Es geht ums Tun und nicht ums Siegen…

Berlin, 7.15, Tag 151

Heute habe ich 12h geschlafen und die Erkältung ist am Abklingen… ich habe schön geträumt, bin ab und zu mal wach gewesen, alles ganz friedlich.

Bin mit einem Buch eingeschlafen. An Christa gehe ich schon seit Jahren lächelnd grüssend jeden Tag vorbei. Vor vier Wochen bin ich mal in ihr Büro und hab ihr einfach so die Hand geschüttelt und gefragt wie es geht, statt nur vorbei zu laufen. Am Montag dann, bin ich wieder in ihren Laden. Ich dachte mir, ich könnte schnell mein Lieblings Bernie Glassman Buch mit nehmen, welches ich nicht mehr finde. Vermutlich habe ich es verschenkt. Statt meines Buches bekam ich ein anderes, das Christa selbst herausgegeben hat: Bernhard Glassman und Konstantin Weckers Es geht ums Tun und nicht ums Siegen.

Schon die ersten paar Seiten der Einleitung und haben mich umgehauen: das laute Mantra der beiden…  soziales Engagement und Spiritualität bedingen einander, sozial engangiertes Handeln bringt die Liebe in uns hervor. Und hier einfach selbst abgetippt, ein Lied von Konstantin Wecker:

zärtlichkeit und wut

mit dem alter under plage
stellt sich irgendwann die frage:
ist es besser zu erkalten
und lässt alles schön beim alten?

soll man sich die wunden lecken,
legt sich in gemachte betten,
statt die kissen mit gefühlen
alten trotzes aufzuwühlen?

oder kann man immer weiter
wachsam sein und dennoch heiter?
soll man weiter revoluzzen
oder doch laternen putzen?

kann man wütend sein und weise,
laut sein und im lauten leise,
macht gerechter zorn nicht müde,
ist vielleicht nur attitüde?

eines fügt sich doch zum anderen,
nichts besteht für sich allein..
flüsse, die getrennt mäandern,
leiben sich dem meere ein.

gut poliert erscheint das schlechte
oft in einem strahlenkranz-
sei ein heiliger und sünder,
gib dir alles! werde ganz!

hab mich niemals an gesetze,
dogmen oder glaubenssätze,
führer, höhere gewalten
ohne widerspruch gehalten.

und mich führn auf meiner reise
zum verstehen viele gleise.
zwischen zärtlichkeit und wut
tut das leben richtig gut.

menschen müssen sich verändern,
um sich selber treu zu sein.
nur das wechseln von gewändern
kann kein wahrer wandel sein.

mancher sagt, nur meditieren,
essen, was zu boden fiel,
sich im ganzen zu verlieren,
sei das wahre lebensziel.

andre ritzen ihren armen
hass und rache blutig ein.
sie sind viel zu schwer verwundet,
um im herzen ganz zu sein.

andre wiederum marschieren,
fahnen werden stolz gehisst.
und auch sie werden verlieren,
weil kein sieg beständig ist.

eines fügt sich doch zum anderen,
nichts besteht für sich allein.
flüsse, die getrennt mäandern,
leiben sich dem meere ein.

gut poliert erscheint das schlechte
oft in einem strahlenkranz-
sei ein heiliger und sünder,
gib dir alles! werde ganz!

hoch gestiegen, tief gefallen,
zwischen geistesblitz und lallen
bin ich auf dem weg zum lieben
meinem innern treu geblieben.

denn mich führn auf meiner reise
zum verstehen viele gleise.
zwischen zärtlichkeit und wut
fasse ich zum leben mut.

2 thoughts on “Es geht ums Tun und nicht ums Siegen…

  1. Klasse, dass dir das Buch einen guten Schlaf und schöne Träume bereitet hat – das ist ein wirkliches Gütesiegel! Hab ein schönes Wochenende und klopf bald mal wieder an die Scheibe 😉

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