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Es gibt die eine Millisekunde, in der eine Entscheidung möglich ist…

Berlin, 8:58, Tag 146

Auch heute wieder geträumt, ein kurzer Party Traum in Eiseskälte, alles war eingefroren, wir froren, wir liefen über Eis herum, ich unterhielt mich kurz mal hier und dort, viele Details sind schon vergessen, aber es war ein intensiver Traum. Eine Sequenz  mit S. ist noch etwas da, es geht um die Gründung eines Startups: wer nichts einbringt, darf nicht mitmachen, habe ich jemandem gesagt, der gar nicht mitmachen wollte.

Das Training erfordert viel Aufmerksamkeit, erzeugt viel Spannung, beschäftigt meinen Geist, regt meine Phantasie an. Es gibt eine extrem viel Input vom Trainer und auch von und mit den anderen. Während der Morgenmeditation, die ich seit ein paar Wochen ab und zu auf – für mich und meinen Alltag extreme – 50min ausdehne, kommen zu Beginn ganz viele Ideen zur Verbesserung der Dramaturgie, des Scriptes meiner Präsentationen. Als ob mein Unterbewusstsein Antworten sucht und gibt.

Beim Sitzen erlebt man direkten Zugang zu seinem Unterbewusstsein. Ich schliesse die Augen, zähle meinen Atem. Dabei achte ich auf das Atmen selbst. Es beginnt an der Nasenspitze, die klitzekleinen Sensorhaare dort registrieren als erstes die Luftbewegung meines Einatmens. Das ist der Beginn einer fast unendlichen Tiefe von Achtsamkeit, von Aufmerksamkeit und ständigem Fragen Und dann…, und dann…, und dann… wie bei einem Fractal öffnet sich in jedem betrachteten Detail eine komplett neue Welt.

Plötzlich tauchen zwischen oder neben all diesen Wahrnehmungen Gedanken auf. Manchmal verschwinden sie noch während des gleichen Atemzuges wieder und manchmal bleiben sie und verschieben das Atmen wieder ins Unbewusste.

Das nächste sind Impulse, als ob mein Wille – eine andere Ebene des Bewusstseins – sich meldet: der Impuls die Augen zu öffnen oder wenn ich mit offenem Augen meditiere, sie zu schliessen, sie zu bewegen, mich zu bewegen, auf zu stehen, die Zeit zu kontrollieren. Wenn ich in dem Thema bleibe, dann entstehen Impulse, die Aufgaben erledigen zu wollen, etwas aufschreiben zu wollen, etwas bestimmtes sagen, mailen zu wollen. Selten gebe ich Impulsen nach, selten unterbreche ich mein Sitzen, um Stichworte zu notieren… meist bleibe ich sitzen.

Es gibt die eine Millisekunde, in der eine Entscheidung möglich ist. Und das ist eine der ganz grossen Erfahrungen meiner Meditationspraxis: die Erkenntnis, dass egal wie stark der Impuls, die Entschlossenheit auch ist, egal wie stark das auftauchende Gefühl von was auch immer dabei ist, wenn ich Sitzen bleibe, mich nicht bewege, dann kann ich meine Aufmerksamkeit zurück auf den Atem lenken: wieder zurück finden zum Atem, zum Beginn, zum Zählen, zum Ein- und Ausatmen, wieder spüren, dass ich doch nur sitze, nur atme…

Und mit einer neu entdeckten Spiegelung verabschiede ich mich nun in den Sonntag!

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