Über die Aufhebung der Dualität…

Istanbul, 8:19, Tag 134

Hab geträumt, es aber vergessen… schon beim Aufwachen durch Trippelschritte: Paaapiii, ich muss pullern. Dann wenig später: Papiiii, darf ich kuscheln kommen? Und das halb 6, da waren die Träume weg. 😉

Fühle grade Abstand hier in Istanbul… hab kaum Meetings, kaum Anrufe, eine andere Routine mit meiner Familie, und nur das Internet. Bin so viel mehr allein und dann ja doch nicht. Zurück in Berlin dreht sich alles um Begegnung und Dynamik, die Prozesse und immer ein Gefühl, nicht genug Zeit zu haben für die Dinge, die zu tun sind zwischen den Begegnungen.  Hier in Istanbul dreht sich alles um Ideen, Themen und Strukturen und auch immer ein Gefühl, nicht genug Kraft zu haben, für all die Dinge, die zu tun sind bis der Tag vorüber ist.

Der Wechsel zwischen zwei vertrauten Orten macht die Unterschiede sichtbar, lenkt meine Aufmerksamkeit auf immer andere Dinge und schafft mehr Abstand zu mir selbst.

Gestern war ein Tag der grossen Ideen, der erste Arbeitstag nach einem zu kurzen, fast freien Sonntag. Ich erlebe immer mal  wieder eine ganz grosse Begeisterung für einzelne Ideen oder Erkenntnisse, wie eine Entdeckung oder ob ich die eine Kraftquelle endlich gefunden habe. Grosse Begeisterung wird meist dadurch ausgelöst, dass ich Zusammenhänge zwischen Dingen sehe, die ich vorher nicht gesehen habe, obwohl ich mich seit langem mit diesen Dingen intensiv beschäftige.

Hier kann ich diese Ideen nicht gleich ausplaudern, diskutieren und somit ausprobieren: ich will grad nicht telefonieren, skypen, oder rumhängen – sondern viel mehr twittern, chatten, kommentieren, schreiben, aufnehmen, zeichnen und mach das auch. Kommunikation mit dem Schutzmantel der Asynchronizität, der Verfügbarkeit der Löschtaste, der Unterstützung des ’nach dem Schreiben doch nicht abschicken‘ könnens. Es ist mehr Zeit da für die Entwicklung der Idee, des Zusammenhangs und zwar soviel Zeit, wie sie Energie produziert…

Zwischen dem Arbeiten an der Idee, also an den paar Ideen, die mich wirklich stark begeistern, nehme ich mir immer wieder kleine und grosse andere Themen vor und bau wieder ein Stück daran rum, lese dort einen Abschnitt, beantworte da eine Mail, vereinbare dann einen Termin. Und suche immer nach der Verbindung zur grossen Idee.

Gestern ist mir klar geworden, wie eng verzahnt unser Recherche Client und unsere Datenlieferungen mit unseren Cloud und Crowd Sourcing Ideen sind. Es geht um die gleiche Sache, das gleiche Arbeitsfeld, das gleiche Kundenumfeld, die gleichen Probleme… die Technologien haben sich weiter entwickelt und so die Menschen auch.

Schon vor 19 Jahren ist die Grundidee, das Grundkonzept, die Basisarchitektur unseres Patent Informations Services unter dem Namen DEPAROM entstanden, vermutlich basierend auf vielen langen Jahren der Beschäftigung mit der Erfassung von Patentinformationen für die Grossrechner der damaligen Zeit. Und nun die Erkenntnis, dass unser Social Patent Network „nur“ die logische Fortsetzung, „einfach“ die natürliche Weiterentwicklung, „vielleicht“ sogar die nächste Evolutionsstufe dieser Grundidee sei.

Das hat mich gestern getroffen wie ein Blitz, nach meiner Absage an unser wöchentlichen JF, kurz nach dem Lesen des Protokolls, nachdem ich mich in erste, zweite und dritte Teile einer grossen Ausschreibung eingelesen habe und mitten in einer Mail an einen Kollegen über unsere Wettbewerber, ausgelöst von dem emotionalen Streitgespräch letzten Freitag, vermutlich begünstigt durch mein aktuelles Umfeld…

…konnte sich diese Idee des eins seins manifestieren, und hat dann ausreichend Platz und Zeit bekommen, um haften zu bleiben: alles gehört unmittelbar zusammen, es gibt keinen wirklichen, realen Unterschied, keine Abgrenzung zwischen alter und neuer Idee, altem oder neuem Produkt oder altem oder neuem Service, die Übergänge sind fliessend.

Und ob dabei wirklich neue Stufen in der Evolution erreicht werden, stellen doch immer nur andere und auch erst im Rückblick fest. Es liegt wohl einfach nur daran, dass ich meine Profession auch als meine Passion und sogar als Mission empfinde… morgen werde ich das Gegenteil behaupten und auch recht damit haben. Die Dualität ist überwunden! In ultrakurzen Momenten zumindest… manchmal! 😉

Wünsche allen breit grinsend besonders ♥lich einen begeisternden Dienstag!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s