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Mein Vortrag gestern…

München, 6:41, Tag 193

Erinnere mich heute nicht an meinen Traum,  beim Aufwachen war das Gefühl noch ganz stark da, aber nur noch die Schatten von Gedanken. Es war ein schöner Traum, trotz kurzer Nacht.

Nach Vorträgen, auf die ich mich sehr freue, mich vorbereite, vor denen ich Lampenfieber habe, deren Format neu für mich ist, entsteht eine interessante Form von Leere, eine Art Einsamkeit. Ich bin dann auch danach noch sehr aufgeregt, aber es ist ja niemand mehr da, nur ich mit mir. Ich habe dann einen richtigen Schub an Entschlossenheit und Schwung erfahren, Ideen entwickelt und in meine ToDo Sammlungen getippt. Aber gleichzeitig war ich einfach unendlich müde, nach knapp 20h Daueraktivität und bin es irgendwie noch.

Die Meditation heute morgen war wie eine Rettung, ein Kraftspender. Ich weiss, ich sollte meine Praxis nicht zu oft auf diese Art missbrauchen. Aber es ist schon grossartig, wie stark die Wirkung des einfach Sitzen und  den Atem zählen auf mich ist.

Es waren knapp 30 Patentanwälte da, vor denen ich gestern vortragen durfte. Die Rückfragen im Anschluss waren eigentlich Klassiker, bei denen ich aber gefühlt ganz schön rumgeeiert habe. Da möchte ich noch besser werden, da kann ich mich noch besser vorbereiten. Es ging relativ wenig um Patentinformationen, mehr um – ich würde fast sagen – Piratenthemen: Was soll das genau mit Facebook, welchen Mehrwert bieten denn Likes und Kommentare? Qualität kostet, wer soll bezahlen, wenn es alles umsonst ist? Ist das mit dem Cloud Computing nicht alter Wein in neuen Schläuchen? Wir sicher sind die Daten in der Cloud? Sollte man private und berufliche Kommunikation trennen?

Die Debatte über die Auswirkungen der Digitalen Vernetzung kommt langsam in der Mitte der Gesellschaft an und richtig in Gang, herrlich! In den anschliessenden persönlichen Gesprächen war ich fast überwältigt von der Offenheit, dem Interesse gegenüber meinen Themen. Auch habe ich mich sehr gefreut, dass sich viele persönlich bedankt haben für die Anregungen und die Informationen. Sicher konnten ein paar gar nichts damit anfangen, die sind aber gestern nicht zu mir gekommen, die habe ich so nicht wahrgenommen. Vielleicht liegt das daran, dass es gelungen ist, diese Gruppe gestern mehrheitlich positiv einzustellen – so jedenfalls mein subjektiver Eindruck.

Hier also ein grossen Dank an die PAVIS eG in Starnberg und speziell an Ihren Vorstand Gudrun Skupch, für die Idee zu dieser Veranstaltung und für den Mut mich einzuladen und die damit verbundene Chance, meine Thesen vortragen zu dürfen. Einen herzlichen Dank an ganze PAVIS- und auch das Kater Mikesch Team für die perfekte Organisation. Bis auf das fehlende Internet, was im Gewölbekeller einer Cocktailbar auch in diesen Tagen aber absolut zu verzeihen ist, war alles perfekt!

Mit einem trüben Blick aus meinem Hotelzimmer unterm Dach…

…verabschiede ich mich lächelnd den Münchener Morgen.

  1. Mikesch Teilnehmer #

    Lieber Herr Krüger,

    die gestrige Veranstaltung war sehr amüsant – Ihr Vortrag war kurzweilig. Leider entsprach der Inhalt Ihres Vortrages (zumindest nach meinem persönlichen Gefühl) nicht so wirklich dem, was ich unter dem Titel der Veranstaltung „Digitale Vernetzung im Umfeld des Gewerblichen Rechtsschutzes“ erwartet hatte. Der gewerbliche Rechtsschutz war bis auf den letzten Block, in dem es um „Social Design“ ging, meines Erachtens vollkommen vernachlässigt worden. Die Tatsache, dass man Patente „Liken“ kann, war mir etwas zu wenig Bezug zum gewerblichen Rechtsschutz. Das der gewerbliche Rechtsschutz zu kurz gekommen ist mag auch daran gelegen haben, dass die Fragen Ihre Mitstreiters nicht oder nur ausweichend beantwortet wurden. Insgesamt konnte ich zu den Themen Crowd Sourcing und Cloud Computing nichts mitnehmen. Schade.

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    13. April 2012
    • „If you are not criticized, you may not be doing much.“ -Donald Rumsfeld #quote #life

      sagte @ptarkkonen eben auf Twitter.

      Vorab schon herzlichen Dank für den kritischen Kommentar. Ich hatte gestern wirklich schon das Gefühl, dass ich nicht genug getan hätte. Und ich muss sogar zugeben, in diesem Sinne freue ich sehr über ihren Kommentar!

      Aber ich find es auch sehr schade, dass Sie zu den beiden Themen nichts mitnehmen konnten.

      Zumindest auch im ersten Teil hatte ich gehofft, dass die fünf Beispiele von USPTO, EPO, AOP, bluepatent und crowdipr von ersten Anfängen von Crowdsourcing Plattformen noch nicht allen Teilnehmer bereits bekannt waren. Dass Frau Skupch mit dem gleichen Screenshot von bluepatent wie ich einleitete, sorgte mich schon gestern ein wenig.

      Naja, vielleicht meinen sie ja, das diese Plattformen heute im Umfeld des gewerblichen Rechtsschutzes völlig ignoriert werden und noch gar keine Rolle spielen. Joup, das war mein Punkt! Und schon freue ich mich wieder. Wir scheinen hier einer Meinung zu sein.

      Im zweiten Teil wollte ich eigentlich nur klar machen, dass heute in sozialen Netzen ein Vielfaches der Daten verarbeitet, indiziert und durchsucht werden können, als alle Patentämter der Welt in den letzten Jahrzehnten zusammentragen konnten. Also stimmt eigentlich auch hier, das Cloud Computing heute im dem Umfeld des gewerblichen Rechtsschutzes noch keine Rolle spielt. Hier werden diese Technologien nämlich gar nicht eingesetzt, man nutzt gerne bewährte Technik. Das entspricht absolut unseren Erfahrungen mit unserem eigenen Produkt DEPAROM, welches Mitte der 90iger entwickelt worden ist, auf stabiler, superschneller Client Server Architektur basiert und auch heute noch eine breite, stabile Nutzerbasis hat, wie auch schon vor 10 Jahren. Wie ebenfalls erwähnt, ist der Mainframe ZVS des DPMA gerade mal seit 6 Monaten abgestellt, im Rest des Landes fand diese Abschaltung nach meiner Beobachtung bereits grösstenteils Ende der 80iger – Mitte der 90iger Jahre statt. OK, ausser im Bankenumfeld natürlich, aber die Gemeinsamkeiten von Bank- und Patentindustrie waren auch nicht Thema.

      Auch im dritten Teil, mit der Idee eines sozialen Objektes Patent, wie eben seit Jahren schon Artikel, Texte, Bilder, Präsentationen, Büchern, etc. in sehr grossen Communities und Plattformen gesammelt, besprochen, diskutiert werden, wollte ich klarmachen, dass das heute nichts mit gewerblichem Rechtsschutz zu tun hat. Und super, auch scheinen wir der gleichen Meinung zu sein, wunderbar.

      Zu dem Punkt der nicht oder ausweichend beantworteten Fragen meines Disputanten. Ja, da könnten sie recht haben. Aber zum Glück hat er die – Situation meisterhaft versuchend zu retten – die Beantwortung seiner Fragen ja teilweise selbst übernommen. Was mir dabei vor allem aufgefallen ist, dass wir sehr unterschiedliche Einstellungen und Meinungen zu den aktuellen Entwicklungen haben. Aber ich glaube, genau das war von der Veranstalterin so gewünscht und vorgestellt worden.

      Ich werde mir nun wohl die Mühe machen, die Fragen hier im Blog einfach noch ausführlich zu beantworten. Irgendwie kann ich mir das ganz spannend vorstellen, und hoffe, damit Ihren Vorwurf zumindest etwas qualifizierter begegnen zu können.

      Also, hoffentlich ist ihnen wenigstens die Gesellschaft der Berufskollegen, das Ambiente und das Essen in guter Erinnerung geblieben. Schön, dass Sie da waren! Und herzlichen Dank noch mal für ihre Kritik!

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      13. April 2012
  2. Meine Erfahrung deckt sich mit Deiner, Arne: Die meisten Zuhörer in Veranstaltungen vergleichen die Veranstaltung, die Sie besuchen, mit Ihrer persönlichen Erwartung. Dabei geht es nicht um das, was der Redner denkt, sagt und in welche Richtung der Vortragende mit seinen Gedanken zielt, sondern nur um die innere Frage des Zuhörenden: Werden hier meine Erwartungen erfüllt?

    Wahrscheinlich können wir eben nicht „absichtslos“ (= ohne Erwartungen) etwas anhören und darüber nachdenken, sondern müssen es mit unserer Weltsicht vergleichen. Und wenn das nicht in unsere Weltsicht passt, dann kritisieren wir. Ansonsten applaudieren wir!

    Deswegen fallen uns ja auch Veränderungen so schwer. Und am Anfang will man in der Szene (Status Quo), die Veränderungen nicht sehen. Wie in der Musikindustrie vor Jahren, der Buchindustrie heute, in der Patentszene vielleicht morgen?

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    14. April 2012
    • danke dir, tony!

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      14. April 2012

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  1. Kritik ist, was man draus macht… | Herr Krueger's Weblog

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