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Kurzer Waltpurgispost…

Berlin, 7:04, Tag 210

Geträumt hab ich von einem aufregenden Campingtrip mit entfernten Bekannten, ich habe die ganze Zeit überlegt, warum ich kein Hotel nehme, ob ich wirklich noch auf nacktem Boden schlafen möchte, dass die anderen sich betrinken werden und ob ich dann so müde bin, dass es mir auch nichts ausmachen wird. Es gab einiges mehr, aber das ist alles schon verschwunden.

Das Trainer Training ging gestern sehr gut weiter, nachdem ich meine Mädels vormittags mit einem Umweg über die Besucherterrasse zum Flieger brachte. Die Terrasse ist jetzt ein Muss immer wenn ich in Tegel bin, in einem Monat wird der weltbeste Innenstadt Flughafen doch einfach abgeschlossen…

Heute ist viel zu tun, ein voller Arbeitstag in den nächsten fünf Stunden, dann geht der vierte Tag des Trainings los, heute ist Videofeedback dran und wir können uns beim Publikum wünschen, wie sich sich verhalten sollen: gelangeweilt, störend, zwischenfragend, provozierend… ich bin gespannt!

Also, deshalb nur noch ein kurzer Gruss mit einem Bild genau zum Sonnenaufgang um 5:33 heute morgen hier in Kreuzberg.

Wünsche einen tollen Tag und eine noch tollere Walpurgisnacht!

Welche Kompetenzen haben wohl @elepath und @sparrow…

Berlin, 7:18, Tag 209

Auch heute habe ich geträumt und bin müde vom Wecker geweckt worden. Erinnere mich jetzt aber auch mit den Notizen nicht wirklich: Dachboden, renoviertes Haus, ein Essen, ein Konzert. Ich geh Nachtisch holen, meine Hose rutscht, alles lacht. Jaaa, diese Szene fällt mir wieder ein, wie ich mit der Schüssel in der Hand zurück ins Zimmer laufe und bemerke, wie meine Jeans rutscht, schon gerutscht ist.

Mein Training strengt an, ist aber auch grossartig! Gestern eine Session über Kompetenzen: Woran erkennt man, dass jemand etwas kann? Wie merkt man zum Beispiel, ob jemand gut delegieren kann oder ob Entwickler, Supporter, ect. gut sind? Und zwar ging es um das konkrete Verhalten, nicht um eine Beschreibung der Person oder des Ergebnisses, sondern es ging um das konkrete Verhalten. Wie verhält sich jemand, der einen guten Support Job macht denn nun genau?

Solche Anregungen, in den intensiven Stunden finde ich grossartig. Konferenzen und Vorträge, sowie solche Training geben mir extrem viel Input, schieben mich an, setzen mich in Bewegung. Das passiert auch manchmal durch Gespräche oder Artikel, Bücher, Filme. Aber gemeinsames Erleben und Lernen und zwar mit viel Kommunikation und Aktion, mit Interaktion, schiebt extrem stärker als die anderen Anregungen. Und so nutze ich mal die Energie, und halte die Entdeckung von zwei weiteren, sich daraus ergebenden Anregungen, hier einfach mal im Tagebuch fest.

Erstens hat mich gerade die Entdeckung von Jake Lodwick und Elepath weggebeamt. Danke, Åsmund! Ja, ich hab das gleiche Gefühl, dass dies relevant sein könnte.

Der Vimeo Gründer arbeitet an einer neuen Technolgie Firma und hat in drei Blog Posts beschrieben, worum es geht. Einfach nur Hammer!

Dann als zweites, habe ich eben nebenbei einen Versuch gestartet, meine eMails ab sofort mit Sparrow zu bearbeiten. Das sieht – auf den ersten Blick – gut aus, bin auch hier leicht euphorisch.

Das man mich mit einer neuen Mailapp noch beeindrucken kann, war jetzt nichts, womit ich heute morgen gerechnet habe. Im Gegenteil bin ich sehr zufrieden mit meinem bisherigen Setup aus GMail auf Laptop/iPhone/Android. Dennoch, im Twitterscan heute morgen habe ich bei Mark Suster die Sparrow Empfehlung gelesen, der allerdings erst noch seinen BB loswerden will.

Na, ich bin gespannt, ob diese für mich neue App, die nächste Woche im Praxistest übersteht oder ich doch schnell wieder zurück bei den doch schon sehr tollen, für mich ja auch noch neuen HTML5 Web Apps für GMail bin.

So, nun aber Früüüüühstüüüück! Und deshalb schnell mit einem Sonnenuntergangsbild von gestern Abend…

…lächelnd in den Sonntag verabschiedet!

Ein Einbruch im Kiez…

Berlin, 6:45, Tag 208

Heute Nacht ging es in meinem Traum um Denkverbote. An einem Tisch in einer Gruppe ein Streit, den ich ausgelöst habe mit nur einer Bemerkung darüber, es stehen alle auf und gehen genervt. Einer bleibt und spricht mir Mut zu. Ich fühle mich trotzdem allein und abgelehnt. Heftigst!

In meinem Trainer Training gestern ging es um Gruppen, Ränge, Rollen und Prozesse und da hab ich mir wohl heut Nacht gleich mein Horror Szenario erträumt. Und beim Essen danach hat mich die Energie verlassen. Es war wohl doch einfach etwas viel und zu lange. Das Umfeld war nicht ideal, im Grill Royal haben sich alle auf eine grosse Veranstaltung vorbereitet und die Unruhe des Serviceteams sehr deutlich zu spüren. Wir hatten den Tisch (zum Glück) nur bis Neun, etwas vor der Zeit. Das Essen war wieder fantastisch! Aber so endeten die zwölf stressfreien Stunden etwas in Moll und mit einem wirklich schrägen Traum.

Heute nun keine Erholung, kein Faulenzen, denn Tag Zwei des Training geht nachher mittags los, werd aber etwas eher gehen und nicht bis um Acht bleiben. Mit meinen beiden Süssen einen ruhigen Abend zu verbringen, ist einfach verlockender.

Und was schreib ich heute hier noch…? Wieder mal gibt es so viel mehr Ideen, so viel mehr Themen. Es gibt so vieles zu entdecken, zu erzeugen, zu machen und einfach zu erleben. Mein Tagebuch hier kann dies alles gar nicht fassen. Nur ganz kleine Teile davon, wenige Ausschnitte finden hier Platz. Wenn man anfängt nachzudenken und zu reflektieren, dann passiert wieder das Leben:

Richard hat seinen tollen DC190 vor der Tür der Espressolounge stehen- und den Schlüssel stecken- und den Blinker angelassen. Ich hab ihn angerufen, ihm beim Einbrechen zugeschaut…

Wie toll ist der Blinker dieses alten Daimlers, oder? Kein zackiges Diodenstakkato, sondern noch ein Aufleuchten im wahren Wortsinne.

Und dann ein tolles, sehr leises und ruhiges Gespräch über Beziehungen und Gruppen, den Wert der Arbeit, über Führung durch Hierarchie oder Kompetenz, über Identität durch Arbeit und welche Auswirkungen die digitale Vernetzung heute schon auf seine Tischlerei hat. Seine Feststellung, vor allem Smartphones verbessern durch die Photo/Messaging Funktionen die Kommunikation am Bau massiv, wandeln aber oft einfach nur Planungsaufwände aus der Vorphase um, in Koordinationsaufwände während die Ausführungsphase.

Die Sonne knallt um 7 schon so rein, dass mein iPhone überfordert ist… 😉 das wird ein schöner Tag!

 

 

Zwölf stressfreie Stunden…

Berlin, 7:10, Tag 207

Heute Nacht war ich an der Uni. Oder doch beim EPO, das wechselte. Ich lief über die Flure, viele junge Leute und dann eine Prüfung, die ich einfach mit schreiben soll, obwohl ich gar nicht eingeschrieben bin. Kriege ein paar Minuten später die Ergebnisse: Durchgefallen, bei allen  fünf Fragen. Dann ein Gespräch, vielleicht darüber, aber nur voll schräge Hipster am Tisch. Die Dozentin doziert privaten Krams, es geht um die Studienbedingungen. In einem Bus geht es zum Flughafen. Ich verpasse den ersten, laufe die Strasse hoch, es duftet nach Regen, der Asphalt glänzt, die Bäume am Rand tropfen, links hinter mir liegt die Stadt im Tal und mit diesem Bild wache ich kurz nach Zwei auf und schlafe ruhig und froh wieder ein und dann wohl traumlos weiter…

Hab gleich ein Meeting, dann darf ich meine süsse Tochter von der tollen Oma abholen. Darf dann zu meinem zweiten Trainer Training und dann zu einem grosses Geschäftsessen, das zum Glück schön zeitig nur von 6-8 stattfindet. Hossa, die nächsten 12 Stunden sind packed.

Und trotzdem, ich fühle heute keinen Stress oder Angst. Nur Vorfreude, eine leichte Spannung und tief drin Vertrauen. Vertrauen darauf, dass es gut wird, dass es nichts gibt, was ich nicht schaffe. Dass egal was kommt, es gut sein wird. Egal, ob ich etwas verpasse, irgendwo zu spät bin. Ich freu mich schon, wenn jemand meint, ich müsse länger bleiben, könne noch nicht gehen. Das Planen ist das eine, die Erwartungen der anderen sind das nächste, aber was eigentlich nur zählt ist doch, was dem Moment angemessen ist! Die Prioritäten sind auch schon klar, es gibt optionale Termine, die nicht von mir alleine abhängen, es gibt die Möglichkeit zu schieben… das gibt es immer. Denn Stress entsteht wirklich nur, wenn die Erwartungen an einen selbst nicht mit der Realität übereinstimmen.

Wünsche allen hier ebenso stressfreie Stunden an diesem sonnigen Freitag…

Über die Überwindung von Angst…

Berlin, 7:14, Tag 206

Heute erinnere ich mich nicht an meine Träume. Hab mich auch nicht wirklich beim Aufwachen daran erinnert. Bin zeitig ins Bett gestern, nach wieder mal wunderschönen ruhigen Abendstunden mit der tollsten Frau. Und da die süssteste Tochter grad bei Oma und Opa ist, geniessen wir doch sehr unsere seltene Zweisamkeit…

Grade kam Tischler Richard hier ins Blinis und sofort war Abschied das Thema. Verluste und Trennungen sind einerseits sehr schwierig und schmerzhaft, andererseits aber immer auch befreiend. Richards Werkstatt, seit 17 Jahren hinterm dem Finanzamt hier in Kreuzberg, musste er aufgeben. Aufgrund des Miet- und Investmentpokers der im Kiez gerade stattfindet, hat der Senat plötzlich doch andere Pläne mit dem Gelände. Ich glaube, ich habe die letzten Bilder dort gemacht. Seine neue Werkstatt in Tempelhof habe ich noch gar nicht besuchen können.

Dass er die Rednerpulte der Bundesministerien und -regierung macht und ich in diesem Jahr ja einige, viele Vorträge und Reden gehalten habe ist eine sehr spannende Verbindung, die ich eben erst entdeckt habe. Irgendwann wird er mir vielleicht ein Pult machen… 😉

Über eine andere Verbindung – er fährt ja einen 50 Jahre alten schwarzen Benz, und ich – etwas jünger – fahre einen 13 Jahre alten, aber ebenfalls schwarzen, Benz haben wir uns überhaupt erst getroffen.

Und auch erst heute morgen habe ich entdeckt, dass uns der Abschied von grossartigen Menschen verbindet, denn mit beruflichen Veränderungen gehen immer auch persönliche Abschiede einher. Unsere Anhaftung an Dinge, Personen, Konzepte, Idee und Rituale verursacht viel Schmerzen und Leid. Immer dann, wenn wir merken, dass wir nichts festhalten und bewahren können.

Diese Erfahrung des Verlustes verbindet uns übrigens mit allen Menschen, jeder kennt das und jeder das hat schon erlebt. Ich bemerke in Momenten des Abschiedes, dass das Wesen der Natur, meiner mich umgebenden Welt beständige Veränderung ist.

Und dann fühle ich Angst.

Angst vor dem Neuen, dem Unbekannten, vorm Alleine sein und vorm Zusammenbrechen von allem, was mir heute so wichtig ist, mir meine Identität zu geben, was mich auszumachen scheint. Ein und Ausatmen, lächeln hilft mir dann sehr, mich nicht in dieser Angst zu verlieren. Denn sie ist ein schlechter Ratgeber. Sie kostet vor allem mehr Energie, als sie jemals erzeugen kann. Wenn wir aus Angst heraus handeln, ist unsere Energiebilanz negativ. Wir brauchen dann anderen Menschen. Wir brauchen dann unbedingt dieses Ding, diesen Drink, die nächste Zigarette, ein ordentliches Steak, diesen Job, diesen Auftrag, den einen nächsten Kunden, oder dieses Haus, dieses Auto, dieses Laptop, genau diese Frau, dieses irgendwas irgendwen irgendwo, sonst… ja, was sonst?

Gestern sprach ich mit einem, bei dem ich das Gefühl habe, nicht der einzig Verrückte auf der Welt zu sein. Und ich sprach gleichzeitig mit jemandem, bei dem ich das Gefühl habe, nicht der einzig Normale auf der Welt zu sein. Es gibt Seiten in mir, die in der Lage sind, die Ebene der Anhaftung an Konzepte, an Form wie die Buddhisten sagen, zu verlassen. Es gibt eine Seite, die realisiert, wie viel mehr es noch gibt, dass es immer noch etwas gibt, was über diese Furcht hinaus geht. Und immer wenn ich mit dieser Seite in Kontakt bin, dann fühle ich mich glücklich und frei und fang ganz von alleine an zu lächeln…

Wünsche einen schönen Guten Morgen!

Mittwochspausenpost…

Berlin, 7:21, Tag 205

Mir fehlt ein wenig der Schwung hier in den letzten Tagen. Es ist viel los in meinem Leben, eigentlich wie immer, aber die morgendliche Zeit zur Reflektion hier im Blog kommt irgendwie etwas zu kurz. Das vorweg.

Aber auch heute habe ich geträumt. Zum Glück habe ich mir Stichworte gemacht, denn ohne da jetzt rein zu schauen, wäre der Traum schon verschwunden im Fluss der vielen anderen Gedanken und Gefühle. Genau, auf einem Boot war ich heut Nacht unterwegs, mein Papa wollte ins Internet und ich lief über die schwankenden Planken mit meinem Laptop und versuchte, die Sat-DSL Verbindung zu verstehen und zu konfigurieren. Unvermittelt stehe ich an einer Tankstelle schaue durch die hintere Tür, sehe die Zapfpistole, die sich plötzlich bewegt und rausrutscht und zu Boden fällt. Der Tankwart kommt, hebt sie auf und beim Hochheben fällt sie ihm wieder aus der Hand und füllt beim Fallen u.a. das Türfach mit Sprit. Alles müfftelt, ich spring raus und mit einem Taschentuch versuche ich den Schaden, stinksauer, zu beheben. Ich wache eine Minute vor dem Wecker putzmunter auf…

Sitze das erste mal wieder seit bestimmt drei Wochen in Ruhe hier. Aber damals war ich auch nur für zwei Tage hier in Berlin, seh ich grade im Kalender. Beim Nachschauen im Kalender hab ich übrigens schon gleich zwei Mails geschrieben und drei andere Sachen nachgeschaut. Das beschreibt ganz gut meine Unruhe, die sich auch in der fehlenden Tiefe hier niederschlägt. Es gibt  immer Veränderung, alles verläuft in Wellen oder Phasen…

So, und damit ich mich hier nicht weiter rumquäle, gibts jetzt ein Bild und ich sage Ciao!

PS: nächste Woche ist die re:publica, da freu ick mir schon janz dolle druff!

Ich, ein Jahr, jeden Tag in 38 Sekunden… und ein Traum… und tolles Licht im Kiez!

Berlin, 9:02, Tag 204

Oha, nach 50min Meditation wollte ich sofort anfangen zu arbeiten und die Espressolounge war wegen einem Maschinenschaden geschlossen (krass!). Die anderen Cafe’s im Kiez haben erst ab 8 geöffnet, so bin ich zurück ins Büro und habe gleich weiter gearbeitet. Bis es mir eben einfiel, da war doch früh immer noch etwas. Irgendwas hab ich doch seit ein paar Tagen immer früh als zweites gemacht.

Geträumt habe ich auch. Was sagen meine Notizen: Busfahrer besoffen, ich habs Steuer übernommen, ein Polizist konnte nicht zählen, bin in enge verwinkelte Sackgassen eingebogen und rückwärts wieder raus. Martin, der Schauspieler, kam angerannt und ist lachend über Stachedraht gesprungen, hängen geblieben und sich wie im Trickfilm eingewickelt, immer noch lachend. Ich wache um halb 4 auf und kann nur noch atmen, aber nicht mehr schlafen…

Gestern war schon kurz, heute bleibt es auch kurz. Vielleicht auch nicht. Also gestern war der Tag, auf den ich mich schon einen Weile gefreut habe. Erst heute erzähle ich es Euch. Also, mit der kleinen iPhone Anwendung Everyday von William Wilkonson habe ich am 23. April 2011 angefangen, fast täglich ein Bild von mir selbst zu machen. Hier das Ergebnis in Youtube und auch in Tumblr.

Tadaaah!

So, und mit ein paar weiteren Bilder von einem grossartigen Licht gestern hier im Bergmannkiez…

Und einem Sonnenuntergangsbild (die Sonne geht links daneben unter, der Fernsehturm war einfach attraktiver;-)…

verabschiede ich mich noch leicht lächelnd in den Dienstag!

Nur ein Traum…

Noch Istanbul 5:59, Tag 203

Heute nur ein schneller Traum, ein Krimi Traum diesmal, eine Befreiungsaktion nach einer Entführung, ich spiele die Hauptrolle in meinem Traum, eine Polizeiaktion, der Entführer hat einen Hund zurückgelassen, der uns auf seine Spur führt und mich erst nicht leiden kann. Dann aber gelingt es, dass der Hund uns hilft, in Den Hague finden wir ihn schliesslich. Ich bekomme über Telefon die Information, alle sind aufgeregt und gespannt. Schliesslich haben ihn die Kollegen und die Anspannung löst sich auf. Doch nicht, denn eine Kontaktperson antwortet nicht. Ist doch alles schief gegangen? Nach endlosen Minuten erreichen wir ihn, und können die ganze Veranstaltung auflösen und schlafen gehen. In meinem Zimmer will mein Grossvater in meinem Bett schlafen. Ich lass ihn natürlich, obwohl ich weiss, dass er mich nur ärgern will damit. Jetzt muss er in meinem Bett schlafen. In meiner tollen Taschenlampe sind die Batterien alle, nach dem Auswechseln wache ich auf. Es ist erst 4 Uhr, ich schlafe wieder ein, träume den Traum weiter, aber diesen Teil habe ich beim Wecker klingeln gleich vergessen.

Heute ist Reisetag und zwar kommen die Mädels mit für diese Woche. Und weil wir in 15min los müssen, gibt es heute nur einen Montagspausenpost.

Wünsche einen ruhigeren Start in Eure neue Woche!

Ein Spektakulärer Landeanflug auf Istanbul…

Istanbul, 6:57, Tag 202

Geträumt hab ich, erinner mich aber nur schwach. Etwas mit Auto, Dennis, Innenhof, Currywurst hab ich aufgeschrieben, aber der Traum dazu ist verschwunden.

Gestern hatte mein Rückflug 2h Verspätung, das war einerseits sehr ärgerlich, wenn man schon Samstag reist, dann geht das direkt von der Familienzeit ab. Aber andererseits bin ich dadurch ca. um 6 abends über Istanbul eingeflogen und hatte dadurch riesiges Licht und Wetterglück.

Los gings mit einer Schleife überm Schwarzen Meer und über Asien, ich sitze auf der linken Seite, rechts sieht man jetzt schon den Bosphorus, ich wollte mich schon umsetzen, der Flieger war nicht rappelvoll, das wäre sogar gegangen. Aber ich dachte mir: nee, bleib mal, wenn er so fliegt, wie ich hoffe, dass er fliegt, dann sollte ich auf der linken Seite besser dran sein.

Ich hab ja durch mein Leben in zwei Ländern auch immer zwei Telefone und damit Fotoapparate mit mir, einmal meine türkische SIM für schnelles, günstiges Internet für unterwegs in Istanbul und einmal meine deutsche SIM fürs iPhone und erreichbar sein. Während ich also mit dem Galaxy Nexus ein Video aufgenommen habe, habe ich mit dem iPhone die Fotos hier gemacht.

Hier sieht man die asiatische Seite von Istanbul, die Strasse hier unten führt zur zweiten, näher in Richtung Schwarzes Meer liegenden Brücke, die Fatih Sultan Mehmet Köprüsü oder kurz FSM heisst. Istanbul geht oben links noch ewig weiter, auf der rechten Seite kommt gleich der Bosphorus in den Blick. Im Meer am Horizont sind vier der fünf Prinzessinnen Inseln zu sehen, die ein beliebtes Ausflugsziel sind.

Und mit einem Schwenk nach vorne, kommt wenige Sekunden später die 1. Brücke ins Blickfeld. Und noch mehr Glück, sogar ein grosser Tanker ist grade auf dem Weg ins Marmara Meer. Gleich rechts neben der Brücke ist übrigens Ortaköy, in das ich ja immer laufe und meine Arbeitstage im The House Cafe dort verbringe.

Wieder nur ein paar Sekunden später kommt das Beşiktaş oder Inönü-Stadion und links daneben der Dolmabahçe Palast. Oben rechts schon der Eingang zum Golden Horn und dem Topkapi Palast. Links oben ist noch die asiatische Seite mit Üsküdar zu sehen.

Und hier, mein Lieblingsbild von gestern: Wooohooo! Alles versammelt, was sich in den Reiseführern über Istanbul ganz oben steht: Golden Horn mit Galata Turm und Brücke, Topkapi Palast, Hagia Sofia, die Blaue Moschee, Sulanahmet und dem Grand Bazaar und oben die asiatische Seite in Licht und Schatten getaucht. Ganz weit Mitte rechts oben, Büyükada, die grosse Prinessinnen-Insel und davor die anderen. Das ist der Kern von Istanbul! Mehr geht nicht auf ein Bild!

Galata Turm, Galata Brücke, Topkapi, Blaue Moschee, Hagia Sophia, Groser Basaar, Büyükada, Kadiköy, Luftbild, Anflug

Hier nochmal ein Blick zurück, ich sitze echt in einem Passagierflugzeug, einer Boeing… und mach die Bilder durchs leicht verdreckte Fenster! Die Nachbarbeitung in Camera+  nimmt die Schleier weg und macht die Farben intensiver, sorgt aber auch für das pixelige, wenn man sich die Bilder am normalen Screen anschaut.

Ok, hier nun schon ganz tief, kurz vorm Aufsetzen noch ein Bild von den im Marmara Meer auf Reede liegenden Schiffen und klassischer Istanbuler Wohnviertelarchitekur.

Und mit der Rückseite des am schönsten geformten Flugzeuges, einer A340, ging diese für mich so aufregende Woche mit einem spektakulären Landeanflug zu Ende.

Wer die 6 Minuten Flug, etwas verwackelt zwar, weil ich ja noch die Fotos gemacht habe, als HD Film anschauen möchte. Hier, in einer halben Stunde sind die 500MB zu YT hochgeladen und ein wenig später auch prozesssiert und fertig optimiert. Für ganz eilige: in meinem Google+ ist das Video schon jetzt zu sehen, das hat mein Telefon über Nacht alleine hochgeladen und ich heute morgen schon gepostet.

Wünsche allen – breit grinsend – einen ganz grossartigen Sonntag!

PS: genau dafür, liebe Airlines und Sicherheitsingenieure, genau dafür wurde der Flight Mode in unseren Smart Phones erfunden – danke, danke, danke!

Wie ich Tim Berners-Lee etwas über Open Patent Data erzählte, beinah…

Noch Lyon, 7:18, Tag 201

Heute Nacht von Rennen geträumt, erst auf der Autobahn mit einem Typen, der fährt und erst sich und dann mich erschiessen wollte, mit einem Jagdgewehr, im Auto, während er fährt! Das Ding war soo sperrig, dass geht nur im Traum. Später dann in der Asche eines ausbrechenden Vulkans rumgerutscht. Auf auf ein 4.000PS Motorboot umgestiegen, einen Fluss langsam entlang gesurrt und dann im Hafen richtig aufgedreht. Käptn sagte, das muss so. Beim Umstieg in ein – mit einem 180PS Aussenboarder – bestückten Ruderboot bin – schade, schade – leider aufgewacht…

Gestern nun um zwei Uhr meine „Paneldiscussion“. Ich Blödi hab vergessen, das aufzunehmen und prompt, lief es ganz gut. Die Leute blieben dabei, haben geklatscht, die Mitpanelisten gelobt und sogar Wendy Hall hat sich gefreut und anschliessend meinen Beitrag gewürdigt und irgendwas von „you’re natural speaker“ gesagt.

Eingleitet habe ich übrigens mit dem spontanen und im Rückblick vielleicht etwa provokaten Satz: „My name is Arne and I’m  not a scientist. I’m a business guy and I actually make money out of open data!“ Danach haben alle zugehört… 😉

Hier die Slides:

(Seh gerade, dass die Slides schon über 500 Views haben…  hossa!)

Ich war ganz schön aufgeregt, hatte vor und nach einer grossartigen Keynote von Bernard Stiegler u.a. über die Transformation unseres Reading Brain into a Digital Brain die Präsentation von zwölf auf die verbleibenden fünf Slides zusammen gestrichen, alle Screenshoots und Bilder einfach rausgenommen. Es sollten einfach meine Stichpunkte sein, die alle mitlesen sollten. Ich hatte ja nur auch zwölf Minuten (und habe 12:31 gebraucht).

Kurz vor dem Panel traf ich Hugh Glaser wieder, der übrigens gerade mit seinen Tools versucht, die IPC/ECLA in eine URI/RDF Strukturen zu überführen. Er sagte mir nebenbei folgendes: Hey, Arne, the panel is great, 80 people, nice discussions, even Tim (Berners-Lee) is there…

What? Ich fiel fast um! Das hat alle Reserven aktiviert, mich dermaßen aufgeregt und wach werden lassen. Ich wollte wegrennen und es gleichzeitig nun ganz extrem toll machen. Und ich hatte einfach Riesenschiss, mich zu blamieren.

Gleichzeitig dachte ich, dass ist die Chance, Open Patent Data zu promoten! Das ist die Chance, dem Erfinder des Web von den Erfahrungen zu berichten und zu erklären, dass die Patentämter und die darum entstandene Patent Information Provider schon seit 15 Jahren Open Data machen! Dass es trotz aller Kritik am System und all dem Missbrauch, der durch die Medien gepusht wird, doch so ist, dass über 70 Millionen strukturierte, klassifizierte, verlinkte, übersetzte, kontrollierte Beschreibungen und Zeichnungen von allen patentierten technischen Erfindungen der Industrialisierung: online, (almost) for free, über RESTful API’s, in XML und PDF hier verfügbar sind. Was für eine Chance!

Hugh merkte schnell, was er da angerichtet hatte, grinste nur: Oh, now you are excited

Irgendwie war Tim dann aber doch nur am Vormittag in der OPENDATA-WEBSCI Session dabei und nun schon auf dem Heimweg. Schade! Aber ok, so weiss ich nun wenigstens, wie ich mich in einen guten Präsentationszustand versetzen kann: einfach vorstellen, Tim Berners-Lee sitzt im Publikum und meine allerletzten Reserven, meine volle Aufmerksamkeit, meine volle Leistung ist abrufbar! 😉

Sehr gefreut habe ich mich auch über das Feedback von James A. Hendler, dem Semantik Web Guru der neben mir auf dem Panel sass und der danach folgendes twitterte und sogar unser Poster promotete:

So, nun werd ich gemütlich gemütlich zu meinen Liebsten fliegen… und wünsch Euch ein ganz grossartigen Start ins Wochenende!