Shoshaku jushaku…

Rheinsberg, 6:38, Tag 173

Weiter gehts! Ein Traum von einem Traum, mit einer mir unbekannten türkischen Familie im Tiergarten, der Sohnemann fühlt sich von mir provoziert und manipuliert seinen Vater mit einem klassischen Er hat die Ehre der Familie verletzt gegen mich in Stellung. Ich steh neben meinem Auto, die tollste Frau der Welt ist auch dabei. Eine Polizistin kommt angebraust im dritten Auto, um zu schlichten, und alles wird schlimmer. Die kleine Schwester des Bruders taucht auf, mischt sich ein, erklärt und beruhigt ihren Bruder. Wir regen uns alle ab, liegen uns schliesslich in den Armen, die Polizistin verschwindet mahnend… ich wache auf. 3:41 am vierten und letzten vollen Tag unseres Retreats.

Nach dem Traum bin ich nicht mehr eingeschlafen, sondern habe einen – in letzter Zeit ganz seltenen – Anfall von leichter Panik bekommen. Es ging früher und auch heute immer um meine Arbeit und Dinge die dort passiert sind. Filmisch lasse ich Meetings wiederholen, plane Szenen der nächsten Woche, führe Telefonate, erinnere Gespräche. Dann male ich mir die Konsequenzen, unseres gemeinsamen Handelns aus. Und zwar unerwartete, unangenehme Konsequenzen, das Ende von Projekten oder aufbrechende Konflikte… dabei spüre ich in die Zukunft, ahne wie es sein wird, spiele Möglichkeiten durch, male mir alles in dramatisch Farben aus. Es ist wie ein Sog, die Erregung dabei, die Aufgeregtheit, die viele Energie… ja, leichte Panik, beschreibt das wohl am Besten.

Es gibt jetzt sehr viele Dinge in meinem Leben, die mir die Angst nehmen, in der die Panik früher schwamm. Jetzt atme ich einfach, so kann ich den Film anhalten, mich des Soges entziehen, wann immer ich will. Es ist unglaublich, was so ein bisschen Meditation, kein Alkohol, kein Verdrängen mehr oder ein paar Jahre älter sein… eines davon oder alles zusammen, so bewirken können.

Die Erfahrung zu machen, dass nur der Moment zählt. Und ich meine, wirklich die Erfahrung machen… das man damit die Panik vor einer möglichen Zukunft sofort ausschalten kann. Wenn man sich nur auf sein Kissen setzt oder auch sich in sein Kissen kuschelt und nur beginnt, seinen Atem zu zählen. Das ist echt grossartig!

Und unser gestriger Tag? Viel Sitzmeditation (zusammen 170min), tolle Gespräche, herrliches achtsames Kochen…

 

 

Und heute morgen, nach der leichten Panik, nach dem Atmen, nach dem Sitzen… eine kurze Runde durch den kühlen Sonnenaufgang:

Dieses mal 20min später als gestern und alles ist ganz anders…

Wünsche Euch allen einen entspannten Start in ein sonniges Wochenende!

Anm. (24.3.12 10:42) hab grad den Titel von „Der Zenkoch…“ in den richtigen geändert…

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