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Das Internet als Hirn der Menschheit…

Berlin, 6:44, Tag 115

Heute spassig geträumt. Heute war ich als Ephrahim Papistelli (keine Ahnung, wieso ich so hiess!) in einem Hochhauskomplex unterwegs mit meinem Rotary Club. Auf Rollschuhen sind wir durch die hohen Flure, in einem anderen Stockwerk gab es Gummiseilzüge, die kombiniert mit Laufbändern für rasante Fortbewegung auch durch Kurven sorgten. Später in einem hellen Raum, an einem grossen Tisch, viel Zucker in einer Pfanne rührend karamellisiert, der Zucker wurde braun und löste sich dann auf, wurde immer weniger, am Schluss war meine Pfanne leer und sauber… und ich wachte 10min vor dem ersten Klingeln auf.

Und weil ich so zeitig war, habe ich meine Postmappe bereits vor der Meditation durchgearbeitet und auch schon die Beta Invite von Pinterest angenommen und meinen Account angelegt und dabei jeden Schritt dokumentiert.

Nach dem ZaZen habe ich in der Werkstatt angerufen, die fangen dort auch schon um 6 an zu arbeiten und habe erfahren, dass mein schöner Benz doch hoffentlich heute Mittag schon mit der Durchsicht fertig ist (hier ein Bild von ihm aus 2008).

Genau das habe ich vor zwei Tagen gemeint,  mit dem frei fühlen von Wertungen und Erwartungen ganz früh am Morgen… ob ich 50min Sitze, oder schon Tee koche, ein wenig arbeite und dann nur 20min meditiere, niemanden interessiert es – vor allem nicht den Zensor in meinem Kopf.

So, jetzt ist schon um 7 und ich kann zu meinem Morgenkaffee in meinem Lieblingscafé schreiten… und dann gleich geht’s weiter mit einer Vision!

Beim Meditieren versuche ich mich auf meinen Atem zu konzentrieren, ihn entweder zu zählen: beim Einatmen Eins, beim Ausatmen Zwei, usw. bis 10 und dann wieder von vorn oder aber ich erinnere mich an die Hilfen von Thich Nhat Hanh:

“Breathing in, I know I am breathing in. Breathing out, I know I am breathing out.”

und ein paar Atemzüge später

“Breathing in I know my in-breath has become deep. Breathing out, I know my out-breath has become slow.

Gegen Ende der Meditation passierten dann zwei Dinge, zuerst begann ich zu Lächeln (über mich und meinen Kampf). Lächeln ist Yoga fürs Gesicht, sagte Thich auch mal irgendwann. Wenn ich alleine aufstehe und das ganz früh und kein Radio höre oder mich anders ablenke, dann spreche ich nicht, dann bin ich in meiner Routine und dabei bewegen sich lange Zeit keine der Gesichtsmuskeln, die beim Lächeln benötigt werden. Das passiert eigentlich erst beim ersten Kontakt mit anderen Menschen… heute morgen, habe ich zuerst mit mir selbst Kontakt aufgenommen und mir dabei zugelächelt. Das macht jetzt sogar leicht Gänsehaut, wenn ich wieder an diesen Moment des Erkennens der starken Wirkung dieses leichten Lächelns denke.

Ein paar Augenblicke später enstand folgender Gedanke in meinen Kopf: das Internet – wie es heute gerade existiert – ähnelt mehr und mehr unserer Vorstellung von unserem Gehirn. Es bilden sich gerade verschiedene Zentren des Wissens und Erinnerns rund um Anwendungen, Webseiten und Communities. Zum Beispiel gibt es Zentren für Sprache und Wörter bei Amazon oder Library Thing, aber auch Zentren für Sport und Bewegung bei Runtastic oder Dailymile um nur zwei Beispiele zu geben.

Die Menschen, die diese Anwendungen benutzen, diese Webseiten besuchen und Mitglieder in den sozialen Netzen dort sind, die wirken dabei wie die Neuronen in unserem Hirn. Sie sind verknüpft mit mit anderen Menschen, die Verknüpfungen sind begrenzt auf die benachbarten Menschen in Reichweite, also im jeweiligen Freundes- und Bekanntenkreis bzw. den Freunden/Followern in den sozialen Netzen. Beim Menschen im Durchschnitt sind das etwas 150-300 Verknüpfungen zu anderen (lt. Stefana Broadbent auf der Next), auf Facebook im Schnitt 135 Kontakte.

Etwa 2 Mrd. Menschen sind bereits Teil des Internets. Damit haben wir gegenüber den 100 Mrd bis 1 Billion Neuronen in unserem Hirn noch Faktor 500 zu wenig, und da jedes einzelne Neuron mit etwa 200.000 anderen Neuronen verbunden (lt. Wikpedia), natürlich eine um Dimensionen geringere Komplexität und Leistungsfähigkeit, aber wir sind natürlich auch irre viel größer, über den ganzen Planeten verteilt und damit kostet die Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen zwei Menschen natürlich auch irre viel mehr Energie als die Aufrechterhaltung der Verknüpfung zwischen zwei Neuronen in unserem Hirn… aber ich sehe ganz klar die Parallelen. Ich sehe klar, wenn ich an unser Sprachzentrum im Hirn denke, welches für unsere Fähigkeit zu Sprechen zuständig ist, dass sich im Internet ganz ähnliche Zentren heraus bilden, die für bestimmte Fähigkeiten der Menschheit als Ganzes zuständig sind…

Und mit dieser Vision verabschiede ich mich jetzt mal in einen klaren, kalten Tag und lächle dazu…

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