You gotta act…

Berlin, 7:53, Tag 92

Dies ist mein 99. Tagebuchpost seit dem 4. Oktober 2011, der Tag an dem ich diesen Versuch gestartet habe, täglich zu schreiben.

Heute habe viel geträumt, habe den Zugang zu meinem Unterbewusstsein wohl sehr schnell wieder gefunden. Heute gab es mehrere Sequenzen, hier die letzte kurz vorm Aufstehen. Mit dem Auto in Dresden unterwegs, die Strassen sind unnatürlich zerklüftet, aus Plastersteinen, mit Teer geflickt, sehr grosse alte und neue Häuser am Rand, wir fahren durch Stadtschluchten. Wir kommen zum Bahnhof, es gibt eine Unterführung, die Hauswand zu den Bahnsteigen links ist beängstigend hoch, mit herausgebrochenen Stellen, Löchern, natürlichen Treppen im Mauerwerk. Wir parken und sind in einer Sekunde auf dem Bahnsteig oben, die sich sich zu drei Gleisen verengen, neben den ich inmitten von unbekannten Menschen stehe. Die Züge rasen vorbei, ich will unbedingt Fotos machen, stelle mich dem iPhone an den Rand und warte auf den nächsten rasenden Zug. Es kommen nur noch langsame Züge, die gehalten haben, eine einzelne Lock, die ich verpasse und aus der anderen Richtung ein Zug, den ich auch zu spät bemerke. Immer mehr Menschen kommen auf den Bahnsteig, der über der Brücke liegt, sie drängen sich gegenseitig auf die Gleise, immer auf den Zugverkehr achtend. Der nächste schnelle Zug kommt, die Menschen können doch nicht schnell genug ausweichen, der Lokführer bremst, der Zug springt aus dem Gleis direkt vor mir, keinen Meter entfernst und bleibt zwischen uns allen mitten auf der Brücke stehen und ich wache auf…

Heute gibt es drei Fundstücke.

Christian Lindner, Chefredakteur der Rhein-Zeitung hat ein deutsches Instagram Ranking auf seinem Blog veröffentlicht, demzufolge ich auf Platz 3. in Deutschland zu finden sei, was die Followerzahlen angeht.  Solche Rankings sind bei Twitter, Facebook, Google Reader, Plus, etc. immer wieder sehr beliebt, und nun weiss ich warum.

Bisher habe ich den kleinen Neidimpuls gespürt: wie machen die Anderen das bloss? So viele Follower/Subscriber/“Friends“ zu haben, die sitzen bestimmt ständig vorm iPhone/Laptop, haben sicher keinen Job, erst recht keine Familie und auf die Anzahl kommt es doch nicht an, auf die Qualität, etc. blablub. Und nun, nun weiss  ich wie das geht, Wie viel Arbeit und Zeit und Aufmerksamkeit wirklich nötig ist, um auf Platz 3 der Deutschen Instagram Charts zu landen. OK, abgehakt! Und freu mich trotzdem wie Sau! Ich überleg nun, was ich damit mache und habe Angst vorm nächsten Foto… so wie ich leichte Angst vor diesem Post hatte, weil David gestern so einen tollen Kommentar geschrieben hat, was mich aber gleich zum nächsten Fundstück bringt.

Eben im The Art of Non-Conformity Blog von Chris Guillebeau ein Video von Steve Jobs gefunden. Übrigens wieder erst in den Empfehlungen nach dem Anschauen, des Videos im Post.

Most people never pick up the phone and call, most people never ask. And thats what separates sometimes the people that do things from the people, that just dream about them. You gotta act. And you gotta willing to fail. … If you’re not willing to fail, you won’t get very far.

Es geht nicht um das Scheitern in dem kurzen Schnipsel – wie der Titel es sagt – es geht ums Fragen und Machen, um Action. Fehler zu machen, ist meiner Meinung nach immer nur eine Frage der Perspektive, des Standpunktes. Bereit zum „Crash and Burn“ sagt Steve dort. Und genau, wenn man Angst vor etwas hat, kommt man niemals weiter… aber wichtiger ist das Fragen und Machen!

Was mich zum dritten Fundstück leitet, Fred Wilson hat wieder mal einen netten Post geschrieben gestern. Einige der Dienste/Programme, die ich täglich benutze, wurden von sehr kleinen Teams in der ersten Phase gebaut.

Building product is not about having a large team to manage. It is about having a small team with the right people on it. You need product, design, and software engineering skills on the team. And you need to be focused, committed, and driven. Management at this point is all about small team dynamics; everyone on board, working together, and getting stuff done. Strong individual contributors are key in this stage. Management skills are not a requirement. In fact they may even be a hindrance.

Ich hatte diese Informationen schon, wusste um die Erkenntnisse – nun habe ich sie noch einmal von einer verlässlichen Quelle, denn Fred ist Investor in den meisten Startups, die ich so beobachte und mag. In dieser Woche werden wir einen Workshop zu unserem Sozialize the Patent World Projekt veranstalten, es gibt noch weitere Ideen, an denen wir arbeiten und obwohl Vergleichen oft zu Frust führen kann, bestärkt es in diesem Fall meine Intuition, dass wir mit mehr Geld, Leuten oder Tools nicht schneller werden würden.

So, und da mein gestriges Bild nicht so der Renner war… vermutlich weil – wie ich heute heraus gefunden habe – es gestern noch vor dem wirklich späten Sonnenaufgang aufgenommen wurde, heute eines 20m nach dem Sonnenaufgang. Nicht wirklich besser, aber der Tradition meiner Verbindung zum Bergmannkiez entsprechend…

Wünsche Euch nun lächelnd einen wundervollen Dienstag!

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