Vier Arten von Pferden…

Noch Berlin, 7:21, Tag 175

Und wieder ein Spielfilm geträumt. Ich erinnere besonders einen Character, der verschiedene Visitenkarten dabei hatte und durchprobierte. Er hat so versucht, mich davon zu überzeugen, dass er das sei, was auf den Karten steht… ein Blender. Der ganze Film, drehte sich um eine Bewerbungsituation. Ich in der Mitte, zwischen den Positionen, zwischen den Gedanken der Beteiligten hin- und herwechselnd, alles mit dem Ziel, in die Gruppe aufgenommen zu werden… ich bin weit vor dem Wecker wach geworden.

Heute ist Reisetag… ich fliege nach Istanbul, hole die süsseste Tochter vom Schulbus ab und noch sitze ich in Berlin. Die Welt ist verrückt und das Leben grossartig!

Wir haben uns viel mit Shunryuku Suzuki beschäftigt, auch gestern habe ich schon aus dem Kapitel Das Mark des Zen zitiert, weil es mich so sehr beeindruckt hat. Er schreibt dort auch:

In der Zazen Haltung haben Euer Geist und Euer Körper große Kraft, die Dinge so anzunehmen, wie sie sind, ganz gleich, ob sie euch recht sind oder nicht.

Weiter schildert er am Beispiel von Pferden, dass in unserer Unvollkommenheit die Grundlage für unser Leben liegt. Dass es keine Rolle spielt, ob wir uns für das beste oder das schlechteste Pferd im Stall halten.

Dazu erläutert er, dass es vier Arten von Pferden gibt: hervorragende, gute, mittelmässige und schlechte. Das hervorragende läuft nach dem Willen des Lenkers rechts links, langsam, schnell noch ehe es den Schatten der Peitsche sieht. Das zweitbeste läuft so gut, wie das erste, gerade bevor die Peitsche sein Fell berührt. Das dritte läuft, wenn es den Schmerz an seinem Körper fühlt und das schlechteste läuft erst, wenn der Schmerz ihm bis ins Mark seiner Knochen gedrungen ist.

Wir sollten aufhören, das beste Pferd im Stall sein zu wollen. Er sagt weiter „Ein guter Vater ist kein guter Vater“. Also ein Vater, der sich für einen guten Vater hält, sei wohl kein so guter. Oder auch jemand der denkt, ein guter Ehemann zu sein, wohl auch keiner ist. Denn wer denkt, er sei ein miserabler Ehemann, der ist vielleicht ein guter, sofern er sich von ganzem Herzen bemüht, ein guter Ehemann zu sein…

Diese Zeilen beeindrucken mich tief, sie spiegeln meine Erfahrungen mit mir selbst und vielen anderen. Sie machen mir auch Mut, dass es reicht sich zu bemühen. Und das es letztendlich keine Frage ist, ob wir das beste oder schlechteste Pferd sind…

Ihr merkt, ich bin noch tief beeindruckt von der Mediationswoche… finde langsam erst zurück in einen Alltag, der irgendwie so anders ist. Gleicht startet das erste Meeting, der erste Kollege kommt durch die Tür…

…wünsche allen einen tollen Start in die neue Woche!

2 thoughts on “Vier Arten von Pferden…

  1. Just a some nitpicking, there are at least two more types of horses : the dead horse, which doesn’t feel the pain from a lash, and the horse which isn’t needed anymore and hence can roam free. The benevolent reader may figure out the implication for the lash holder.

    Have some restful days in Istanbul.

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