Über das DDR Futterbewertungssystem…

Berlin, 9:10, Tag 145

War viel wach heute Nacht, habe geträumt, aber alles beim Duschen vergessen. Heute schreibe ich etwas später, bin heute morgen zum ganz ruhigen Wochenend Lesen, -schreiben und -arbeiten ins Cafe gekommen und mit mir kam Richard, der Möbeltischler an, wenig später auch noch Klaus, ein ganz langjähriger Freund und wir unterhielten uns über das Startgeräusch des DC 180, über Porsche Traktoren im Westen und Russen Traktoren im Osten, über Mistfahren, traditionelle Landwirtschaft, Do-Nothing-Farming, das Ende der Globalisierung, die Überlegenheit von Netzwerken gegenüber klassischen Organisationsformen und über die Überwindung des dualistischen Denkens… dann ging Richard und es kam G. mit seinem Sohne im Tragetuch und wir landeten nach kurzem Warmup und einer vermutl. völlig am Thema vorbei gehenden Diskussion über Self-Enhancement vs. Self-Verification beim neuesten Stand unserer KPI Excels von empty sea.

So was ist mir ja eigentlich schon immer viel zu viel, ich bin kein Morgenmensch, deshalb stehe ich ja so zeitig auf, damit ich in den ersten Stunden des Tages niemandem über den Weg laufen muss. Ich glaub, ich muss das Cafe wechseln, Ruhe ist was anderes.

Hab jetzt noch eine Stunde, bis ich zu meinem (Kommunikations/-Präsentations-Trainer) Training darf… mhhh, ach dann fang ich doch mal an, die kleine Geschichte von früher zu erzählen.

Als ich grade 16 geworden bin, ist meinem Vater auf der Transitautobahn eine Kiste mit einem Schneider PC1640 des Klassenfeindes vor den Lada gefallen, der einen Platz in der LPG unseres Dorfes erhielt. Es sind zwei Jahre bis zum Zusammenbruch der DDR und wir nutzen diese einmalige Chance, uns einen Vorsprung zu verschaffen.

Mein Vater schnappte sich DBase und erfasste alle Kühe und auch alle Mitarbeiter der Kolchose. Ich fand SuperCalc besser und löste später Teile des 328 Seiten starken Tabellenwerkes des DDR Futterbewertungssystems ab.

  

Im Rahmen meiner Ausbildung zum Facharbeiter für Tierproduktion, Spezialisierungsrichtung Rinderzucht mit Abitur (hiess wirklich so!) hatte ich damit das Thema meiner Abschlussarbeit gefunden. Niemand verstand, was ich da schrieb und tat, aber es war politisch neutral, top-modern und es sparte wirklich jede Menge Schreib- und Rechenarbeit.

  

Mich hat das alles so dermaßen fasziniert, das Thema Computer hat mich seit dem nicht mehr los gelassen. Vor allem die praktische Anwendung, die Lösung von Problemen, die Abschaffung für mich stupider, langweilig erscheinender Aufgaben war mein Ding. Nicht so sehr das Programmieren, immer schon eher die Anwendung.

Und heute, 25 Jahre später hab ich immer noch fast jeden Tag mit Excel zu tun. Und auch heute begeistert mich die Anwendung von nun vernetzten, immer mobileren Computern, dem Internet und der sich dort etablierenden sozialen Netzwerke auf alle Bereiche unseres Lebens und unserer Arbeit.

So, die Zeit verfliegt, ich muss leider los, würde gerne noch ewig an der Geschichte feilen.

Aber mit einem traditionellen GutenMorgenBild ausm Kiez…

…wünsche ich allen ein wunderbares Wochenende!

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