100 Tage intuitiv-spontane Schönschreibübung…

Istanbul, 6:55, Tag 100

Oha, es ist echt geschafft. Ich bin jetzt 100 Tage im Amt als Blogger, wenn tägliches Posten das einzige Kriterium für diese Bezeichnung wäre. Das Tagebuch Format mit dem Hochzählen hat es mir ermöglicht, mir hier jeden Morgen einen Artikel mit ein paar Worten zu überlegen… und mich nun an der 100 zu erfreuen.

Und heute habe ich auch geträumt, ich bin weggefahren. Habe mich auf einer sonnigen Insel in ein geschlossenes Schnellboot gesetzt, in die letzte Bankreihe, ganz hinten, kurz vor der Schraube. Dann ging es los und die Wellen waren erst klein und wurden ganz schnell immer größer und waren schliesslich riesig. Das Boot schaffte es kaum, vorwärts zu kommen. Immer wenn es in einem Wellental etwas Fahrt aufnahm , kam die nächst größere Welle an und nahm den gesamten Horizont ein. Das Boot legte sich bedrohlich quer und musste den Kurs ändern, um die Wellen direkt zu nehmen. Ich musste mich festhalten und hielt immer oben auf dem Kamm nach dem Ufer oder Klippen Aussschau… und wachte auf.

Hundert Tage im Amt bedeutet ja auch, dass ab jetzt die Schonfrist vorbei ist. Nun gibt es keine Ausrede mehr, jetzt weiss man, was der Job bedeutet, kann man den Realitätsgehalt der Ziele einschätzen, kennt seine Mitspieler, hat einen Überblick über alle Tätigkeiten.

Ich nutze den Meilenstein hier mal, um ein paar Statistiken öffentlich zu machen. Den Start macht der Sprung der monatlichen Zugriffszahlen, die sich in etwa verdreifacht haben.

Es kommen so ca. 90 tägliche Besucher auf die Seite, auf die sich vor dem regelmässigen Schreiben nur so ca. 20-30 verirrt hatten.

Als nächstes meine Top Artikel der letzten drei Monate:

2011-10-13 to today

Auffällig ist, dass die beiden Top Artikel über die Google Suche kommen. Der Xing Artikel ist von Januar 2010 und sein Google Ranking bei der Suche nach „xing premium mitgliedschaft“ bringt täglich im Schnitt 5 Besucher auf meine Seite. Der Brick Walls Artikel ist von November 2008 und da das dort verwendete Bild bei der Google Bildersuche nach „brick wall“ ebenfalls auf der ersten Trefferseite ist, zeitweise gar auf Platz 1, kommen auch hier ca. 5-10 Besucher täglich auf mein Blog.

Ich achte wenig bis gar nicht auf die Suchmaschinentauglichkeit meiner Artikel, die Überschriften, das Tagging, die Zusammenfassungen sind genauso spontan und intuitiv wie die Artikel selbst. Die beiden eben erwähnten Artikel sind absolute Zufallstreffer, zeigen mir aber wieder mal, wie Google Juice funktionieren kann. Mein Blog wird nirgendwo empfohlen und ich selbst pflege ja auch keine „Blogroll“ genannte Liste, der von mir gelesenen Blogs. Ein Drittel der Besucher kommen von Facebook, ein weiteres Drittel von Twitter und den Abonnements, der Rest kommt entweder zufällig oder wenn meine Artikeln an anderer Stelle empfohlen werden.

Bestimmt sind das für „echte Blogger“ lächerlich kleine Zahlen, die die Irrelevanz meines Blogs belegen. 😉 Aber das Vorhandensein dieser Statistiken erzeugt eine Art Wettbewerb und unterstützt den Wunsch, sich vergleichen und einordnen zu können. Hab einen Artikel gelesen, vielleicht den hier, in dem steht sinngemäss drin, wenn Facebook, Twitter und andere die Anzahl der Freunde, Likes und Kommentare mitzählen und anzeigen, dann entsteht allein dadurch Wettbewerb zwischen den Nutzern und vergleichende Wertung auf Basis dieser Zahlen, die nicht viel mit der Realität oder der Bedeutung für einzelne Menschen zu tun haben.

Dieses Blog hier folgte bisher keiner wirklichen Strategie oder keinem Plan, hat kein konkretes Ziel, keine durchdachte Struktur – alles ist mehr oder wenig zufällig genau so, wie ich heute grad drauf bin, was ich grade so kann oder beherrsche, wozu ich mich heute motivieren kann, was mich aktuell interessiert. Mein Unterbewusstsein, meine Intuition sind der Chefredakteur.

Die Motivation kommt von tief drinnen: aus meiner Extrovertierheit, meiner Freude am Schreiben, Mitteilen, Erzeugen, Machen und Ausprobieren und wird fast täglich belohnt durch Likes und Kommentare hier und bei Facebook oder Twitter sowie in den Mails und in persönlichen Gesprächen, in denen ich immer wieder überrascht werde, dass die Menschen, die mir etwas bedeuten dann doch diese Texte lesen und Anteil nehmen am Geschehen hier.

Als ich vorhin etwas zu früh wach wurde, habe ich mich richtig auf den Tag gefreut. Ich erinnere mich, dass ich mich richtig über diese Freude gefreut habe…  und darum geht’s doch im Leben!

Wünsche allen lächelnd einen ebenso freudigen Tag!

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