Meditiere/blogge doch weniger, und arbeite endlich wieder mehr…

Berlin, 7:32, Tag 246

Heute in einer Limo gefahren worden vom sehr alten Fahrer des Bischofs. Eigentlich sollte es nach Italien gehen, aber in Bregenz war Schluss. Ich sah dem Fahrer vom Fonds aus dabei zu, wie er mit der Karte hantierte, sich umdrehte und Probleme mit der neuen Strassenverkehrsordnung und der Beschilderung gestand, die – wie ich im Traum bemerkte – schon jahrezehntelang in Kraft war. Ja, so alt war mein Fahrer. Als wir ankamen, gab es warme Schrippen und der Kardinal kam hinter einem schweren Vorhang hervor, um mich zu begrüssen. Er erzählte, dass er den ersten und damit ältesten Youtube Channel sehr erfolgreich betreiben würde und solange das Recht auf Privatkopie, also genauer der §40 noch nicht von den Gerichten gekippt worden sei, damit auch nichts passieren könne. Über diese Aussage sinnierend, wachte auf vom zeitigen Wecker auf…

Eigentlich will etwas in mir mal wieder einen Rant schreiben, denn es gibt Menschen, über die ich mich sehr aufregen kann, die mich mit Bemerkungen in Aufregung versetzen, meinen Widerspruch erzeugen, meinen Kampfgeist herausfordern, deren Worte ich als extrem ungerecht empfinde, denen ich dann die Welt, meine Welt, schreiend erklären möchte, denen ich zubrüllen will, dass ich doch gar keine andere Wahl habe, als das zu tun und das zu sein, was ich tue und bin! Und das auch gut gemeinte Ratschläge, eben auch nur -schläge sind. Und dann will ich mich verteidigen und zurück-rat-schlagen.

Meditiere/blogge doch weniger, und arbeite endlich wieder mehr ist genau so ein Ratschlag, der mich fuchsteufelswild werden lässt. Wie anmassend, wie ignorant, wie dumm ich solche nebenbei dahingesagten Sätze empfinde, lässt sich hier kaum beschreiben. Solche fiesen Sätze werden meist begleitet, ergänzt oder begründet durch Fragen nach meinen Zielen, meiner Strategie, meinem Plan und den bereits erreichten Ergebnissen. Und das macht mich dann sprachlos oder eben (g)rantig, so wie jetzt: soll ich Euch jetzt wirklich meine Welt erklären? Was genau wollt ihr wirklich wissen?

Mir gehen solche, ja eigentlich ganz berechtigten, sinnvollen Fragen im Kontext des zuvor oder danach erteilten Ratschlages, dass ich wohl zu viel blogge/meditierte, mich also mit Dingen beschäftige, von denen der Frager offensichtlich keine blasse Ahnung hat, so dermassen auf den Sack, dass ich schon wieder endlos Schachtelsätze drechsle, bei denen, nach dem dritten Komma, eh jeder Leser den Faden verloren hat und wegklickt.

Aber genau, das ist die Lösung. Ich drehs jetzt einfach rum: liebe Meckerer, bitte arbeitet selbst wieder mehr und vor allem besser und hört auf, die Blogs von anderen Leuten zu lesen, das ist Zeitverschwendung! Oder welche Strategie und welche Ziele verfolgt ihr den mit dem Lesen zum Beispiel dieses Blogs hier? Welche Ergebnisse, messbar in Euro!, habt ihr denn bisher erzielt mit dem Lesen im Internet? Und wenn ihr dass jetzt nicht wie aus der Pistole geschossen belegen könnt, dann ist es bewiesen. Es bringt nix! Also, kommt bitte einfach nicht wieder! Macht erst mal Eure eigenen Hausaufgaben, eh ihr euch wieder zur Lebensweise von anderen Menschen äussert. Dankeschön für Euer Verständnis.

So, genug gebrüllt für heute!

Eigentlich findet ein anderer Teil in mir solche Fragen und Ratschläge wirklich grossartig, zeigen sie doch Aufmerksamkeit und Interesse an anderen Menschen, sind meist unschuldig, ehrlich und offenbaren eher die eigene Unsicherheit und die eigenen Schwächen. Solche Ratschlänge und auch meine Aufregung darüber, basiert ja auch auf dem Prinzip der Übertragung, der Projektion eigener Werte und Moralvorstellungen auf das Leben anderer und ebenfalls auf dem Prinzip der Affinität, welches ich hier und hier bereits schon mal angerissen habe. Beide Prinzipien führen nach meiner Erfahrung dazu, dass man sich immer genau mit den richtigen die Menschen trifft und austauscht und eben nur genau das hört, heraushört, interpretiert, was man selbst grade möchte.

Und mit einem letzten herzlichen Dankeschön an den ungenannten Provokatuer, schliesse ich diesen Blog für heute!

3 thoughts on “Meditiere/blogge doch weniger, und arbeite endlich wieder mehr…

  1. Einzelnes kann ich sehr gut nachvollziehen. Immer diese Ratschläge oder Diskussionen, die ich überhaupt gar nicht führen möchte. Zurzeit geht mir auch alles auf den Senkel. Ein Beispiel: meine Indien-Reise; von überall wird mir erzählt, dass ich keine Impfungen benötige. Sehe ich anders, meine Ärztin auch. Nun bin ich mitten im Impf-Programm, trotzdem ungefragt die Tipps, das ich sie nicht benötige. Herrje, sie sind teuer, die Impfseren. Und das Pieksen muss ich obendrauf selber zahlen. Kein Wunder, warum die halbe Welt ohne Schutz durch die Welt reisen und eventuell im Tropeninstitut HH oder MHH Hannover landen. Mein Aufenthalt in Dubai: warum ich keine Stadtrundfahrt mache. Zum draufhauen. Nein, ich werde nicht als Frau allein die Nacht in Dubai verbringen. Herr Krüger, meditieren Sie, so lange und so oft Sie das Bedürfnis haben. Denn dann sind Sie bei sich. Alles andere findet im Außen statt. Nur die wenigsten möchten sich auf diese Reise begeben. Und wenn ich jetzt Blödsinn geschrieben habe, Herr Krüger, Sie besitzen eine Deleate Taste, zu deutsch Entf 😆
    oooooommmmmm
    magdalena

    Gefällt mir

    1. lieben dank magdalena, das ist kein blödsinn! 😉

      die leute übertragen wirklich einfach ihre eigenen gedanken und erwarten und bekommen ja auch oft eine reaktion darauf. die frage, die ich mir oft stelle, warum regt mich das so auf, warum also erzeugt das so einen doch sehr energiereichen zustand. und was für andere möglichkeiten habe ich, auf solche tips zu reagieren?

      und dubai/indien wird einfach grossartig! ich beneide sie einfach nur und wünsche das bischen glück, was man auf reisen einfach immer gut gebrauchen kann, egal wie intensiv man sich vorbereitet.

      (wir fahren den ganzen juli nach beirut, wenn ich das hier gross poste, bin ich auch mal auf die tips gespannt;)

      Gefällt mir

  2. Leider habe ich keine Tipps; ich persönlich habe mich sehr zurückgezogen bzw. versuche, mich zu schützen. Aber das ist sehr schwer, komme von einer dreitägigen Reise zurück; meine demente Mutter zieht unglaublich viel Energie. Über einen längeren Zeitraum würde ich wohl eingehen wie eine Priemel.
    Beirut ist sehr mutig – da würde ich nur im großen Kampfanzug hinfahren. Bitte posten Sie ein paar Fotos von der Gegend. Es interessiert mich. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt dort.
    lg magdalena

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s