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Grossartig, verdrehte Welt…

Oslo, 6:00, Tag 149

Sogar heute habe ich geträumt, aber ich bin mitten drin aufgestanden, um zum Flughafen zu fahren, und kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern. Sitze nun schon vorm Gate und warte aufs Boarding.

Der Tag der „What if…“ Konferenz gestern war voller fantastischer Eindrücke, dass ich es hier kaum beschreiben kann. Es gab noch keine Zeit, um irgend etwas davon zu verdauen, alles ist noch sehr frisch, an der Oberfläche.

Seht ihr das Segelschiff? So fühlt sich das alles grade an. Ich erkenne die Umrisse im Dunst, im Nebel… bei dem Bild geht die Sonne grade unter, ich glaube der Nebel ist heute morgen noch der gleiche gewesen, denn nur Sonne löst den auf.

Berlin, 9:04, Tag 149

Habe Michael Herrndorfs Tschick nach dem Sonnenaufgang im Flieger oben weiter-, und dann eben unten in der U-Bahn fertig gelesen. Das ich diesen Knaller noch nicht früher entdeckt hatte! Dabei lese ich seinen Blog immer tief berührt, erschrocken und fasziniert doch schon sein ein paar Monaten.

Ich bin so müde, dass ich vorhin dachte, ich schaff das Boarding nicht. Wir sind im schlanken, schnellen Embraer hochgezogen und ich schaute beim Eindösen aus dem Fenster, kurz vorm Sonnenaufgang wurde ich wacher und wacher. Nach diesem Bild hier, war an Schlaf nicht mehr zu denken…

Denn von wegen Sonnenaufgang: unten orange leuchtend und oben grau blau… was ist das nur für eine grossartig, verdrehte Welt!

Und damit lass ich das jetzt hier mal, nehm noch einen Schluck Ingwer Tee und wünsch Euch allen einen ganz tollen Tag…

What if… you do what you love?

Oslo, 7:42, Tag 148

Habe toll geträumt. Aber als ich das realisierte, habe ich nichts aufgeschrieben. Und so war dieser eine Traum beim richtigen Aufwachen einfach verschwunden. Ich habe ihm lange nachgefühlt und gewartet, ob noch irgend eine kleine Szene wieder kommt… ich hab wenig geschlafen und bin ein wenig erkältet. Auch wenn er verschwunden ist, mit solchen Träumen kann mir nichts passieren.

Zuerst übersetze ich eine Einladung von meinem Freund Asmund, die er für die erste, heute hier stattfindende What if… geschrieben hat:

Ich träume von Neuem…
Ich träume von der Freude am Kreieren…
Ich träume von sozialem Unternehmertum…
Ich träume von Bedeutung…
Ich träume von Leidenschaft…
Ich träume von sozialem Wandel…
Ich träume von Technologie…
Ich träume von Bewegung…
Ich träume von Inspiration…
Ich träume von Werten…
Ich träume vom Machen…
Ich träume von Grün…
Ich träume von Nachhaltigkeit…
Ich träume von Zusammenarbeit…
Ich träume…

Was ist… wenn jeder eine sinnvolle Arbeit hat. Was ist… wenn Armut Geschichte ist. Was ist… wenn globale Erwärmung ersetzt wurde durch auswgegene biologische Vielfalt. Was ist… wenn der öffentliche und private Sektor zusammen arbeitet und eine Gesellschaft erzeugt, die wir uns wünschen und von der wir träumen, mit einer inspirierenden und mannigfaltigen Bewegung, die soziale Unternehmer und Erfinder, Technologie, Kultur einschliesst.

Und was ist… wenn das nicht nur visionärer Worte wären, sondern Wirklichkeit, echte Möglichkeiten, eine nahe Zukunft, bei der Du selbst mithelfen kannst?

Am 28. Februar 2012 findet mit What if… die erste einer Reihe von monatlichen Veranstaltungen statt, ein Treffpunkt ein Marktplatz, eine Möglichkeit sich mit inspirierenden Menschen zu verbinden, die alle denken, dass grosse Gedanken auch grosse Veränderung bewirken können. Was wenn… es ein Mittagessen gibt, bei dem wir soziale Erneuerung und Synergien schaffen, über alle Grenzen, Ideologien und Vorstellungen hinweg.

Denn seit letztem Sommer werde ich tagtäglich immer mehr und mehr Teil von Change Attention. Einer Bewegung, die auf einer ganz einfachen Frage basiert:

Was liebst Du? Fühle es, handle danach!

Und dabei träumte ich heute von Stille und Ruhe, davon anzukommen. Ich träume, dass wir in Ruhe erkennen können, dass wir alles haben, was wir brauchen. Dass wir – wenn wir ruhig und still sind – spüren, wie glücklich wir sind.

Wenn ich die Frage stelle, berührt sie die Stille in den Menschen. Denn Was liebst Du? ist keine Frage, für die man nachdenken kann, um sie zu beantworten. Und was ist… wenn Du nur noch das tust, was Du liebst…? In dieser kurzen Stille, in dieser einen Millisekunde Ruhe, die auf diese Frage folgt… dort liegt für jeden auch die Antwort.

Vorfahrt hat man nicht, man bekommt sie gewährt…

Berlin, 7:11, Tag 147

Habe geträumt, richtig viel und lange. Vom Kindergarten meiner achsoüssen Aleyna, bin mit ihr dort, am Meer. Aber erst mal Mittagsschlaf, auf den Boden legen, Augen zu, die Decke zu kurz, wegdösen, aufwachen, können wir schon baden gehen? All die anderen Szenen, obwohl ich sie mir in der Dusche selbst erzählt habe: einfach schon verschwunden.

Immer wieder Montags kommt die Entschlusskraft, bei dieser Masse an Themen und Möglichkeiten und dann startet die Planung der Woche… so bleibt die erste Zeile des Blogposts eine Stunde lange mahnend offen, während ich die Post mache, Flüge buche, Hotels reserviere, Termine bestätige und -absage. Ich bin so sehr versucht, in Stress zu geraten und dann… dann erinnere ich mich doch: Arne, freu Dich auf die Woche. Doch, Du schaffst alles. Das ist doch nur meine Energie, und ich spüre meine Kraft!

Wenn man eine Erkenntnis hat, eine Einsicht, Idee, Lösung für eine Anforderung, oder gegenüber einer Erwartung. Wenn man eine Antwort hat auf eine Herausforderung. Oder wenn man die Mittel findet, einen Mangel zu beseitigen… fühlt sich das immer toll an, richtig und wichtig! Man möchte sofort anfangen, es machen, tun, jetzt losrennen, es anderen erzählen, macht mit, es ist doch alles soo klar, seht ihr das nicht?

Meist kommt dann eine Rote Ampel in irgendeiner Form daher, die uns zum Stoppen bringt, und zwingt anzuhalten und erst mal abzuwarten.

Immer nur für ein paar Sekunden, aber dieser Impuls: mhhhh, wenn das Licht von Grün auf Gelb schaltet… das ist wieder so ein Zeitpunkt, so eine Millisekunde, in der man die Wahl hat: ärgern oder freuen. Je knapper scheinbar die Zeit, je später man dran ist, je mehr man zu tun hat, um so wichtiger ist es, sich an der Roten Ampel nicht zu ärgern.

Eine Rote Ampel heisst doch nicht, dass man nicht fahren könnte, sondern nur, dass man Andere zuerst fahren lässt.

Deshalb übe ich seit vielen Jahren schon, immer wenn ich eine Rote Ampel sehe, etwas ganz einfaches: ich lächele über mich und meine Ungeduld und dann atme ich bewusst einmal ein und aus…

Wünsche Euch einen ganz tollen Start in die neue Woche!

Es gibt die eine Millisekunde, in der eine Entscheidung möglich ist…

Berlin, 8:58, Tag 146

Auch heute wieder geträumt, ein kurzer Party Traum in Eiseskälte, alles war eingefroren, wir froren, wir liefen über Eis herum, ich unterhielt mich kurz mal hier und dort, viele Details sind schon vergessen, aber es war ein intensiver Traum. Eine Sequenz  mit S. ist noch etwas da, es geht um die Gründung eines Startups: wer nichts einbringt, darf nicht mitmachen, habe ich jemandem gesagt, der gar nicht mitmachen wollte.

Das Training erfordert viel Aufmerksamkeit, erzeugt viel Spannung, beschäftigt meinen Geist, regt meine Phantasie an. Es gibt eine extrem viel Input vom Trainer und auch von und mit den anderen. Während der Morgenmeditation, die ich seit ein paar Wochen ab und zu auf – für mich und meinen Alltag extreme – 50min ausdehne, kommen zu Beginn ganz viele Ideen zur Verbesserung der Dramaturgie, des Scriptes meiner Präsentationen. Als ob mein Unterbewusstsein Antworten sucht und gibt.

Beim Sitzen erlebt man direkten Zugang zu seinem Unterbewusstsein. Ich schliesse die Augen, zähle meinen Atem. Dabei achte ich auf das Atmen selbst. Es beginnt an der Nasenspitze, die klitzekleinen Sensorhaare dort registrieren als erstes die Luftbewegung meines Einatmens. Das ist der Beginn einer fast unendlichen Tiefe von Achtsamkeit, von Aufmerksamkeit und ständigem Fragen Und dann…, und dann…, und dann… wie bei einem Fractal öffnet sich in jedem betrachteten Detail eine komplett neue Welt.

Plötzlich tauchen zwischen oder neben all diesen Wahrnehmungen Gedanken auf. Manchmal verschwinden sie noch während des gleichen Atemzuges wieder und manchmal bleiben sie und verschieben das Atmen wieder ins Unbewusste.

Das nächste sind Impulse, als ob mein Wille – eine andere Ebene des Bewusstseins – sich meldet: der Impuls die Augen zu öffnen oder wenn ich mit offenem Augen meditiere, sie zu schliessen, sie zu bewegen, mich zu bewegen, auf zu stehen, die Zeit zu kontrollieren. Wenn ich in dem Thema bleibe, dann entstehen Impulse, die Aufgaben erledigen zu wollen, etwas aufschreiben zu wollen, etwas bestimmtes sagen, mailen zu wollen. Selten gebe ich Impulsen nach, selten unterbreche ich mein Sitzen, um Stichworte zu notieren… meist bleibe ich sitzen.

Es gibt die eine Millisekunde, in der eine Entscheidung möglich ist. Und das ist eine der ganz grossen Erfahrungen meiner Meditationspraxis: die Erkenntnis, dass egal wie stark der Impuls, die Entschlossenheit auch ist, egal wie stark das auftauchende Gefühl von was auch immer dabei ist, wenn ich Sitzen bleibe, mich nicht bewege, dann kann ich meine Aufmerksamkeit zurück auf den Atem lenken: wieder zurück finden zum Atem, zum Beginn, zum Zählen, zum Ein- und Ausatmen, wieder spüren, dass ich doch nur sitze, nur atme…

Und mit einer neu entdeckten Spiegelung verabschiede ich mich nun in den Sonntag!

Über das DDR Futterbewertungssystem…

Berlin, 9:10, Tag 145

War viel wach heute Nacht, habe geträumt, aber alles beim Duschen vergessen. Heute schreibe ich etwas später, bin heute morgen zum ganz ruhigen Wochenend Lesen, -schreiben und -arbeiten ins Cafe gekommen und mit mir kam Richard, der Möbeltischler an, wenig später auch noch Klaus, ein ganz langjähriger Freund und wir unterhielten uns über das Startgeräusch des DC 180, über Porsche Traktoren im Westen und Russen Traktoren im Osten, über Mistfahren, traditionelle Landwirtschaft, Do-Nothing-Farming, das Ende der Globalisierung, die Überlegenheit von Netzwerken gegenüber klassischen Organisationsformen und über die Überwindung des dualistischen Denkens… dann ging Richard und es kam G. mit seinem Sohne im Tragetuch und wir landeten nach kurzem Warmup und einer vermutl. völlig am Thema vorbei gehenden Diskussion über Self-Enhancement vs. Self-Verification beim neuesten Stand unserer KPI Excels von empty sea.

So was ist mir ja eigentlich schon immer viel zu viel, ich bin kein Morgenmensch, deshalb stehe ich ja so zeitig auf, damit ich in den ersten Stunden des Tages niemandem über den Weg laufen muss. Ich glaub, ich muss das Cafe wechseln, Ruhe ist was anderes.

Hab jetzt noch eine Stunde, bis ich zu meinem (Kommunikations/-Präsentations-Trainer) Training darf… mhhh, ach dann fang ich doch mal an, die kleine Geschichte von früher zu erzählen.

Als ich grade 16 geworden bin, ist meinem Vater auf der Transitautobahn eine Kiste mit einem Schneider PC1640 des Klassenfeindes vor den Lada gefallen, der einen Platz in der LPG unseres Dorfes erhielt. Es sind zwei Jahre bis zum Zusammenbruch der DDR und wir nutzen diese einmalige Chance, uns einen Vorsprung zu verschaffen.

Mein Vater schnappte sich DBase und erfasste alle Kühe und auch alle Mitarbeiter der Kolchose. Ich fand SuperCalc besser und löste später Teile des 328 Seiten starken Tabellenwerkes des DDR Futterbewertungssystems ab.

  

Im Rahmen meiner Ausbildung zum Facharbeiter für Tierproduktion, Spezialisierungsrichtung Rinderzucht mit Abitur (hiess wirklich so!) hatte ich damit das Thema meiner Abschlussarbeit gefunden. Niemand verstand, was ich da schrieb und tat, aber es war politisch neutral, top-modern und es sparte wirklich jede Menge Schreib- und Rechenarbeit.

  

Mich hat das alles so dermaßen fasziniert, das Thema Computer hat mich seit dem nicht mehr los gelassen. Vor allem die praktische Anwendung, die Lösung von Problemen, die Abschaffung für mich stupider, langweilig erscheinender Aufgaben war mein Ding. Nicht so sehr das Programmieren, immer schon eher die Anwendung.

Und heute, 25 Jahre später hab ich immer noch fast jeden Tag mit Excel zu tun. Und auch heute begeistert mich die Anwendung von nun vernetzten, immer mobileren Computern, dem Internet und der sich dort etablierenden sozialen Netzwerke auf alle Bereiche unseres Lebens und unserer Arbeit.

So, die Zeit verfliegt, ich muss leider los, würde gerne noch ewig an der Geschichte feilen.

Aber mit einem traditionellen GutenMorgenBild ausm Kiez…

…wünsche ich allen ein wunderbares Wochenende!

Meine ganz eigene DNA Analyse…

Berlin, 7:22, Tag 144

Jetzt wieder im normalen shutter priority mode. Hab geträumt: und zwar gleich von ’ner Party. In einer Stadt im Morgengrauen, von Kanälen durchzogen, mit zwei unbekannten Freunden und inmitten einer Massen an anderen Feiernden unterwegs. Es kam zu einem spontanen Aufschrei aller, zu Panik, in einer Strasse eine Schlägerei, ich schau von schräg oben zu. Hab das iPhone umständlich von Foto auf Film umgestellt, das war wieder mal Geschichte Live: denn ein Hacker hat das Internet abgeschaltet, das gibt Unruhen in der ganzen Welt. Dann eine neue Szene: eine Terasse, am Wasser, die gleiche Stadt, alle sind müde vom Feiern, der Himmel wird heller, ich warte auf den Sonnenaufgang, an der rechten Seite ein enger Kanal, wie in einer U-Bahn nur mit Fluss drin, abschüssig, der führt in die Unterstadt. Nein, doch wieder zurück, ein grosser Sikorski dreht ab, ein Rettungsboot fischt einen betrunkenen Schwimmer aus dem Kanal, wir suchen uns einen Platz in einem der Cafés auf der Terasse, ich wache auf, es ist 5:05…

Heute mal zu einem weiteren Selbstversuch von mir.

23andMe hatte mir vorgestern schon mitgeteilt, dass meine DNA Probe verarbeitet ist. Hab zwei Tage gebraucht, eh ich entschieden habe, mir das anzuschauen. Wie soll ich mit den Ergebnisse umgehen, falls… ? Ach egal, dachte ich gestern Nacht und klickte mich durch.

Ich habe 197 „Verwandte“ gefunden, die dort auch registriert sind und mit mir zw. 0,1 und 0,24% der DNA gemeinsam haben – Hammer, oder?

Mütterlicherseits bin ich 100% Nordeuropäer (wie Marie Antoinette und Warren Buffet;). Das passt, zu den Geschichten meiner Oma aus ihrer Schulzeit…

Väterlicherseits bin ich voller Osteuropäer (wie Genghis Khan, Joseph Stalin;). Auch das passt – krass!

Und dann hier noch ein kurzer Auszug meiner verringerten Krankheitsrisiken, die erhöhten Risiken ignoriere ich bzw. ist es nicht so, dass ich jetzt mehr oder weniger Angst habe. Es ist nur wirklich sehr ungewohnt, selbst, allein Zugriff auf solche Informationen zu haben.

 

Es gibt auf 23andMe noch einen ganzen Haufen weiterer Analysen, Daten und Vergleiche und unglaublich umfangreich kommentiert, erläutert, erklärt. Ich habe über 30 Screenshots gemacht als Momentaufnahme der Website und meiner Daten darin.

Mindestens seit den CSI Serien wissen viele ja, wie wenig wirklich nötig ist, um eine DNA Probe von jemandem zu erlangen. Und nun weiss ich auch, bzw. kenn ich nun einen Auszug dessen, was alles mit einer DNA Probe von mir und Big Data in der Cloud angestellt werden kann. Und je mehr Daten erfasst sind, um so stärker und besser werden die Erkenntnisse wohl noch werden.

23andMe ist ein Beispiel dafür, dass auch diese Daten mir gehören können. Dass mit dem Internet und der damit verbundenen Entwicklung von Cloud Computing Technologien sowie die mit den Sozialen Netzwerken mögliche gewordene Crowd Sourcing es möglich machen, diese bisher nur Wisenschaftlern und Ärzten zugänglichen Datenbanken auch mir zu öffnen und mir zu erlauben, meine persönlichen Daten dort hoch zu laden und sie mit den Daten von anderen Menschen, die dies auch gemacht haben, vergleichen zu können.

Während ich das hier über meine DNA schreibe, denke ich wieder an meinen Wer baut endlich eine API für meine Supermarkt Artikel vom letzten September. Denn ich habe doch in meinem bisherigen Leben schon bestimmt fast 100 Blut- oder Urinproben abgegeben und in Laboren untersuchen lassen, der Arzt kreuzte dann immer an, was er wissen will. Er bekommt die Ergebnisse, die er mir dann beim nächsten Termin erklärt… nur ich hab keinen Zugriff darauf. Was schade ist! Es sind meine Daten. Ich habe das bezahlt über meine Krankenversicherung. Aber es gab in der Vergangenheit einfach keine Technologien, die es ermöglichen, diese Daten effektiv sammeln, auszuwerten, vergleichen zu können oder es war eben so teuer, dass dies nur grossen Institutionen und Staaten zur Verfügung stand. Dies ändert sich gerade!

Ein anderer Aspekt: jeder Mensch, der ernsthaft an etwas erkrankt, wird heute innerhalb kürzester Zeit zum Spezialisten für diese Krankheit oder er vertraut weiter Spezialisten, wenn er kein Internet hat. Aber endlich haben wir die Wahlmöglichkeit und sind nicht mehr den Göttern in Weiss alleine ausgeliefert… diese Entwicklung wird nicht aufzuhalten sein, denn jeder Mensch strebt nach nach Freiheit und Selbstbestimmung und weg von Abhängigkeit und Bevormundung/Dominanz. Mehr und mehr stellt das Internet Technologien und Dienste bereit, die es mehr und mehr Menschen ermöglichen, sich zu publizieren, zu informieren, zu bewahren, zu analysieren… wir sollten diese Entwicklung begrüßen und fördern, aber natürlich auch kritisch begleiten!

Ohne sie zu kennen, ohne wirklich zu wissen, was das überhaupt ist und wie es wirklich funktioniert, geht das aber nicht!

Was ist Eure Meinung dazu?

 

Super Simple…

Berlin, 7:24, Tag 143

Bin noch immer im burst mode! Das fing gestern nach der Landung an und hörte bis halb 12 nicht auf. Heute etwas Kopfschmerzen, kein Traum, aber voller Energie, Tatendrang…

Es gibt so viel, worüber ich schreiben müsste – in den hier möglichen langen Gedanken… ich habe noch 32 Minuten bis zum ersten Termin und damit fällt das sonst übliche mal schauen wohin es mich trägt heute leider weg.

Vielleicht fange ich rückwärts an, gestern scheint schon wieder so lange her:

Heute werde ich mich hier kurz mit gumroad.com beschäftigen müssen. Ich habe es erst heute morgen vor der Meditation entdeckt im Google+ Stream von Robert Scoble, d e m  Poweruser aus SF. Hier ein Screenshot der Homepage:

Dazu im About die API Dokumentation, schaut Euch auch die kleinen Details mal an… die URL’s, die Navigation, die Struktur, absolut faszinierend. Und dazu jetzt vielleicht das Video des 19-jährigen Gründers/Designers der Website?

Hier ist es:

Wer sich keine Zeit nimmt, sich das anzuschauen oder für die unter Euch, die an einem Arbeitsplatz in Deutschland sitzen, an dem es unschicklich oder gar nicht möglich ist, YouTube Videos anzuschauen, während auf dem Flatscreen in der Lobby Börsenkurse  oder das hauseigene Fernsehen laufen, also für diejenigen hier drei seiner Bemerkungen, die mir besonders aufhebenswert, beneidenswert, beachtenswert erscheinen…

(Habe ich Euch schon mal gesagt, dass ich es wirklich liebe, solche Sätze zu bauen und das der Grund ist, dass ich hier nicht englisch schreibe, ich liebe die Deutsche Sprache!)

Nun aber wirklich zu Sahil, das erste Zitat zum Verhältnis von Designer und Entwicklern in ihm selbst, etwas was mich die ganze Zeit meiner Karriere beschäftigt. Allerdings im  Zusammenhang mit Änderungen in schnell wachsenden Firmen:

I design and code, and I premarily design, and I code, just to design faster.

Das zweite ist darüber, wie er zu der Idee gekommen ist. Er erklärt, dass er eine Zeichnung von sich verkaufen wollte, an der 4 Stunden gesessen hatte, stolz drauf war… aber es war halt nur ein Stift.

I come up with these ideas, to solve small problems. I don’t really think about big problems.

It’s super simple, and I think, the best products are.

OK, Mist! Die Zeit ist um – deshalb nur noch schnell ein Bild, diesmal von gestern Mittag…

Wünsche einen grossartigen Tag!

Heute nur Fotos, also fast…

Istanbul, 7:30, Reisetag 142

Bin schon am Flughafen, hab geträumt, meine Sachen wurden ausgepackt, als wir ankamen, im Freien, bei noch Sonnenschein, nicht gut, nicht schlecht, nur komisch.

Hab beschlossen, heute gibt’s nur Fotos…  so! Als erstes die zerzauste Katze auf den Büchern in Ortaköy. Das ist ein Touristen Hotspot, aber nicht nur. Vor allem in dieser Jahreszeit sind auch viele Türken hier, wie zur Kurz- oder Naherholung, wie wir das früher nannten. Es gibt dort bestimmt 20 identisch aussehende Stände, die einer nebeneinander das Gleiche verkaufen: gebackene Kartoffeln mit DIY – Du suchst selbst 3 aus 20 Beilagen aus Kocherlebnis. Dahinter etwas versteckt sind fünf Stände Ramschantiquariat, die aufgrund einer Katzenfreundin von Stand Zwei ständig von zehn Streunern umlagert sind. Es sind so ca. 8 Grad in Istanbul und auch einzelne Sonnenstrahlen wärmen schon…

Ich laufe gerne von Gayrettepe nach Ortaköy, das dauert eine halbe Stunde und man kommt an seltsamsten Schaufenstern vorbei. Hier hat der Besitzer einfach aussen! seine Sammlung von Glühbirnenverpackungen ans Fenster geklebt. Sieht man nicht ganz so gut auf dem Bild, aber 3D Werbung ist voll der Hype in ganz Istanbul.

Nicht weit weg von der 3D Werbung ein toller beweglicher, bepflanzter Poller. Bestimmt das Mitbringsel eines Stahlflechters auf einer der unzähligen Baustellen in Istanbul: „Schatz, hast Du mir was mitgebracht?“ Ja, meine Süsse. Hier schau, dass habe ich vorhin in der Pause schnell geflochten und gegossen…“

Apropos Bausstelle, da hab ich noch ein Bild. Die Baustelle war komplett ungesichert, dem Bagger fehlte die Frontscheibe und tief unten in dem Loch arbeiteten drei Stahlflechter am Fundament… die Baggerschaufel dort, wird gerade zur Entwässerung der Baugrube benutzt: also, der Bagger taucht tief unten seine Schaufel in die größte Pfütze, sie läuft rand voll und balanciert sie ganz sanft, denn bei jedem Ruck platschen ca. 100l Dreckbrühe auf die drei Stahlflechter runter, zum Gulli auf der Hauptstrasse. Da es sich um einen Kettenbagger handelt und ca. 10m zwischen Pfütze in Grube und Gulli auf Hauptstrasse befinden, quitscht und knirscht und kleckert es ganz gewaltig auf historischem Plaster… ist doch irre, was alles in diesem Bild steckt, oder?

Und zum Schluss noch das letzte Morgenbild für eine sehr lange Woche.

Wünsche allen einen spannenden Mittwoch!

Über die Folge von Möglichkeiten…

Istanbul, 8:16, Tag 141

Wieder ein Traum in einer Gruppe geträumt mit viel Interaktion und Kommunikation, aber nichts erzählenswertes…

Gestern erst ein Magazin entdeckt und mich etwas eingelesen und dabei über den Begriff Öffentlichkeit gestolpert. Im  Mission Statement von The European steht so was drin: „Ehrliche Debatte braucht Öffentlichkeit. Das Internet als weltumspannender Marktplatz der Ideen und Innovationen hat wie kein anderes Medium zuvor eine solche Öffentlichkeit geschaffen.“

Nun schreibe ich hier auch in dieser Öffentlichkeit. Ich nutze die durch das Internet „geschaffenen“ Raum einfach und publiziere, veröffentliche meine Gedanken, meine Träume, manchmal auch meine Gefühle, viel mehr aber mache ich öffentlich meine Interessen und Fähigkeiten bekannt bzw. leichter auffindbar. Aber A fool with a tool is still a fool trifft auch hier zu, es fühlt sich immer neu an für mich. Irgendwie braucht es Übung, um mit einer solchen Öffentlichkeit überhaupt umgehen zu können.

Lange Zeit war es für mich so, als ob ich ein selbstgemaltes Schild in meinen Vorgarten stelle, welches von einer öffentlichen Strasse aus eingesehen werden kann. Auf der Strasse ist vielleicht viel los, aber nur sehr wenige schauen rüber. Das ist auch ganz gut so, man kann das Schild dann auch mal wegnehmen oder drei auf einmal hinstellen, oder drauf rum klecksen und nicht jeder Schreibfehler fällt auf. Ein paar Leute, vielleicht meine Nachbarn, Freunde, Kollegen und Bekannte aus dem gleichen Dorf, dem gleichen Kiez, die bemerken viele meiner Aktivitäten auf den Schildern in meinem Vorgarten aus den Augenwinkeln und manchmal sprechen sie darüber und mich sogar darauf an. Es gibt auch ein paar völlig Fremde, die auf der Durchreise, zufällig kurz anhalten und sich meine Schilder anschauen…

Ich hätte mir früher und auch heute natürlich nie die Mühe des Schilder malens im Vorgarten gemacht, aber dafür gebe ich mir auch hier jeden Tag Mühe. Überhaupt geben sehr viele Menschen sehr viel ihrer Energie für Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit aus. Es scheint ihnen wichtig, wie die anderen, wie die verschwommene, undefinierte Öffentlichkeit sie wahrnimmt.

Es gibt da ein Dorf in Brandenburg, da steht in fast jedem Fenster eine Orchidee. Alle scheinen dort Orchideen zu züchten und sie auszustellen, man sollte sich das mal anschauen. Aber ich erlebe dort das gleiche Phänomen, welches ich hier auch habe. Dabei hatten sie dort sogar mal Brecht und das Naturschutzgebiet Klobichsee (mit vielen einheimischen Orchideenarten, ahh!;). Aber die verfallenden Häuser in den Seitenstrassen verraten doch, dass es mit einer richtig grossen Öffentlichkeit in Buckow nicht weit her ist.

Vielleicht sehe ich das auch falsch, weil ich von den vielen Buckow Fans einfach nichts weiss, sie nicht sehe, keinen davon kenne, bin ja auch  kein Brecht-, Orchideen- oder Brandenburg Fan. Aber mein Punkt ist der, dass jetzt mit dem Internet ein weiteres Kommunikationsmedium für die Öffentlichkeit entstanden ist, denn Buckow hat keinen Flughafen, keine Umgehungsstrasse, keinen Autobahnanschluss, vielleicht noch nen Bahnhof von früher. Eigentlich kann die Öffentlichkeit gar nicht nach Buckow kommen, es sei denn es gibt dramatisch besseren Content als Brecht, Orchideen oder ein Moor. Vielleicht würde mit einem ein Promi oder einer die Orchideen bedrohenden Blattlausinvasion, die Öffentlichkeit mal einen Augenblick lang Buckows gewahr werden, aber dann doch gleich weiter ziehen. Ich könnte mir noch vorstellen, dass einmal im Jahr eine RBB Reporterin nachschaut, ob man mal wieder was in Buckow machen sollte – also auch wenn nichts los ist, weil Buckow beim Öffentlichen Rundfunk in einer Wiedervorlagemappe liegt.

Naja, eigentlich wollte ich am Anfang dieses Artikels noch etwas zu Masse und Momentum erzählen… Jetzt hat mich die Metapher, die Analogie davon getragen… war aber auch zu schön! Drüben bei Instagram, da erlebe ich eine etwas andere Öffentlichkeit und zwar nicht nicht die schweigsam, ignorierende. Dort folgen meinen Fotos tatsächlich knapp über 28.000 Menschen – was ca. 18 x mehr Menschen sind, als in Buckow überhaupt wohnen! Und da erlebe ich erstmals so etwas wie eine anonyme Öffentlichkeit, so wie die oben im The European erwähnte: mir völlig unbekannte Menschen kommentieren die Bilder aus meinem Leben, nehmen Anteil: werfen mir ständig Zettel über den Zaun, auf denen dann Kommentare zum Motiv und zur Qualität meines Schildes in meinem Vorgarten oder auch Fragen zum warum und wie und ganz selten sogar schon trollige Sachen stehen.

Und ich merke, wie neu immer wieder das Gefühl dieser Art von Öffentlichkeit für mich ist! Achwas, meist verdränge und vergesse ich es, so wie fast alle wohl die Öffentlichkeit ihres Vorgartens verdrängen und vergessen. Wohl einfach weil es nichts mit mir zu tun hat, sondern nur eine Folge der Möglichkeiten ist.

Wünschen einen tollen Nachmittag! 😉

Warum ich weiss, was Satori Chan heisst…

Istanbul, 7:30, Tag 140

Meine Tochter hat heute von kleinen Wölfen und bösen, großen Affen geträumt. Mir hat im Traum jemand die ideale EC-Karte für Istanbul verkaufen wollen, es war eine Postbeamtin, konnte sie erfreuen mit der Tatsache, dass ich die Sparcard 3000 schon benutze und habe ihr flüssig deren Features aufgezählt, was sie sehr erfreute und beschämte. Sie hatte die Argumente nur auswendig gelernt, ich sie selbst erfahren. Komischer Traum, nicht wirklich beeindruckend oder intensiv, eher so dahin plätschernd. Bin heute ruhig und zufrieden aufgewacht… das ist nicht immer so!

heisst Zen oder Chan

und ist eine Form des Mahayana Buddhismus und bedeutet im eigentlichen Wortsinn „Meditation“, also Stille und Konzentration.

悟りheisst Satori oder Erleuchtung

und bedeutet im eigentlichen Wortsinn „verstehen“.

Hier hatte ich schon mal über den Insight Timer berichtet, eine Anwendung mit der man Klangfolgen für Meditationssitzungen erzeugen und speichern kann, sowie die Dauer der Meditationen in einem Log speichern und sogar in Facebook, Twitter teilen und als einfache Grafiken im Telefon anzeigen lassen kann. Es gibt sogar eine Android Version, aber alles macht irgendwie einen halb fertigen Eindruck und die Macher scheinen einen rein funktionalen Fokus zu haben. Anders ausgedrückt: mir gefällt die Idee der App sehr!

Ich habe mir das Thema in den letzten Wochen ausgeguckt, um daran – wie in einem Sandkasten – probieren und spielen zu können, wie viel einfacher oder schwerer es geworden ist, mit den ach so tollen und neuen Technologien etwas fertig zu bekommen. Mein Verdacht ist, dass natürlich der Teufel immer noch im Detail steckt und das „A fool with a tool is still a fool“, es also immer noch nicht auf das Tool, das Framwork, die Sprache oder Library ankommt. Es kommt immer darauf an, die richtigen Menschen zu finden oder zusammen zu bringen, die etwas fertig stellen können. Die Ami’s sagen dazu vielleicht Execution/Ausführung, aber das ist mir zu reduziert, denn es gibt Leute die excellent ausführen können und doch nichts fertig bekommen.

Was ich meine, ist die besondere Fähigkeit an einer Idee dran zu bleiben und sie bis zum Ende – also zu einem Stadium zu führen, in der andere Menschen den Sinn der Lösung sofort und einfach kapieren können und sie intuitiv benutzen können.

Dabei ist u.a. entscheidend, eine Idee so aus Anforderungen, Wünschen und Möglichkeiten zu extrahieren und zu formulieren, dass sie als Ausrichtung, als Ziel dienen kann, um allein oder zusammen etwas zu verändern, zu schaffen, zu bauen. Wenn ich das hier so hin schreibe, dann merke ich, dass das ja genau das ist, was ich seit Jahren als meinen Beruf bezeichne: das Anschieben, das Initiieren und das Begleiten des Entstehens von Problemlösungen mittels der Informations Technologie. Und das ist ein unendlich komplexer Vorgang, der nur sehr selten mit einem „Fertig, wir haben es geschafft.“ belohnt wird. Vor allem nicht, wenn man damit sein Lebensunterhalt verdienen möchte und das im Auftrag dritter, also von Kunden macht.

Zwar gibt es jede Menge künstlicher Erfolge, wie das Einhalten von Terminen, die man vor ein paar Wochen, Monaten und Jahren mal so erraten, ähm vorgegeben, hat. Oder das Einhalten von Budgets, also dem Vergleichen von Zahlen in unterschiedlichen Listen. Oder auch der Fertigstellung von Teilergebnissen: einer Spezifikation, eines Angebotes, einer Präsentation, einer Iteration, eines Paketes, eines ToDos… ja es ist wunderbar, wenn alles wie am Schnürchen, wie geplant funktioniert. All diese Erfolge sagen nichts darüber aus, was die wirkliche Veränderung, was das wirkliche Ergebnis ist.

Und beim Spielen im Sandkasten mit der Idee eines Meditionstimers für das Sammeln und Teilen von Minuten, lass ich den Kunden und Geld als Quelle der Motivation und für die Definition von Erfolg einfach weg. Und sofort passieren lustige, spannende Dinge. Als erstes hat Brent einen Namen und einen Stil gefunden, mein Insight Timer würde also Satorichan heissen. Dann war ja niemand da, der eine Spezifikation beauftragt, abnimmt und dann die Teilrechnung frei zeichnet. „Internes“ Projekt, heisst solche Arbeit bei uns, denn sie haben keinen klassischen Kunden, aber sie haben jemanden der den Wunsch danach und auch das Geld dazu hat, nämlich wir selbst. Ich überlege und erfasse den Wert einer Spezifikation doch völlig anders, wenn kein Kunde da ist, dem ich sie zuvor verkauft habe! Wenn ich mir klar mache, dass wir das nur für uns, allein für das Projekt, das Produkt gemacht haben…

In relativer Stille und Konzentration mein Verständnis zu vertiefen, das ist mein Ziel! Stille ist Reduktion und Konzentration ermöglicht das Erkennen des Wesens. Denn die Konzentration auf das Wesentliche erlaubt uns manchmal einen kurzen Blick auf das eigentlich Neue, auf das authentische Original. Das wir nicht finden werden, wenn wir an Werteverwertung, Standardisierung und den Kommerz denken.

Denn dann würde jeder Starkoch ja nur noch Tütensuppe kochen, sagt Gunter Dueck in seiner aktuellen Kolumne und

Ökonomie soll eigentlich mit Ressourcen und Anstrengungen effizient umgehen, aber sie erzieht oder zwingt uns, die Ressourcen effizient und anstrengungslos zu verbrauchen… das muss Ökopathie sein.

Und da er diese Kolumnen übrigens gerade in einem Buch kommerzialisiert, verabschiede ich mich erst mal in den Montag und damit in die neue Woche…

…und wünsche allen ganz viel Erfolg! 😉