Wunder des Lebens…

Rheinsberg, 7:03, Tag 171

Eine sehr kindlich aussehende Plastikpuppe muss aus einem Fluss gerettet werden, ich renne hinterher, verpasse sie knapp, der Boden ist lehmig, glitschig, ich renne, springe, klettere und verpasse sie immer knapp. Ein Tal öffnet sich, der Fluss verschwindet ab und zu im Boden und ich verfolge weiter die Puppe, die irgendwo dort ist. Dann ein Raum, der Fluss auch hier, eine Stelle an der man Müll aus dem Fluss fischen kann, hier muss sie sein. Ich finde sie nicht. Der Raum wird zum Bahnhof, ich steige in die S-Bahn, wir fahren los, einen Berg hoch, die Bahn nimmt Schwung, als sie es nicht mehr schafft, hakt sich das Zahnrad ein und wir knirschen den steilen Anstieg hoch.

 

Bereits eine Stunde gesessen heute morgen. Es ist interessant, wie sich alles verändert, vor allem in der zweiten Hälfte. Als ob Transformation startet und sich die Relationen von allem zu allem verändert. Zumindest spüre ich die Möglichkeit dazu.

Dabei ganz allein zu sein, wie heute morgen ist eine zusätzliche Herausforderung. Es ist niemand da, nur das eigene Gewissen, die eigene Entschlusskraft. Keine Ausrede möglich, aber auch kein Zuspruch, keine Anregung, kein Austausch… und viel Freiheit. Gibt es zu viel Freiheit?

Ich habe mein letztes Papier Tagebuch mitgenommen und lese ein wenig aus dem Frühjahr 2010, das ist erst zwei Jahre her. Es fühlt sich alles so fremd und anders an. Und dann doch das übliche, du kämpfst doch immer noch den gleichen Kampf, alles noch das gleiche. Und etwas drittes: Ah, spannender Traum, sehr kreativ. Oh, das Meeting, ja das war gar nicht schlecht… und wenn dann die Vergleiche zu heute einsetzen, klappe ich fast angewidert zu.

Wobei, habe ein Rezept vom 4.3.2010 gefunden… ich tipp das jetzt mal ab, das passt zum Retreat (btw. von 7-8 ist Pause, die ich für mein Tagebuch opfere).

Miso Suppe „Wunder des Lebens“ (für zwei Personen) 

Zutaten:

2 volle Esslöffel Tokujyo Miso Shiro „Takeya“
1 l Wasser

Zwiebel, Ingwer, Champignons (2 Stück reichen)
Trockenes Weißbrot (2 Scheiben)
Taifun Räuchertofu
Mildes Olivenöl

Zubereitung:

Das Weißbrot in kleine Würfel schneide, und in Olivenöl goldbraun braten, schon auf den Tisch stellen. Miso in Wasser auflösen, aufkochen lassen. Champignons in ganz schmale Streifen schneiden. Räuchertofu würfeln. Zwiebel auch. Den Ingwer in schmale kurze Streifen schneiden.

Alles wird einzeln angebraten und nacheinander in die Suppe gegeben. Der Ingwer kann in reichlich Öl fast frittiert werden, er löst sich dabei fast auf.  Das Öl aufheben und für ein Pfannengemüse verwenden, es ist vom Ingwer stark aromatisiert.

Wichtig ist, alles ganz langsam und ordentlich – also achtsam oder bewusst – zuzubereiten: keine Gespräche, kein Radio, Fernseher sowieso nicht. Auch keine Unterbrechungen, wenn möglich. Je mehr Zeit man sich lässt, je aufmerksamer man ist, umso besser schmeckt die Suppe.

 

Hier mal zur Illustration von gestern, was ich mit aufmerksamer Zubereitung meine. Ich hab hier keine Miso Suppe gemacht, sondern einfachen Gemüsemix für meinen Reis.

So, mit einem Bild von heute gaaanz zeitig…

Verabschiede ich mich in einen sonnigen Tag…

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