dass diese Aktionen auch nach Facebook übertragen werden, dort gibt es in meiner Timeline ebenfalls eine kleine Box mit meinen aggregierten Aktivitäten auf pinterest:

Und Henry hat dann gestern Abend noch auf Facebook meine Aktion gesehen und kommentiert.

Die Einbindung von Facebook erfolgt übrigens über die Open Graph API, die es ermöglicht durch Aufrufe von URL’s diese Art von Integration einer Anwendung in Facebook zu erreichen. Ich hatte das hier sogar schon mal kurz angedeutet…

So, nun schnell einen Kaffee und dann zum Rotary Sunrise Meeting! Wünsche allen einen grossartigen Freitag…

 

Das Internet als Hirn der Menschheit…

Berlin, 6:44, Tag 115

Heute spassig geträumt. Heute war ich als Ephrahim Papistelli (keine Ahnung, wieso ich so hiess!) in einem Hochhauskomplex unterwegs mit meinem Rotary Club. Auf Rollschuhen sind wir durch die hohen Flure, in einem anderen Stockwerk gab es Gummiseilzüge, die kombiniert mit Laufbändern für rasante Fortbewegung auch durch Kurven sorgten. Später in einem hellen Raum, an einem grossen Tisch, viel Zucker in einer Pfanne rührend karamellisiert, der Zucker wurde braun und löste sich dann auf, wurde immer weniger, am Schluss war meine Pfanne leer und sauber… und ich wachte 10min vor dem ersten Klingeln auf.

Und weil ich so zeitig war, habe ich meine Postmappe bereits vor der Meditation durchgearbeitet und auch schon die Beta Invite von Pinterest angenommen und meinen Account angelegt und dabei jeden Schritt dokumentiert.

Nach dem ZaZen habe ich in der Werkstatt angerufen, die fangen dort auch schon um 6 an zu arbeiten und habe erfahren, dass mein schöner Benz doch hoffentlich heute Mittag schon mit der Durchsicht fertig ist (hier ein Bild von ihm aus 2008).

Genau das habe ich vor zwei Tagen gemeint,  mit dem frei fühlen von Wertungen und Erwartungen ganz früh am Morgen… ob ich 50min Sitze, oder schon Tee koche, ein wenig arbeite und dann nur 20min meditiere, niemanden interessiert es – vor allem nicht den Zensor in meinem Kopf.

So, jetzt ist schon um 7 und ich kann zu meinem Morgenkaffee in meinem Lieblingscafé schreiten… und dann gleich geht’s weiter mit einer Vision!

Beim Meditieren versuche ich mich auf meinen Atem zu konzentrieren, ihn entweder zu zählen: beim Einatmen Eins, beim Ausatmen Zwei, usw. bis 10 und dann wieder von vorn oder aber ich erinnere mich an die Hilfen von Thich Nhat Hanh:

“Breathing in, I know I am breathing in. Breathing out, I know I am breathing out.”

und ein paar Atemzüge später

“Breathing in I know my in-breath has become deep. Breathing out, I know my out-breath has become slow.

Gegen Ende der Meditation passierten dann zwei Dinge, zuerst begann ich zu Lächeln (über mich und meinen Kampf). Lächeln ist Yoga fürs Gesicht, sagte Thich auch mal irgendwann. Wenn ich alleine aufstehe und das ganz früh und kein Radio höre oder mich anders ablenke, dann spreche ich nicht, dann bin ich in meiner Routine und dabei bewegen sich lange Zeit keine der Gesichtsmuskeln, die beim Lächeln benötigt werden. Das passiert eigentlich erst beim ersten Kontakt mit anderen Menschen… heute morgen, habe ich zuerst mit mir selbst Kontakt aufgenommen und mir dabei zugelächelt. Das macht jetzt sogar leicht Gänsehaut, wenn ich wieder an diesen Moment des Erkennens der starken Wirkung dieses leichten Lächelns denke.

Ein paar Augenblicke später enstand folgender Gedanke in meinen Kopf: das Internet – wie es heute gerade existiert – ähnelt mehr und mehr unserer Vorstellung von unserem Gehirn. Es bilden sich gerade verschiedene Zentren des Wissens und Erinnerns rund um Anwendungen, Webseiten und Communities. Zum Beispiel gibt es Zentren für Sprache und Wörter bei Amazon oder Library Thing, aber auch Zentren für Sport und Bewegung bei Runtastic oder Dailymile um nur zwei Beispiele zu geben.

Die Menschen, die diese Anwendungen benutzen, diese Webseiten besuchen und Mitglieder in den sozialen Netzen dort sind, die wirken dabei wie die Neuronen in unserem Hirn. Sie sind verknüpft mit mit anderen Menschen, die Verknüpfungen sind begrenzt auf die benachbarten Menschen in Reichweite, also im jeweiligen Freundes- und Bekanntenkreis bzw. den Freunden/Followern in den sozialen Netzen. Beim Menschen im Durchschnitt sind das etwas 150-300 Verknüpfungen zu anderen (lt. Stefana Broadbent auf der Next), auf Facebook im Schnitt 135 Kontakte.

Etwa 2 Mrd. Menschen sind bereits Teil des Internets. Damit haben wir gegenüber den 100 Mrd bis 1 Billion Neuronen in unserem Hirn noch Faktor 500 zu wenig, und da jedes einzelne Neuron mit etwa 200.000 anderen Neuronen verbunden (lt. Wikpedia), natürlich eine um Dimensionen geringere Komplexität und Leistungsfähigkeit, aber wir sind natürlich auch irre viel größer, über den ganzen Planeten verteilt und damit kostet die Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen zwei Menschen natürlich auch irre viel mehr Energie als die Aufrechterhaltung der Verknüpfung zwischen zwei Neuronen in unserem Hirn… aber ich sehe ganz klar die Parallelen. Ich sehe klar, wenn ich an unser Sprachzentrum im Hirn denke, welches für unsere Fähigkeit zu Sprechen zuständig ist, dass sich im Internet ganz ähnliche Zentren heraus bilden, die für bestimmte Fähigkeiten der Menschheit als Ganzes zuständig sind…

Und mit dieser Vision verabschiede ich mich jetzt mal in einen klaren, kalten Tag und lächle dazu…

Was bleibt übrig?

Berlin, 8:05, Tag 114

Heute hab ich wieder geträumt, mich nach dem Aufstehen erinnert aber nun ist die Erinnerung verblasst.

Ich kämpfe grade viel. Wohl mehr gegen mich selbst, mit meinen Werten, meinen Ideen und Bedürfnissen… und statt alles loszulassen und dann zu sehen, was wirklich da ist und es genau so anzunehmen, wie es ist, versuche ich es zu verändern, zu beeinflussen, vermeintlich zu verbessern, zu kontrollieren.

Ich kann einfach oft nicht die Klappe halten. Ich überlege, was zu tun ist, was ich damit zu tun habe, was ich jetzt machen soll, wie man das ändern kann, wie zu helfen ist, warum das so ist, was damit gemeint sein könnte… statt einfach (dem Leben) zu zu hören. Und dann sage ich, was ich darüber denke, was zu denken -, was eigentlich zu denken -, warum das jetzt zu denken -, was als nächstes zu denken wäre… statt einfach mal die Klappe zu halten.

Ich bin müde vom Kämpfen. Aber wenn ich weiter kämpfen kann, bin ich noch nicht müde genug. Wenn ich bemerke, wie müde ich wirklich bin, dann ist immer noch genug Entschlossenheit, genug Leben da, um von allem zu lassen…

Aber was bleibt dann übrig?

Warum ich aufstehe…

Berlin, 7:27, Tag 113

Habe ich heute geträumt? Nein, heute kann ich mich nicht erinnern…

Ich stehe gerne auf. Nicht, dass ich nicht gerne im Bette liege, aber ich freue mich einfach jeden Tag, aufstehen zu können. Ich wähle Aufstehen, statt Liegenbleiben. Manchmal, wenn ich spät ins Bett bin und noch sehr müde bin, dann drücke ich ein paar mal Snooze und freue mich über ein, zwei, drei mal 10min mehr Schlaf. Ich träume dann meist weiter, schlafe kurz und fest ein… um 6 stehe ich dann aber doch auf. Nach dem Duschen, Anziehen, Newscheck und 20-30min Meditation, beginnt mein Tag, jeder Tag um 7.

Und diese ersten drei Stunden bis um 9, für die mache ich das… die sind etwas Besonderes für mich. Ich bin ruhig, ausgeruht, wach, klar. Ich werte noch nicht, ich bin noch frei von den Einflüssen anderer… es ist wie geschenkte Zeit, für die ich mich nicht zu rechtfertigen brauche, wenn ich nur News lese oder nur Blog schreibe oder schon etwas erledige oder einfach nichts mache und aus dem Fenster schauend, rumsitze.

Auch das ist Freiheit und Luxus für mich: frei und leer zu sein, von meinen eigenen Wertungen und Rechtfertigungen, ohne die Glaubensätze, wie man zu sein hat, als Mann, Vater, Kollege, Freund oder einer der vielen anderen Rollen, mit denen ich mich assoziiere. Jede der Rollen ist mit Vorstellungen und Konzepten verbunden, wie man zu sein hat… und in den drei Stunden von 6 – 9 bin ich am ehesten frei davon, bin ich am ehesten leer und nah dran am „wahren Selbst“.

Manchmal dehne ich diese Zeit aus, und manchmal zieht sie sich auf wenige Augenblicke zusammen…  aber immer gibt der Zustand mehr Kraft, als er nimmt. Und genau deshalb steh ich so gerne auf!

Rasanter Start…

Berlin, 7:11, Tag 112

Heute wild geträumt, von einer S-Bahn die anfänglich noch ganz normal, ebenerdig und überdacht fährt, dann aber immer steilere Berge hoch muss, schliesslich sitze ich Achterbahn ähnlich im Freien, linke Sitzreihe, ziemlich weit vorne. Wir fahren durch eine Hochhauslandschaft, auf Gleisen an Häuserwänden entlang, durch enge Tunnel, frei stehende Überführungen in weiten Schwüngen immer weiter hoch… wir kommen endlich an und ich laufe an der Spitze aller Fahrgäste auf eine Strassenkreuzung zu, hinter mir zwei Pferdegespanne, ein Pferd rempelt mich an und stupst mich vorwärts, ich wache auf…

Heute gibt es zwei Videos, irgendwie passend zu dem schnellen Traum. Dank Go-Pro, den kleinen, kompakten, sehr robusten HD Video Kameras, gibt es ja immer mehr Videos, die bei den waghalsigsten Sportarten an den Menschen oder Geräten angebracht sind und grossartige Aufnahmen machen, die mir das Gefühl geben, mitten im Geschehen zu sein, wie oben beim Traum.

Und das zweite noch viel verrückter, denn Basejumping reicht nicht mehr aus…

Wünsche allen einen rasanten Start in die neue Woche!

 

Das glücklichste Volk der Welt…

Bad Saarow, 7:01, Tag 111

Von einem alten Schloss geträumt, eines aus einer Tür auf eine Terasse inmitten von Hochhäusern. Ein Wetterleuchten beobachtet, umgedreht und mit vielen anderen Menschen zusammen vor der Tür. Das Schloss schliesst nicht mehr, die Schliessung ist rausgebrochen. Es ist unsere Wohnung, die nun ungeschützt vor dem Eindringen der anderen ist. Ich versuche das Schloss zu reparieren, werde umringt von Helfern und wache ganz langsam auf…

Heute als Sonntagspost, ein Video über das glücklichste Volk der Welt (Danke C. für den Tip!). Sie zählen nur Eine oder Viele Haken und kennen keine Zeit, keine Vergangenheit und keine Zukunft, leben ganz im Hier und Jetzt: Zufriedenheit statt Ehrgeiz. Die Amerikaner regen sich über die Entkehrung auf… warum, seht selbst:

Wünsche einen einen wunderbaren Sonntag!