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Nur ein einziger Moment…

Istanbul, 7:52, Tag 155

Wovon habe ich geträumt? Ich lag gefühlt die halbe Nacht wach, das erste mal so gegen drei… Aleyna kommt angekrümelt. Danach schrecke ich ab und zu hoch, wenn ein Ellenbogen, eine Handkante oder auch ein zu kurzes Knie andeuten, dass unser 1,60er Bett nur für zwei gedacht ist. Um halb 6 flüchte ich ins Wohnzimmer. Keine 10m später steht Aleyna vor mir, zeigt mit ihren Fingern auf ihre Augen und flüstert: Papi, schau doch! Ich bin wach…

Ich denke daran, dass es erst kurz vor 5 in  Berlin ist, schlucke kurz… dreh mich wieder um, es ist noch eine Stunde bis zum Aufstehen, aber Aleyna lässt nicht locker: Papiiii, ich muss doch Kakao trinken… und nach herrlich, meditativen 10m des Weiterdösens, kurz nach 6, entscheide ich mich dann doch fürs Aufstehen. Aber warum klingelt der Wecker? Es ist doch noch ’ne Stunde bis zum Schulbus. Ganz langsam komm ich drauf, mein iPhone könnte Berliner Zeit zeigen… siehst Du, Papi! 🙂

Also, auch heute noch keine Mediation, der zweite Tag. Ich merke, dass ich mehr und bewusster Alltagsmeditation mache, wenn ich früh nicht sitze. Beim Duschen zum Beispiel, das dehne ich dann leicht um 5m aus, mit geschlossenen Augen bewusst atmend. Oder beim Treppe steigen, statt Aufzug fahren, da zähle ich die Stufen… beim Morgenkaffee kochen, einfach mal an nichts anderes Denken, kein iPhone checken, sondern ganz in Ruhe nichts anderes tun, ausser Wasser aufgiessen und zuschauen, wie es langsam durch den Filter läuft.

Wenn man ganz hier ist, und nicht woanders, bemerkt man die leichtesten Lichtveränderungen in der Wohnung. Beim Blick nach draussen sieht man plötzlich diesen einen besonderen Moment des Morgens…

Es gibt das eigentlich jeden Tag. Egal, wie das Wetter, egal wie die Aussicht ist. Jeder Morgen hat einen Moment voller Schönheit, Leuchten und Vollkommenheit. Man kann ihn nur entdecken, wenn man in Gedanken nicht in Berlin ist oder… wenn man noch nicht bei der heutigen Arbeit im iPhone ist.

Wenn man einfach nur das macht, was gerade zu tun ist… erst dann bemerkt man, was um einen herum wirklich passiert. Und damit wünsche ich allen einen ganz besonderen Tag!

 

  1. Verfolge deinen Blog, ebenso wie deinen Instagramfeed (durch den ich auch auf Umwegen hier gelandet bin) nun schon länger und freue mich jedes mal aufs neue hier etwas zu lesen. Ich versuche mir diverse Dinge zu Herzen zu nehmen (zb. das alltägliche Meditieren). Aber sehr oft stelle ich einfach fest wie mich die Arbeit, oder im Moment meine Dr Arbeit, in beschlag nimmt. Ich genieße es dann, wie du es auch beschrieben hast, nach einer langen Nacht vor dem PC, in der Küche zu stehen und dem erwachenden Berlin zu zuschauen. Oder auch einfach nur der Schönheit der Welt aufmerksamkeit zu schenken.
    Ich wünsche dir eine besondere Woche
    Riccci

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    6. März 2012
  2. vielen dank, ricci!

    dein kommentar freut mich soooo sehr, kannst du dir vielleicht ein bisschen vorstellen… ich wünsche dir viel kraft für die arbeit. und viel aufmerksamkeit/achtsamkeit. denn das ist wirklich der einzige weg für mich, meine welt nachhaltig so zu verändern, dass sie mir nicht mehr ganz so fremd scheint. lieben gruss nach hause, arne

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    7. März 2012

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