Ungeduldig…

Berlin, 8:19, Tag 106

Heute bin ich sehr ungeduldig, auch die Meditation hat daran nicht ändern können… und geträumt habe ich davon, mit einem Fahrrad eine Serpentine hoch zu radeln zusammen mit hunderten von Go-Karts. Ein Kart rammte ein Auto in die Stossstange, ich sprang vom Fahrrad und sorge für Gerechtigkeit. Oben angekommen, gab es Imbissbuden und ein Stadion für das anstehende Kart-Rennen. Ich würde keine Burger bekommen, ohne eine neue Klimaanlage zu kaufen, der Besitzer zeigte auf die vorbereitete Halterung in der Wand… ich blieb hungrig und sah tausende Zuschauer auf der Tribüne jazz-tanzend warten, wollte mir mein Kart suchen und wachte auf…

Die Camera+ Co-Creatorin geht auf Weltreise und macht mir Fernweh. Island dreht Videos und inspiriert mich…

http://vimeo.com/12236680

Felix Neumann schreibt über Rollen im Postprivaten und ich hätte fast schon geantwortet, Fred Wilson beendet seine Serie übers Management in Startups und mich ans Nachdenken. Ich schreibe hier mein Tagebuch und gleich an meiner Mail für eine Riesenchance weiter… dazu vier Meetings heute noch.

Aber erst mal Energie!

Wünsche versunken lächelnd einen tollen Tag!

We create a likable world…

Berlin, 8:04, Tag 105

Es schneit in Berlin.

Und heute habe von zwei Laser Druckern in Kellern geträumt, der eine hatte kein Papier mehr. Und der andere Drucker schickte ihm selbständig welches. Das Papier wickelte sich um das Kabel und drehte sich so, dass es immer am Kabel entlang den Weg zum anderen Drucker nahm… das war vielleicht schräg! Und ich wachte eine Stunde vor dem Wecker kurz auf. In der dann folgenden Sequenz träumte ich von 10 Playstations, die durch den Zoll gebracht werden. Der Zöllner fragt: Na, was wollen sie denn mit dem Supercomputer? Und dann war Krieg, komische Leute mit Vorderladern, nur eine Salve musste man überstehen. Ich versuchte D.R., den Kommandanten, zu überzeugen sich taktisch etwas vorzubereiten. Aber zum Glück klingelte der Wecker, bevor die Büchsen fertig geladen waren…

Heute angeregt von einem Fundstück aus meiner Facebook Timeline:  „The Facebook Eye“ mache ich mir Gedanken über die Veränderung unserer Wahrnehmung und unseres Bewusstseins durch Technologie.

Vor 100 Jahren durch Fotografie und heute durch die soziale Netzwerke. Viele nehmen Dinge in der realen Welt nur durch eine Brille wahr: wie und wann poste ich das auf Facebook? So, wie ein Fotograf seine Welt nur noch in Motiven für seine Fotos einteilt. Wir erzeugen uns heute eine „likable world“:

Simply, I have been trained to see the world in terms of what I can post to the Internet. I’ve learned to live and present a life that is „likeable.“

Der Autor des Essays hat die Brücke zur Fotografie geschlagen: wie ich auch schon von Trey Ratcliff hier gesprochen habe, der zB sagt, dass ein Schwarz Weiss Fotograf eher Formen, Linien und Schatten sieht, während jemand der in Farbe fotografiert, eher Licht, Sättigung und Farbverläufe in seiner Umwelt erkennt.

Ebenfalls wird erwähnt, dass sich durch die Eisenbahn unser Empfinden für Geschwindigkeit massiv verändert hat… dabei erinnere ich mich daran, gelesen zu haben, dass viele Menschen grosse Angst vor Gehirnkrankheiten oder Lungenentzündungen hatten, wenn sie sich schneller als 70km/h bewegten (der Vmax eines Pferdes).

So, wie viele heute Angst haben, dass ihre persönlichen Daten missbraucht werden oder dass soziale Beziehungen verkümmern – die Leute nicht wirklich Leben – wenn sie nur noch in ihre Smartphones schauen und ständig überlegen, wann und wie sie es auf Facebook, etc. posten können.

Aber klar, es stimmt:

We have a different attachment to our present when we are not concerned with documenting.

Durch meine Beschäftigung mit Fotografie in Verbindung mit Sozialen Netzen wie Instagram oder Facebook, Twitter, Tumblr verändert sich meine Sicht auf meine Umwelt natürlich massiv. Wir haben aber immer eine sich konstant veränderte Wahrnehmung unserer Umgebung! Das ist abhängig von unendlich vielen Faktoren, hauptsächlich aber von unseren Gewohnheiten. Wir werden zu dem, was wir regelmässig denken und tun!

Den Unterschied macht Aufmerksamkeit oder Bewusstsein. Wenn ich mir bewusst mache, was ich hier gerade tue… denn nun mache ich eine Verbindung zu einem ganz ähnlichen Artikel von Leo Babauta:

Remember that we become good at what we repeatedly do, and what we do repeatedly can be done consciously. It’s when we’re conscious that we are truly alive.

Also, einmal ein- und ausatmen, lächeln und sich so mit dem Moment verbinden und dabei einfach nur klar machen, was man gerade tut! Da reicht schon und damit wünsche ich einen tollen Start in die neue Woche!

Ein Colt für alle Fälle…

Berlin, 10:33, Tag 104

Wie sollte ein Sonntagspost eigentlich aussehen? Entspannt, ohne Zwang einfach mal so… habe die Unruhe, nicht gleich los zu schreiben vorhin um 8 schon sehr genossen. Und ich habe einen Rückfall erlitten und mir einen Spiegel gekauft und den grade von hinten nach vorne durchgelesen: nichts Aufregendes – reine Unterhaltung.

Heute auch geträumt, von einem alten Mann im Rollstuhl der uns mit seiner Tochter besuchte. In einem engen Innenhof haben wir uns unterhalten, er konnte nicht richtig atmen und hatte eine komplizierte Apparatur im Rollstuhl dabei, die er mir andeutungsweise zeigte. Wir sind zu einer Veranstaltung gelaufen, an einem schmalen Strand sind wir an Hochleistungsjachten und -booten vorbei, die Besitzer kamen aus Hütten und erklärten, warum die Motoren fehlten, dann zu einem Flughafen mit flachem Dach, dort in den Gästezimmern angekommen, wachte ich auf.

Gestern habe ich an einer Tour durch die Beelitzer-Heilstätten teilgenommen, die von Instagram ausging und von Michael (aka @king_fisher) organisiert worden ist. Mit bestimmt 30 anderen haben wir an einer Führung von Frau Krause teilgenommen. Die Instagramer sind im Anschluss noch durch die eingefallenen Pavillion Chirurgie und den Pavillion B IV gelaufen und haben wie die Wilden Photos über Photos gemacht. Eine schöne Idee und ein richtig toller Samstag unter Gleichgesinnten.

Auf dem Pavillion B IV wächst ein Wald. Eine Attraktion an sich. Viele grosse Bäume im vor vielen Jahrzehnten ausgebrannten Dachstuhl…

Im Inneren endlos lange Flure bestimmt vom Licht…

Natur, Zeit und eine lange zurückliegende Vergangenheit. Gebaut als Krankenhaus vor über 100 Jahren…

Magische Treppenhäuser…

Ein kreisrunder, kuppelüberspannter, grün gefliester Operationssaal in der Chirurgie auf der Schattenseite…

Und die wohl vor 50 Jahren ausgeräumten Krankenzimmer auf der Sonnenseite des Gebäudes… 

Und über allem der blaue Brandenburger Himmel…

Ich hatte gar kein so starkes Interesse an den sicher vielfotografierten Motiven, habe eigentlich erstaunlich wenig Bilder für „meine Verhältnisse“ gemacht. Lag vielleicht an der intensiven Stimmung und den extrem vielen kleinen Details des endlosen Zerfalls, die direkt noch stärker wirkten als durchs iPhone/die Kamera.

Mit Beelitz selbst verbinde ich nicht viel, ich kannte es nur vom schnellen durch- oder vorbeifahren als Standort einer riesigen Kaserne der sowjetischen Armee. Aber da mein Grossvater in den 70igern ganz in der Nähe in Borkwalde eine Datsche erbaute und mein Onkel in den 80igern heimlich in Potsdam als Panzergeneral die Heimat verteidigte, fühle ich mich der Gegend und dem Wald doch irgendwie sehr verbunden.

Die Russen hatten hier einen riesigen Truppenübungsplatz, der durch panzerfahrende Onkel ausgestellte Passierscheine für Pilze suchende Grossväter mit ihren Enkeln an ruhigen Tagen zugänglich war.

Panzerstrassen durchzogen den gesamten Brandenburger Wald… die einmal zu befahren war ein Traum für jeden Jungen, der heimlich im Westfernsehen Colt Seavers sehen durfte.

Mit diesen Gedanken verabschiede ich mich selig lächelnd in den Sonntag!

Weil er schwedisch ist…

Berlin, 7:44, Tag 103

Nun ausgeschlafen. Habe geträumt, aber so einen geschichtenlosen Traum in Bildern, die nicht hier her passen. Um 8:11 geht hier die Sonne auf, sagt Siri in meinem Telefone. Ganz interessante Wolken waren schon gestern Abend am Himmel, als ich eine Stunde durch Berlin gelaufen bin, um den Kopf frei zu kriegen.

Hier ein Photo vom Sportplatz vorm Tempodrom unbearbeitet und direkt von meinem Samsung Galaxy SII (beim iPhone war der Akku leider schon alle).

Und auch heute morgen waren sicher ganz andere aber immer noch ganz schnell ziehende Wolken am Himmel. Und deshalb hier, mein Guten Morgen Bild um genau 8:11 auf der Strasse vorm Cafe mit dem iPhone gemacht und in Camera+ nachbearbeitet.

Apropos Camera+, ich setze hier mal meine Serie der Empfehlungen und Fundstücke fort:

Denn ich bin eben über einen Post von TapTapTap gestolpert, den Machern von Camera+ meiner liebsten iPhone Camera App, mit der ich fast alle iPhone Fotos, die ihr hier oder in Instagram so seht, mache und bearbeite.

Von der Photographin Lisa Bettany hab ich hier schon mal gaaanz kurz gesprochen. Sie ist „Co-Creatorin“ von Camera+ und Freundin des 26jähigen Pete Cashmore’s, der den Top Tech Blog Mashable gebaut hat.

TapTapTap haben heute in ihrem Blog die Verkaufszahlen von Camera+ veröffentlicht.

Genau 5,125,844.00 $ hat das Team nach Abzug von Apples 30% damit verdient. Hier das Chart mit den weltweiten, wöchentlichen Umsätzen seit Start des Verkaufes:

Sie erklären in dem Post ein paar Hintergründe,  zB die Zusammenhänge mit dem Start vom iPhone4s und Weihnachten, zeigen noch andere statistische Werte und und freuen sich irgendwie sehr sympathisch über ihren Erfolg:

Over the past 6 months, Camera+ revenue has increased over 3x. Play along and fantasize for a second about that trend continuing over time… if it keeps going, by 2018 our daily sales would be twice the world population. Yeah, this growth might not be sustainable over time. Anyway…

Die ganze Seite und auch der Blog sind in meinen Augen absolut minimalistisch: eine Liste ihre Produkte, die jeweils auf eine Feature-Beispiel-HierKaufen Seite verlinken und in der Fusszeile: Contact, About, Blog, Twitter, Subscribe. Das wars! Reduktion auf’s Wesentliche, kein langes übertreiben, motivieren, drumherum reden, und damit eher verstecken und verschleiern, sondern ein deutlich erkennbar klarer Fokus. Das mag ich sehr!

Das About ist absolut lesenswert! Allein schon die Einleitung:

At tap tap tap, we develop our creations by sticking with several important principles:

    • Your tasks should be accomplished with just a few taps (hence the name “tap tap tap”)
    • Everything should be simple and intuitive for you to use
    • Everything should look amazing
    • High quality software doesn’t have to cost you a lot
    • Love what you do and it’ll show in the things you create
    • And last, but not least… there should be some fun thrown into the mix

Und weiter gehts weiter unten über ihre Designer…

Great design is a prerequisite of great products, not a feature.

Der Text über ihre Programmier wird eingleitet mit diesen Worten hier…

If you have great designs but don’t have talented people to code them up into actual apps, then you’re just sitting on a bunch of pretty pictures.

Beide Aussagen treffen so sehr auf den Punkt. Und beides haben wir in den letzten beiden Wochen gerade sehr stark in unserem Socialize the Patentworld Team selbst erfahren, dass mich dieses Fundstück heute morgen hier gerade zu in Euphorie versetzt.

Und abschliessen möchte ich mit dem Text über Kevin, hier als Screenshot weil einfach zu köstlich:

(Hab jetzt selbst beim zweiten Lesen alle hier im Cafe zum Stirnrunzeln ob meines lachenden Atems gebracht;-)

Und wünsche allen Lesern hier lächelnd – nein breit grinsend, ein ebenso euphorischen Start in das Wochenende wie mir.

 

Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast…

Berlin, 7:33, Tag 102

Heute habe ich geträumt und hätte den Traum fast zu fassen bekommen beim Aufwachen… aber nur fast! Beim Aufstehen nach 5h Schlaf bin ich eigentlich noch nah bei meinen Träumen, obwohl… vielleicht hat das weniger mit der Schlafdauer, als mit der Tages- oder Nachtzeit zu tun, da ich heute – trotz des für mich sehr späten Einschlafens – genau 7min vor dem Wecker wach wurde.

Und nun habe ich schon zwischendurch angefangen zu arbeiten, statt mein Tagebuch hier erst mal fertig zu schreiben. Doch nun im zweiten Anlauf, denn gestern war doch unser mtc-Jahresauftakt. Statt einer Weihnachtsfeier, laden wir traditionell Anfang Januar alle in- und externen Mitarbeiter zu einem schicken Abendessen ein, dieses mal in eine neue Location ins RioGrande, einem relativ neuen Österreicher am Spreeufer. 34 (von 55) konnten kommen und nachdem ich meine Rede gehalten habe, die ich bestimmt auch noch hier veröffentliche… konnte auch ich den Abend sehr geniessen. Viele der 11 neuen Mitarbeiter waren da und so konnten wir uns endlich mal in entspanntem Umfeld etwas näher kennen lernen. Fazit: tolle Gespräche bei grossartigem Essen…  gegen halb 1 habe ich mich beim Team vom Rio Grande bedankt und  bin sehr müde und glücklich nach Hause.

Bilder habe ich nicht gemacht, ganz entgegen meiner Gewohnheit, aber ich wollte mich nicht selbst ablenken, sondern ganz da sein.

Deshalb habe ich mir vorhin überlegt, hier noch einen coolen, für mich neuen Dienst vorzustellen:

Timehop, made with love in NYC von Benny, Jonathan und Rachel.

Der Dienst macht nichts weiter, als in meinen Profilen bei Facebook, Twitter, Foursquare und Instagram vor genau einem Jahr nach zu schauen und mir einmal am Tag eine eMail mit der Zusammenfassung meiner Aktivitäten zu schicken. So werde ich nett daran erinnert, was vor einem Jahr in meinen Leben so passiert ist. Ich finde das sehr angenehm, reflektiere kurz: bemerke, ob  und was davon alles schon „verschwunden“ ist. Vor allem aber bemerke ich, wie immer anders sich genau 1 Jahr anfühlen kann… manchmal, kommt es mir vor wie gestern und manchmal wie aus einem früheren Leben.

Letztes Jahr, am 12.1.11, bin ich in Wien gewesen, wir hatten eine Abschlusspräsentation, bei der uns der Kunde sehr beeindruckt hat. Weil das Feedback zu unserer Arbeit aus: „Ja, danke… ist gut, bitte schreiben Sie ganz schnell eine Rechnung und wir brauchen sofort ein neues Angebot.“. Danach war der Tag für uns gelaufen, wir sind ins Cafe Sacher am Nachmittag für Torte und dann ins Plachutta für Tafelspitz.

Hier der Tweet:

Und dazu ein Bild von vor einem Jahr, dieses hier hing sogar in unserer Instahibit Espressolounge Ausstellung.

Und so sieht die Zeitsprung Mail von gestern dazu aus…

Ich finde das einen ganz grossartigen Service der drei New Yorker! Und da heute der Himmel bedeckt ist, lass ich das mal mit meinem Bild vom Kiez und verabschiede mich hier jetzt mit einem müden Lächeln in den Rest Freitag…

Online Collaboration mit kostenlosen Tools…

Istanbul, 7:35, Tag 101

Heute ist Reisetag und passend dazu ein Traum im Flugzeug, in einer ausgemusterten MIG oder doch einer Phantom mit D. aus V., der mich dazu bringen wollte, das Ding selbst zu fliegen. Er erklärte mir alle Hebel und Knöpfe, die ich zum Starten brauchte. Es sah alles sehr mechanisch, grau grün lackiert aus. Das Flugzeug stand in einer Scheune, er wusste auch, welche Teile des Tores und des Daches zu entfernen sind, um starten zu können. Dann flogen wir, ganz langsam und gerade über ein Flussbett, später dann über Wiesen in engen Kurven um Bäume herum, dann lieferten wir uns kleine Duelle mit drei Cessnas, die so ausssahen, als ob sie auch im Wasser landen könnten und wir wurden mutiger mit den Bäumen. Wir streiften schon mal einen Wipfel, ich hatte immer Angst, dass wir die Kurve nicht kriegen. Dann sahen wir einen riesigen Baum, unvorstellbar riesig, auf der Seite liegen. Er war eine Attraktion! Wir flogen lange Minuten den zerklüfteten Stamm entlang… dann Landung, jetzt war die MIG natürlich ein Senkrechtstarter. Der Hebel links im Fussraum sah aus wie eine überdimensionierte Handbremse, über deren Seile mit diesem Hebel die Triebwerke nach unten gebogen werden mussten, es quietschte dabei. Dann musste ich mich anstellen, um eine Karte zu Besichtigung des Stammes zu bekommen. Ich wachte auf…

Gestern habe ich so richtig wirklich und in echt mit der internationalen Online Collaboration begonnen.

Bisher bin ich immer irgendwie in alten Arbeitsweisen, zwischen Telefonaten, Mails und asynchronen Tools hängen geblieben. Wir haben zwar das grossartige Jira als Projektmanagement Tool für das Operations des Bestandsgeschäftes, aber ich war nie so richtig glücklich mit Jira oder Confluence bei neuen, eher explorativen Projekten, also allem, was vor der Specification zu tun ist. Da gibt es zwar CRM’s, die sind aber zu sehr auf die Optimierung der Kundenbeziehungen zu geschnitten, wir haben dafür vor 1,5 Jahren Dynamics eingeführt. Ich gestehe, dass ich dies bisher noch nicht selbst benutzt habe.

Wie nun den Bogen zu gestern kriegen…? Am besten mit einem Screenshot, den ich dann erkläre.

 

Also, ich bin schon ein Fan von Google Produkten, ich benutze täglich nur noch Google Mail oder kurz GMail. Google Maps für Karten, Routen und Reisevorbereitung, Google Suche sowieso, mein Standardbrowser ist Chrome. Vor 2 Jahren habe ich mal einen Versuch gemacht, auch Google Documents zu benutzen und das hat damals irgendwie keinen Spass und Sinn gemacht. Nun scheint es soweit zu sein, hier oben seht ihr Henry und mich gleichzeit an einem Dokument schreiben. Er hat den roten Cursor, ich bin in Blau unterwegs. Rechts unten das Skype Video Fenster. Henry sitzt in London in der Küche, ich in Istanbul im Wohnzimmer auf dem Sofa. Gestern habe ich mich das erste mal richtig so gefühlt, wie sonst am Schreibtisch ihm gegenüber. Wir haben einfach laufen lassen und so über zwei Stunden gemeinsam diskutiert und das Dokument gefüllt, also richtig synchron – wie in einem Büro – zusammen gearbeitet.

Ich weiss nicht genau, warum mir das gestern wie ein Durchbruch, eine Transformation vorkam: weg vom Einzelkämpfer, der alles remote koordinieren, kontrollieren also managen soll und sich immer „aussen vor” fühlt, hin zu gemeinsam, gleichzeitig an einem Ding arbeiten.

Die Tools dazu gibt es ja schon seit Jahren, vor allem für Lotus Notes Nutzer wie uns, fast seit Jahrzehnten. Ich glaube aber, dass erst jetzt die Verhaltensänderung, die Anpassung bei mir und uns beginnt. Erst jetzt geht das raus aus der Phase des geekigen Ausprobierens: „Oha, kennste schon das Neueste? Müssen wir unbedingt mal beim nächsten Jour Fix probieren…“ und weg von elitären Besonderheiten: „Nein, wir haben uns keine Videokonferenzsystem für x Tausende Euro geleistet, wir müssten deshalb schon persönlich zu ihnen kommen.“

Erstens haben zwei Milliarden Menschen Internet Zugriff, in der westlichen Welt knapp 80% der Bevölkerung*. Zweitens ist die Bedienung der Tools soweit, dass sie funktionieren und keine Spezialkenntnisse oder Bastelei oder besondere Infrastruktur und damit viel Geld erfordern, welche sich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung leisten kann. Drittens ist die Bandbreite so stabil, dass Video, Sprache und Tools in „Realtime“ übertragen werden können.

Die Verhaltensänderung und die breite Akzeptanz dauert aber noch viel, viel länger… noch sind zB Facebook und Youtube beim Deutschen Patent und Markenamt für die Mitarbeiter gesperrt, vermutlich gibt es Ausnahmen für externe Berater und die Abteilungsdirektoren. So wie man früher (also noch bis in die 90iger) nur mit den Telefonen der Abteilungsleiter Ferngespräche führen konnte. Und noch gibt es die riesigen Rollouts von zB Microsoft Office in der neuesten Version, welches dann echt Dokumente in der Cloud (= Sharepoint;) speichern kann, wobei dazu der Speichern unter Dialog noch einen extra Tab bekommen hat, um das auch gaaaanz einfach zu machen. Ich glaube, Google hat für Google Doc’s nicht mal Schulungen im Angebot, die gehen davon aus, das das mittlerweile jeder benutzen kann… und wenn nicht, können die Leute ja Word Kurse besuchen, danach können sie auch Google Docs.

Das gleiche funktioniert übrigens auch mit Mindmapping, das ich sehr gerne zur Visualiserung und Strukturierung von Ideen benutze. Den alten Mindmanager, den ich nur alleine benutzen konnte, den habe ich nun gar nicht mehr installiert, seit ich von mindmeister erfahren habe.

Dazu gibt es Tools wie trello.com, die die Zusammenarbeit an ToDo Listen in das neue Zeitalter übersetzt haben.

So, mit diesen drei Anregungen verabschiede ich mich etwas abrupt lächelnd in den Tag, ich nehme nun den Metrobüs und begebe mich zum Flughafen. Ciao!

100 Tage intuitiv-spontane Schönschreibübung…

Istanbul, 6:55, Tag 100

Oha, es ist echt geschafft. Ich bin jetzt 100 Tage im Amt als Blogger, wenn tägliches Posten das einzige Kriterium für diese Bezeichnung wäre. Das Tagebuch Format mit dem Hochzählen hat es mir ermöglicht, mir hier jeden Morgen einen Artikel mit ein paar Worten zu überlegen… und mich nun an der 100 zu erfreuen.

Und heute habe ich auch geträumt, ich bin weggefahren. Habe mich auf einer sonnigen Insel in ein geschlossenes Schnellboot gesetzt, in die letzte Bankreihe, ganz hinten, kurz vor der Schraube. Dann ging es los und die Wellen waren erst klein und wurden ganz schnell immer größer und waren schliesslich riesig. Das Boot schaffte es kaum, vorwärts zu kommen. Immer wenn es in einem Wellental etwas Fahrt aufnahm , kam die nächst größere Welle an und nahm den gesamten Horizont ein. Das Boot legte sich bedrohlich quer und musste den Kurs ändern, um die Wellen direkt zu nehmen. Ich musste mich festhalten und hielt immer oben auf dem Kamm nach dem Ufer oder Klippen Aussschau… und wachte auf.

Hundert Tage im Amt bedeutet ja auch, dass ab jetzt die Schonfrist vorbei ist. Nun gibt es keine Ausrede mehr, jetzt weiss man, was der Job bedeutet, kann man den Realitätsgehalt der Ziele einschätzen, kennt seine Mitspieler, hat einen Überblick über alle Tätigkeiten.

Ich nutze den Meilenstein hier mal, um ein paar Statistiken öffentlich zu machen. Den Start macht der Sprung der monatlichen Zugriffszahlen, die sich in etwa verdreifacht haben.

Es kommen so ca. 90 tägliche Besucher auf die Seite, auf die sich vor dem regelmässigen Schreiben nur so ca. 20-30 verirrt hatten.

Als nächstes meine Top Artikel der letzten drei Monate:

2011-10-13 to today

Auffällig ist, dass die beiden Top Artikel über die Google Suche kommen. Der Xing Artikel ist von Januar 2010 und sein Google Ranking bei der Suche nach „xing premium mitgliedschaft“ bringt täglich im Schnitt 5 Besucher auf meine Seite. Der Brick Walls Artikel ist von November 2008 und da das dort verwendete Bild bei der Google Bildersuche nach „brick wall“ ebenfalls auf der ersten Trefferseite ist, zeitweise gar auf Platz 1, kommen auch hier ca. 5-10 Besucher täglich auf mein Blog.

Ich achte wenig bis gar nicht auf die Suchmaschinentauglichkeit meiner Artikel, die Überschriften, das Tagging, die Zusammenfassungen sind genauso spontan und intuitiv wie die Artikel selbst. Die beiden eben erwähnten Artikel sind absolute Zufallstreffer, zeigen mir aber wieder mal, wie Google Juice funktionieren kann. Mein Blog wird nirgendwo empfohlen und ich selbst pflege ja auch keine „Blogroll“ genannte Liste, der von mir gelesenen Blogs. Ein Drittel der Besucher kommen von Facebook, ein weiteres Drittel von Twitter und den Abonnements, der Rest kommt entweder zufällig oder wenn meine Artikeln an anderer Stelle empfohlen werden.

Bestimmt sind das für „echte Blogger“ lächerlich kleine Zahlen, die die Irrelevanz meines Blogs belegen. 😉 Aber das Vorhandensein dieser Statistiken erzeugt eine Art Wettbewerb und unterstützt den Wunsch, sich vergleichen und einordnen zu können. Hab einen Artikel gelesen, vielleicht den hier, in dem steht sinngemäss drin, wenn Facebook, Twitter und andere die Anzahl der Freunde, Likes und Kommentare mitzählen und anzeigen, dann entsteht allein dadurch Wettbewerb zwischen den Nutzern und vergleichende Wertung auf Basis dieser Zahlen, die nicht viel mit der Realität oder der Bedeutung für einzelne Menschen zu tun haben.

Dieses Blog hier folgte bisher keiner wirklichen Strategie oder keinem Plan, hat kein konkretes Ziel, keine durchdachte Struktur – alles ist mehr oder wenig zufällig genau so, wie ich heute grad drauf bin, was ich grade so kann oder beherrsche, wozu ich mich heute motivieren kann, was mich aktuell interessiert. Mein Unterbewusstsein, meine Intuition sind der Chefredakteur.

Die Motivation kommt von tief drinnen: aus meiner Extrovertierheit, meiner Freude am Schreiben, Mitteilen, Erzeugen, Machen und Ausprobieren und wird fast täglich belohnt durch Likes und Kommentare hier und bei Facebook oder Twitter sowie in den Mails und in persönlichen Gesprächen, in denen ich immer wieder überrascht werde, dass die Menschen, die mir etwas bedeuten dann doch diese Texte lesen und Anteil nehmen am Geschehen hier.

Als ich vorhin etwas zu früh wach wurde, habe ich mich richtig auf den Tag gefreut. Ich erinnere mich, dass ich mich richtig über diese Freude gefreut habe…  und darum geht’s doch im Leben!

Wünsche allen lächelnd einen ebenso freudigen Tag!