Was mir bloggen bedeutet…

Istanbul, 7:54, Tag 160

Heute nacht klammerte ich mich an die Spitze eines Passagierjets, welcher erst startete und steil hochzog und dann wunderschöne Kurven durch die Landschaft flog. Ich konnte mich gut festhalten und ins Cockpit schauen, dort unterhielt sich G. mit Frau Merkel über irgendetwas und mir war nicht klar, ob sie realisierten, dass ich von aussen alles mitbekam. Nach der Landung war ich doch erleichtert und machte mir Notizen, um diese kuriose Szene nicht zu vergessen.

Dann schnorrte ich mich kurz durch die Twittertimeline, weil ich ein wenig zu zeitig wach war, kein Wunder bei solch einem Traum, oder? Ein Tweet von Dave Winer liess mich klicken, erst auf ein Zitat von Om Malik, dem Gründer von GigaOm, einer der grossen Techblogs… Dave Winer’s Scripting News lese ich schon eine ganze Weile in meiner Must Read Liste. Auch GigaOm ist noch in meinem RSS Reader, obwohl ich oft nicht dazu komme, mehr als die Überschriften zu Scannen bei den 10+x täglichen Beiträgen der grossen (Tech)Blogs. Hier sagt also Om Malik in einem Interview folgendes:

„What blogging means to me“

“The idea of blogging is sharing and telling people this is how I view the world. We get confused by blogging as an opinion and as news. We have pigeonholed blogging into this platform based blogging which is not quite it. You could be on WordPress, Twitter, Tumbler or Facebook, as long as you are writing, creating, opining, sharing any kind of thing, it is blogging. We have earlier, written personal diaries, we have shown photographs to friends. Blogging is the same over a much open (and at) Internet scale. It is a good thing as more creative people are coming out of the shadow(s). It is very important for people to see the other point(s) of view.”

Und kopiert diesen einen Absatz in einen Post seines persönlichen, sehr minimalistischen Blogs. Ein interessanter Gedanke beim Kaffeeinterview vielleicht, angeblich, vermutlich einfach so dahin gesagt. Irgendwie fühle ich mich bestätigt. So geht es mir auch, so verstehe auch ich Blogging.

Ich habe schon als Kind Zeitungsausschnitte gesammelt, damals von den Kosmonauten der Sowjetunion. Ich habe bei meinem ersten Liebeskummer ein Tagebuch angefangen. Ich fotografiere seit ich 14 bin und meine erste Kamera, eine Beirette SL100 bekam. Seit etwa so 2004 wollte ich das auch alles im Internet machen können, und auch ich bin in den Plattformen und Tools hängen geblieben. Ich brauchte etwas Zeit, zu verstehen, dass es wirklich nur darum geht, die Dinge die man eh macht, nur offener und mit dem Internet als Maßstab zu tun, statt nur für meine eigene Schublade und nur für 1:1 Kommunikation zwischen direkten Bekannten. Hier geht’s also einfach nur ums Schreiben, ums Erzeugen, darum eine Meinung zu haben und all das mit anderen zu Teilen! Jawoll, das ist es… und weiter geht’s, trotz Schneeregen!

Und mit dieser Anregung verabschiede ich mich aus einem regnerischen Istanbul in die brandneue Woche!

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