Monthly Archives: April 2012

Berlin, 7:04, Tag 210

Geträumt hab ich von einem aufregenden Campingtrip mit entfernten Bekannten, ich habe die ganze Zeit überlegt, warum ich kein Hotel nehme, ob ich wirklich noch auf nacktem Boden schlafen möchte, dass die anderen sich betrinken werden und ob ich dann so müde bin, dass es mir auch nichts ausmachen wird. Es gab einiges mehr, aber das ist alles schon verschwunden.

Das Trainer Training ging gestern sehr gut weiter, nachdem ich meine Mädels vormittags mit einem Umweg über die Besucherterrasse zum Flieger brachte. Die Terrasse ist jetzt ein Muss immer wenn ich in Tegel bin, in einem Monat wird der weltbeste Innenstadt Flughafen doch einfach abgeschlossen…

Heute ist viel zu tun, ein voller Arbeitstag in den nächsten fünf Stunden, dann geht der vierte Tag des Trainings los, heute ist Videofeedback dran und wir können uns beim Publikum wünschen, wie sich sich verhalten sollen: gelangeweilt, störend, zwischenfragend, provozierend… ich bin gespannt!

Also, deshalb nur noch ein kurzer Gruss mit einem Bild genau zum Sonnenaufgang um 5:33 heute morgen hier in Kreuzberg.

Wünsche einen tollen Tag und eine noch tollere Walpurgisnacht!

Berlin, 7:18, Tag 209

Auch heute habe ich geträumt und bin müde vom Wecker geweckt worden. Erinnere mich jetzt aber auch mit den Notizen nicht wirklich: Dachboden, renoviertes Haus, ein Essen, ein Konzert. Ich geh Nachtisch holen, meine Hose rutscht, alles lacht. Jaaa, diese Szene fällt mir wieder ein, wie ich mit der Schüssel in der Hand zurück ins Zimmer laufe und bemerke, wie meine Jeans rutscht, schon gerutscht ist.

Mein Training strengt an, ist aber auch grossartig! Gestern eine Session über Kompetenzen: Woran erkennt man, dass jemand etwas kann? Wie merkt man zum Beispiel, ob jemand gut delegieren kann oder ob Entwickler, Supporter, ect. gut sind? Und zwar ging es um das konkrete Verhalten, nicht um eine Beschreibung der Person oder des Ergebnisses, sondern es ging um das konkrete Verhalten. Wie verhält sich jemand, der einen guten Support Job macht denn nun genau?

Solche Anregungen, in den intensiven Stunden finde ich grossartig. Konferenzen und Vorträge, sowie solche Training geben mir extrem viel Input, schieben mich an, setzen mich in Bewegung. Das passiert auch manchmal durch Gespräche oder Artikel, Bücher, Filme. Aber gemeinsames Erleben und Lernen und zwar mit viel Kommunikation und Aktion, mit Interaktion, schiebt extrem stärker als die anderen Anregungen. Und so nutze ich mal die Energie, und halte die Entdeckung von zwei weiteren, sich daraus ergebenden Anregungen, hier einfach mal im Tagebuch fest.

Erstens hat mich gerade die Entdeckung von Jake Lodwick und Elepath weggebeamt. Danke, Åsmund! Ja, ich hab das gleiche Gefühl, dass dies relevant sein könnte.

Der Vimeo Gründer arbeitet an einer neuen Technolgie Firma und hat in drei Blog Posts beschrieben, worum es geht. Einfach nur Hammer!

Dann als zweites, habe ich eben nebenbei einen Versuch gestartet, meine eMails ab sofort mit Sparrow zu bearbeiten. Das sieht – auf den ersten Blick – gut aus, bin auch hier leicht euphorisch.

Das man mich mit einer neuen Mailapp noch beeindrucken kann, war jetzt nichts, womit ich heute morgen gerechnet habe. Im Gegenteil bin ich sehr zufrieden mit meinem bisherigen Setup aus GMail auf Laptop/iPhone/Android. Dennoch, im Twitterscan heute morgen habe ich bei Mark Suster die Sparrow Empfehlung gelesen, der allerdings erst noch seinen BB loswerden will.

Na, ich bin gespannt, ob diese für mich neue App, die nächste Woche im Praxistest übersteht oder ich doch schnell wieder zurück bei den doch schon sehr tollen, für mich ja auch noch neuen HTML5 Web Apps für GMail bin.

So, nun aber Früüüüühstüüüück! Und deshalb schnell mit einem Sonnenuntergangsbild von gestern Abend…

…lächelnd in den Sonntag verabschiedet!

Berlin, 6:45, Tag 208

Heute Nacht ging es in meinem Traum um Denkverbote. An einem Tisch in einer Gruppe ein Streit, den ich ausgelöst habe mit nur einer Bemerkung darüber, es stehen alle auf und gehen genervt. Einer bleibt und spricht mir Mut zu. Ich fühle mich trotzdem allein und abgelehnt. Heftigst!

In meinem Trainer Training gestern ging es um Gruppen, Ränge, Rollen und Prozesse und da hab ich mir wohl heut Nacht gleich mein Horror Szenario erträumt. Und beim Essen danach hat mich die Energie verlassen. Es war wohl doch einfach etwas viel und zu lange. Das Umfeld war nicht ideal, im Grill Royal haben sich alle auf eine grosse Veranstaltung vorbereitet und die Unruhe des Serviceteams sehr deutlich zu spüren. Wir hatten den Tisch (zum Glück) nur bis Neun, etwas vor der Zeit. Das Essen war wieder fantastisch! Aber so endeten die zwölf stressfreien Stunden etwas in Moll und mit einem wirklich schrägen Traum.

Heute nun keine Erholung, kein Faulenzen, denn Tag Zwei des Training geht nachher mittags los, werd aber etwas eher gehen und nicht bis um Acht bleiben. Mit meinen beiden Süssen einen ruhigen Abend zu verbringen, ist einfach verlockender.

Und was schreib ich heute hier noch…? Wieder mal gibt es so viel mehr Ideen, so viel mehr Themen. Es gibt so vieles zu entdecken, zu erzeugen, zu machen und einfach zu erleben. Mein Tagebuch hier kann dies alles gar nicht fassen. Nur ganz kleine Teile davon, wenige Ausschnitte finden hier Platz. Wenn man anfängt nachzudenken und zu reflektieren, dann passiert wieder das Leben:

Richard hat seinen tollen DC190 vor der Tür der Espressolounge stehen- und den Schlüssel stecken- und den Blinker angelassen. Ich hab ihn angerufen, ihm beim Einbrechen zugeschaut…

Wie toll ist der Blinker dieses alten Daimlers, oder? Kein zackiges Diodenstakkato, sondern noch ein Aufleuchten im wahren Wortsinne.

Und dann ein tolles, sehr leises und ruhiges Gespräch über Beziehungen und Gruppen, den Wert der Arbeit, über Führung durch Hierarchie oder Kompetenz, über Identität durch Arbeit und welche Auswirkungen die digitale Vernetzung heute schon auf seine Tischlerei hat. Seine Feststellung, vor allem Smartphones verbessern durch die Photo/Messaging Funktionen die Kommunikation am Bau massiv, wandeln aber oft einfach nur Planungsaufwände aus der Vorphase um, in Koordinationsaufwände während die Ausführungsphase.

Die Sonne knallt um 7 schon so rein, dass mein iPhone überfordert ist… 😉 das wird ein schöner Tag!

 

 

Berlin, 7:10, Tag 207

Heute Nacht war ich an der Uni. Oder doch beim EPO, das wechselte. Ich lief über die Flure, viele junge Leute und dann eine Prüfung, die ich einfach mit schreiben soll, obwohl ich gar nicht eingeschrieben bin. Kriege ein paar Minuten später die Ergebnisse: Durchgefallen, bei allen  fünf Fragen. Dann ein Gespräch, vielleicht darüber, aber nur voll schräge Hipster am Tisch. Die Dozentin doziert privaten Krams, es geht um die Studienbedingungen. In einem Bus geht es zum Flughafen. Ich verpasse den ersten, laufe die Strasse hoch, es duftet nach Regen, der Asphalt glänzt, die Bäume am Rand tropfen, links hinter mir liegt die Stadt im Tal und mit diesem Bild wache ich kurz nach Zwei auf und schlafe ruhig und froh wieder ein und dann wohl traumlos weiter…

Hab gleich ein Meeting, dann darf ich meine süsse Tochter von der tollen Oma abholen. Darf dann zu meinem zweiten Trainer Training und dann zu einem grosses Geschäftsessen, das zum Glück schön zeitig nur von 6-8 stattfindet. Hossa, die nächsten 12 Stunden sind packed.

Und trotzdem, ich fühle heute keinen Stress oder Angst. Nur Vorfreude, eine leichte Spannung und tief drin Vertrauen. Vertrauen darauf, dass es gut wird, dass es nichts gibt, was ich nicht schaffe. Dass egal was kommt, es gut sein wird. Egal, ob ich etwas verpasse, irgendwo zu spät bin. Ich freu mich schon, wenn jemand meint, ich müsse länger bleiben, könne noch nicht gehen. Das Planen ist das eine, die Erwartungen der anderen sind das nächste, aber was eigentlich nur zählt ist doch, was dem Moment angemessen ist! Die Prioritäten sind auch schon klar, es gibt optionale Termine, die nicht von mir alleine abhängen, es gibt die Möglichkeit zu schieben… das gibt es immer. Denn Stress entsteht wirklich nur, wenn die Erwartungen an einen selbst nicht mit der Realität übereinstimmen.

Wünsche allen hier ebenso stressfreie Stunden an diesem sonnigen Freitag…

Berlin, 7:14, Tag 206

Heute erinnere ich mich nicht an meine Träume. Hab mich auch nicht wirklich beim Aufwachen daran erinnert. Bin zeitig ins Bett gestern, nach wieder mal wunderschönen ruhigen Abendstunden mit der tollsten Frau. Und da die süssteste Tochter grad bei Oma und Opa ist, geniessen wir doch sehr unsere seltene Zweisamkeit…

Grade kam Tischler Richard hier ins Blinis und sofort war Abschied das Thema. Verluste und Trennungen sind einerseits sehr schwierig und schmerzhaft, andererseits aber immer auch befreiend. Richards Werkstatt, seit 17 Jahren hinterm dem Finanzamt hier in Kreuzberg, musste er aufgeben. Aufgrund des Miet- und Investmentpokers der im Kiez gerade stattfindet, hat der Senat plötzlich doch andere Pläne mit dem Gelände. Ich glaube, ich habe die letzten Bilder dort gemacht. Seine neue Werkstatt in Tempelhof habe ich noch gar nicht besuchen können.

Dass er die Rednerpulte der Bundesministerien und -regierung macht und ich in diesem Jahr ja einige, viele Vorträge und Reden gehalten habe ist eine sehr spannende Verbindung, die ich eben erst entdeckt habe. Irgendwann wird er mir vielleicht ein Pult machen… 😉

Über eine andere Verbindung – er fährt ja einen 50 Jahre alten schwarzen Benz, und ich – etwas jünger – fahre einen 13 Jahre alten, aber ebenfalls schwarzen, Benz haben wir uns überhaupt erst getroffen.

Und auch erst heute morgen habe ich entdeckt, dass uns der Abschied von grossartigen Menschen verbindet, denn mit beruflichen Veränderungen gehen immer auch persönliche Abschiede einher. Unsere Anhaftung an Dinge, Personen, Konzepte, Idee und Rituale verursacht viel Schmerzen und Leid. Immer dann, wenn wir merken, dass wir nichts festhalten und bewahren können.

Diese Erfahrung des Verlustes verbindet uns übrigens mit allen Menschen, jeder kennt das und jeder das hat schon erlebt. Ich bemerke in Momenten des Abschiedes, dass das Wesen der Natur, meiner mich umgebenden Welt beständige Veränderung ist.

Und dann fühle ich Angst.

Angst vor dem Neuen, dem Unbekannten, vorm Alleine sein und vorm Zusammenbrechen von allem, was mir heute so wichtig ist, mir meine Identität zu geben, was mich auszumachen scheint. Ein und Ausatmen, lächeln hilft mir dann sehr, mich nicht in dieser Angst zu verlieren. Denn sie ist ein schlechter Ratgeber. Sie kostet vor allem mehr Energie, als sie jemals erzeugen kann. Wenn wir aus Angst heraus handeln, ist unsere Energiebilanz negativ. Wir brauchen dann anderen Menschen. Wir brauchen dann unbedingt dieses Ding, diesen Drink, die nächste Zigarette, ein ordentliches Steak, diesen Job, diesen Auftrag, den einen nächsten Kunden, oder dieses Haus, dieses Auto, dieses Laptop, genau diese Frau, dieses irgendwas irgendwen irgendwo, sonst… ja, was sonst?

Gestern sprach ich mit einem, bei dem ich das Gefühl habe, nicht der einzig Verrückte auf der Welt zu sein. Und ich sprach gleichzeitig mit jemandem, bei dem ich das Gefühl habe, nicht der einzig Normale auf der Welt zu sein. Es gibt Seiten in mir, die in der Lage sind, die Ebene der Anhaftung an Konzepte, an Form wie die Buddhisten sagen, zu verlassen. Es gibt eine Seite, die realisiert, wie viel mehr es noch gibt, dass es immer noch etwas gibt, was über diese Furcht hinaus geht. Und immer wenn ich mit dieser Seite in Kontakt bin, dann fühle ich mich glücklich und frei und fang ganz von alleine an zu lächeln…

Wünsche einen schönen Guten Morgen!

Berlin, 7:21, Tag 205

Mir fehlt ein wenig der Schwung hier in den letzten Tagen. Es ist viel los in meinem Leben, eigentlich wie immer, aber die morgendliche Zeit zur Reflektion hier im Blog kommt irgendwie etwas zu kurz. Das vorweg.

Aber auch heute habe ich geträumt. Zum Glück habe ich mir Stichworte gemacht, denn ohne da jetzt rein zu schauen, wäre der Traum schon verschwunden im Fluss der vielen anderen Gedanken und Gefühle. Genau, auf einem Boot war ich heut Nacht unterwegs, mein Papa wollte ins Internet und ich lief über die schwankenden Planken mit meinem Laptop und versuchte, die Sat-DSL Verbindung zu verstehen und zu konfigurieren. Unvermittelt stehe ich an einer Tankstelle schaue durch die hintere Tür, sehe die Zapfpistole, die sich plötzlich bewegt und rausrutscht und zu Boden fällt. Der Tankwart kommt, hebt sie auf und beim Hochheben fällt sie ihm wieder aus der Hand und füllt beim Fallen u.a. das Türfach mit Sprit. Alles müfftelt, ich spring raus und mit einem Taschentuch versuche ich den Schaden, stinksauer, zu beheben. Ich wache eine Minute vor dem Wecker putzmunter auf…

Sitze das erste mal wieder seit bestimmt drei Wochen in Ruhe hier. Aber damals war ich auch nur für zwei Tage hier in Berlin, seh ich grade im Kalender. Beim Nachschauen im Kalender hab ich übrigens schon gleich zwei Mails geschrieben und drei andere Sachen nachgeschaut. Das beschreibt ganz gut meine Unruhe, die sich auch in der fehlenden Tiefe hier niederschlägt. Es gibt  immer Veränderung, alles verläuft in Wellen oder Phasen…

So, und damit ich mich hier nicht weiter rumquäle, gibts jetzt ein Bild und ich sage Ciao!

PS: nächste Woche ist die re:publica, da freu ick mir schon janz dolle druff!

Berlin, 9:02, Tag 204

Oha, nach 50min Meditation wollte ich sofort anfangen zu arbeiten und die Espressolounge war wegen einem Maschinenschaden geschlossen (krass!). Die anderen Cafe’s im Kiez haben erst ab 8 geöffnet, so bin ich zurück ins Büro und habe gleich weiter gearbeitet. Bis es mir eben einfiel, da war doch früh immer noch etwas. Irgendwas hab ich doch seit ein paar Tagen immer früh als zweites gemacht.

Geträumt habe ich auch. Was sagen meine Notizen: Busfahrer besoffen, ich habs Steuer übernommen, ein Polizist konnte nicht zählen, bin in enge verwinkelte Sackgassen eingebogen und rückwärts wieder raus. Martin, der Schauspieler, kam angerannt und ist lachend über Stachedraht gesprungen, hängen geblieben und sich wie im Trickfilm eingewickelt, immer noch lachend. Ich wache um halb 4 auf und kann nur noch atmen, aber nicht mehr schlafen…

Gestern war schon kurz, heute bleibt es auch kurz. Vielleicht auch nicht. Also gestern war der Tag, auf den ich mich schon einen Weile gefreut habe. Erst heute erzähle ich es Euch. Also, mit der kleinen iPhone Anwendung Everyday von William Wilkonson habe ich am 23. April 2011 angefangen, fast täglich ein Bild von mir selbst zu machen. Hier das Ergebnis in Youtube und auch in Tumblr.

Tadaaah!

So, und mit ein paar weiteren Bilder von einem grossartigen Licht gestern hier im Bergmannkiez…

Und einem Sonnenuntergangsbild (die Sonne geht links daneben unter, der Fernsehturm war einfach attraktiver;-)…

verabschiede ich mich noch leicht lächelnd in den Dienstag!