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Es geht ums Sein und nicht ums Wollen…

Berlin, 8:35, Tag 167

Meine Träume kommen mir wieder näher, ich habe mir Notizen gemacht, die aber nicht dabei helfen, mich an meinen Traum zu erinnern. Es war ein Mitternachtstraum, so gegen halb Eins. Hab unruhig geschlafen und meine Knochen gespürt… kein Wunder nach dem 14km Lauf gestern.

Heute morgen hatte ich das Gefühl, nichts schaffen zu können. Es gibt soooo viel zu tun, so viel Anstrengendes, manchmal Langweiliges, so viel einfach Notwendiges, aber auch Schönes. Oft werde ich dann unruhig, fange an zu planen, lege mir im Kopf zurecht, wie ich meinen Tag strukturieren sollte, wann ich was machen werde.

Aber es ist doch Sonntag, geh ins Cafe. Setz Dich in die Sonne und lies ein Buch… neeeeiiiin, geht nicht, ich muss doch noch so viel machen, das hab ich (mir) versprochen!

Die Unruhe übernimmt sofort wieder. Oft suche ich mir dann Ablenkung in Scheinbeschäftigungen oder Routinen, die die Unruhe erst mal verdrängen: ich brauche doch unbedingt noch neue Schuhe, und sollte mir wirklich das neue iPad anschauen. Zum Glück ist heute Sonntag und ich bin Deutschland, da ist Präsenzshopping unmöglich.

Also dann doch erst mal die News lesen: das neueste Startup ist enorm wichtig und achso innovativ, und wie konnte ich das Redesign von Pinterest verpassen. Ach, es gibt einen Startup-Wettbewerb auf der NEXT12. Falls es nicht genug ist, einmal kurz in Facebook oder Twitter eintauchen: also in meine Art von Morgenzeitung.

Aus diesen Ablenkungen entstehen jede Menge neue mögliche ToDos und Ideen, die irgendwie mehr Spass zu machen scheinen. Mehr Spass jedenfalls, als die schon bekannten ToDo’s, die die eigentliche Unruhe ausgelöst haben.

Während ich hier den Artikel schreibe – huch, schon über eine Stunde lang – weil ich ja immer wieder mal versuche, zu arbeiten oder mich abzulenken – frage ich mich leise, warum schreib ich hier überhaupt: ich müsste doch… ich habe doch…

Aber dann fällt mir ein, was mich vorgestern Abend im Gespräch mit einem Dokumentarfilmer wie ein Blitz traf: Es geht immer ums Sein, und nicht ums Wollen! Es geht immer darum, was und wer wir wirklich sind… und nicht darum, wer wir sein wollen oder was wir werden wollen.

Wenn wir doch nur den Abstand zwischen unseren Erwartungen an uns und dem, was wir tatsächlich sind, reduzieren könnten.

Aber dann fällt mir ein, was mich gestern Abend im Gespräch mit M. beim Schnitzel im Felix Austria wie ein Blitz traf: Es geht immer darum, dass wir Besseres verdient haben. Das wir es uns ganz einfach gönnen, dass es uns gut geht bei allem, was wir tun, wofür wir uns entscheiden, denn es gibt immer Optionen, es gibt immer die Möglichkeit dazu.

Und da diese Unruhe immer da ist, gönne ich mir jeden Morgen meine Meditation. Ich gönne es mir, einmal am Tag überhaupt nichts zu tun. Es ist sogar verboten, während der Meditation etwas anderes zu tun, ausser zu sitzen und seinen Atem zu zählen. Es ist ausdrücklich erlaubt, gar nichts zu tun und gar nichts zu denken.

Es ist meine Zeit der Reflektion in Ruhe… das gönne ich mir!

Und da diese Unruhe immer da ist, gönne ich mir jeden Morgen Zeit für meinem Blog. Ich gönne es mir, einmal am Tag nur an mich zu denken. Es geht hier nur um mich, und was ich denke.

Es ist meine Zeit der Reflektion in Aktion… das gönne ich mir!

Was gönnt ihr Euch heute? Ihr habt es verdient. Ich wünsche Euch einen friedvollen Sonntag!

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