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Was bleibt?

Berlin, 7:23, Tag 220

Heute bin ich Flugzeug geflogen, ein grosses Passagierflugzeug. Ich durfte erst nur mit im Cockpit sitzen und dann kurz nach dem Start, sollte ich plötzlich das Steuer übernehmen und die Kiste sackte erst mal ab. Ich gab Schub, wir stiegen wieder, flogen aber eine Waldschneise voller Täler und Hügel entlang, die immer wieder ganz bedrohlich nahe kamen. Ich hielt jedes mal die Luft an, ob wir es ohne Bodenberührung über die Hügel schaffen würden. Jedes mal, wenn wir ein Tal hinunter rauschten, spürte ich das Kribbeln im Bauch. Danach packte ich in einer leeren Wohnung die Sachen unserer kleinen Familie zusammen, für eine Reise, eine Abreise, eine Flucht. Jedenfalls machten sich dramatische Gedanken und Gefühle breit, habe ich alles, was erwartet uns. Ich fühlte Angst vor Verlust und Stolz über Besitz zur gleichen Zeit, erkannte die zwei Seiten desselben Gefühls und wachte auf und wartete entspannt auf den Wecker…

Was, wenn ich mir selbst und anderen traue und vertraue… was, wenn ich nicht gleich (be)werte, sondern einfach nur spiegele was ist… was, wenn ich den Mangel, den andere fühlen und die Fehler, die andere finden einfach vorbei rauschen lasse… was, wenn ich nur ruhig abwarte und spüre, was entsteht… was, wenn ich in Kontakt und Distanz gleichzeitig bin… was, wenn ich alles annehme, wie es ist… was, wenn ich nur bei mir allein nach Veränderung strebe… und was, wenn alle Unterscheidungen sich auflösen und alle Benennungen verschwinden… was bleibt dann?

Ein holpriger Absatz als Folge von vier Begegnungen des gestrigen Tages. Es bleibt wieder mal viel Entschlusskraft, viel scheinbare Einsicht, viel Freude und Lust auf das Leben und die vielen Dinge, die getan werden können. Will weiter aufräumen und jeden Tag alle Punkte auf der Liste hier abhaken:

Und nun geht er los, der neue Tag! Mit zwei Bildern vom Sonnenuntergang und Aufgang…

…verabschiede ich mich in den Donnerstag, in die Arbeit, das Tun und Machen und Reden und Leben, denn das ist was bleibt!

 

 

  1. Antje #

    Was, wenn ich Worte fühle statt sie zu verstehen…
    Ein Lächeln zu Dir, Antje

    Gefällt mir

    10. Mai 2012
    • sehr schön… und grossen dank für diesen tollen ersten kommentar hier!

      Gefällt mir

      11. Mai 2012

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