Der Wunsch nach Ordnung…

Berlin, 7:31, Tag 218

Heute schon gelaufen und meditiert, dafür heute noch kein türkisch gelernt und vom Traum nur noch dunkel eine Unterhaltungsszene in einer Bar in Erinnerung. Jemand spielte Beatles auf einer Blockflöte, aber so richtig  phantastisch. Träumte dann davon, dringend aufs Klo zu müssen und wachte auf und musste dringend, hatte einfach zu viel Tee am Abend beim Lesen getrunken.

Will aufräumen! Das Gefühl ist aber so was von schlimm. Meine Meckerei und Unwohlsein lösen sich auf, sobald ich ans Aufräumen denke. Es ist ganz klar und wie ein starker Energiestoss.

Leider will ich die vielen, denen ich begegne und mit denen ich lebe und arbeite, auch aufräumen. Was natürlich zu sofortigen Widerstand und Missstimmung führt, vor allem bei mir. Ich spüre, dass es so nicht geht. Es gibt keinen Grund, ungerecht zu sein und auch keinen Grund, übereilt und unüberlegt in Aktionismus zu verfallen. Ich könnte doch diese Unruhe wahrnehmen und mit dem anfangen, was genau jetzt und hier aufräumbar ist. Nicht an andere, nicht an morgen und vor allem nicht an gestern denken.

Aber ich weiche dem unausweichlichen Aufräumen aus. Ich kaufe dann Dinge, die ich nicht wirklich brauche, die aber irgendwie praktisch sind und bei denen der Wunsch danach schon länger in meinem Unbewussten sein Dasein fristet. Ich fang dann an zu rennen oder meditiere noch mehr oder esse zu viel zu gut zu süss und warte während dessen auf irgend einen extern Impuls, die mir eine Richtung gibt und mich beschäftigt.

Ich entkomme dem unausweichlichen Aufräumen aber nicht, niemals. Es verschiebt sich nur. Ich sehe es überall. Ich bemerke die Unordnung überall, immer und ständig. Und ich sehe sie immer deutlicher, immer stärker, immer klarer, je mehr ich ausweiche oder wegrenne. Der Wunsch nach Ordnung, nach Freiheit, nach Bewegung, danach alles klar zu Sehen wird so stark, dass ich Gänsehaut bekomme, dass ich laut schreien könnte.

Meine Gewohnheiten retten mich, meine Routinen halten mich! Meine Erfahrungen beweisen und mein Glaube ermöglichen es, einfach weiter zu machen und zu leben, ohne zu verzweifeln. Weil alles gut ist, so wie es ist!

Das beweisen mir auch immer wieder die Bilder, als ein Ergebnis meiner Routinen, die mich halten und verbinden mit der Welt und mir zeigen, wie grossartig und richtig diese Unordnung ist, wie mein Drang nach Ordnung doch einfach nur die Richtung weist, in der ich gehen, laufen, rennen, fliegen möchte…

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