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Die erfolgreichste Rechnung, die ich je bezahlt habe…

Berlin, 8:32, Tag 244

Heute habe ich stark geträumt. Ich sehe die Worte meiner Notizen und fühle mich zurück, ich finde die Referenz nicht mehr. Wir waren auf einem Friedhof, wir besichtigten ihn in einer Gruppe, vielleicht Touristen. Ich brauchte eine Flasche Wasser aus unserem Reisebus und unterhielt mich auf dem Weg mit zwei Kindern. Was sie anhatten, wie sie sprachen, was sie sprachen – sie konnten nur aus München stammen. Und jetzt ist die Referenz wieder da. Und mein lieber Freund Tony weiss, von wem ich da geträumt habe…

Ich bin immer noch ganz paralysiert und brauche mein Wochenende, vor allem die Erlaubnis mal nichts zu tun, gar nichts, zu faulenzen. Nicht dass ich nicht am Laptop sitze, aber am Wochenende ist es anders. Ich mache alles noch viel mehr freiwillig, als an Wochentagen.

Es liegt auch jede Menge an: Supplier Check (heute noch!;), All Hands, Hamburg in der kommenden Woche. Dann User Group, Patinfo in Ilmenau, Team Staffel in der darauf folgenden Woche. AWS Summit, unserm Sommerfest, Trainer Kurs Wochenende in Woche 3. Über Reutlingen und Stuttgart geht der Juni dann in Beirut zu Ende. Dazu der Jahrhundert Change. Dazu ein dickes Angebot. Dazu noch ein paar andere Projekte. Uff!

Wenn ich das so aufschreibe, fühlt sich das einerseits befreiend an. Ich bin erleichtert, weil es jetzt irgendwo steht. Ich mach das sehr oft, mindestens einmal in der Woche. Meine Kladde hilft mir dabei am meisten. Aber immer mehr auch hier das Tagebuch.

Ich organisiere und priorisiere mich und meine Gedanken allein beim Aufschreiben. Genau das ist der Sinn von Planung. Ich folge diesem Plan dann intuitiv, ohne dass ihn noch einmal anschauen muss. Wenn ich zurück blicke, dann bin ich jedes mal fast erschrocken, wie genau ich solchen Planungen dann doch folge. Ohne, dass es mir während des Tuns bewusst ist.

Man kann ja doch nicht Nichts tun. Man tut immer Etwas. Und man tut immer etwas gemeinsam mit anderen, auch wenn man etwas allein tut. Selbst im Nichts tun, tut man etwas. Man tut dann das Nichts. Auch dafür braucht man andere, die man ausschliessen kann. Aber dabei werten wir ständig, ob und und was wir tun oder nicht tun. Und wir bewerten ständig die Effizienz und Effektivität unseres Tuns. Diese Wertung fühlt sich an wie ein Nebel, wie eine angezogene Handbremse, eine Gegenströmung, wie der Gegenwind gestern auf dem T-Feld.

Es macht mir Spass im Gegenwind zu laufen, ich spüre den Widerstand, der zu überwinden ist. Wenn ich mit dem Wind laufe, fühle ich keinen Luftzug, einfach nichts. Vielleicht mag ich deshalb mein Tun ständig selbst werten. Vielleicht höre ich deshalb immer so genau hin, wie andere performen und wie ich dazu im Vergleich bin. Um das Gefühl des Gegenwindes zu haben, des: ich schaffe etwas, ich bewege mich, es fühlt sich zumindest so an.

Und wenn ich das so aufschreibe, dann fühlt sich das also einerseits befreiend an, andererseits macht es den Gegenwind der Wertung erst sichtbar. Und dann passiert in letzter Zeit oft etwas seltsames. Ich spüre eine Distanz zur Wertung und daraus erwachsend ein Vertrauen, dass alles schon ok sein wird. Egal, was passiert.

Und dann gehe ich in mein Cafe und sitze dort und P., die Strassenmusikerin mit ihrem Husky, kommt vorbei. Es sei grad wieder mal alles in Bewegung bei ihr. Sie wolle in Zukunft wieder mehr Theater spielen. Sie hätte sich wieder erinnert, Ende der 60iger in Coronation Street mitgespielt zu haben, nur 51 Episoden lang, wie meine Recherche ergab. Es sei die Hölle gewesen. Aber nun zieht es sie doch wieder zurück…

Und dann lese ich hier bei Tim Ferris über Derek Sivers und über die erfolgreichste eMail, die er jemals schrieb. Und muss daran denken, dass ich die beste Rechnung, die ich jemals bezahlt habe, noch nicht hier gepostet habe:

Und genau dann kriege ich Lust darauf, einfach los zu legen, einfach zu machen. Und zwar, was jetzt(!) anliegt und mir keine Sorgen über morgen, nächste Woche, übernächste Woche, nächsten Monat zu machen. Planung ja, Sorgen nein! Aufgeschrieben ist es doch, also kann ich nun wieder das machen, was mir Spass macht, was jetzt dran ist, wozu ich heute Lust habe und was ich liebe…

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