Lose Gedanken über Marketing…

marketing soll sein: transparente quelle für inspiration und des lernens, es lässt uns einander zuschauen beim benutzen der bank, der firma, der software, des produktes, des services….

marketing wird so sein, dass man bekannten, die einem etwas empfehlen beim benutzen desselben zuschauen kann, deren profil überprüfen un dabei feststellen kann, ob sie wirklich experten für das thema sind, man kann dann fühlen, ob sie authentisch sind.

marketing erfolgt in wellen, wie memes, die durch das internet wie dna geistern, sich fortsetzen, ständig mutieren, sich verteilen und teilen.

das wissen über gute lösungen zu gemeinsamen problemen wird immer größer. wir finden heute einfacher die anderen, die das gleiche problem haben. wir googlen sie, wir fragen unser netzwerk danach, wir suchen die öffentlichen informationen der freunde unserer freunde unserer freunde ab.

wir sind alle über 4,74 ecken miteinander verbunden, hat facebook für 2011 herausgefunden. das ist erschreckend wenig, das heisst doch: dass ein freund von mir einen freund hat, der wiederum einen freund hat, der jemanden kennt, der mit dem präsidenten der usa befreundet ist. und das im statistischen mittel, es kann also sein, dasss ihn ein freund kennt oder ich auch über 6 ecken, keine verbindung zu ihm finden kann.
das trifft auch auf probleme oder lösungen zu. wenn irgend jemand auf der welt das problem schon mal hatte, vor dem ich grade stehe, dann sind wir nur 4,74 hops von demjenigen entfernt.

ich sehe nur, dass wir entscheidungen wohl leichter, beruhigter, entspannter treffen, wenn wir mit dem strom schwimmen, wenn wir nichts neues, revolutionäres, noch nie dagewesenens tun, sondern einfach das, was mir ein freund empfohlen hat, was ihm auch geholfen hat, ihn irgendwie reich, berühmt oder zumindest einen moment lang glücklich gemacht hat.

aber wir passen auf, wenn wir uns in unbekannte gewässer begeben, wenn wir neues ausprobieren. wir schalten die aufmerksamkeitskamera an, passen besonders gut auf, sind ganz vorsichtig, dokumentieren alles, prägen uns alles besonders gut ein. und vor allem: wir erzählen dann den anderen von unseren abenteuern. wir zeigen die bilder, drucken sie aus, halten vorträge, schreiben bücher, werden geehrt, gefilmt, verfilmt, damit auch alle davon erfahren, von unserem glück, unserem unglück, der schläue oder dummheit, und eigentlich nur um zu wissen, wie wir uns entschieden haben. um es anderen zu ermöglichen, auch entscheiden zu können, ob sie das risiko eingehen wollen. die anderen können so sehen, wie es ausgegangen ist, auf der timeline vor und zurück spulen und auf ein scheinbar objektives gedächtnis zurück greifen.

ein gedächtnis, in denen alle noch so kleinen details abgelegt sind, denn irgend etwas war ganz sicher von bedeutung, ja entscheidender bedeutung.

mich interessiert wirklich, wie bekannte und freunde, die ich für bestimmtes verhalten bewundere oder auch nur einfach kenne, manche dinge in echt tun, die ich auch tue oder tun will: der hat einen job und so viel geld, wie ich auch gern hätte, wie überweist der sein eigentlich sein geld, welche musik hört der eigentlich, welche kreditkarten hat er, und wo kauft der online ein, ach der kauft gar nicht online ein, der geht in die mall, usw.

und genauso dieses erlebnis wird marketing in der zukunft leisten, genau so wird uns gutes marketing in der zukunft erreichen. es geht darum, glaubhaft transparenz zu erzeugen. und wirklich gutes marketing ist schon heute genau so, es kommt uns nur nicht als marketing vor oder hat vermutlich nicht diese bezeichnung.

ich sehe schon skandale, die vielleicht dazu führen werden, dass doch mehr menschen ehrlich bei werbung für produkte sind und nur für dinge werben, die sie auch wirklich selbst benutzen oder zumindest mal benutzen wollen. das machen die amis vor, sie stellen blogger an, bezahlen sie, damit sie weiter über das bloggen, was sie interessiert, was sie benutzen, toll finden und machen damit indirekt ein unglaublich authentisches marketing für ihre firma und deren produkte. aber sie machen uns auch das genaue gegenteil dessen vor, mit affiliate netzen, seo und allen anderen irgendwie (google) adwords basierten formen der algorithmischen werbung im netz.

dabei werden negativ effekte genauso berücksichtigt werden, denn auch wenn negativ über themen, lösungen, produkte gesprochen wird – werde die beiträge mit den positiven berichten schneller gefunden werden. vor allem natürlich im vergleich zu produkten, über die gar nicht oder nur positiv gesprochen wird. alle skandale lohnen sich von diesem standpunkt aus, weil es schnell und einfach aufmerksamkeit für das produkt, das thema erzeugt.

genauso wird es mit produkten sein, mit dingen, die wir kaufen und dann verbrauchen oder benutzen, aber auch mit diejenigen, die wir in der firma einsetzen, die wir im büro auf unserem computer benutzen, um bestimmte probleme zu lösen. egal, ob positiv oder negativ, die reale erfahrung zählt mehr und mehr.

wir gehen auf konferenzen von menschen, die vermutlich das gleiche oder ähnliche problem haben und hören denjenigen zu, die dafür lösungen versprechen. wenn wir glück haben, dann können wir dort andere finden, die diese lösungen bereits ausprobiert haben und von ihren erfahrungen mit dem produkt berichten. und es wird immer jemand geben, die irgend etwas zum ersten mal oder anders macht. genau die werden wir immer leichter finden können.

ich möchte sehen können, wie andere menschen in meiner situation in der vergangenheit gehandelt haben, als sie das produkt noch nicht hatte, als sie es dann hatten und auch nachdem sie es eine weile benutzt haben.

denn wenn ich das wüsste, dann könnte ich einen unterschied erzeugen.

ich würde ja eher etwas anders machen können als meine vorgänger, und zwar viel eher. und je besser ich die anderen finden kann, desto besser kann ich mich vergleichen. je mehr daten ich zur verfügung habe, um so interessanter wird das experiment für mich. dann kann ich immer mehr unterschiede (=unsicherheiten) ausschliessen, die nicht überein gestimmt haben. ich kann das risiko des unbekannten minimieren, länger leben, mehr tun…

unsere gesellschaft strebt genau deshalb immer zu einer höhere transparenz, zu einer anderen „privatsphäre“ hin.

jeder mensch geht heute schon jeden moment einen handel ein: wieviel von mir will ich in der situation preisgeben, wieviel von meinem geld, von meinem wissen, von meiner aufmerksamkeit, von meinen daten, um das gewünschte zu bekommen?

wieviel muss ich geben, um einen schritt weiter gehen zu können? wenn ich doch endlich die anderen finden kann, die jetzt grade, gestern, letzte woche, letztes jahr oder letztes jahrzehnt das gleiche problem hatten, wie ich?

ich müsste mindestens folgende information bekannt geben:

ich! suche! dich!

also selbst findbar machen, dass ich dieses spezifische problem habe. und je spezifischer ich das problem beschreibe, um so wahrscheinlicher finde ich den richtigen menschen oder die richtigen finden mich.
voraussetzung dafür ist, das jemand anders das auch so gemacht hat in der vergangenheit und sich ebenso vernetzt hat und aufgeschrieben hat oder auf meine frage reagiert, wie er denn das problem gelöst hat.

je länger man also einheitliche suchanfragen und die suchen, mit den ergebnissen der suche verknüpft, um so schlauer werden wir alle. und das ist beleibe keine neue erkenntnis oder revolution! vor allem nicht für bibliothekare, lehrer, spezialisten… aber

mit den heute verfügbaren tools führt das dazu, dass uns zB googles suchmaschine relevantes in etwa so definiert: andere, die nach diesem wort gesucht haben, haben am häufigsten auf folgendes geklickt und sind danach am seltensten zurück gekommen.

einfach weil sie diese information messen, speichern und auswerten (=lernen) können. google kann so statistisch nachweisen, dass ein zusammenhang besteht zwischen der zeit die zwischen dem klick auf das suchergebnis und der erneuten suche nach diesem wort besteht. je länger diese zeitspanne ist, je zufriedener war der benutzer der suchmaschine.

wenn man diese daten nun noch verknüpfen könnte mit dem lebenslauf, mit der ausbildung, mit dem alter, der firma, der größe der firma, der anzahl der kinder, eben mit beliebigen faktoren, von denen ich(!) denke, dass sie relevant sein könnten, dass sie die lösung sind, die lücke, der zusammenhang, den bisher noch niemand gesehen hat?

gute entscheidungen würden sich schneller weiter verbreiten, besonders gut verbreiten sich natürlich einfache probleme und die lösungen, die sich leicht erzählen lassen, die sich einfach teilen lassen, weil und jetzt tausend gründe: w-lan verfügbar war, und bloggen ging, flickr erfunden war in das die die leute kostenlos bilder laden können u.u.u.

aber auch diese aufmerksamkeit, der aufwand der betrieben wird, um entscheidungen abzusichern, ist begrenzt. je effizienter die daten, entscheidungen, das wissen ist, um so bessere entscheidungen können wir alle treffen und so schneller entwickeln wir uns weiter.

wir alle treffen jeden tag, tausende und abertausende winzig kleine einzelentscheidungen, die sich zu unserem leben summieren. dabei investieren wir unsere zeit, unsere aufmerksamkeit in dinge, die uns nützen, um weiterleben zu können.

dass wir versuchen zu erinnern, wie wir oder zu erfahren wie andere das schon mal gemacht haben, ist damit ein grundbedürfnis. von dieser leistung hängt weitestgehend der erfolg unseres eigenen überlebens ab.

wir versuchen immer, uns zu vergleichen, uns unserer identität durch vergleich zu vergewissern… ja, wir sind der herr, (im vergleich) mittleren alters, mit dem (im vergleich) etwas längeren haar und dem (im vergleich) unkonventionellen auftreten. aber nur wenn der meme stark genug ist, dann wird er weiter erzählt: dieser herr hat folgende entscheidung getroffen, als er heute morgen in der von mir beschrieben situation was, er hat – vielleicht unbewusst – folgendes produkt benutzt, gekauft, beantragt, installiert, gelöscht, folgendes getippt, die maus dort oder dahin bewegt, dies oder jenes davor oder danach gegessen hat.

und diese information, wird nur dann weiter getragen, wenn der impact, die auswirkung, die wir dem ereignis, der erkennnis zuschreiben viel grösser ist, als der aufwand zur verbreitung selbst. je kleiner das ereignis, je kleiner der aufwand, um so unwahrscheinlicher ist es, dass diese situation, davor dieses ereignis in seinen zusammenhängen dokumentiert ist. aber je größer die auswirkungen, umso mehr hilfen, ratgeber, investitionen in die weiterverbreitung der information gibt es bereits.

durch das internt, durch cloudcomputing und die immer weiter gehende sozialisierung der anwendungen erfolgt eine starke ausdehnung der verfügbaren informationmenge zu einer stark wachsenden anzahl von ereignissen, die bisher gar nicht oder nur zufällig dokumentiert worden sind, weil die dokumentation dieses wissens bisher keine lebensgrundlage bot.

tl;dr

die zunehmende vernetzung und verdatung ermöglicht ein verändertes, authentisches marketing auf basis tatsächlicher handlungen bekannter.

2 thoughts on “Lose Gedanken über Marketing…

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